ÖKL-Kolloquium Moderne Technik auch im Grünland

IMG_0078Am 2. Dezember 2015 fand das jährliche Landtechnische Kolloquium des ÖKL am Heffterhof in Salzburg in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik statt.
LOGO_Hochschule für Agrar- und UmweltpädagogikThema: Moderne Technik auch im Grünland

Es begrüßten LK-Vizepräsident Georg Wagner (Salzburg) und ÖKL-Obmann DI Stefan Dworzak.

In den Referaten wurden unterschiedlich abgestufte Philosophien vertreten, wobei jene von DI Josef Galler, LK Salzburg, und Dr. Leonhard Gruber, HBLFA Gumpenstein, gleich zu Beginn die produktions- und ökologisch betonten „Eckpunkte“ markierten. Gemeinsam war ihre Sichtweise, dass möglichst viel Milch aus dem Grundfutter gewonnen werden sollte. Dessen möglichst verlustfreie Gewinnung leitete besonders für die weniger günstigen Lagen zur Heutrocknung bzw. Silage über. Die Trocknung wurde „stufenweise“ in Verbindung mit der Dachabsaugung und der Luftkondensation auch von zwei Praktikern anhand ihre spezifischen Lösungen Betriebe geschildert, nachdem Mag. Kittl (LK Salzburg) die Grundlagen dargelegt hatte. Das „Für und Wider den Mähaufbereiter“ erbrachte als Saldo ein „wider“, womit es die Realität in Österreich spiegelte. In keinem anderen Land wird so viel Technik für den extremen Hang hergestellt wie in Österreich und die Motormäher als Antrieb weisen mittlerweile Leistungen von 21 kW/ 28 PS, um die Technik auch sinnvoll einsetzen zu können. Die Blasgeräte, zum „Heuschieben“ verwendet, haben auch einen ökologischen Aspekt –nicht nur wegen des Lärms, sondern wegen der Insektenproblematik. Dr. Latsch (Tänikon, CH) ging auf die Ampferbekämpfung mit Heißwasser und eine Insektenart ein, die die Ampferwurzel befällt. DI Barbara Steurer vom ÖKL stellte dessen erfolgreiches und vom Bundesminister ausgezeichnetes Projekt „Wir schauen auf unser Wiesen“ vor. Ein Landwirt sprach im Rahmen der Praxisberichte über den familiären Hintergrund als Vorrausetzung für erfolgreiches Wirtschaften: Seine Frau dürfe man z.B. nicht – selbst meist fort in der Arbeit – „der Schwiegermutter aussetzen“.

Einen umfangreicheren Bericht finden Sie hier!

In logischem Zusammenhang mit dem ÖKL-Kolloquium sprach das ÖKL die Einladung zum „Praxistag Heutrocknung“ am 22. Jänner 2016 aus.

IMG_0116Auf dem Foto von li nach re: Josef Grundbichler (Fa. Grundbichler), Mag. Matthias Kittl (LK Salzburg), Harald Dürager (Praxisbetrieb), DI Gebhard Aschenbrenner (ÖKL), DI Barbara Steurer (ÖKL), Dipl.-HLFL-Ing. Josef Galler (LK Salzburg), ÖKL-Obmann DI Stefan Dworzak, Hermann Schwärz (Praxisbetrieb), Dr. Roy Latsch (Agroscope), DI Franz Handler (Josephinum Research), DI Michael Deimel (ÖKL) und DI(FH) Donner Herbert, MSc. (ÖKL)

Programm und alle Beiträge:

Top-Grundfutterqualität – warum?
Präsentation Galler
Dipl.-HLFL-Ing. Josef Galler, LK Salzburg

Futterwert und Milchqualität – Heuwerbesysteme im Vergleich zur Silage
Präsentation Gruber
Univ.-Doz. Dr. Leonhard Gruber, HBLFA Gumpenstein

Bauliche und technische Heutrocknungssysteme 
Präsentation Kittl
Mag. Matthias Kittl, LK Salzburg

Technische Kennzahlen verschiedener Heutrocknungsverfahren
Präsentation Pöllinger
DI Alfred Pöllinger, HBLFA Gumpenstein

Raufutterernte am Steilhang –  Alternativen zu Hand- und Bandrechen
Präsentation Paar
Ing. Johannes Paar, Stv. Chefredakteur „Landwirt“, Graz

(Mäh-)Aufbereiter: Für und Wider
Präsentation Handler
DI Franz Handler, BLT Wieselburg

Ein marktfertiges Gerät zur Ampfer-Regulierung mit Heißwasser
Präsentation Latsch
Roy Latsch, Agroscope, CH

Wir schauen auf unsere Wiesen – Ein Projekt des ÖKL
Präsentation Steurer Angeringer
DI Barbara Steurer, ÖKL, und DI Wolfgang Angeringer, Landwirt und Pflanzenbauberater bei Bio Ernte Steiermark und LK Stmk.

Kammschwader als futterschonende Alternative
Präsentation Grundbichler
Fa. Josef Grundbichler, Kuchl

Praxisberichte zweier erfolgreicher Grünlandbetriebe
Harald Dürager, Obertrum; Biobetrieb mit Silage und Heubelüftung, Biogasanlage
Präsention Dürager
Hermann Schwärz, Nußdorf am Haunsberg; Heubelüftung
Präsentation Schwärz

Programm Kolloquium 2015

 

Ausführlicher Bericht ÖKL-Kolloquium 3.12.2014

Bericht von DI Gebhard Aschenbrenner, ÖKL

Im gediegenen Ambiente von Schloss Weinzierl des Francisco Josephinums fand das Kolloquium des ÖKL statt.

Im Rahmen seiner Begrüßung verwies der Obmann des ÖKL, DI Dworzak,  selbst Praktiker – darauf, dass ein Traktor im Laufe seines Lebens etwa so viele Kraftstoffkosten verursache wie seine Anschaffungskosten betragen. Jede Art der Einsparung sei also wichtig und die nachfolgenden Referate könnten dazu Aufschluss geben. Nur kursorisch besprach er eine Folie mit den beim Traktorenkauf wichtigen Punkten (Details – bis hin zum Anschluss für die Starthilfe vgl. übrige Kurzfassungen).

Der Direktor des Francisco-Josephinums verwies auf die Forschungstätigkeit der diesem zugehörigen BLT und zeigte sich erfreut über die große Teilnehmerzahl von 160 Personen, darunter auch 50 Lehrern und Beratern, für die das Kolloquium als Fortbildungsveranstaltung angerechnet wird. Wieder erfolgte die Ausschreibung in bewährter Zusammenarbeit mit der Hochschule für Agrarpädagogik.

Der von Dr. Karner (Josephinum Research, Forschungsgesellschaft im Verbund mit der HLBA) gehaltene Vortrag  konnte als Grundsatzreferat gesehen werden: Im Jahr 2012 wurden ca. 2 Mio. Traktoren um 40 Mrd € hergestellt; größter Markt ist Indien – mit entsprechend niedrigen PS-Zahlen. Die „Technologieführerschaft“ liegt aber in Europa; hier wurde auch der inzwischen weltweit verbreitete stufenlose Antrieb entwickelt. (Anm.: Um gleich auf die im Zusammenhang mit „stufenlos“ sich entwickelnde Diskussion einzugehen: vom überwiegenden Einsatzbereich Acker-Straße hängt ab, ob der Stufenantrieb weniger Treibstoff verbraucht; wichtig ist eine gute Abstufung zwischen 4 und 12 km/h)

Einen Kostennachteil für die Bauern jener Länder, die sich daran halten, stellen die immer rigideren Abgas(grenzwert)bestimmungen dar. Neben der Herstellung der abgasreduzierten Traktoren ist deren Betrieb teurer. Bisher, indem die niedrigen Emissionswerte entweder mit höherem Dieselverbrauch oder durch den Zusatz von AdBlue erreicht werden. Jetzt stehen Werte im Raum, die nur noch durch die Kombination aus beiden Systemen erreicht werden können. Während früher die Grenze zwischen Vier- und Sechszylinder bei etwa 90 PS lag, ist sie vornehmlich aus Kostengründen auf 150 PS gestiegen; die Hersteller lassen dem Kunden (in dessen Ohren  – Mehrverbrauch hin oder her – ein gleichstarker „Sechsender“ halt einfach besser klingt) im Übergangsbereich aber die Wahl. Das Eigengewicht der Traktoren steigt entgegen der Erwartung linear und nicht unterproportional mit der Leistung.

Einer kritischen Betrachtung unterzog DI Ewald Luger, von der BLT die „Unterschiedlichen Leistungsangaben beim Traktor“. Dabei  sind die Messbedingungen, welche die Lufttemperatur, den Luftdruck (nicht nur auf Meereshöhe umgerechnet, sondern unter Berücksichtigung des barometrischen Druckes) berücksichtigen, zunächst gleich. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die angesaugte Luftmenge und damit die Motorleistung mit der Höhe abnehmen.

Die Unterschiede liegen in den Prospektangaben, die unterschiedlich („realistische Messung“ – an einem Motor: ohne Kühlung, Luftfilter…?) als Vorrausetzungen haben. Vergleichbar ist letztlich nur die Messung an der Zapfwelle gemäß OECD. Leistung wird auch über die Hydraulik abgegeben und ebenso wenig wie der Verbrauch im „Bestpunkt“ bezüglich des Treibstoffverbrauches sagt die maximale Hubkraft aus – entscheidend ist die durchgehende Hubkraft. Darüber sollte auch Ing. Jaksch (vgl. unten) sprechen. Einen Exkurs unternahm DI Luger noch zu den Kabinen: Gemäß Norm wird ein einmaliger Überschlag simuliert – was aber, wenn in Österreich ein Traktor, sich mehrmals überschlagend, von einer Alm „herunterkugelt“? Unterschiedlich sind die Ansprüche an die Kabinenfilter, während die erste Stufe lediglich Staub abhält, bindet die vierte mittels Aktivkohle auch Dämpfe aus Pflanzenschutzmitteln.

„Besser keine als eine falsch ausgelegte“ Zwangslenkung für Anhänger war der Kernsatz hinsichtlich dieser Einrichtung, die bei richtiger Montage – in einer Ebene mit dem Zugpunkt – und Einstellung den Reifenverschleiß und letztlich auch den Treibstoffverbrauch reduziert. Sie wurde von Ing. Franz Schmalzl, einem Mitarbeiter des Herstellers Scharmüller vorgestellt; desgleichen die Anhängung am Kugelkopf, einer Erfindung dieses Herstellers, die sich weltweit für schwere Lasten (bis hin zur Ölplattform…) durchgesetzt hat. Die Stützlast am Traktor wird weniger von der Kupplung als von der zulässigen Hinterachsbelastung begrenzt. Dennoch ist parallel das „Maul“ nach wie vor Stand der Technik. Die Kontrolle, die sichere Verriegelung nur durch einen „Blick von oben“ (Taktorsitz) ist zu wenig! Der geringste Schaden ist ein gebogener Bolzen; während ein sich abkoppelnder, schwerer Anhängerzug ungleich schlimmere Folgen haben kann.

Ing.  Jaksch (John Deere/LTC)) rief das Funktionsprinzip der Regelhydraulik in Erinnerung und ging auf die Normen für den Dreipunktanbau ein.  (Anm.: das „Schultermaß“ ist auch für eine stabile Selbstführung des Pfluges wichtig, die nur erreicht wird, wenn die Unterlenker nicht parallel verlaufen. Am genauesten wird der Schlupf mittels Radarsensor gemessen. Die höchste Produktivität wird beim Radantrieb bei acht bis elf und beim Raupenantrieb bei drei bis fünf Prozent erreicht. Hier rief ein ehemaliger Konstrukteur des Herstellers Steyr im Zuge der Diskussion in Erinnerung, dass eine Zugkraftübertragung mit „Null Prozent“ Schlupf – außer bei einer Zahnradbahn – technisch nicht möglich ist. Unterschiedliche Ausführungen bis hin zur hyraulischen Lösung gibt es für die Seitenstabilisierung.

Das Referat von Ralf Kletzmayr kann im Zusammenhang mit dem vorausgegangen gesehen werden: Bei modernen Traktoren werden die Hydraulikpumpen in Abhängigkeit von der für den Betrieb der Geräte erforderlichen Menge und dem passenden Druck gesteuert. Ein wichtiger Effekt ist die Energieeinsparung. Case-Steyr setzt auf einen getrennten Ölhaushalt von Getriebe und Hydraulik mit dem Vorteil, dass das Öl aus fremden Anhängern sich nicht mit jenem vermischt, das die hohen Ansprüche an die Getriebeschmierung erfüllt. Dagegen sehen einzelne Mitbewerber mit gemeinsamem Haushalt Vorteile durch größere entnehmbare Ölmengen, dazu noch von nur einer Sorte. In Österreich werden auch Traktoren ausgeliefert, die gleichzeitig mit hydraulischer und Druckluftbremse ausgestattet sind.

Der Referent von GKN-Walterscheid ging auf die Sicherheitsanforderungen sowie die unterschiedlichen Ausführungen der Überlastsicherungen bei Gelenkwellen ein. Hier spannt sich der Bogen vom immer noch möglichen, einfachen  Scherstift über die Reibkupplung bis zur Ausführung mit „pulsierendem“ Drehmoment.

Allmählich wird in der bisherigen Ausführung mit ca. 500 kW eine Grenze der Leistungsübertragung erreicht. Da eine Änderung des Wellendurchmessers auch am Zapfwellenstummel am Traktor den größeren Aufwand bedeutet, liegt vorläufig eine Anhebung der Drehzahl auf 1500U/min nahe, einem Bereich, in dem sich allerdings Schwingungen zunehmend auszuwirken beginnen. (Anm.: Das immer noch übliche Keilnutenprofil wurde Mitte der zwanziger Jahre ausgehend von der Fa. Case für die damaligen Leistungen entwickelt und 1940 genormt).

Prädestiniert für das Thema ISOBUS und Elektrische Steckdose – Möglichkeiten für eine moderne Gerätesteuerung – waren sowohl die Dienststelle (BLT Wieselburg) als auch der Referent (DI Heinrich Prankl), denn in Wieselburg finden dazu regelmäßige Zusammenkünfte statt, wobei es um die Normierung der Systeme geht. Weit fortgeschritten ist der ISO-BUS zur Gerätesteuerung; in  sog. „Plug-Festen“ wird die Kompatibilität der Produkte der verschiedenen Hersteller überprüft. (Anm.: allerdings mit „virtuell“ zu steuernden, nicht tatsächlich vorhandenen Geräten. Mit real, willkürlich getauschten Traktoren und Geräten wurde dies in Österreich erstmals und bisher nicht nachgeahmt vom ÖKL bei dessen PLug-Fest zusammen mit der BLT  unternommen.)

Im Rahmen der AEF – der Agricultural Industry Electronics Foundation – wird derzeit eine Spezifikation für eine elektrische Steckdose am Traktor mit einer Leistung bis 150 kW und einem Spannungsniveau von 700VDC (Gleichspannung) bzw. 480 VAC (Wechselspannung) erarbeitet. Während John Deere auf Wechselstrom setzt, bevorzugt Fendt Gleichstromversorgung. Jedenfalls bietet der elektrische Anrieb neue Möglichkeiten, indem z.B. bei Schwadern lange Gelenkwellen entfallen oder einzelne Kreisel getrennt hochgeklappt bzw. mit unterschiedlicher Drehzahl betrieben werden können. Desgleichen gestaltet sich die Konstruktion von Triebachsen einfacher. Je nach Drehzahl-/Drehmomentanforderung kann eine Elektromotor unterschiedlich ausgelegt werden. Ein Standard-Elektromotor mit 15 kW / 3000 U/min wiegt über 100 kg. Bei Erhöhung der Drehzahl kann aber Größe und Gewicht deutlich reduziert werden.

Nach Ing. Sieberer stellt der Frontanbau von  Fronlader und -zapfwelle bei der heute üblichen konsolenlosen Ausführung eine Herausforderung dar: Es wirken (Anm.: weil diese von einem kürzeren „Hebel“ aufgenommen werden) erhöhte Kräfte auf Traktor und Gerät ein. Breite Reifen mit hohem Einschlag und der mitunter vorhandene Tank für Ad Blue vereinfachen die mittels finite-Elemente-Konstruktion zu findende Lösung nicht. Ein Firmen-Spezifikum ist das „Auto-lock-System“, der FL-Anbau ohne Absteigen vom Traktor. Die Frontzapfwelle wird getaktet eingeschaltet und ist z.T. mit einem Ölkühler ausgestattet. Die „Anbauten“ müssen zwar nicht typisiert werden, dennoch ist eine Bestätigung über die fachgerechte Montage erforderlich.

Die Anforderungen eines Praktikers bei Traktorkauf und Geräteanbau erläuterte Ing. Siegfried Sedlar, ein Praktiker, der ein Gut im Weinviertel bewirtschaftet. Innerhalb bestimmter Grenzen – wörtlich zu nehmen bei der Reifenbreite – lassen sich Bodenbearbeitung oder Pflegemaßnahmen und Transport  mit einem Traktor erledigen, wozu er kleineren Betrieben rät. Auch die für größere Betriebe übliche Regel „ein PS pro ha“ hat (untere) Grenzen, denn ein Betrieb mit 50 ha sollte demnach einen Traktor mit 50 PS verwenden. (Anm.: So kann indes beim Grubbern die geforderte Geschwindigkeit bei  gleichzeitiger Bearbeitung über die volle Traktorbreite nicht erreicht werden. Heckrotormähwerke erfordern nicht nur Kraft, sondern traktorseitiges Gegengewicht.) Sedlar ist es – abgesehen von der generellen Qualität des Services – wichtig, dass der Händler gegebenenfalls eine Leihmaschine zur Verfügung stellt. Ein Bild zeigte einen Rübenvollernter, der einen voll beladenem Anhänger vom Feld zieht. Etwas launig schloss Sedklar ab: Wenn der Traktor so gut ist, dass man für diesen kein Werkzeug und demnach keinen Werkzeugkasten braucht: dann möge man eben einen für die mitgeführten Maschinen vorsehen…

Das nächste Kolloquium widmet sich – voraussichtlich in Salzburg – der Mechanisierung im Grünland.

ÖKL-Kolloquium 3. Dezember 2014

ökl kolloquium dezember 2014Über 160 Personen fanden sich am 3. Dezember 2014 zum Thema „Der Traktor und seine Leistungen – Schnittstellen einer modernen Zugmaschine“ in den schönen Räumlichkeiten des Schlosses der HBLFA Wieselburg ein.

Programm ÖKL-Kolloquium 3. 12. 2014

Ausführlicher Bericht von DI Gebhard Aschenbrenner

IMG_0134Die Begrüßung der Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer erfolgte durch den Direktor der HBLFA Francisco Josephinum HR DI Alois Rosenberger und durch ÖKL-Obmann DI Stefan Dworzak. Neun Referenten (einige davon hier im Bild mit Obmann Dworzak) gaben Einblick in das Thema, das weit über das bloße Ziehen hinausgeht!

IMG_0031Kraftübertragung im Traktor – Motor und Antriebsstrang
Dr. Jürgen Karner, Josephinum Research, Wieselburg, NÖ
Präsentation Karner Josephinum Research

IMG_0047Unterschiedliche Leistungsangaben beim Traktor
DI Ewald Luger, BLT Wieselburg, NÖ
Präsentation Luger BLT

IMG_0110Moderne Anhängesysteme – Gelenkte Achsen beim Anhänger
Ing. Franz Schmalzl, Scharmüller GmbH & Co KG, Fornach, OÖ
Präsentation Schmalzl Scharmüller

IMG_0112Bauteile und Wirkungsweise der Heckhydraulik, EHR – Einstellung und Bedienung
Ing. Andreas Jaksch, John Deere/Lagerhaus Technik Center, Korneuburg, NÖ
Präsentation Jaksch John Deere Lagerhaus

IMG_0139Die unterschiedlichen Hydrauliksysteme in der Traktorentechnik und deren richtige Anwendung
Ralf Kletzmayr, CNH Industrial, St. Valentin, NÖ
Präsentation Kletzmayr Steyr

IMG_0154Gelenkwellen, Überlastkupplungen; Dreipunkt-Stabilisierung am Traktor
Wolfgang Adamek, GKN-Walterscheid, Köln-Lohmar, D
Kurzfassung Adamek GKN-Walterscheid

IMG_0158ISOBUS und Elektrische Steckdose – Möglichkeiten für eine moderne Gerätesteuerung
DI Heinrich Prankl, BLT Wieselburg, NÖ
Präsentation Prankl BLT

IMG_0170Der vordere Anbauraum am Traktor: Frontlader, -hydraulik und -zapfwelle
DI (FH) Bernhard Sieberer, Hydrac Pühringer GmbH & Co KG, Sierning, OÖ
Präsentation Sieberer Hydrac

IMG_0173Die Anforderungen eines Praktikers bei Traktorkauf und Geräteanbau
Ing. Siegfried Sedlar, GV Patzmannsdorf, NÖ
Bilderauswahl Sedlar

 

 

OEKL TEAM BEIM KOLL 2014 2Das ÖKL-Team freut sich über den guten Besuch der Veranstaltung!
Von links nach rechts: Herbert Donner, Gebhard Aschenbrenner, Eva-Maria Munduch-Bader, Rosmarie Nachtmann

Landtechnisches Kolloquium des ÖKL

ökl kolloquium dezember 2014Am Mittwoch, 3. Dezember 2014, fand im Festsaal der HBLFA Francisco Josephinum in Wieselburg das ÖKL-Kolloquium statt. Das Thema der eintägigen Fachveranstaltung, an der über 160 Technik-Interessierte teilnahmen, lautete:
Der Traktor und seine Leistungen –
Schnittstellen einer modernen Zugmaschine

Lesen Sie hier mehr!

ÖKL-Kolloquium am 3. Dezember 2014 in Wieselburg

Kugel u. Gelenkwelle PS-Sem. als PressebildDer Traktor und seine Leistungen –
Schnittstellen einer modernen Zugmaschine

Mittwoch, 3. Dezember 2014
9:30 bis ca. 17 Uhr
Festsaal an der HBLFA Francisco Josephinum in Wieselburg
Begrüßung durch HR DI Alois Rosenberger, HBLFA Francisco Josephinum, und DI Stefan Dworzak, ÖKL

Der „Kugelkopf“ vermag hohe Stützlasten aufzunehmen und wird beim Kolloquium gleichermaßen thematisiert wie die Gelenkwellen. (Foto ÖKL)

Einladung & Programm [pdf]

Anfangs beschränkte sich die Funktion des „Traktors“ auf das bloße Ziehen, bis Zapfwelle und Hydraulik sein Einsatzgebiet bedeutend erweiterten. Hinzu kam die hydraulische Übertragung von Leistung an Hubzylinder und Hydromotoren. Weitere Möglichkeiten bieten die Elektrik zum Steuern von Ventilen und die Elektronik, deren BUS-System eine Wechselwirkung zwischen Traktor und Maschine oder Gerät herstellt. Noch „im Fluss“ ist die elektrische Leistungs­übertragung zum Geräteantrieb.
Einen Fortschritt gibt es aber auch hinsichtlich des bloßen „Anhängens“, wo die immer noch am weitesten verbreitete Bolzenkupplung und die spätere „hitch“ durch die jüngste Entwicklung, den Kugelkopf, ergänzt werden.

ÖKL-Kolloquium 23. Jänner 2014 Moderner Maisbau

ökl koll 1 2014 mössler dworzak freiDonnerstag, 23. Jänner 2014
9:00 bis 17 Uhr
Bildungshaus Schloss Krastowitz

Moderner Maisbau: Das richtige Thema am richtigen Ort!

Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten Ing. Johann Mößler und der Obmann des ÖKL, DI Stefan Dworzak, eröffneten die ganztägige Fachveranstaltung und konnten 220 Besucherinnen und Besucher begrüßen.

Ausführlicher Bericht von DI Gebhard Aschenbrenner, ÖKL

PROGRAMM  ÖKL Kolloquium Jänner 2014

 

Die Referate:

Situation des Maisanbaues in Kärntenökl koll 1 2014 tschischej
DI Markus Tschischej, LK Kärnten


ökl koll 1 2014 küper 2Das Maissägerät von morgen – Trends in der Einzelkornsaat
DI (FH) Jan-Martin Küper, top agrar, Landwirtschaftsverlag Münster, D

 

ökl koll 1 2014 berndl Mechanische Unkrautregulierung im Mais
Christoph Berndl, Bildungswerkstatt Mold, LK NÖ

ökl koll 1 2014 klug freiRegulierung von Unkraut, Wurzelbohrer & Co   und
Aktuelle Situation Maiswurzelbohrer Reaktionen für 2014
DI Peter Klug, LK Stmk

 

 

ökl koll 1 2014 pichlerSpritztechnik im Mais
Ing. Herbert Pichler, Mold

 

 

ökl koll 1 2014 demmel mayer

Pflanzenbauliche und landtechnische Maßnahmen zum Erosionsschutz im Mais
Dr. Karl Mayer, LK Stmk

Streifenbodenbearbeitung – Strip Tillage – Stand der Technik und eigene Ergebnisse
Dr. Markus Demmel, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Freising, D

 

ökl koll 1 2014 handlerErnte von Maisspindeln
DI Franz Handler, BLT Wieselburg

 

 

ökl koll 1 2014 kindlerMaisspindel: Thermische und stoffliche Nutzung
Dr. Alfred Kindler, LK Stmk

 

 

 

Zwei Betriebe aus der Praxis:

ökl koll 1 2014 dobernigManfred Dobernig, Grafenstein, Bezirk Klagenfurt Land

 

 


koll ökl 1 2014 schildbergerErwin Schildberger, Sankt Paul im Lavanttal

ÖKL-Kolloquium 2010 Bericht

ÖKL – Kolloquium „Innerbetrieblicher  Transport“

Das diesjährige  Kolloquium des ÖKL in Graz bot einen vollständigen Überblick über jegliche Transporttechnik am landwirtschaftlichen Betrieb. Dazu gehören nicht nur die Anhänger, sondern die gesamte Umschlagtechnik, welche Frontlader, Teleskop- und Hoflader und Gabelstapler mit einbezieht. Die Vortragenden gingen auf die Aspekte der Technik, der Betriebswirtschaft, des Bodenschutzes und nicht zuletzt – etwa bei den Gabelstaplern – der Sicherheit ein. Es schlossen sich Firmenpräsentationen an, die zeigten, dass österreichische Hersteller Spitzentechnik bieten oder –wie im Falle der Anhänger – Marktführer in Europa sind. Maschinenexport ist keine Einbahnstraße und so werden etwa Hoflader importiert, zugleich aber auch osteuropäische Märkte von Österreich aus betreut. Der Bericht eines Unternehmers, der die gesamte Umschlagtechnik anbietet und beim Mitbewerb nicht immer kostendeckende Preise ortet, schloss die Tagung ab.

Die Anhänger bilden beim Transport naturgemäß die größte Gruppe. Hier tritt auch der Aspekt der Bodenschonung hinzu, wenn sie zur Getreide- oder unter herbstlich-nassen Bedingungen zur Rübenabfuhr verwendet werden. Das Dilemma: niedriger Luftdruck (und damit Bodendruck!) auf dem Acker, aber hoher Reifenverschleiß bei schneller Fahrt auf der Straße und umgekehrt kann bei der Getreideernte durch Umladewagen vermieden werden. In der Transportkette bilden diese ebenso wie die Container einen Puffer um einen möglichst kontinuierlichen Gutsfluss vom Mähdrescher zu erreichen. Letzterer sollte möglichst während des Fahrens abtanken und sollte nicht verwendet werden, um Getreide an den Feldrand zu transportieren – das ist fast so teuer, wie wenn der Drescher steht und auf das Abtanken wartet. Noch größere Mengen und Gewichte sind bei der Silageernte zu bewältigen – ob mit Häcksler oder Ladewagen war nicht Thema – wohl aber die Faustregel, dass das Gewicht des Walzfahrzeuges etwa ein Viertel der stündlich durchgesetzten Menge betragen soll. Getreide gilt als Lebensmittel, weshalb besonders bei den Hakenliftcontainern, die wegen Ihrer Stabilität auch für den Transport von Schutt und Baustoffen verwendet werden, auf Sauberkeit geachtet werden muss. Mit einer Aufladedauer von über acht  Minuten sind sie für „zeitkritische“ Transporte nicht geeignet.

Mehrere Folien verdeutlichten, wie nahe abhängig von Schlaggröße und Transportentfernung Gewinn und Verlust „Ernte um jeden Preis“ beisammen liegen. Ein Spediteur fährt meist mit Rückfracht – ein Aspekt, der ihn vom landwirtschaftlichen Unternehmer in der möglichen Preisgestaltung unterscheidet.

Prof. H. Knechtes von der Fachhochschule Nürtingen untermauerte themengemäß („Anhänger für alle Einsatzzwecke“),  dass – abgesehen vom „klassischen“  Kipper  eine Vielzahl von Transportfahrzeugen zur Auswahl steht. Umgekehrt hat sich aber auch die Transportmenge pro Betrieb seit 1970 mehr als vervierfacht. Waren damals sechs Tonnen außergewöhnlich, so werden jetzt Anhänger unter acht Tonnen Nutzlast kaum noch verkauft. Silierwagen und Abschiebewagen haben den gemeinsamen Vorteil hoher Standsicherheit. Die Rollbodentechnik ermöglicht – ebenso wie jene des „walking floor“-, dass hinten aufgesetzte Lasten nach vorne gefördert werden. Sogar eine zur Hundeganglenkung umschaltbare Nachlauflenkung ist auf dem Markt. Letztere kann als Zwangslenkung ausgeführt sein, wobei Knechtges dieser gegenüber wegen der langen Kuppeldauer die elektronische Steuerung mittels Lenkwinkelsensor als zukunftsträchtiger ansieht. Bei einzelnen Silierwagen können die Ölmotoren für den Kratzboden zwischen hohem Drehmoment bei niedriger Geschwindigkeit und umgekehrt umgeschaltet werden – womit Knechtges nach einem Hinweis auf die heute erforderlichen Ölmengen bei deren Vermengung angelangt war: hier sind Traktoren mit gemeinsamen Getriebe-/Hydraulik-Ölhaushalt empfindlich, wenn aus einem fremden Anhänger –womöglich altes, verschmutztes – Öl in den Kreislauf gelangt. Selbst absolut sauberes, aber Öl anderer Spezifikation kann teure Reparaturen verursachen.

Plausibel ist die Forderung, die Starrdeichselanhänger (also jene, die sich vorne auf der Traktorhinterachse abstützen) möglichst weit unten anzuhängen und so dem Aufbäumen des Zugfahrzeuges entgegenzuwirken. Hinzu kommt dass die Querkräfte weniger wirksam sind, wenn sie am Traktor nicht so hoch ansetzen. Die Hinterachslasten, die bei den besagten Größen am besten über Kugelkopfkupplungen aufgenommen werden, lassen sich mit sog. Dolly-Achsen vermindern. Im Idealfall sind sie unter dem Auflieger hydraulisch verschiebbar, so dass beim Herausziehen aus dem Acker hohe und auf der Straße geringe Hinterachslasten und Seitenkräfte auftreten.

Richtig ausgewählte Hoflader und Teleskopstapler ermöglichen es, bisher unzugänglicher Lagerraum zu nutzen und den Aufwand  für bauliche Änderungen gering zu halten. Wenngleich eine Knicklenkung als kippgefährlich gilt, verlangt bei dieser Maschinengrippe auch die Ausführung mit Achsschenkellenkung im Zusammenspiel mit dem –der Wendigkeit dienlichen- kurzen Radstand erhöhte Aufmerksamkeit.

Beim Frontgabelstapler – er wird in der Landwirtschaft fast ausschließlich verwendet – braucht lediglich der Betriebsführer keinen „Schein“. Das gemäß  ArbeitnehmerInnschutzbestimmungen „gefährliche Arbeitsmittel“ wird meist gebraucht gekauft und umso wichtiger ist es, seinen Zustand bis hin zu möglicherweise abgeschliffenen Gabeln zu überprüfen, wie DI Michael Deimel von der LK NÖ erläuterte. Weniger Probleme bereiten die meist in Elastikausführung  gefertigten Reifen, bei denen ein plötzlicher Luftverlust unmöglich ist.. Geländestapler mit Luftreifen sind auf landwirtschaftlichen Betrieben kaum in Gebrauch. Wird eine Person angehoben, was übrigens nur in einem Arbeitskorb erlaubt ist, und es platzt ein poröser Hydraulikschlauch, so können die Folgen unabsehbar sein. Ein Bild eines Staplers, unter dem ein Mädchen gestorben war, zeigte dass die Kippgefahr nach der Seite durch angehobene Lasten mitunter  unterschätzt wird. Verlockend kann es sein, mit dem Stapler auf öffentlichen Straßen zum Nachbarn zu fahren – aber dann muss der Stapler dafür (Blinker, Licht) zugelassen sein.

Auf über 200 PS starken Traktoren montierte Frontlader leiten hohe Kräfte auf diesen ein, die an mehreren Punkten – letztlich auch an der Hinterachse – abgestützt werden müssen. In dieser Klasse fließen bedeutende Ölmengen, die sich nicht erhitzen sollten. Aus Österreich (Fa. Hydrac) kommt der einzige Frontlader, der ohne Verlassen des Traktors (de-)montiert werden kann, und das Beispiel zeigt, dass man mit Innovation unter den ganz großen Herstellern bestehen kann. Für den angeführten Zeitgewinn sind etwa 2000 € zusätzlich zu veranschlagen. Der martialisch klingende Ausdruck „Losbrechkraft“ sagt aus, mit welcher Kraft ein angebautes Werkzeug angekippt werden kann, wobei die Messung an der Gabel-/Schaufelspitze erfolgt.

Krananhänger für forstwirtschaftlichen Transporte wurden Ausbildungsstätte Ort geprüft und dabei in einigen Fällen – inzwischen abgestellte Mängel- erhoben. Ein leicht zu änderndes Detail ist es, z.B., die Stützen soweit absenkbar zu machen, dass sie auch ein Niveau neben einer festen Straße erreichen. Für steile Forstwege und hohe Lasten sind mit der Fußbremse des Traktors gekoppelte Bremsen das Optimum. Wenn sich die Preise der Krananhänger bei einer Untergrenze von knapp 20.000€ bis zum fast vierfachen unterscheiden, wird ersichtlich, welche Ausstattungs- und Qualitätsunterschiede möglich sind. – Eine Knickdeichsel sollte jedenfalls dazugehören, wenn im Wald manövriert wird; bei Fahrten auf öffentlichen Straßen muss sie gesichert (und leicht zu sichern! )sein. Der (Hilfs-)antrieb über Reibräder ist kostengünstiger als in die Naben eingebauten Ölmotoren, verhindert aber, dass Ketten montiert werden können. Eine Ummantelung der Hydraulikschläuche verhindert, dass es beim Platzen derselben zu Verletzungen durch heißes und bis 200 bar unter Druck stehendes Öl kommt.

Ein Qualitätsmerkmal ist die Feinfühligkeit der Steuerung. In einem Exkurs ging DI Nemestothy auch bei seinem Thema auf die Bodenschonung ein, um zu erläutern, wie wichtig das Verbleiben auf Forstwegen ist. Mögliche, anders als auf Äckern aber nicht mehr reparable Schäden durch Verdichtungen konzentrieren sich hier. Damit ist auch begründet, dass nicht einmal bei Kahlschlägen willkürlich umhergefahren werden soll.

Abschließend sprach der Lohnunternehmer Franz Schuch aus Mannersdorf, der Landschaftspflege ebenso anbietet wie Baggerarbeiten, über die oft knapp kalkulierten Tarife besonders hinsichtlich der Transporte. Hier herrsche Fluktuation und wenn endlich kostendeckende Preise  erreicht worden sind „steht wieder aner auf und fährt halt billiger“.

Anhand von Unterlagen des größten Anhängerherstellers Westeuropas, Brantner wurde vorgetragen, was u.a. Qualitätsmerkmale sind: Korndichtigkeit, Stabilität (auch des Lackes) und getrennte Leitungen für das Aufkippen und das Öffnen der Rückwand; hinzu kommen Details wie geschützte Rückleuchten.

Gebhard Aschenbrenner

ÖKL-Kolloquium 2009 Bericht

Die Maschinen – der Hauptkostenfaktor im Ackerbau

19. November 2009, LK Niederösterreich, St. Pölten

Mit der Landwirtschaftskammer Niederösterreich als Tagungsort war offenbar eine gute Wahl getroffen worden, denn trotz idealem “Pflugwetter“ – über den Pflug versus Verzicht auf diesen zur Kostensenkung sollte mehrmals geredet werden – waren 100 interessierte Personen, auch Praktiker, darunter auch aus Bayern, gekommen. Um es vorwegzunehmen: Das „Patentrezept“ zur Kostensenkung blieb erwartungsgemäß aus, aber es wurden Möglichkeiten dazu gezeigt.

Zur Begrüßung sprach in seiner Funktion als Obmann-Stellvertreter des ÖKL, aber auch als Obmann des Fachverbandes Industrie, Herr KommR Dr. Malina-Altzinger von den Reform-Werken Wels. Sich ändernde Agrarpreise beeinflussen das Kaufverhalten der Betriebe; die größte Kontinuität sprach Malina-Altzinger während der gegenwärtigen Wirtschaftskrise den bäuerIichen Familienbetrieben zu.

MR DI Franz Paller, ebenfalls Obmann-Stellvertreter, begrüßte vor allem als Vertreter des Landwirtschaftsministeriums und stimmte auf die ÖKL-Richtwerte ein, indem er auf deren Bedeutung als Grundlage in technischer Hinsicht für die Deckungsbeitragskalkulationen erläuterte.

Kammerdirektor DI Franz Raab verwies in seiner Begrüßung auf die enge Zusammenarbeit mit dem ÖKL und darauf, dass in Österreich Verarbeitungskapazitäten für über 200.000 ha Stärke, Biogas und Rapsöl aufgebaut wurden, was in dieser kritischen Phase zur Marktentlastung beiträgt.

Das Thema „Kostensenkung“ sollte aus Sicht des ÖKL auch dessen „Richtwerte“ transportieren. Sie entstanden vor fast fünfzig Jahren, weil zunehmend Maschinen in der Nachbarschaftshilfe – auch über Vermittlung der um diese Zeit entstehenden ersten Maschinenringe – eingesetzt wurden. Eine objektive Basis zur Abrechnung wurde notwendig. Auch kamen ab dieser Zeit Maschinen wie z.B. Mähdrescher oder Rübenroder zum Einsatz, die sich meist nur überbetrieblich amortisieren. Das Rechenschema, das den Wertverlust als einen der Faktoren für die fixen Kosten ebenso berücksichtigt wie die Reparaturen als typischen Faktor der variablen Kosten, geht auf Professor Rehrl, „den“ Landtechniker der BOKU, zurück. Einer der wesentlichen Bearbeiter der Richtwerte, Dr. Franz Kogler, ging im Vortrag auch auf Details wie die der unterstellten Zinsen – sie unterscheiden sich derzeit doch von jenen auf der Bank – ein, diese müssten aber wie jede sinnvolle Investition langfristig gesehen werden. „Langfristig“ ist auch das Geld gebunden, wenn die Hoftankanlage befüllt wird; rechnet man die Abschreibung einer vorschriftsmäßigen Anlage hinzu, ist man annähernd beim Pumpenabgabepreis, mit dem die Richtwerte operieren. Neben der ursprünglichen Bedeutung rückt immer mehr jene für die Sozialversicherung der Bauern in den Mittelpunkt: Diese ist auf Beiträge der immer weniger werdenden Bauern angewiesen und daher geneigt, möglichst viele Leistungen sozialversicherungspflichtig zu machen. Vereinfacht gesagt, kann dies nur für Leistungen (mit Maschinen) gelten, die nicht in den Richtwerten angeführt sind oder höher als in diesen kalkuliert verrechnet werden. Daher gibt es sogar Werte für Wegzeiten oder auch für das Bindegarn.

Als „Lebenselixier“ bezeichnete der Landesgeschäftsführer Ing. Helmut Scherzer des umsatzstärksten Maschinenringes OÖ die Richtwerte, und als solche können sie auch gelten bei einem Verrechnungswert von 140 Millionen Euro! Er wird erreicht mit einer Mitgliederdichte von ca. 56 % – bezogen auf die „real wirtschaftenden“ Bauern, die also einen Mehrfachantrag abgeben. Die geforderte Ausgewogenheit besteht, wie die öfter an das ÖKL herangetragenen „Forderungen“ zeigen: Der Auftragnehmer meint, er könne auch etwas mehr verdienen; der Auftraggeber meint wiederum, dass ein geringfügig höherer Tarif die Wirtschaftlichkeit der Auslagerung in Frage stelle.

Auf eine neue Basis wurden die „Entschädigungssätze“ gemäß DI Gregor Albisser-Vögeli in der Schweiz gestellt, „unpolitisch“ wie jene von KTBL und ÖKL sollten sie ohnehin bleiben, aber nicht länger sollten sie „pädagogisch“(sic!) sein: „Bei angenommenen 650 Stunden kostet ein Traktor immer noch ziemlich viel – aber wie weit weg davon und daher wieviel teurer bist Du daher mit Deiner (viel niedrigeren) Auslastung?“ Das Rechenverfahren berücksichtigt neuerdings einen Restwert. Insgesamt kommt man jetzt den ÖKL-Werten näher, was auch ein Ergebnis von hunderten beantworteten Fragebögen war. Als wichtiger Faktor waren die Maschinenpreise erhoben worden. Diese lagen jedenfalls vor zwei Jahren in der Schweiz um 18 % über jenen in Deutschland und Frankreich, aber nur um 0,8 % über jenen in Österreich … als Grund wird das dichtere Händlernetz angegeben.

Den Spagat zwischen leistungsabhängiger und zeitabhängiger Abschreibung suchte Dr. Norbert Sauer vom KTBL aufzulösen, indem er einen Gewichtungsfaktor entwickelte, der den Wertverzehr durch Verschleiß und Überalterung gleichermaßen widerspiegelt. Bei jeweils halber Gewichtung können die Kosten pro Leistungseinheit – letztlich die Stückkosten – besonders bei niedriger Auslastung realistisch errechnet werden. Einen Grund für „Überkapazitäten“ sieht er in der bereitgestellten Schlagkraft. In den neuen Bundesländern überwiegt die gezogene Technik, im Westen sind die Kreiseleggen weiter verbreitet.

Das größte Potential für die Rationalisierung im Ackerbau sah DI C.F. Amelung, privater Betriebsberater aus Göttingen/D, in einer Senkung der Arbeitserledigungskosten, denn “die Preisparty ist vorbei“. Erwartungsgemäß haben es größere Betriebe leichter, diese gering zu halten, wenngleich auch kleinere Betriebe effizient arbeiten können. Im Zuge der Diskussion um die Frage, wie die idealen großen Schläge in Österreich „durchsetzbar“ seien, konzedierte er, dass die relativ höheren, wenngleich modulierten Prämien für Umweltleistungen die Grenzen der Wirtschaftlichkeit zu den kleineren Betrieben verschiebe. Hie wie dort sind die Stundenlöhne gestiegen, bezogen auf die Fläche aber gefallen: Das ist nur möglich, weil größere und teurere Maschinen angeschafft wurden. Amelung forderte im Zusammenhang mit der Kostensenkung, dass man sich nicht zum „Versuchsbetrieb mit Sondertechnik“ machen und die Zahl der Fabrikate auf dem Hof niedrig halten solle. Einen bedeutenden Faktor stellt für ihn der (je nach Fabrikat unterschiedliche) Treibstoffverbrauch dar. Letzterer fällt auch für weitere Transporte über größere Entfernungen ins Gewicht; der LKW ist hier effizienter.

Mag. Wolfgang Dobritzhofer der LK NÖ umriss die Abgrenzung von Tätigkeiten im Rahmen der Landwirtschaft zum Gewerbe; diese ist „komplex“ und der VGH trifft dazu nicht immer präzise Aussagen. Allerdings: Wenn der Anteil, der „über die Urproduktion hinausgeht, einmal 49 % beträgt, kann von Geringfügigkeit nicht mehr die Rede sein“, auch nicht von einer Baumaschine als landwirtschaftlichem Betriebsmittel. Erfolgreiches Lobbying ist, wenn ein Landwirt nur dann eine Fernwärmeversorgung errichten darf, wenn nicht schon ein leitungsgebundener Energieträger außer Strom vorhanden ist.

Als minimalistisch könnte man die Maschinenausstattung auf dem Großbetrieb von DI Hans-Gregor Koller im Weinviertel bezeichnen. Nur zwei 90 kW-Traktoren sind für ca. 500 ha Ackerfläche und Wald vorhanden. Sie laufen teilweise im Schichtbetrieb über 1800 Stunden im Jahr. Es stellt für die Nachbarn einen ungewohnten Anblick dar, wenn der Kurzgrubber je nach Zugwiderstand oder geforderter Arbeitsgeschwindigkeit im eingeklappten Zustand gefahren wird … Mitunter wird Leistung zugekauft, und das Dreschen und Roden ist ohnehin ausgelagert.

Die Referate von DI Martin Bäck und DI Harald Schally von der LK OÖ und LK NÖ zeigen für die ausgewerteten Betriebe der Arbeitskreise folgendes: Die Anschaffungskosten der einen Gruppe betragen pro Hektar 1.860 Euro, jene der „höchsten“ Gruppe 5.560 Euro, der Mittelwert beträgt 3.510 Euro. Auch hier wurde deutlich, dass nicht nur Größe ein Kriterium für die Wirtschaftlichkeit im Ackerbau ist. 60 % der Fixkosten für die Mechanisierung (bei Betrieben ohne Mähdrescher) entfallen auf den Traktor, von Schally an anderer Stelle als „heilige Kuh“ bezeichnet. Das „bessere“ Viertel erwirtschaftet um 365 Euro pro Hektar mehr als das „teurer“ wirtschaftende. Mit steigender Fläche nehmen die Traktorstunden gemäß einer Erhebung erwartungsgemäß ab, desgleichen der kW-Besatz. Entwaffnend das zitierte Argument eines Betriebsführers mit Luxusmechanisierung, der diese mit dem Ertrag seines Heurigen querfinanziert: Das leiste er sich halt…

Das Kolloquium hat die Erwartungen voll erfüllt; es gab auch am späten Nachmittag keine „Besuchererosion“; schon während der Veranstaltung vergewisserten sich die Zuhörer, dass die Beiträge auf die Homepage des ÖKL gestellt werden.

Gebhard Aschenbrenner, ÖKL

ÖKL-Kolloquium 2008 Bericht

ÖKL- Kolloquium 2008: Wasser als begrenzender Faktor

Wie der mit über 100 Besuchern volle Hörsaal an der BOKU bewies, hatte der Vorstand des ÖKL für das Kolloquium ein zugkräftiges Thema vorgegeben. Es wurde wieder an der BOKU abgehalten, deren Rektorin, Dr. Ingela Bruner in ihrer Begrüßung diese als ‚Tor zum Osten‘ vorstellte. Ihre Einladung an die relativ zahlreichen Absolventen im Publikum, an der Weiterentwicklung der BOKU teilzunehmen, ‚provozierte‘ prompt die Forderung, über der Ökologie nicht die Ökonomie aus den Augen zu verlieren. DI Stefan Dworzak, de die Teilnehmer als Obmann des ÖKL begrüßte ist Praktiker und bewirtschaftet einen Gutsbetrieb im Burgenland. Für ihn stellten die heuer abnormal hohen Niederschläge von über 1000mm zwar keinen den Ertrag aber einen die Qualität begrenzenden Faktor dar.

Weiter verwies Prof. Boxberger, der die Diskussion leitete, auf die Bedeutung des Kolloquiums zur Wissensvermittlung. Gemäß einer Untersuchung seines Institutes gelangen nur 10% des vorhandenen Wissens letztlich ‚dort an, wo es gebraucht wird‘.
(Anmerkung: Das beim Kolloquium vorgetragene Wissen ist zu 100% im Internet und absolut wert, aufgerufen zu werden).

Vielfältige Vorträge

Mag. Oliver Tamme von der Bundesanstalt für Bergbauernfragen verwies auf die zahlreichen Auswirkungen der mittlerweile außer Diskussion stehenden Erderwärmung. Diese führt auch dazu, dass sich das Meerwasser ausdehnt und somit den Meeresspiegel ansteigen lässt. Von unmittelbarer Bedeutung für Österreich ist, dass die Dauer der Vegetation zunimmt; die Frage ist, ob auch immer genug Wasser vorhanden ist. Die vermehrten Starkregen, die rasch wieder abfließen, tragen dazu nur bedingt bei. Nicht geklärt ist ob die Zahl der Lawinen zunimmt; fest steht aber, dass dies für den Steinschlag gilt, wenn die Schichten nicht mehr durch den Frost zusammen gehalten werden. Offen ließ Tamme, ob nicht der Überträger der Blauzungenkrankheit bei Rindern vom warnen Klima profitiert.

Gemäß Dr. Schönberger braucht Mais entgegen allgemeiner Meinung zur Produktion von einem Kilo Trockensubstanz weniger Wasser als z. B. Gerste. Mais kommt mit trockenen Bodenverhältnissen am Besten zurecht. Eine Versorgung an Wasser mit 50 bis 60 % der Feldkapazität stellt das Optimum dar. Mehr Wasser behindert die Sauerstoffzufuhr, damit nehmen die Diffusion und die Nährstoffaufnahme ab. Wenn voraussichtlich zum Zeitpunkt der Bestockung zu wenig Wasser vorhanden ist muss die Saatmenge bei Getreide entsprechend erhöht werden, wobei die Sorten berücksichtigt werden sollen.

Prof. Sourell von der Universität Braunschweig legte dar, dass die Bewässerung als Beregnung, wie sie in unseren Breiten üblich ist, nur ein Drittel der Fläche einnimmt und die Oberflächenbewässerung bei weitem überwiegt. Die Errichtung eines Tiefbrunnens überwiegt die Kosten für die Pumpe, deren Energieversorgung wiederrum macht mehr als die Hälfte der Verfahrenskosten ausmacht. Beregnungsmaschinen sind kostengünstiger, aber windanfälliger als Linear- oder Kreisregner, die allerdings eine Mindestfläche für den wirtschaftlichen Betriebe erfordern. Die Regner können bei schwierigen Bodenverhältnissen mit Tandem und sogar Raupenfahrwerk ausgestattet werden. Je nach den herrschenden Verhältnissen sind ‚beregnungskostenfreie Mehrleistungen‘ bei Kartoffeln von 55o Euro, bei Braugerste von 410 Euro und bei Zuckerrüben von 260 Euro pro Hektar möglich.

Bei der Gutsverwaltung Hardegg haben sich die Verhältnisse gegenüber jenen vor 30 Jahren gewandelt: Der regulierte (‚eigeschnittene‘) Flusslauf wurde zur Reduzierung von Hochwässern infolge der vermehrt auftretenden Starkregen zurückgebaut und die Landschaft mit Hecken und Wassergräben strukturiert. Dies trug dazu bei, die Temperaturspitzen von 37 Grad Celsius zu reduzieren, das Kleinklima zu verbessern und den Grundwasserhorizont zu sichern. Zusammen mit der Beregnung, auch von separierter Gülle, wird die Wertschöpfung erhöht. DI Hardegg forderte vor dem Hintergrund einer sinkender Getreidevorräte ein Bekenntnis zu einer Landwirtschaft in Österreich, welche die vorzüglichen natürlichen Gegebenheiten nützt und nachhaltig ist. Generell sollten Investitionen in die Wasserhaltung gefördert werden.

Auf bloße Schätzungen des Niederschlages kann sich die Hagelversicherung gemäß dem Vortrag von Direktor Fank nicht einlassen: Drei Millimeter in einem Monat sind in der Landwirtschaft zu wenig, äußerst störend aber während eines Hochzeitszuges. Es wird daher auf ein Netz mit nur ein Kilometer auseinanderliegenden Messpunkten der Flugsicherung zurückgegriffen, das in Fünfminuten-Abständen Nebel, Regen, Hagel quantitativ erfasst. Beobachter erfassen anhand eines Schemas das ortsübliche Wuchsstadium. Damit wird eine objektive Schadensregulierung ermöglicht. Versichern lässt sich nicht nur der ‚klassische‘ Hagelschaden, sondern auch Dürre, Auswuchs, Schnecken- und Fasanenfraß. Seit 2006 hat sich der Hagelschaden verdreifacht, im Juni hagelt es an durchschnittlich 12 Tagen! Die Zahl der versicherten Bauern, denen teils nicht bewusst ist, dass der Bund die Hälfte der Prämien bezahlt, hat sich seit 1995 verdoppelt. Im Schnitt zahlen sie für die ‚Rundum-Sicherheit‘ 1,91% des Ertrages.

Der Güterdirektor des Landes NÖ, Dr. Rosner zeigte als Einleiting zu seinem Vortrag Bilder schwerster Erosionsschäden und dachte laut darüber nach, wann die Straßenmeistereien daran gehen, Bauern die solche Ereignisse beinahe schon ‚fahrlässig‘ herbeiführen, an den Räumungskosten für Straßen (-gräben) zu beteiligen. Die Schäden durch unsachgemäße Bodenbearbeitung müssen nicht immer so augenscheinlich sein, wie wenn am Hangfuß der spannenhohe Mais zugeschwemmt wird, mit Erde, die an der Kuppe dann fehlt. Nicht derart augenscheinlich, und doch eine Tatsche ist, dass der Erdabtrag bei konventioneller Bearbeitung mit 2,94 t/ha knapp das Vierfache gegenüber dem bei Minimalbearbeitung beträgt. Gebietsweise hat sich der Humusgehalt in 20 Jahren auf den Äckern Jahren halbiert; dadurch speichert der Boden aber auch weniger Kohlenstoff. Der Pflug, der manchmal durchaus gerechtfertigt ist, schafft den ‚reinen Tisch‘, aber ‚Ästhetik hat nichts mit dem Einkommen zu tun‘, so Rosner. Anschließend gab es eine Diskussion, inwieweit die laut UBAG geforderte Begrünung im Trockengebiet immer sinnvoll ist.

Es folgte eine Präsentation von Firmen, die Regner, Tropfenbewässerung und die zugehörige Steuerung herstellen bzw. vertreiben. Gebhard Aschenbrenner (ÖKL), übernahm den Vortrag der Fa. BAUER, in Europa einer der wichtigsten Hersteller von Beregnungstechnik, die von händisch zu verlegenden Rohren (dezente Bezeichnung: hand-move) über Regenmaschinen bis zu den Kreis- und Linearregnern mit einer Wasserzufuhr über Rohre oder Kanäle reicht und zu überwiegenden Anteilen (in den Osten) exportiert wird.

Die Tropfenbewässerung, vorgestellt von Herrn Wannemacher der Fa. PARGA , hat die höchste Effektivität. Sie erzeugt eine ‚Feuchtezwiebel‘ im Wurzelbereich der Pflanze während Stamm und Blätter trocken und somit unempfindlich gegen verschiedene Erkrankungen bleiben. Die Schläuche weisen nicht einfach nur Löcher auf, sondern sind ein High-Tech-Produkt, das bei unterschiedlichem Druck die Wassermenge konstant hält. Ein Schutz verhindert dass in mehrjährigen Kulturen Wurzeln in den bis zu mehrere hundert Meter langen Schlauch hineinwachsen.

Die Effektivität der Beregnung aber auch von deren Dauer ab: diese nach Gefühl oder der Formel ‚Pi x Daumen-weil´s so trocken ausschaut‘ (Dr. Pacher) länger laufen zu lassen kostet nicht nur Energie, sondern kann Nährstoffe in den Unterboden verlagern. Es gilt z.B. im Obst- und Weinbau noch andere Parameter wie Wind, Luftfeuchte zu messen und mit elektronisch hinterlegten Prognosemodellen etwa zum Mehltau abzugleichen. Besonderes Augenmerk muss der Bodenfeuchtemesseng mit geeigneten Sensoren gelten. Die Daten werden, wie bereits der Name ‚ADCON-Telemetry‚ indiziert, per Funk übertragen.

In der Riede Jungenberg des Wiener Bisamberg werden vorerst 15 ha Rebflächen im Zuge eines geförderten Projektes tropfenbewässert. Zahlreiche Genehmigungen der Stadt, nicht zuletzt das Einverständnis der Grundeigentümer, die ihre Flächen nicht mehr bewirtschaften und weggezogen sind, waren notwendig. Eine Herausforderung stellt die für die steilen Lagen erforderliche Pumpenleistung dar. Sicherzustellen war auch, dass die Quellschüttung ausreicht und stabil bleibt, so die Ausführungen von DI Schilling, einem Weinhauer sowie Vizepräsidenten der LK Wien.

Das Fazit: Die Mühe aller Beteiligten hat sich gelohnt, die Diskussionen waren originell bis kritisch und die von der BOKU organisierte Infrastruktur, ebenso wie das Essen, zu dem die Aula des Schwackhöfer ein passendes Ambiente bot, hervorragend. Nun gilt: Nach dem Kolloquium ist vor dem Kolloquium.

(Gebhard Aschenbrenner)