ÖKL-Richtwerte 2014

ÖKL RW 2014 CoverDie ÖKL-Richtwerte für die Maschinenselbstkosten sind eine unverbindliche Berechnungsgrundlage für den land- und forstwirtschaftlichen Einsatz in der Nachbarschaftshilfe.
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Vorwort der Frau Bundesminister Elisabeth Köstinger

Gemeinsam in eine ertragreiche Zukunft!

Das Jahr 2018 war zwar kein leichtes, aber ein durchaus erfolgreiches Jahr für Österreichs Landwirtschaft. Wir haben den Vorsitz im Rat der Europäischen Union dazu genutzt, starke Impulse für den heimischen Agrarsektor zu setzen. Ein zentrales Thema war dabei die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2020. Unter österreichischem Vorsitz wurden Verordnungen über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der GAP sowie über eine gemeinsame Marktorganisation diskutiert. Ich habe mich stets mit Nachdruck für das Modell einer nachhaltigen und multifunktionalen Landwirtschaft eingesetzt und werde das auch weiterhin mit aller Entschlossenheit tun.

Die Erfolge, die Österreichs Landwirtschaft vergangenes Jahr verzeichnen konnte, waren beachtlich: Der Wert exportierter Agrargüter wurde gesteigert und das Außenhandelsdefizit verringert. Die Produkte unserer Bäuerinnen und Bauern sind international hoch gefragt – darum setze ich mich beharrlich für verbindliche Herkunftskennzeichnungen und das Thema Regionalität ein. Österreichs Landwirtschaft zeichnet sich nicht nur durch außergewöhnliche Qualität, sondern auch durch besondere Vielfalt aus.

Eine große und unverzichtbare Stütze und damit Teil des Erfolgs der heimischen Landwirtschaft sind die bäuerliche Nachbarschaftshilfe und die zwischenbetriebliche Zusammenarbeit. Die Richtwerte des Österreichischen Kuratoriums für Landtechnik und Landentwicklung bieten einen objektiven Maßstab für gegenseitig erbrachte Leistungen. Zudem ermöglichen sie eine faire Abrechnung zwischen den Betrieben. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir die Weichen für die Zukunft jetzt stellen, um neue Chancen für den ländlichen Raum zu eröffnen und den Betrieben eine gute Zukunft zu bieten. Entscheidend ist, dass wir dabei das Prinzip der Nachhaltigkeit auch weiterhin entschlossen hochhalten. In diesem Sinne wünsche ich unseren Bäuerinnen und Bauern ein erfolgreiches Jahr 2019!

Elisabeth Köstinger

Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus

Februar 2019

Bildnachweis: BMNT/Paul Gruber

 

Berechnungsgrundlagen 2019

(1) Die ÖKL-Richtwerte in Euro pro Stunde (€/h) tatsächlicher Zeit (bei mechanischen, motordrehzahlabhängigen Traktormetern nicht in jedem Fall gegeben!) sind reine Selbstkosten, d.h. dass kein Gewinn, keine Umsatzsteuer (Ust.), kein Entgelt für Arbeitszeit oder andere Spesen zugerechnet wurden.
Bei außergewöhnlichen Verhältnissen oder Sonderausstattungen sind Zuschläge gerechtfertigt. Z.B. sind insbesondere bei Bodenbearbeitungsgeräten Zuschläge bzw. Abzüge etwa für schwere, steinige oder leichte Böden nach lokalen Verhältnissen vorzunehmen.

(2) Die Selbstkosten wurden unter Berücksichtigung mittlerer Neuwerte vergleichbarer Fabrikate errechnet. Die Neuwerte wurden aktuellen Preislisten entnommen. Wenn solche nicht verfügbar waren, wurden die Preise telefonisch oder über Mailanfrage eingeholt. Konnten Preise nicht erhoben werden, wurden die Neuwerte hochgerechnet bzw. bestimmte, nicht mehr produzierte Maschinen gestrichen. Teilweise wurde für Maschinen, die nicht mehr hergestellt, aber noch verwendet werden, der Neuwert mit einem Faktor analog zu den übrigen Maschinen hochgerechnet. Die Werte wurden mit den Vorjahreswerten abgestimmt und netto, d.h. ohne Umsatzsteuer (vgl. Punkt 3) eingesetzt. Kosten für die Lieferung an den Käufer, eine eventuelle Beleuchtung und Bremsen als Sonderausstattung (bei Arbeitsmaschinen) wurden nicht eingerechnet. Die Basis für die Neuwerte bildet das 3. und 4. Quartal 2018.

Die Selbstkosten setzen sich aus folgenden Faktoren zusammen:
a) Fixkosten (= Festkosten, Grundkosten) bestehend aus
     –  Abschreibung (= Amortisation, A),
     –  Zinsanspruch (Z) und
     –  Kosten für Unterbringung und Versicherung (U).
Für die Abschreibung (A) wird ein Prozentsatz aus der angenommenen wirtschaftlichen Nutzungsdauer (N) errechnet:
      A in % = 100 / N in Jahren
Für den Zinsanspruch (Z) werden 3 % vom halben Neuwert (= 1,5 % vom Neuwert), für Unterbringung und Versicherung (U) 2 % vom Neuwert berechnet. Daher kommen zur Abschreibung (A in %) einheitlich 3,5 % dazu:
      Fixkosten in % = A % + Z % + U % = A % + 3,5 %
Aus dem mittleren Neuwert und den Fixkosten in % werden die Fixkosten in Euro pro Jahr errechnet. Anmerkung: Umgekehrt lässt sich die in den Richtwerten angenommene Nutzungsdauer dadurch (rück-)berechnen, dass vom Prozentwert die oben erläuterten 3,5 Prozent (Verzinsung, Unterbringung, Versicherung) abgezogen werden und der Wert 100 durch die errechnete Zahl geteilt wird (sog. Kehrwert). Z.B.: Traktor: 9,5 %; 9,5 – 3,5 = 6; 100 : 6 = 16,67 Jahre

b) Der Fixkostenanteil ist pro Betriebsstunde angegeben. Dieser errechnet sich aus den Jahresfixkosten, geteilt durch die mittlere Ausnützung der Maschine (Stunden/Jahr). Die mittlere Aus­nützung der Maschinen in Stunden pro Jahr entspricht der praktisch erreichbaren Kampagneleistung.

c) Reparaturkostenfaktor in % vom Neuwert für 100 Betriebsstunden. Dieser ergibt die Reperaturkosten in Euro pro Betriebsstunde.
Reparaturkosten Euro/h = (Neuwert x Reparaturkostenfaktor %) : (100 x 100)
Bei einem Soloverleih kann von einem um 10 bis 20% erhöhtem Reparaturrisiko ausgegangen werden.

d) Für Maschinen mit Verbrennungsmotoren sind die Kosten für Treibstoffe und Schmiermittel angegeben. Die Werte für die Treibstoffverbrauchsmengen stammen aus Maschinenprüfberichten bzw. Datensammlungen.
Dabei sind bei Traktoren und Traubenvollerntern Auslastungen von 40 % und bei Mähdreschern von 50 % der Nennleistung angenommen worden. Ferner sind für Schmiermittel 10 %ige Zuschläge zu den reinen Treibstoffkosten berücksichtigt. Die Treibstoffpreise sind nach dem Durchschnitt von Jänner bis November 2018 ohne Umsatzsteuer eingesetzt. Der mittlere Tankstellenpreis beträgt:

für 1 Liter Dieselöl: € 1,22 mit Ust. bzw. € 1,02 je Liter ohne Ust. (gerundet)
für 1 Liter Normalbenzin: € 1,26 mit Ust. bzw. € 1,05 je Liter ohne Ust. (gerundet)

Anmerkung: Beim Bezug größerer Mengen an Treibstoff sind die Literpreise zwar niedriger; der Vorteil wird zum Teil durch die Finanzierungskosten (Kapitalbindung) und zu einem weiteren Teil durch die Abschreibung für den erforderlichen und den Bestimmungen entsprechenden Treibstofftank aufgezehrt (siehe ÖKL-MB 60).
Bei Allradtraktoren bis 100 kW sowie Motorkarren („Mulis“), Bergtraktoren und Mähtraktoren kann sich bei einem überwiegenden Einsatz am Hang der Treibstoffverbrauch erhöhen. In diesem Fall soll auf die Tabelle „Kraftstoffverbrauch in der Land- und Forstwirtschaft“ zurückgegriffen werden: Daraus wird der auf die Motorleistung bezogene Verbrauchswert in der Spalte „Hoch (70%)“ entnommen und mit dem in den Berechnungsgrundlagen unter Punkt 2d) angeführten mittleren „Tankstellenpreis ohne Ust. für 1 Liter Dieselöl “ multipliziert sowie ein 10% Aufschlag für Schmiermittel zu den errechneten Treibstoffkosten berücksichtigt. Der errechnete Wert wird anstelle des ursprünglichen angeführten Wertes für die Treibstoffkosten zur Berechnung der Gesamtkosten verwendet.
Beispiel:
Einem Allradtraktor mit 75 kW/102 PS werden in der Gruppe 01 bei mittlerer Auslastung des Motors Treibstoffkosten von 11,21 €/h zugeordnet. Aufgrund des überwiegenden Einsatzes am Hang ist wegen der höheren Motorauslastung ein höherer Treibstoffverbrauch die Folge. Der Treibstoffverbrauch bei hoher Motorauslastung kann für diesen Traktor aus der Tabelle „Kraftstoffverbrauch in der Land- und Forstwirtschaft“ entnommen werden. Der dort angeführte Verbrauch von 17,3 Litern/Stunde wird mit dem (Liter-)Preis von 1,02 € multipliziert, zusätzlich wird ein Aufschlag für Schmiermittel in der Höhe von 10% der errechneten Treibstoffkosten berücksichtigt:
17,3 x 1,02 x 1,1 =19,41. Der Wert wird anstelle des bisherigen eingesetzt, was nun Gesamtkosten von (Summe aus 15,81 € und 5,99 € und den neu berechneten 19,41 € für Treibstoff) 41,21 €/h anstelle der ursprünglichen 33,01 €/h ergibt.

e) Aus der Summe von Fixkosten, Reparaturkosten und Treibstoffkosten ergeben sich die gerundeten Gesamtkosten in Euro pro Stunde bzw. die ÖKL-Richtwerte für Maschinenselbstkosten.

(3) Die Gesamtkosten sind reine Nettowerte ohne Umsatzsteuer.
Es sind daher bei Einsätzen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe (Maschinenringe) die gesetzlich vorgeschriebenen Sätze für die Umsatzsteuer zuzuschlagen: Bei Lieferungen und Leistungen durch umsatzsteuerpauschalierte Landwirte an andere Unternehmen beträgt der Steuersatz 13 % (seit 2016). Wenn der Leistungserbringer
zur Regelbesteuerung optiert hat, sind 20 % USt. hinzuzurechnen.
Anmerkung: Bei Umsätzen zwischen pauschalierten Betrieben handelt es sich um Leistungen an Unternehmen.

(4) Bei den Kostenrechnungen blieben unberücksichtigt:
a) Wegzeiten
b) Arbeitserschwernisse (Lagergetreide, Hanglage, steinige Böden u.ä.)
c) Lohnkosten für Bedienungspersonal
d) Kosten für Bindegarn (Ausnahmen sind in der Tabelle angegeben)
e) Stromkosten bei elektrisch betriebenen Maschinen (Kosten für E-Motoren sind separat ausgewiesen, jedoch ebenfalls ohne Stromkosten.)
f) Bei allen gezogenen Maschinen und Geräten verstehen sich die Stundensätze ohne Traktorkosten (Ausnahmen sind in der Tabelle angegeben).
g) Sonderausstattungen
h) Preisnachlässe bzw. -zuschläge

(5) Die Kosten sind für reine Betriebszeiten berechnet. Die Kostenbemessung für Standzeiten und Wegzeiten (vgl. Punkt 9) muss separat erfolgen, am besten nach den örtlich gebräuchlichen Vereinbarungen – z.B. laut Geschäftsordnung des Maschinenringes, wobei Standzeiten nie mit dem vollen Tarif gerechnet werden.

(6) Kleinwerkzeuge, Pferdegespanne
Für nicht in den Richtwerten angeführte Kleinwerkzeuge (z.B. Schaufel, Rechen, Leiter; Schubkarren, Kabeltrommel etc.) kann eine Pauschale von bis zu 1,50 € (excl. Ust.) verrechnet werden.
Für z.B. in der Forstwirtschaft eingesetzte Pferdegespanne können pro Stunde eingesetzt werden:
€ 12,46 (einspännig) bzw. € 21,18 (zweispännig = einspännig x Faktor 1,7)
zuzüglich Ust. von derzeit 13 % (vgl. Pkt. 3.)

(7) Hallen- und Garagenmieten por Jahr in Abhängigkeit vom Bauvolumen
Berechnung des Gebäudevolumens: Grundfläche x Höhe (Maximalhöhe = 4,0 m)
einfache Bauweise:
       unter 1.200 m³     5,30 Euro/m³
1.200 bis 2.400 m³     3,50 Euro/m³
       über 2.400  m³     3,00 Euro/m³
massive Bauweise:
         unter 800 m³      8,40 Euro/m³
          über 800 m³      5,40 Euro/m³
Die Berechnung erfolgt gestaffelt: Beispiel für einfache Bauweise, Volumen = 2.600 m³:
1.200 x 5,3 + 1.200 x 3,5 + 200 x 3,0 = 11.160 Euro/a
(Die Fixkosten wurden mit 5% vom Neuwert und der Reparaturkostenfaktor mit 0,5% angenommen. Grundlage: Pauschalbaukostensätze)

(8) Arbeitszeitbedarfszahlen
In der Regel beziehen sich die Angaben auf die Leistung im Sinne des Zeitaufwandes in Stunden pro Hektar. In speziellen Fällen werden spezifische Leistungsangaben wiedergegeben. Entsprechend der Zeitgliederung des KTBL für landwirtschaftliche Arbeiten ist lediglich die Hauptzeit berücksichtigt. Störzeiten und Nebenzeiten (dazu gehört auch die Wegezeit, vgl. Pkt. 4) sind nicht berücksichtigt. Die Arbeitszeitbedarfszahlen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, können aber für durchschnittliche Verhältnisse wertvolle Anhaltspunkte darstellen. Die BLT in Wieselburg hat unter Berücksichtigung der Angaben des KTBL (D) und Agroscope/FAT (CH) die Grundlagen geliefert.

(9) Wegzeiten
Für die Wegzeit ist bei Traktoren und Motorkarren (Transportern) ein Abschlag von 10 % und bei selbstfahrenden Arbeitsmaschinen wie Mähdreschern, Rübenvollerntern, Selbstfahrhäckslern, Selbstfahrfuttermischwagen, Traubenvollerntern etc. von 15 % jeweils von den Gesamtkosten vorzunehmen.
Die relativ geringe Höhe der Abschläge begründet sich wie folgt:
Die fixen Kosten als kostenmäßig wichtigster Faktor sind auch bei Überstellungsfahrten zu berücksichtigen.
Ein Dieselmotor, der mit hoher Drehzahl und geringer Belastung läuft, hat aufgrund seiner Charakteristik einen relativ hohen Treibstoffverbrauch.
Die Bereifung als ein wesentlicher (Reparatur-)kostenfaktor unterliegt auf Straßen einem hohen Verschleiß.
Die abzuziehenden Sätze unterscheiden sich, weil eine selbstfahrende Arbeitsmaschine (vgl. Mähdrescher, Rüben­ernter) bei Überstellungsfahrten weniger bewegte Teile im Vergleich zum Feldbetrieb aufweist und der Verschleiß deshalb geringer ist.

(10) Nicht angeführte (Zwischen-)Werte für Leistungsgrößen wie z.B. Arbeitsbreiten, Tonnagen, Volumen von Maschinen und Geräten, können so errechnet werden: Der höhere Wert wird durch die dazu angegebenen Leistung (z.B. Meter, Tonnagen) dividiert. Dieser Wert wird mit der zu berechnenden Leistungseinheit multipliziert.
Beispiel: In den Richtwerten finden sich Angaben für Cambridgewalzen mit 4 m (11,25 €) und 6 m (15,15 €) Arbeitsbreite.
Eine Walze mit 4,7 m AB kostet demnach 15,15 € : 6 = 2,53 €; 2,53 € x 4,70 =11,89 €.

(11) Kosten für Transportgespann
Pro Tonne Transportgut und km einfacher Transportentfernung können 0,66 € im Rahmen der Maschinenvermietung verrechnet werden. Inkludiert sind die Beladezeit, Wartezeit, Entladezeit und die Fahrzeiten einschließlich der Leerfahrt.
Beispiel:
Nutzlast: 18 t, Feld-Abladeplatz-Entfernung (einfache Transportentfernung): 8 km
Kostenkalkulation: 18 t x 8 km x 0,66 €/t, km = 95,04 €

(12) Materialien für den Maschineneinsatz
Im Zuge eines Maschineneinsatzes werden mitunter zusätzliche Materialien verwendet, die in der Kalkulation der Maschinenselbstkosten nicht enthalten sind. Es entspricht den Berechnungsgrundsätzen zur Ermittlung der ÖKL-Richtwerte, wenn in diesem Fall diese Materialien wie z.B. Bindenetz, Folie, Pflanzenschutzmittel, dem Leistungsempfänger zum Bezugspreis (Selbstkosten) weiterverrechnet werden.
Bei der Verwendung von Materialien sollen die Betriebsaufzeichnungen genau erfolgen, um bei einer eventuellen Überprüfung den Nachweis von Selbstkosten erbringen zu können.

(13) Kosten für Arbeit werden in den ÖKL-Richtwerten nicht berücksichtigt!

 

Die Unterlagen wurden mit Sorgfalt erstellt und geprüft. Trotzdem können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Verlag, Herausgeber und Autoren können für fehlerhafte Angaben und deren Folgen weder eine juristische Verantwortung noch irgendeine Haftung übernehmen.

Für Vorschläge und Hinweise auf Fehler sind die Verfasser dankbar!

Wegzeiten

ÖKL-Richtwerte für Wegzeiten

Für die Wegzeit ist

  • bei Traktoren und Motorkarren (Transportern) ein Abschlag von 10 % und
  • bei selbstfahrenden Arbeitsmaschinen wie Mähdreschern, Rübenvollerntern, Selbstfahrhäckslern, Selbstfahrfuttermischwagen, Traubenvollerntern etc. von 15%

jeweils von den Gesamtkosten vorzunehmen.

Die Höhe der Abschläge begründet sich wie folgt:

  • Die fixen Kosten als kostenmäßig wichtigster Faktor sind auch bei Überstellungsfahrten zu berücksichtigen.
  • Ein Dieselmotor, der mit hoher Drehzahl und geringer Belastung läuft, hat aufgrund seiner Charakteristik einen relativ hohen Treibstoffverbrauch.
  • Die Bereifung als ein wesentlicher (Reparatur-)Kostenfaktor unterliegt auf Straßen einem hohen Verschleiß.

Die abzuziehenden Sätze unterscheiden sich, weil eine selbstfahrende Arbeitsmaschine (vgl. Mähdrescher) bei Überstellungsfahrten weniger bewegte Teile im Vergleich zum Feldbetrieb aufweist und der Verschleiß relativ geringer ist.

Vorbemerkungen

Vorbemerkungen zu den ÖKL-Richtwerten 2019

Die zwischenbetriebliche Zusammenarbeit (bäuerliche Nachbarschaftshilfe) spielt in der österreichischen Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Sie trägt wesentlich dazu bei, die Betriebskosten zu senken, vor allem durch eine Reduktion des in Maschinen gebundenen Kapitals.
Bei den ÖKL-Richtwerten für die Maschinenselbstkosten handelt es sich um Durchschnittssätze. Einkünfte aus Nebentätigkeiten, wie Dienstleistungen und Gerätevermietungen im Rahmen der bäuerlichen Nachbarschaftshilfe, sind bei der Gewinnermittlung im Rahmen der Voll- und Teilpauschalierung abgegolten, wenn

  • diese Leistungen von Landwirt zu Landwirt,
  • mit landwirtschaftlichen Betriebsmitteln der Urproduktion, die im eigenen Betrieb verwendet werden,
  • in einem örtlichen Nahbereich (§ 2 Abs. 4 Gewerbeordnung 1994) erbracht werden,
  • der Verrechnungswert nicht höher liegt als die Selbstkosten für Maschinen nach den ÖKL-Richtwerten und
  • eine wirtschaftliche Unterordnung zum land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb vorliegt.

Der Gesetzgeber fördert die bäuerliche Nachbarschaftshilfe und trägt ihrer Bedeutung auf mehreren Ebenen Rechnung. Gemäß § 7 Abs 4 LuF PauschVO, BGBl II 125/2013 und EStR, Rz 4206 sind Einnahmen, die auf reiner Selbstkostenbasis und ohne Verrechnung der eigenen Arbeitsleistung im Rahmen der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit der Landwirte erzielt werden, bei der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen (Voll- und Teilpauschalierung) nicht zu berücksichtigen. Erforderlich ist, dass eine wirtschaftliche Unterordnung zum land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb gegeben ist. Eine Unterordnung kann angenommen werden, wenn nur ein einziges Betriebsmittel einer bestimmten Art (z.B. Mähdrescher, Rundballenpresse) im Betrieb vorhanden ist. Sind mehrere Betriebsmittel derselben Art vorhanden, hat der Steuerpflichtige glaubhaft zu machen, dass deren Verwendung im eigenen Betrieb erforderlich ist.

Zusätzlich ab der Veranlagung 2016 liegt eine Unterordnung nur dann vor, wenn die Einnahmen aus der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit € 33.000 (inkl. USt) nicht übersteigen (gesonderter Einnahmentopf – keine Anrechnung auf die schon vor 2016 geltende € 33.000 Einnahmengrenze). Bei über diesen Betrag hinausgehenden Einnahmen ist eine Unterordnung dann gegeben, wenn der Umsatz aus der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit 25% der Gesamtumsätze des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes nicht übersteigt. Bei Überschreiten der Grenzen liegen Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb vor. Es ist eine vollständige Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erforderlich und diese Umsätze sind nicht von der USt-Pauschalierung erfasst.

Das Bundesministerium für Finanzen vertritt die Meinung, dass bei der bäuerlichen Nachbarschaftshilfe die Bareinahmen belegerteilungspflichtig und betreffend Registrierkassenpflicht bei der Berechnung der 7.500 € Barumsatzgrenze einzubeziehen sind. Es sollte daher angedacht werden, diese Zahlungen auf Überweisungen umzustellen, da sie dann nicht als Barumsatz zählen. Auf die unveränderte Rechnungslegungspflicht zwischen Unternehmern (dazu gehören auch vollpauschalierte Landwirte!) unabhängig von der Zahlungsform wird allerdings hingewiesen!

§ 20a des Bauern-Sozialversicherungsgesetzes sieht vor, dass Einnahmen aus Dienstleistungen, die auf Selbstkostenbasis und ohne Verrechnung der eigenen Arbeitskraft erbracht werden, nicht in die Beitragsgrundlage einzubeziehen sind. Bei der Überprüfung, ob zwischenbetriebliche Verrechnungen auf Selbstkostenbasis erfolgen, orientieren sich die Abgabenbehörden an Durchschnittssätzen, die auf Erfahrungen über die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Landwirtschaft beruhen (vgl § 17 Abs 4 EStG).

Bei Erbringung von Leistungen durch einen Landwirt an einen Nichtlandwirt (eigener oder fremder Gewerbebetrieb) sind die ÖKL-Richtwerte nicht relevant.
Stattdessen können, wenn das Entgelt überwiegend für die Bereitstellung von Fahrzeugen, Maschinen oder Geräten gegenüber Nichtlandwirten geleistet wird, 50% der gesamten Einnahmen aus dem land- und forstwirtschaftlichen Nebenerwerb als pauschale Betriebsausgaben abgezogen werden (vergleiche § 7 Abs 24 LuF PauschVO (BGBl II 125/2013 sowie EStR, Rz 4203 ff).

Bei den ÖKL-Richtwerten handelt es sich demnach um ein Hilfsmittel im Rahmen der Erhebung von Abgaben für landwirtschaftliche Betriebe. Hingegen ist es nicht Zweck der Richtwerte, gegenüber Landwirten oder sonstigen Unternehmen eine Empfehlung abzugeben, welche Preise verrechnet oder Kalkulationsrichtlinien eingehalten werden sollen, wenn im gewerblichen Bereich (außerhalb der bäuerlichen Nachbarschaftshilfe) Maschinen vermietet oder Dienstleistungen erbracht werden.

  • Die ÖKL-Richtwerte sind online kostenlos einzusehen.
  • Die Richtwerte werden auch im Excel-Format zum Preis von 15,00 € per e-mail versandt.
  • Die ÖKL-Richtwerte sind unverbindliche Durchschnittswerte.

 

Leistungs- bzw. Flächeneinheiten

Die Kalkulation der ÖKL-Richtwerte erfolgt grundsätzlich nach Stunden.

Sollte eine Abrechnung nach einer anderen Leistungseinheit (z. B. m, ha, Ballen, t,) erfolgen, ist diese den ÖKL-Richtwerten konform, soweit diese nicht überschritten werden.

Eine solche Umrechnung muss objektiv nachprüfbar durchgeführt werden. Entspricht der umgerechnete Wert den kalkulatorischen Anforderungen, bestehen keine Bedenken, diesen Wert als Verrechnung von Maschinenkosten nach ÖKL-Richtwerten einzustufen.

ÖKL-Richtwerte

ÖKL-Richtwerte für die Maschinenselbstkosten 2019
Unverbindliche Berechnungsgrundlage
für den land- und forstwirtschaftlichen Einsatz in der Nachbarschaftshilfe
Preisbasis 3. und 4. Quartal 2018

  • Mit Werten zum Treibstoffverbrauch
  • Mit unverbindlichen Pauschalrichtwerten für flächenbezogene Arbeitsgänge

Werte ohne Mehrwertsteuer


Bestellungen
im ÖKL unter 01/5051891 oder office@oekl.at oder im Webshop

Preise:
Heft (per Post): 15,00 Euro (zzgl. Versandkosten)
Excel-Tabelle (per mail): 15,00 Euro  

Vorwort der Frau BM Elisabeth Köstinger

Vorbemerkungen ÖKL-Richtwerte

Berechnungsgrundlagen Richtwerte 2019

Pflanzenöl als Ersatz für Dieselkraftstoff

Kraftstoffverbrauch 2019 [pdf]

Unverbindliche Pauschalrichtwerte für flächenbezogene Arbeitsgänge 2019 [pdf]

Richtwerte online 2019

 

Die BearbeiterInnen der Ausgabe 2019 sind:
Ing. Gottfried Hauer (Obmann), Ing. Christoph Berndl, Ing. Robert Diem, Ing. Roman Hauer, Ing. Reinhard Hörmansdorfer, Walter Horzynek, Ing. Karl Müllner (alle Bildungswerkstatt Mold, LK NÖ); Ing Christoph Wolfesberger (LK Niederösterreich); Dipl.-HFL-Ing. Alfred Griesbacher (LK Steiermark)
Weiters: Dipl.-HFL-Ing. Emil Blumauer (BLT Wieselburg), Dipl.-Päd. Ing. Josef Breinesberger (AgrarPlus), Mag. Brigitte Kuttner-Raaz (Pferdewirtschaft), DI Harald Lindner (HBLA Wein- und Obstbau), Dr. Gerhard Moitzi (Universität für Bodenkultur), DI Nikolaus Nemestothy (BFW), Florian Poller (ehemals Maschinenring Österreich), DI Wolfgang Weichselbaum (Maschinenring Österreich)