ÖKL-Kolloquium 23. Jänner 2014 Moderner Maisbau

ökl koll 1 2014 mössler dworzak freiDonnerstag, 23. Jänner 2014
9:00 bis 17 Uhr
Bildungshaus Schloss Krastowitz

Moderner Maisbau: Das richtige Thema am richtigen Ort!

Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten Ing. Johann Mößler und der Obmann des ÖKL, DI Stefan Dworzak, eröffneten die ganztägige Fachveranstaltung und konnten 220 Besucherinnen und Besucher begrüßen.

Ausführlicher Bericht von DI Gebhard Aschenbrenner, ÖKL

PROGRAMM  ÖKL Kolloquium Jänner 2014

 

Die Referate:

Situation des Maisanbaues in Kärntenökl koll 1 2014 tschischej
DI Markus Tschischej, LK Kärnten


ökl koll 1 2014 küper 2Das Maissägerät von morgen – Trends in der Einzelkornsaat
DI (FH) Jan-Martin Küper, top agrar, Landwirtschaftsverlag Münster, D

 

ökl koll 1 2014 berndl Mechanische Unkrautregulierung im Mais
Christoph Berndl, Bildungswerkstatt Mold, LK NÖ

ökl koll 1 2014 klug freiRegulierung von Unkraut, Wurzelbohrer & Co   und
Aktuelle Situation Maiswurzelbohrer Reaktionen für 2014
DI Peter Klug, LK Stmk

 

 

ökl koll 1 2014 pichlerSpritztechnik im Mais
Ing. Herbert Pichler, Mold

 

 

ökl koll 1 2014 demmel mayer

Pflanzenbauliche und landtechnische Maßnahmen zum Erosionsschutz im Mais
Dr. Karl Mayer, LK Stmk

Streifenbodenbearbeitung – Strip Tillage – Stand der Technik und eigene Ergebnisse
Dr. Markus Demmel, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Freising, D

 

ökl koll 1 2014 handlerErnte von Maisspindeln
DI Franz Handler, BLT Wieselburg

 

 

ökl koll 1 2014 kindlerMaisspindel: Thermische und stoffliche Nutzung
Dr. Alfred Kindler, LK Stmk

 

 

 

Zwei Betriebe aus der Praxis:

ökl koll 1 2014 dobernigManfred Dobernig, Grafenstein, Bezirk Klagenfurt Land

 

 


koll ökl 1 2014 schildbergerErwin Schildberger, Sankt Paul im Lavanttal

ÖKL-Kolloquium 2010 Bericht

ÖKL – Kolloquium „Innerbetrieblicher  Transport“

Das diesjährige  Kolloquium des ÖKL in Graz bot einen vollständigen Überblick über jegliche Transporttechnik am landwirtschaftlichen Betrieb. Dazu gehören nicht nur die Anhänger, sondern die gesamte Umschlagtechnik, welche Frontlader, Teleskop- und Hoflader und Gabelstapler mit einbezieht. Die Vortragenden gingen auf die Aspekte der Technik, der Betriebswirtschaft, des Bodenschutzes und nicht zuletzt – etwa bei den Gabelstaplern – der Sicherheit ein. Es schlossen sich Firmenpräsentationen an, die zeigten, dass österreichische Hersteller Spitzentechnik bieten oder –wie im Falle der Anhänger – Marktführer in Europa sind. Maschinenexport ist keine Einbahnstraße und so werden etwa Hoflader importiert, zugleich aber auch osteuropäische Märkte von Österreich aus betreut. Der Bericht eines Unternehmers, der die gesamte Umschlagtechnik anbietet und beim Mitbewerb nicht immer kostendeckende Preise ortet, schloss die Tagung ab.

Die Anhänger bilden beim Transport naturgemäß die größte Gruppe. Hier tritt auch der Aspekt der Bodenschonung hinzu, wenn sie zur Getreide- oder unter herbstlich-nassen Bedingungen zur Rübenabfuhr verwendet werden. Das Dilemma: niedriger Luftdruck (und damit Bodendruck!) auf dem Acker, aber hoher Reifenverschleiß bei schneller Fahrt auf der Straße und umgekehrt kann bei der Getreideernte durch Umladewagen vermieden werden. In der Transportkette bilden diese ebenso wie die Container einen Puffer um einen möglichst kontinuierlichen Gutsfluss vom Mähdrescher zu erreichen. Letzterer sollte möglichst während des Fahrens abtanken und sollte nicht verwendet werden, um Getreide an den Feldrand zu transportieren – das ist fast so teuer, wie wenn der Drescher steht und auf das Abtanken wartet. Noch größere Mengen und Gewichte sind bei der Silageernte zu bewältigen – ob mit Häcksler oder Ladewagen war nicht Thema – wohl aber die Faustregel, dass das Gewicht des Walzfahrzeuges etwa ein Viertel der stündlich durchgesetzten Menge betragen soll. Getreide gilt als Lebensmittel, weshalb besonders bei den Hakenliftcontainern, die wegen Ihrer Stabilität auch für den Transport von Schutt und Baustoffen verwendet werden, auf Sauberkeit geachtet werden muss. Mit einer Aufladedauer von über acht  Minuten sind sie für „zeitkritische“ Transporte nicht geeignet.

Mehrere Folien verdeutlichten, wie nahe abhängig von Schlaggröße und Transportentfernung Gewinn und Verlust „Ernte um jeden Preis“ beisammen liegen. Ein Spediteur fährt meist mit Rückfracht – ein Aspekt, der ihn vom landwirtschaftlichen Unternehmer in der möglichen Preisgestaltung unterscheidet.

Prof. H. Knechtes von der Fachhochschule Nürtingen untermauerte themengemäß („Anhänger für alle Einsatzzwecke“),  dass – abgesehen vom „klassischen“  Kipper  eine Vielzahl von Transportfahrzeugen zur Auswahl steht. Umgekehrt hat sich aber auch die Transportmenge pro Betrieb seit 1970 mehr als vervierfacht. Waren damals sechs Tonnen außergewöhnlich, so werden jetzt Anhänger unter acht Tonnen Nutzlast kaum noch verkauft. Silierwagen und Abschiebewagen haben den gemeinsamen Vorteil hoher Standsicherheit. Die Rollbodentechnik ermöglicht – ebenso wie jene des „walking floor“-, dass hinten aufgesetzte Lasten nach vorne gefördert werden. Sogar eine zur Hundeganglenkung umschaltbare Nachlauflenkung ist auf dem Markt. Letztere kann als Zwangslenkung ausgeführt sein, wobei Knechtges dieser gegenüber wegen der langen Kuppeldauer die elektronische Steuerung mittels Lenkwinkelsensor als zukunftsträchtiger ansieht. Bei einzelnen Silierwagen können die Ölmotoren für den Kratzboden zwischen hohem Drehmoment bei niedriger Geschwindigkeit und umgekehrt umgeschaltet werden – womit Knechtges nach einem Hinweis auf die heute erforderlichen Ölmengen bei deren Vermengung angelangt war: hier sind Traktoren mit gemeinsamen Getriebe-/Hydraulik-Ölhaushalt empfindlich, wenn aus einem fremden Anhänger –womöglich altes, verschmutztes – Öl in den Kreislauf gelangt. Selbst absolut sauberes, aber Öl anderer Spezifikation kann teure Reparaturen verursachen.

Plausibel ist die Forderung, die Starrdeichselanhänger (also jene, die sich vorne auf der Traktorhinterachse abstützen) möglichst weit unten anzuhängen und so dem Aufbäumen des Zugfahrzeuges entgegenzuwirken. Hinzu kommt dass die Querkräfte weniger wirksam sind, wenn sie am Traktor nicht so hoch ansetzen. Die Hinterachslasten, die bei den besagten Größen am besten über Kugelkopfkupplungen aufgenommen werden, lassen sich mit sog. Dolly-Achsen vermindern. Im Idealfall sind sie unter dem Auflieger hydraulisch verschiebbar, so dass beim Herausziehen aus dem Acker hohe und auf der Straße geringe Hinterachslasten und Seitenkräfte auftreten.

Richtig ausgewählte Hoflader und Teleskopstapler ermöglichen es, bisher unzugänglicher Lagerraum zu nutzen und den Aufwand  für bauliche Änderungen gering zu halten. Wenngleich eine Knicklenkung als kippgefährlich gilt, verlangt bei dieser Maschinengrippe auch die Ausführung mit Achsschenkellenkung im Zusammenspiel mit dem –der Wendigkeit dienlichen- kurzen Radstand erhöhte Aufmerksamkeit.

Beim Frontgabelstapler – er wird in der Landwirtschaft fast ausschließlich verwendet – braucht lediglich der Betriebsführer keinen „Schein“. Das gemäß  ArbeitnehmerInnschutzbestimmungen „gefährliche Arbeitsmittel“ wird meist gebraucht gekauft und umso wichtiger ist es, seinen Zustand bis hin zu möglicherweise abgeschliffenen Gabeln zu überprüfen, wie DI Michael Deimel von der LK NÖ erläuterte. Weniger Probleme bereiten die meist in Elastikausführung  gefertigten Reifen, bei denen ein plötzlicher Luftverlust unmöglich ist.. Geländestapler mit Luftreifen sind auf landwirtschaftlichen Betrieben kaum in Gebrauch. Wird eine Person angehoben, was übrigens nur in einem Arbeitskorb erlaubt ist, und es platzt ein poröser Hydraulikschlauch, so können die Folgen unabsehbar sein. Ein Bild eines Staplers, unter dem ein Mädchen gestorben war, zeigte dass die Kippgefahr nach der Seite durch angehobene Lasten mitunter  unterschätzt wird. Verlockend kann es sein, mit dem Stapler auf öffentlichen Straßen zum Nachbarn zu fahren – aber dann muss der Stapler dafür (Blinker, Licht) zugelassen sein.

Auf über 200 PS starken Traktoren montierte Frontlader leiten hohe Kräfte auf diesen ein, die an mehreren Punkten – letztlich auch an der Hinterachse – abgestützt werden müssen. In dieser Klasse fließen bedeutende Ölmengen, die sich nicht erhitzen sollten. Aus Österreich (Fa. Hydrac) kommt der einzige Frontlader, der ohne Verlassen des Traktors (de-)montiert werden kann, und das Beispiel zeigt, dass man mit Innovation unter den ganz großen Herstellern bestehen kann. Für den angeführten Zeitgewinn sind etwa 2000 € zusätzlich zu veranschlagen. Der martialisch klingende Ausdruck „Losbrechkraft“ sagt aus, mit welcher Kraft ein angebautes Werkzeug angekippt werden kann, wobei die Messung an der Gabel-/Schaufelspitze erfolgt.

Krananhänger für forstwirtschaftlichen Transporte wurden Ausbildungsstätte Ort geprüft und dabei in einigen Fällen – inzwischen abgestellte Mängel- erhoben. Ein leicht zu änderndes Detail ist es, z.B., die Stützen soweit absenkbar zu machen, dass sie auch ein Niveau neben einer festen Straße erreichen. Für steile Forstwege und hohe Lasten sind mit der Fußbremse des Traktors gekoppelte Bremsen das Optimum. Wenn sich die Preise der Krananhänger bei einer Untergrenze von knapp 20.000€ bis zum fast vierfachen unterscheiden, wird ersichtlich, welche Ausstattungs- und Qualitätsunterschiede möglich sind. – Eine Knickdeichsel sollte jedenfalls dazugehören, wenn im Wald manövriert wird; bei Fahrten auf öffentlichen Straßen muss sie gesichert (und leicht zu sichern! )sein. Der (Hilfs-)antrieb über Reibräder ist kostengünstiger als in die Naben eingebauten Ölmotoren, verhindert aber, dass Ketten montiert werden können. Eine Ummantelung der Hydraulikschläuche verhindert, dass es beim Platzen derselben zu Verletzungen durch heißes und bis 200 bar unter Druck stehendes Öl kommt.

Ein Qualitätsmerkmal ist die Feinfühligkeit der Steuerung. In einem Exkurs ging DI Nemestothy auch bei seinem Thema auf die Bodenschonung ein, um zu erläutern, wie wichtig das Verbleiben auf Forstwegen ist. Mögliche, anders als auf Äckern aber nicht mehr reparable Schäden durch Verdichtungen konzentrieren sich hier. Damit ist auch begründet, dass nicht einmal bei Kahlschlägen willkürlich umhergefahren werden soll.

Abschließend sprach der Lohnunternehmer Franz Schuch aus Mannersdorf, der Landschaftspflege ebenso anbietet wie Baggerarbeiten, über die oft knapp kalkulierten Tarife besonders hinsichtlich der Transporte. Hier herrsche Fluktuation und wenn endlich kostendeckende Preise  erreicht worden sind „steht wieder aner auf und fährt halt billiger“.

Anhand von Unterlagen des größten Anhängerherstellers Westeuropas, Brantner wurde vorgetragen, was u.a. Qualitätsmerkmale sind: Korndichtigkeit, Stabilität (auch des Lackes) und getrennte Leitungen für das Aufkippen und das Öffnen der Rückwand; hinzu kommen Details wie geschützte Rückleuchten.

Gebhard Aschenbrenner

ÖKL-Kolloquium 2009 Bericht

Die Maschinen – der Hauptkostenfaktor im Ackerbau

19. November 2009, LK Niederösterreich, St. Pölten

Mit der Landwirtschaftskammer Niederösterreich als Tagungsort war offenbar eine gute Wahl getroffen worden, denn trotz idealem “Pflugwetter“ – über den Pflug versus Verzicht auf diesen zur Kostensenkung sollte mehrmals geredet werden – waren 100 interessierte Personen, auch Praktiker, darunter auch aus Bayern, gekommen. Um es vorwegzunehmen: Das „Patentrezept“ zur Kostensenkung blieb erwartungsgemäß aus, aber es wurden Möglichkeiten dazu gezeigt.

Zur Begrüßung sprach in seiner Funktion als Obmann-Stellvertreter des ÖKL, aber auch als Obmann des Fachverbandes Industrie, Herr KommR Dr. Malina-Altzinger von den Reform-Werken Wels. Sich ändernde Agrarpreise beeinflussen das Kaufverhalten der Betriebe; die größte Kontinuität sprach Malina-Altzinger während der gegenwärtigen Wirtschaftskrise den bäuerIichen Familienbetrieben zu.

MR DI Franz Paller, ebenfalls Obmann-Stellvertreter, begrüßte vor allem als Vertreter des Landwirtschaftsministeriums und stimmte auf die ÖKL-Richtwerte ein, indem er auf deren Bedeutung als Grundlage in technischer Hinsicht für die Deckungsbeitragskalkulationen erläuterte.

Kammerdirektor DI Franz Raab verwies in seiner Begrüßung auf die enge Zusammenarbeit mit dem ÖKL und darauf, dass in Österreich Verarbeitungskapazitäten für über 200.000 ha Stärke, Biogas und Rapsöl aufgebaut wurden, was in dieser kritischen Phase zur Marktentlastung beiträgt.

Das Thema „Kostensenkung“ sollte aus Sicht des ÖKL auch dessen „Richtwerte“ transportieren. Sie entstanden vor fast fünfzig Jahren, weil zunehmend Maschinen in der Nachbarschaftshilfe – auch über Vermittlung der um diese Zeit entstehenden ersten Maschinenringe – eingesetzt wurden. Eine objektive Basis zur Abrechnung wurde notwendig. Auch kamen ab dieser Zeit Maschinen wie z.B. Mähdrescher oder Rübenroder zum Einsatz, die sich meist nur überbetrieblich amortisieren. Das Rechenschema, das den Wertverlust als einen der Faktoren für die fixen Kosten ebenso berücksichtigt wie die Reparaturen als typischen Faktor der variablen Kosten, geht auf Professor Rehrl, „den“ Landtechniker der BOKU, zurück. Einer der wesentlichen Bearbeiter der Richtwerte, Dr. Franz Kogler, ging im Vortrag auch auf Details wie die der unterstellten Zinsen – sie unterscheiden sich derzeit doch von jenen auf der Bank – ein, diese müssten aber wie jede sinnvolle Investition langfristig gesehen werden. „Langfristig“ ist auch das Geld gebunden, wenn die Hoftankanlage befüllt wird; rechnet man die Abschreibung einer vorschriftsmäßigen Anlage hinzu, ist man annähernd beim Pumpenabgabepreis, mit dem die Richtwerte operieren. Neben der ursprünglichen Bedeutung rückt immer mehr jene für die Sozialversicherung der Bauern in den Mittelpunkt: Diese ist auf Beiträge der immer weniger werdenden Bauern angewiesen und daher geneigt, möglichst viele Leistungen sozialversicherungspflichtig zu machen. Vereinfacht gesagt, kann dies nur für Leistungen (mit Maschinen) gelten, die nicht in den Richtwerten angeführt sind oder höher als in diesen kalkuliert verrechnet werden. Daher gibt es sogar Werte für Wegzeiten oder auch für das Bindegarn.

Als „Lebenselixier“ bezeichnete der Landesgeschäftsführer Ing. Helmut Scherzer des umsatzstärksten Maschinenringes OÖ die Richtwerte, und als solche können sie auch gelten bei einem Verrechnungswert von 140 Millionen Euro! Er wird erreicht mit einer Mitgliederdichte von ca. 56 % – bezogen auf die „real wirtschaftenden“ Bauern, die also einen Mehrfachantrag abgeben. Die geforderte Ausgewogenheit besteht, wie die öfter an das ÖKL herangetragenen „Forderungen“ zeigen: Der Auftragnehmer meint, er könne auch etwas mehr verdienen; der Auftraggeber meint wiederum, dass ein geringfügig höherer Tarif die Wirtschaftlichkeit der Auslagerung in Frage stelle.

Auf eine neue Basis wurden die „Entschädigungssätze“ gemäß DI Gregor Albisser-Vögeli in der Schweiz gestellt, „unpolitisch“ wie jene von KTBL und ÖKL sollten sie ohnehin bleiben, aber nicht länger sollten sie „pädagogisch“(sic!) sein: „Bei angenommenen 650 Stunden kostet ein Traktor immer noch ziemlich viel – aber wie weit weg davon und daher wieviel teurer bist Du daher mit Deiner (viel niedrigeren) Auslastung?“ Das Rechenverfahren berücksichtigt neuerdings einen Restwert. Insgesamt kommt man jetzt den ÖKL-Werten näher, was auch ein Ergebnis von hunderten beantworteten Fragebögen war. Als wichtiger Faktor waren die Maschinenpreise erhoben worden. Diese lagen jedenfalls vor zwei Jahren in der Schweiz um 18 % über jenen in Deutschland und Frankreich, aber nur um 0,8 % über jenen in Österreich … als Grund wird das dichtere Händlernetz angegeben.

Den Spagat zwischen leistungsabhängiger und zeitabhängiger Abschreibung suchte Dr. Norbert Sauer vom KTBL aufzulösen, indem er einen Gewichtungsfaktor entwickelte, der den Wertverzehr durch Verschleiß und Überalterung gleichermaßen widerspiegelt. Bei jeweils halber Gewichtung können die Kosten pro Leistungseinheit – letztlich die Stückkosten – besonders bei niedriger Auslastung realistisch errechnet werden. Einen Grund für „Überkapazitäten“ sieht er in der bereitgestellten Schlagkraft. In den neuen Bundesländern überwiegt die gezogene Technik, im Westen sind die Kreiseleggen weiter verbreitet.

Das größte Potential für die Rationalisierung im Ackerbau sah DI C.F. Amelung, privater Betriebsberater aus Göttingen/D, in einer Senkung der Arbeitserledigungskosten, denn “die Preisparty ist vorbei“. Erwartungsgemäß haben es größere Betriebe leichter, diese gering zu halten, wenngleich auch kleinere Betriebe effizient arbeiten können. Im Zuge der Diskussion um die Frage, wie die idealen großen Schläge in Österreich „durchsetzbar“ seien, konzedierte er, dass die relativ höheren, wenngleich modulierten Prämien für Umweltleistungen die Grenzen der Wirtschaftlichkeit zu den kleineren Betrieben verschiebe. Hie wie dort sind die Stundenlöhne gestiegen, bezogen auf die Fläche aber gefallen: Das ist nur möglich, weil größere und teurere Maschinen angeschafft wurden. Amelung forderte im Zusammenhang mit der Kostensenkung, dass man sich nicht zum „Versuchsbetrieb mit Sondertechnik“ machen und die Zahl der Fabrikate auf dem Hof niedrig halten solle. Einen bedeutenden Faktor stellt für ihn der (je nach Fabrikat unterschiedliche) Treibstoffverbrauch dar. Letzterer fällt auch für weitere Transporte über größere Entfernungen ins Gewicht; der LKW ist hier effizienter.

Mag. Wolfgang Dobritzhofer der LK NÖ umriss die Abgrenzung von Tätigkeiten im Rahmen der Landwirtschaft zum Gewerbe; diese ist „komplex“ und der VGH trifft dazu nicht immer präzise Aussagen. Allerdings: Wenn der Anteil, der „über die Urproduktion hinausgeht, einmal 49 % beträgt, kann von Geringfügigkeit nicht mehr die Rede sein“, auch nicht von einer Baumaschine als landwirtschaftlichem Betriebsmittel. Erfolgreiches Lobbying ist, wenn ein Landwirt nur dann eine Fernwärmeversorgung errichten darf, wenn nicht schon ein leitungsgebundener Energieträger außer Strom vorhanden ist.

Als minimalistisch könnte man die Maschinenausstattung auf dem Großbetrieb von DI Hans-Gregor Koller im Weinviertel bezeichnen. Nur zwei 90 kW-Traktoren sind für ca. 500 ha Ackerfläche und Wald vorhanden. Sie laufen teilweise im Schichtbetrieb über 1800 Stunden im Jahr. Es stellt für die Nachbarn einen ungewohnten Anblick dar, wenn der Kurzgrubber je nach Zugwiderstand oder geforderter Arbeitsgeschwindigkeit im eingeklappten Zustand gefahren wird … Mitunter wird Leistung zugekauft, und das Dreschen und Roden ist ohnehin ausgelagert.

Die Referate von DI Martin Bäck und DI Harald Schally von der LK OÖ und LK NÖ zeigen für die ausgewerteten Betriebe der Arbeitskreise folgendes: Die Anschaffungskosten der einen Gruppe betragen pro Hektar 1.860 Euro, jene der „höchsten“ Gruppe 5.560 Euro, der Mittelwert beträgt 3.510 Euro. Auch hier wurde deutlich, dass nicht nur Größe ein Kriterium für die Wirtschaftlichkeit im Ackerbau ist. 60 % der Fixkosten für die Mechanisierung (bei Betrieben ohne Mähdrescher) entfallen auf den Traktor, von Schally an anderer Stelle als „heilige Kuh“ bezeichnet. Das „bessere“ Viertel erwirtschaftet um 365 Euro pro Hektar mehr als das „teurer“ wirtschaftende. Mit steigender Fläche nehmen die Traktorstunden gemäß einer Erhebung erwartungsgemäß ab, desgleichen der kW-Besatz. Entwaffnend das zitierte Argument eines Betriebsführers mit Luxusmechanisierung, der diese mit dem Ertrag seines Heurigen querfinanziert: Das leiste er sich halt…

Das Kolloquium hat die Erwartungen voll erfüllt; es gab auch am späten Nachmittag keine „Besuchererosion“; schon während der Veranstaltung vergewisserten sich die Zuhörer, dass die Beiträge auf die Homepage des ÖKL gestellt werden.

Gebhard Aschenbrenner, ÖKL

ÖKL-Kolloquium 2008 Bericht

ÖKL- Kolloquium 2008: Wasser als begrenzender Faktor

Wie der mit über 100 Besuchern volle Hörsaal an der BOKU bewies, hatte der Vorstand des ÖKL für das Kolloquium ein zugkräftiges Thema vorgegeben. Es wurde wieder an der BOKU abgehalten, deren Rektorin, Dr. Ingela Bruner in ihrer Begrüßung diese als ‚Tor zum Osten‘ vorstellte. Ihre Einladung an die relativ zahlreichen Absolventen im Publikum, an der Weiterentwicklung der BOKU teilzunehmen, ‚provozierte‘ prompt die Forderung, über der Ökologie nicht die Ökonomie aus den Augen zu verlieren. DI Stefan Dworzak, de die Teilnehmer als Obmann des ÖKL begrüßte ist Praktiker und bewirtschaftet einen Gutsbetrieb im Burgenland. Für ihn stellten die heuer abnormal hohen Niederschläge von über 1000mm zwar keinen den Ertrag aber einen die Qualität begrenzenden Faktor dar.

Weiter verwies Prof. Boxberger, der die Diskussion leitete, auf die Bedeutung des Kolloquiums zur Wissensvermittlung. Gemäß einer Untersuchung seines Institutes gelangen nur 10% des vorhandenen Wissens letztlich ‚dort an, wo es gebraucht wird‘.
(Anmerkung: Das beim Kolloquium vorgetragene Wissen ist zu 100% im Internet und absolut wert, aufgerufen zu werden).

Vielfältige Vorträge

Mag. Oliver Tamme von der Bundesanstalt für Bergbauernfragen verwies auf die zahlreichen Auswirkungen der mittlerweile außer Diskussion stehenden Erderwärmung. Diese führt auch dazu, dass sich das Meerwasser ausdehnt und somit den Meeresspiegel ansteigen lässt. Von unmittelbarer Bedeutung für Österreich ist, dass die Dauer der Vegetation zunimmt; die Frage ist, ob auch immer genug Wasser vorhanden ist. Die vermehrten Starkregen, die rasch wieder abfließen, tragen dazu nur bedingt bei. Nicht geklärt ist ob die Zahl der Lawinen zunimmt; fest steht aber, dass dies für den Steinschlag gilt, wenn die Schichten nicht mehr durch den Frost zusammen gehalten werden. Offen ließ Tamme, ob nicht der Überträger der Blauzungenkrankheit bei Rindern vom warnen Klima profitiert.

Gemäß Dr. Schönberger braucht Mais entgegen allgemeiner Meinung zur Produktion von einem Kilo Trockensubstanz weniger Wasser als z. B. Gerste. Mais kommt mit trockenen Bodenverhältnissen am Besten zurecht. Eine Versorgung an Wasser mit 50 bis 60 % der Feldkapazität stellt das Optimum dar. Mehr Wasser behindert die Sauerstoffzufuhr, damit nehmen die Diffusion und die Nährstoffaufnahme ab. Wenn voraussichtlich zum Zeitpunkt der Bestockung zu wenig Wasser vorhanden ist muss die Saatmenge bei Getreide entsprechend erhöht werden, wobei die Sorten berücksichtigt werden sollen.

Prof. Sourell von der Universität Braunschweig legte dar, dass die Bewässerung als Beregnung, wie sie in unseren Breiten üblich ist, nur ein Drittel der Fläche einnimmt und die Oberflächenbewässerung bei weitem überwiegt. Die Errichtung eines Tiefbrunnens überwiegt die Kosten für die Pumpe, deren Energieversorgung wiederrum macht mehr als die Hälfte der Verfahrenskosten ausmacht. Beregnungsmaschinen sind kostengünstiger, aber windanfälliger als Linear- oder Kreisregner, die allerdings eine Mindestfläche für den wirtschaftlichen Betriebe erfordern. Die Regner können bei schwierigen Bodenverhältnissen mit Tandem und sogar Raupenfahrwerk ausgestattet werden. Je nach den herrschenden Verhältnissen sind ‚beregnungskostenfreie Mehrleistungen‘ bei Kartoffeln von 55o Euro, bei Braugerste von 410 Euro und bei Zuckerrüben von 260 Euro pro Hektar möglich.

Bei der Gutsverwaltung Hardegg haben sich die Verhältnisse gegenüber jenen vor 30 Jahren gewandelt: Der regulierte (‚eigeschnittene‘) Flusslauf wurde zur Reduzierung von Hochwässern infolge der vermehrt auftretenden Starkregen zurückgebaut und die Landschaft mit Hecken und Wassergräben strukturiert. Dies trug dazu bei, die Temperaturspitzen von 37 Grad Celsius zu reduzieren, das Kleinklima zu verbessern und den Grundwasserhorizont zu sichern. Zusammen mit der Beregnung, auch von separierter Gülle, wird die Wertschöpfung erhöht. DI Hardegg forderte vor dem Hintergrund einer sinkender Getreidevorräte ein Bekenntnis zu einer Landwirtschaft in Österreich, welche die vorzüglichen natürlichen Gegebenheiten nützt und nachhaltig ist. Generell sollten Investitionen in die Wasserhaltung gefördert werden.

Auf bloße Schätzungen des Niederschlages kann sich die Hagelversicherung gemäß dem Vortrag von Direktor Fank nicht einlassen: Drei Millimeter in einem Monat sind in der Landwirtschaft zu wenig, äußerst störend aber während eines Hochzeitszuges. Es wird daher auf ein Netz mit nur ein Kilometer auseinanderliegenden Messpunkten der Flugsicherung zurückgegriffen, das in Fünfminuten-Abständen Nebel, Regen, Hagel quantitativ erfasst. Beobachter erfassen anhand eines Schemas das ortsübliche Wuchsstadium. Damit wird eine objektive Schadensregulierung ermöglicht. Versichern lässt sich nicht nur der ‚klassische‘ Hagelschaden, sondern auch Dürre, Auswuchs, Schnecken- und Fasanenfraß. Seit 2006 hat sich der Hagelschaden verdreifacht, im Juni hagelt es an durchschnittlich 12 Tagen! Die Zahl der versicherten Bauern, denen teils nicht bewusst ist, dass der Bund die Hälfte der Prämien bezahlt, hat sich seit 1995 verdoppelt. Im Schnitt zahlen sie für die ‚Rundum-Sicherheit‘ 1,91% des Ertrages.

Der Güterdirektor des Landes NÖ, Dr. Rosner zeigte als Einleiting zu seinem Vortrag Bilder schwerster Erosionsschäden und dachte laut darüber nach, wann die Straßenmeistereien daran gehen, Bauern die solche Ereignisse beinahe schon ‚fahrlässig‘ herbeiführen, an den Räumungskosten für Straßen (-gräben) zu beteiligen. Die Schäden durch unsachgemäße Bodenbearbeitung müssen nicht immer so augenscheinlich sein, wie wenn am Hangfuß der spannenhohe Mais zugeschwemmt wird, mit Erde, die an der Kuppe dann fehlt. Nicht derart augenscheinlich, und doch eine Tatsche ist, dass der Erdabtrag bei konventioneller Bearbeitung mit 2,94 t/ha knapp das Vierfache gegenüber dem bei Minimalbearbeitung beträgt. Gebietsweise hat sich der Humusgehalt in 20 Jahren auf den Äckern Jahren halbiert; dadurch speichert der Boden aber auch weniger Kohlenstoff. Der Pflug, der manchmal durchaus gerechtfertigt ist, schafft den ‚reinen Tisch‘, aber ‚Ästhetik hat nichts mit dem Einkommen zu tun‘, so Rosner. Anschließend gab es eine Diskussion, inwieweit die laut UBAG geforderte Begrünung im Trockengebiet immer sinnvoll ist.

Es folgte eine Präsentation von Firmen, die Regner, Tropfenbewässerung und die zugehörige Steuerung herstellen bzw. vertreiben. Gebhard Aschenbrenner (ÖKL), übernahm den Vortrag der Fa. BAUER, in Europa einer der wichtigsten Hersteller von Beregnungstechnik, die von händisch zu verlegenden Rohren (dezente Bezeichnung: hand-move) über Regenmaschinen bis zu den Kreis- und Linearregnern mit einer Wasserzufuhr über Rohre oder Kanäle reicht und zu überwiegenden Anteilen (in den Osten) exportiert wird.

Die Tropfenbewässerung, vorgestellt von Herrn Wannemacher der Fa. PARGA , hat die höchste Effektivität. Sie erzeugt eine ‚Feuchtezwiebel‘ im Wurzelbereich der Pflanze während Stamm und Blätter trocken und somit unempfindlich gegen verschiedene Erkrankungen bleiben. Die Schläuche weisen nicht einfach nur Löcher auf, sondern sind ein High-Tech-Produkt, das bei unterschiedlichem Druck die Wassermenge konstant hält. Ein Schutz verhindert dass in mehrjährigen Kulturen Wurzeln in den bis zu mehrere hundert Meter langen Schlauch hineinwachsen.

Die Effektivität der Beregnung aber auch von deren Dauer ab: diese nach Gefühl oder der Formel ‚Pi x Daumen-weil´s so trocken ausschaut‘ (Dr. Pacher) länger laufen zu lassen kostet nicht nur Energie, sondern kann Nährstoffe in den Unterboden verlagern. Es gilt z.B. im Obst- und Weinbau noch andere Parameter wie Wind, Luftfeuchte zu messen und mit elektronisch hinterlegten Prognosemodellen etwa zum Mehltau abzugleichen. Besonderes Augenmerk muss der Bodenfeuchtemesseng mit geeigneten Sensoren gelten. Die Daten werden, wie bereits der Name ‚ADCON-Telemetry‚ indiziert, per Funk übertragen.

In der Riede Jungenberg des Wiener Bisamberg werden vorerst 15 ha Rebflächen im Zuge eines geförderten Projektes tropfenbewässert. Zahlreiche Genehmigungen der Stadt, nicht zuletzt das Einverständnis der Grundeigentümer, die ihre Flächen nicht mehr bewirtschaften und weggezogen sind, waren notwendig. Eine Herausforderung stellt die für die steilen Lagen erforderliche Pumpenleistung dar. Sicherzustellen war auch, dass die Quellschüttung ausreicht und stabil bleibt, so die Ausführungen von DI Schilling, einem Weinhauer sowie Vizepräsidenten der LK Wien.

Das Fazit: Die Mühe aller Beteiligten hat sich gelohnt, die Diskussionen waren originell bis kritisch und die von der BOKU organisierte Infrastruktur, ebenso wie das Essen, zu dem die Aula des Schwackhöfer ein passendes Ambiente bot, hervorragend. Nun gilt: Nach dem Kolloquium ist vor dem Kolloquium.

(Gebhard Aschenbrenner)

Programm 2004

„Gülle sinnvoll verwenden und verlustarm ausbringen“

Donnertag, 25. Nov. 2004, Schloss Krastowitz, Kärnten

9:30

Begrüßung:
Ing. Johann Mößler, Vize-Präsident der LWK Kärnten
und
Dipl.-Ing. Franz Schörghuber, Obmann des ÖKL

Moderation: Dipl.-Ing Michael Deimel, LWK NÖ und ÖKL

Vormittag:
9:45

Cross Compliance – Ziele und Vorgaben für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger
Dipl.-Ing. Dr. Robert Fenz, BMLFUW, Wien

10:10
Vermeidung von Nähstoffverlusten bei Lagerung
und Ausbringung
Dr. Andreas Gronauer, Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft,
Institut für Landtechnik, Bauwesen und Umwelttechnik, Freising-Weihenstephan,
Bayern
10:50
Gülleausbringung am Hang
Dipl.-Ing. Alfred Pöllinger, BAL Gumpenstein
11:20
Diskussion
11:30
Kaffeepause
11:50
Gülle in allen Kulturen – Pflanzenbauliche Aspekte
Dipl.-Ing. Erich Roscher, LWK Kärnten
12:20
Diskussion
12:30
Mittagspause
Nachmittag:
14:00
Biogas aus Gülle – Technik und Betriebswirtschaft
Ing. Martin Mayer, LWK Kärnten
14:40
Schlagkräftige Gülleausbringung mit dem ≥Gülletrac“
Ing. Markus Müller, MR Kärnten
15:05
Diskussion, Pause

15:35

Bodenschutz und Gülleausbringung in Oberösterreich
Dipl.-Ing. Franz Xaver Hölzl, LWK Oberösterreich

15:50

Das bieten die Gülletechnik-Hersteller:
Innovative Gülletechnik von Fliegl: Franz Windisch, Fliegl GmbH,
Töging, Bayern

Gewinnorientierte und umweltschonende Gülleausbringung mit dem ≥Möscha-Verteiler„:
Helmut Mößmer, Möscha, Oberroth, Bayern
Der ≥Exa-Cut„-Verteiler und die Möglichkeiten der Dosierung:
Mag. Karl Steinmann, Vacutec Gülletechnik GmbH, Wartberg a.d.
Krems, OÖ

Die Verschlauchung senkt den Bodendruck: Josef Pürstinger, Maschinenbau
Pürstinger,
Waldneukirchen, OÖ

17:00
Ende

Fotos 2004

img_kolloquium_1: img_kolloquium_2:
Eröffnung des Kolloquiums durch Kammervizepräsident Johann Mößler Begrüßung durch ÖKL-Obmann Schörghuber
img_kolloquium_3: img_kolloquium_4:
Podiumsdiskussion mit Andreas Gronauer, Alfred Pöllinger und Robert Fenz Bei der Diskussion: Gebhard Aschenbrenner
img_kolloquium_5: img_kolloquium_6:
Josef Boxberger und Andreas Gronauer Gerätevorführung im Schlosspark
img_kolloquium_7: img_kolloquium_8:
Gerätevorführung im Schlosspark Schleppschlauch
img_kolloquium_9: img_kolloquium_10:
Möschaverteiler Firmenvertreter: Helmut Mößmer (Möscha) und Karl Steinmann (Vakutec)
img_kolloquium_11: img_kolloquium_12:
Alfred Pöllinger, Eva-Maria Munduch-Bader, Franz Schörghuber Schlossansicht
img_kolloquium_13: img_kolloquium_14:
Gerätevorführung im Schlosspark Gerätevorführung im Schlosspark
img_kolloquium_15: img_kolloquium_16:
Schlosspark Empfang:: Rosmarie Nachtmann, Gerlinde Grall und Eva-Maria Munduch-Bader

ÖKL-Kolloquium 2001

Konservierende Bodenbearbeitung: sinnvoll & rentabel

Weltweit gehen jährlich riesige landwirtschaftlich genutzte Flächen verloren oder werden degradiert, Millionen Tonnen fruchtbarer Erde werden abgeschwemmt oder vom Winde verweht. Auch bei uns sieht man die Erosionsrinnen in den Maisfeldern der Hügelländer und die Staubfahnen auf den Ebenen im trockenen Osten.
Daher waren sich die vortragenden Wissenschaftler und Praktiker am ÖKL-Kolloquium Ende November in Wieselburg einig: Konservierende Bodenbearbeitung im Ackerbau ist eine Voraussetzung für Bodenschutz und eine nachhaltige Landwirtschaft.

Hier in Kürze die wichtigsten Aussagen:

Prof. Dr. Eduard Klaghofer: Die neun österreichischen Bodenschutzgesetze sollten vereinheitlicht werden; täglich werden rd. 20 ha (!) Boden versiegelt, verbaut, verbraucht.

Dr. Josef Rosner: 750.000 ha – mehr als 20% der landwirtschaftlichen Nutzfläche – sind erosionsgefährdet; allein mit intelligenter Handhabung der ÖPUL-Maßnahmen (einem international einzigartigen Modell!) lassen sich Boden-, Nährstoff- und Pestizidverfrachtungen um über 70% verringern!
Versuche seit 1994 in Niederösterreich haben ergeben, dass der Bodenabtrag durch Mulchsaat auf 42% und durch Direktsaat auf 23% gegenüber konventioneller Bestandesgründung reduziert wurde; Fusariosen und Mykotoxine sind auch ohne Pflugeinsatz beherrschbar; Arbeitszeit- und Maschinenkostenersparnisse sind signifikant.

DI Michael Deimel: Der Erfolg beginnt bei der Ernte der Vorfrucht: Rückstände fein und gleichmäßig verteilen! Sehr seichten Stoppelsturz durchführen, aber gut dabei rückverfestigen (Keimung, Wasserverlustminimierung).
Krumentiefe Bearbeitung nur vor ausgewählten Kulturen (z.B. Zuckerrüben) oder wenn eine Spatenprobe dies empfiehlt (muss aber keinesfalls wendend erfolgen; Ernterückstände an der Bodenoberfläche sind von Vorteil); ansonsten den Regenwurm und die Wurzeln der Zwischenfrüchte/Begrünungen arbeiten lassen.
Mit der Mulchsaat beginnen, es muss nicht gleich die Direktsaat sein.
Die geeigneten Maschinen (und der Maschinenring) sind vorhanden.

DI Dr. Siegrid Steinkellner: Standortbedingungen und Fruchtfolge sind die wesentlichen Parameter für die Ausbildung der Beikrautproblematik.
Im östlichen Trockengebiet sind nur gelegentlich Probleme durch Pflanzenkrankheiten zu erwarten, im Feuchtgebiet ist Fusariosen und Mykotoxinkontaminationen Augenmerk zu widmen; wesentlich ist jedoch die Fruchtfolgegestaltung aus phytopathologischer Sicht und bezüglich Schädlingsbefall.

DI Dr. Adelheid Spiegel: Es kommt zu einer gewissen Anreicherung der Nährstoffe sowie zu einer Absenkung des ph-Wertes in der obersten Bodenschicht. Der Gehalt an organischer Substanz dort erhöht sich signifikant.
Mulch-/Direktsaat (ohne krumentiefe Bearbeitung) stellt eine wirksame Maßnahme zur Begrenzung von Nitrat-Auswaschungen dar.

Die Landwirte Mag. Hermann Mittermayer, Gunskirchen und DI Dr. Alfred Schreiberhuber, Ansfelden bestätigten die Aussagen mit ihren Erfahrungen im Feuchtgebiet genauso wie Johann Peck, Andau und Ing. Hans Weißwasser, Obersiebenbrunn für den pannonischen Raum.
Hervorgehoben wurde vor allem auch der positive ökonomische und Arbeitszeiteffekt der konservierenden Bodenbearbeitung.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht, auch viele Schüler kamen in den Festsaal, um sich den einen oder anderen Vortrag anzuhören.

Wir möchten uns auch an dieser Stelle sehr herzlich beim Francisco-Josephinum für die Mithilfe und die Gastfreundschaft bedanken!

Der ausführliche Tagungsband ist im ÖKL zum Preis von 5 Euro erhältlich: 01/5051891, office@oekl.at

ÖKL-Kolloquium 2002

Agrarelektronik – Herausforderung der Zukunft

Bericht ÖKL-Kolloquium am 26. November 2002 in Wels, OÖ

Zu einem großen Erfolg wurde das ÖKL-Kolloquium 2002 zum Thema Agrarelektronik. Rund 120 Besucherinnen und Besucher konnte das ÖKL bei seiner jährlich stattfindenden Veranstaltung, diesmal in den schönen Räumlichkeiten der Bezirksbauernkammer Wels, begrüßen.

In ihren Einleitungen wiesen Ing. Franz Reisecker, Vizepräsident der LWK Oberösterreich, sowie Dipl.-Ing. Franz Schörghuber, Obmann des ÖKL, einerseits auf die lange Tradition des ÖKL-Kolloquiums und andererseits auf die Aktualität des Themas hin: Ab 2005 tritt eine EU-Richtlinie in Kraft, zu deren Erfüllung die Landwirte über das Geographische Informationssystem (GIS) Bescheid wissen sollten, weil dann die Genauigkeit des Flächenausmaßes laut Katasterplan nicht mehr ausreicht.

Dipl.-Ing. Gebhard Aschenbrenner, Mit-Geschäftsführer des ÖKL, erklärte dass das diesjährige Kolloquium Teil des umfassenden Projektes Elektronikeinsatz in der Landwirtschaft ist, das vom LFI, dem BMLFUW und von der EU gefördert wird. Ziel ist die Weiterbildung und Information der Landwirte.

Dipl.-Ing. Wolfgang Kutschenreiter, Strategieberater für Landtechnik im deutschen Gailingen meinte als erster Referent des Tages, dass eine bis spätestens 2006 in Kraft tretende EU-Verordnung den Landwirt zum „selbstverantwortlichen Lebensmittelunternehmer“ macht. Dies bedeutet, dass alle Maßnahmen (Düngen, Pflanzenschutz) sowie auch die Qualität dokumentiert werden müssen. Andererseits wird bereits bei der Applikation der Betriebsmittel eine Genauigkeit verlangt werden, die nur mittels Elektronik erreichbar ist.

Unter dem Motto „Wenn der Traktor mit dem Gerät spricht …“ verwies Dipl.-Ing. Reinhard Hübner von der DLG-Prüfstelle für Landmaschinen in Potsdam-Bornim auf die Vorteile der neuen ISO-BUS-Norm. Damit gelten weltweit einheitliche (Prüf-)Normen für elektronische Kommunikationssysteme zwischen Traktor und Arbeitsmaschine. Ein besonderer Vorteil ist die (Abwärts)-Kompatibilität der neuen Norm mit vielen bisher bestehenden Systemen.

Dipl.-Ing. Dr. Markus Baldinger von der Alois Pöttinger GmbH als österreichischer Hersteller zeigte Beispiele für die Anwendung des BUS-Systems beim Ladewagen, die es ermöglicht, auf einem „Bon“ genau die aufgewandte Zeit, die Feld-Hof-Entfernung, die Nutzlast und die bearbeitete Fläche auszudrucken. Die Mechatronik als Kombination von Elektronik und Mechanik ermöglicht es, einen Pflug völlig automatisch optimal an einen Traktor anzupassen und so Treibstoff zu sparen und den Verschleiß zu verringern.

Ing. Franz Linsbauer vom Bildungszentrum Mold, LWK NÖ erklärte das System des GIS und die „digitale Hofkarte“ im Hinblick auf die Flächenkontrollen: Die digitale Hofkarte entsteht durch das Übereinanderlegen von mehreren „Karten“ der bewirtschafteten Flächen. Dabei wird der Sollzustand seiner Grundstücke laut Kataster mit einem Orthofoto (entzerrtes Luftbild) verglichen. Eventuelle Differenzen dabei haben sich durch Bewirtschaftungsmaßnahmen in der Vergangenheit ergeben. Diese gilt es aufzuzeigen und zu korrigieren, damit die bei den Anträgen angegebenen Flächen mit den bei einer allfälligen AMA-Kontrolle vorgefundenen übereinstimmen.

Otto Krönigsberger, Konsulent des ÖKL und Mitarbeiter des ILUET der Universität für Bodenkultur, verwies auf die hohe Leistungsfähigkeit kleiner Hand-Helds. Diese handtellergroßen Geräte, auch Palms oder Pocket-PCs genannt, ermöglichen die Felderverwaltung und die Flächenvermessung bis hin zur Maschinensteuerung, zum Beispiel für die Anzeige von virtuellen Fahrgassen.

In den beiden letzten Beiträgen der Veranstaltung wurde es „praktisch“: Der Gutsverwalter von Hardegg, Ing. Herbert Eder verwies auf die Erfahrungen mit dem N-Sensor, der es ermöglicht, die Stickstoffmenge in Anpassung auf die wechselnde Bodennachlieferung abzustimmen. Akfm. Stefan Schneider von der Rübenrodegemeinschaft Weinviertel stellte anhand des Pilotprojektes zur Rübenernte einen „geschlossenen Datenfluss“ zwischen Maschinenring, Landwirt und Rübenübernehmer (AGRANA) vor, der sich heuer bereits gut bewährt hat und die Datenverwaltung sehr vereinfachte.

Der ausführliche Tagungsband ist im ÖKL zum Preis von 5 Euro erhältlich: 01/5051891, office@oekl.at

Lesen Sie mehr zum Thema auch unter Bildungsbroschüre Elektronikeinsatz in der Landwirtschaft.

ÖKL-Kolloquium 2003

Mit Traktor und Anhänger sicher unterwegs – ein erfolgreiches ÖKL-Kolloquium in Wels

Wie die zahlreichen Besucher des ÖKL-Kolloquiums „Mit Traktor und Anhänger sicher unterwegs“ bewiesen, wurde auch 2003- wie auch 2002 mit der „Agrarelektronik“ – ein aktuelles Thema aufgegriffen. – So der Präsident der OÖ. LWK, LAbg. Hannes Herndl in seiner Eröffnungsrede, in der er hinsichtlich der übrigen Aktivitäten des ÖKL erwähnte, dass die ÖKL-Richtwerte für die Maschinenselbstkosten der „fairen Abrechnung“ zwischen den Bauern dienen.

Die Themen der Fachreferenten reichten am Vormittag von den unterschiedlichen Bauarten der Anhänger (nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Bodendruck) über geforderte Bremsleistungen und die technischen Möglichkeiten für das Bremsen nicht zugelassener Anhänger bis zu den häufigsten Unfallursachen mit Traktoren und Anhängern und den sich daraus ergebenden Konsequenzen. Außerdem wurde das „Zug-Kugel System“ vorgestellt. Am Nachmittag standen der Transport von Gefahrgut und Möglichkeiten für die Erhöhung des Fahrkomforts für den Traktorfahrer im Mittelpunkt. Den Abschluss bildete die Präsentationen einiger Anhängerhersteller, die ihre spezifischen Lösungen vom Abschiebewagen bis zum Forstanhänger zeigten.

Alles in allem wurde das ÖKL – auch Herausgeber der kompakten Broschüre Der Traktor im Straßenverkehr – einmal mehr seiner Plattformfunktion gerecht, indem es Landwirte, Hersteller und Verkehrsreferenten der Länder beim ÖKL-Kolloquium „zusammenbrachte“.

Der ausführliche Tagungsband ist im ÖKL zum Preis von 5 Euro erhältlich: 01/5051891, office@oekl.at

 

Die Vorträge im Detail:

Die umfassende Darstellung des Themas begann mit dem Referat von DI Michael Deimel (LWK NÖ), der die Vielfalt unterschiedlicher Ausführungen von Anhängern und ihrer Ausrüstung, etwa den Bremsen, in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit bis zu den Gefahrguttransporten, darlegte. Gefahrgut können neben Spritzmitteln auch Treibstoffe und Reinigungsmittel sein, wobei es beim Transport mit Traktor und Anhänger in der Landwirtschaft Ausnahmen von den zahlreichen Bestimmungen gibt.
Ing. Erwin Feilmayr (Abt. Verkehrstechnik beim Amt d. OÖ. Landesregierung) ging u.a. auf die geforderten Bremsleistungen und die technischen Möglichkeiten für das Bremsen nicht zugelassener Anhänger ein.
Ing. Wilhelm Schagerl vertrat die Sicherheitsberatung der Sozialversicherungsanstalt der Bauern. In seinem Vortrag betonte er, dass Unfälle bei eigenem Verschulden in bestimmten Fällen nicht nur eine Regresspflicht gegenüber der Versicherung bedeuten, sondern auch schwere Verletzungen zur Folge haben können. Die meisten Unfälle mit dem Traktor ereignen sich beim Auf- und Absteigen, die folgenschwersten Unfälle sind jedoch die Fahrzeugstürze. Ein weitere Ursache bei Traktorstürzen sind mangelhaft oder ungebremste Anhänger bzw. angehängte Arbeitsmaschinen. In einigen Bilder zeigte Schagerl wahrhaft „atemberaubende“ Variationen von verbotswidrig zu Hebebühnen umfunktionierten Traktorfrontladern.
Dipl.-Ing. Herbert Bauer (Raiffeisen Umwelt Gesellschaft) erläuterte für den Landwirt wichtige Belange des Gefahrgutbeförderungsgesetzes und des Europäischen Übereinkommens bezüglich Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR), da der Land- und Forstwirt beim Bezug und Transport seiner Wirtschaftsgüter von diesen gesetzlichen Auflagen betroffen ist. Die relativ strengen Vorschriften bieten jedoch für die Landwirtschaft Ausnahmen.
Dipl.-Ing. Manfred Nadlinger (Bundesanstalt für Landtechnik Wieselburg) stellte in seinem Vortrag über Fahrkomfort und Fahrsicherheit landwirtschaftlicher Traktoren u.a. Untersuchungen vor, wonach eine gefederte Vorderachse die Wirkung des Komfortsitzes gleichsam mulipliziert. Sein Fazit: „Ob im Büro, im Auto, vor dem Fernseher oder am Traktor, achten Sie immer auf die „Sitzqualität“, sie ist mitentscheidend für Ihre spätere Lebensqualität.“

In der Diskussion bekannte selbst ein Verkehrstechniker, dass die Regelungen im Verkehrsrecht verwirrend seien und ein bundesländerweise unterschiedlich starker Wildwuchs etwa eine Nebelschlussleuchte für landwirtschaftliche Anhänger fordere. Bis dato ist am Traktor aber noch kein derartiger Anschluss vorgesehen… Eine österreichische Besonderheit (dazu ein Hersteller „Unikum“) ist der nicht zugelassene 10km/h-Anhänger. Wenn er aber – wozu ein moderner Traktor imstande ist und ermuntert – mit der bis zur vierfachen Geschwindigkeit gezogen wird, ist ein Unfall für den Landwirt fatal. (Zitat: „Das ist für den Richter so, als ob Sie im Ortsgebiet statt mit den erlaubten 50 km/h mit 200 unterwegs waren.)
Offenkundig wurde auch, dass die hydraulische Anhängerbremse einen – allerdings kostengünstigen Kompromiss – darstellen kann. Im Gegensatz zur seit Jahrzehnten genormten und bewährten Druckluftanlage sind in Österreich drei unterschiedliche, miteinander nicht kompatible Systeme zugelassen.

Das Kolloquium bot einigen Herstellern ein Forum, ihre breite Produktpalette vorzustellen:
Der größte Agraranhängerhersteller Europas fertigt – knapp zwei Kilometer von der Ostgrenze entfernt (dennoch nur in Österreich) auch den Dreiachser mit 36 Tonnen.
Der Abschiebewagen vermag auch Maissilage zu verdichten und so den Laderaum optimal auszunutzen. Weil nicht aufgekippt wird, ist er insbesondere für den Einsatz im Gelände geeignet.
Ein Hersteller demonstrierte den allerdings derzeit nur einzelgenehmigunsfähigen Vierachser. Das Gespann ist kürzer als eines aus zwei Anhängern, schaukelt sich weniger auf und lässt sich zurückschieben.
Beim Forstanhänger wird die Sicherheit durch einen Achsantrieb erhöht; nicht zuletzt hinsichtlich der Bremsung bietet die mechanische Triebachse hier ein Optimum.
Ausgehend von Österreich hat sich das „Zug-Kugel-System“ für höchste Stützlasten den europäischen Markt erschlossen (Fa. Scharmüller).