ÖKL-Kolloquium 2009 Bericht

Die Maschinen – der Hauptkostenfaktor im Ackerbau

19. November 2009, LK Niederösterreich, St. Pölten

Mit der Landwirtschaftskammer Niederösterreich als Tagungsort war offenbar eine gute Wahl getroffen worden, denn trotz idealem “Pflugwetter“ – über den Pflug versus Verzicht auf diesen zur Kostensenkung sollte mehrmals geredet werden – waren 100 interessierte Personen, auch Praktiker, darunter auch aus Bayern, gekommen. Um es vorwegzunehmen: Das „Patentrezept“ zur Kostensenkung blieb erwartungsgemäß aus, aber es wurden Möglichkeiten dazu gezeigt.

Zur Begrüßung sprach in seiner Funktion als Obmann-Stellvertreter des ÖKL, aber auch als Obmann des Fachverbandes Industrie, Herr KommR Dr. Malina-Altzinger von den Reform-Werken Wels. Sich ändernde Agrarpreise beeinflussen das Kaufverhalten der Betriebe; die größte Kontinuität sprach Malina-Altzinger während der gegenwärtigen Wirtschaftskrise den bäuerIichen Familienbetrieben zu.

MR DI Franz Paller, ebenfalls Obmann-Stellvertreter, begrüßte vor allem als Vertreter des Landwirtschaftsministeriums und stimmte auf die ÖKL-Richtwerte ein, indem er auf deren Bedeutung als Grundlage in technischer Hinsicht für die Deckungsbeitragskalkulationen erläuterte.

Kammerdirektor DI Franz Raab verwies in seiner Begrüßung auf die enge Zusammenarbeit mit dem ÖKL und darauf, dass in Österreich Verarbeitungskapazitäten für über 200.000 ha Stärke, Biogas und Rapsöl aufgebaut wurden, was in dieser kritischen Phase zur Marktentlastung beiträgt.

Das Thema „Kostensenkung“ sollte aus Sicht des ÖKL auch dessen „Richtwerte“ transportieren. Sie entstanden vor fast fünfzig Jahren, weil zunehmend Maschinen in der Nachbarschaftshilfe – auch über Vermittlung der um diese Zeit entstehenden ersten Maschinenringe – eingesetzt wurden. Eine objektive Basis zur Abrechnung wurde notwendig. Auch kamen ab dieser Zeit Maschinen wie z.B. Mähdrescher oder Rübenroder zum Einsatz, die sich meist nur überbetrieblich amortisieren. Das Rechenschema, das den Wertverlust als einen der Faktoren für die fixen Kosten ebenso berücksichtigt wie die Reparaturen als typischen Faktor der variablen Kosten, geht auf Professor Rehrl, „den“ Landtechniker der BOKU, zurück. Einer der wesentlichen Bearbeiter der Richtwerte, Dr. Franz Kogler, ging im Vortrag auch auf Details wie die der unterstellten Zinsen – sie unterscheiden sich derzeit doch von jenen auf der Bank – ein, diese müssten aber wie jede sinnvolle Investition langfristig gesehen werden. „Langfristig“ ist auch das Geld gebunden, wenn die Hoftankanlage befüllt wird; rechnet man die Abschreibung einer vorschriftsmäßigen Anlage hinzu, ist man annähernd beim Pumpenabgabepreis, mit dem die Richtwerte operieren. Neben der ursprünglichen Bedeutung rückt immer mehr jene für die Sozialversicherung der Bauern in den Mittelpunkt: Diese ist auf Beiträge der immer weniger werdenden Bauern angewiesen und daher geneigt, möglichst viele Leistungen sozialversicherungspflichtig zu machen. Vereinfacht gesagt, kann dies nur für Leistungen (mit Maschinen) gelten, die nicht in den Richtwerten angeführt sind oder höher als in diesen kalkuliert verrechnet werden. Daher gibt es sogar Werte für Wegzeiten oder auch für das Bindegarn.

Als „Lebenselixier“ bezeichnete der Landesgeschäftsführer Ing. Helmut Scherzer des umsatzstärksten Maschinenringes OÖ die Richtwerte, und als solche können sie auch gelten bei einem Verrechnungswert von 140 Millionen Euro! Er wird erreicht mit einer Mitgliederdichte von ca. 56 % – bezogen auf die „real wirtschaftenden“ Bauern, die also einen Mehrfachantrag abgeben. Die geforderte Ausgewogenheit besteht, wie die öfter an das ÖKL herangetragenen „Forderungen“ zeigen: Der Auftragnehmer meint, er könne auch etwas mehr verdienen; der Auftraggeber meint wiederum, dass ein geringfügig höherer Tarif die Wirtschaftlichkeit der Auslagerung in Frage stelle.

Auf eine neue Basis wurden die „Entschädigungssätze“ gemäß DI Gregor Albisser-Vögeli in der Schweiz gestellt, „unpolitisch“ wie jene von KTBL und ÖKL sollten sie ohnehin bleiben, aber nicht länger sollten sie „pädagogisch“(sic!) sein: „Bei angenommenen 650 Stunden kostet ein Traktor immer noch ziemlich viel – aber wie weit weg davon und daher wieviel teurer bist Du daher mit Deiner (viel niedrigeren) Auslastung?“ Das Rechenverfahren berücksichtigt neuerdings einen Restwert. Insgesamt kommt man jetzt den ÖKL-Werten näher, was auch ein Ergebnis von hunderten beantworteten Fragebögen war. Als wichtiger Faktor waren die Maschinenpreise erhoben worden. Diese lagen jedenfalls vor zwei Jahren in der Schweiz um 18 % über jenen in Deutschland und Frankreich, aber nur um 0,8 % über jenen in Österreich … als Grund wird das dichtere Händlernetz angegeben.

Den Spagat zwischen leistungsabhängiger und zeitabhängiger Abschreibung suchte Dr. Norbert Sauer vom KTBL aufzulösen, indem er einen Gewichtungsfaktor entwickelte, der den Wertverzehr durch Verschleiß und Überalterung gleichermaßen widerspiegelt. Bei jeweils halber Gewichtung können die Kosten pro Leistungseinheit – letztlich die Stückkosten – besonders bei niedriger Auslastung realistisch errechnet werden. Einen Grund für „Überkapazitäten“ sieht er in der bereitgestellten Schlagkraft. In den neuen Bundesländern überwiegt die gezogene Technik, im Westen sind die Kreiseleggen weiter verbreitet.

Das größte Potential für die Rationalisierung im Ackerbau sah DI C.F. Amelung, privater Betriebsberater aus Göttingen/D, in einer Senkung der Arbeitserledigungskosten, denn “die Preisparty ist vorbei“. Erwartungsgemäß haben es größere Betriebe leichter, diese gering zu halten, wenngleich auch kleinere Betriebe effizient arbeiten können. Im Zuge der Diskussion um die Frage, wie die idealen großen Schläge in Österreich „durchsetzbar“ seien, konzedierte er, dass die relativ höheren, wenngleich modulierten Prämien für Umweltleistungen die Grenzen der Wirtschaftlichkeit zu den kleineren Betrieben verschiebe. Hie wie dort sind die Stundenlöhne gestiegen, bezogen auf die Fläche aber gefallen: Das ist nur möglich, weil größere und teurere Maschinen angeschafft wurden. Amelung forderte im Zusammenhang mit der Kostensenkung, dass man sich nicht zum „Versuchsbetrieb mit Sondertechnik“ machen und die Zahl der Fabrikate auf dem Hof niedrig halten solle. Einen bedeutenden Faktor stellt für ihn der (je nach Fabrikat unterschiedliche) Treibstoffverbrauch dar. Letzterer fällt auch für weitere Transporte über größere Entfernungen ins Gewicht; der LKW ist hier effizienter.

Mag. Wolfgang Dobritzhofer der LK NÖ umriss die Abgrenzung von Tätigkeiten im Rahmen der Landwirtschaft zum Gewerbe; diese ist „komplex“ und der VGH trifft dazu nicht immer präzise Aussagen. Allerdings: Wenn der Anteil, der „über die Urproduktion hinausgeht, einmal 49 % beträgt, kann von Geringfügigkeit nicht mehr die Rede sein“, auch nicht von einer Baumaschine als landwirtschaftlichem Betriebsmittel. Erfolgreiches Lobbying ist, wenn ein Landwirt nur dann eine Fernwärmeversorgung errichten darf, wenn nicht schon ein leitungsgebundener Energieträger außer Strom vorhanden ist.

Als minimalistisch könnte man die Maschinenausstattung auf dem Großbetrieb von DI Hans-Gregor Koller im Weinviertel bezeichnen. Nur zwei 90 kW-Traktoren sind für ca. 500 ha Ackerfläche und Wald vorhanden. Sie laufen teilweise im Schichtbetrieb über 1800 Stunden im Jahr. Es stellt für die Nachbarn einen ungewohnten Anblick dar, wenn der Kurzgrubber je nach Zugwiderstand oder geforderter Arbeitsgeschwindigkeit im eingeklappten Zustand gefahren wird … Mitunter wird Leistung zugekauft, und das Dreschen und Roden ist ohnehin ausgelagert.

Die Referate von DI Martin Bäck und DI Harald Schally von der LK OÖ und LK NÖ zeigen für die ausgewerteten Betriebe der Arbeitskreise folgendes: Die Anschaffungskosten der einen Gruppe betragen pro Hektar 1.860 Euro, jene der „höchsten“ Gruppe 5.560 Euro, der Mittelwert beträgt 3.510 Euro. Auch hier wurde deutlich, dass nicht nur Größe ein Kriterium für die Wirtschaftlichkeit im Ackerbau ist. 60 % der Fixkosten für die Mechanisierung (bei Betrieben ohne Mähdrescher) entfallen auf den Traktor, von Schally an anderer Stelle als „heilige Kuh“ bezeichnet. Das „bessere“ Viertel erwirtschaftet um 365 Euro pro Hektar mehr als das „teurer“ wirtschaftende. Mit steigender Fläche nehmen die Traktorstunden gemäß einer Erhebung erwartungsgemäß ab, desgleichen der kW-Besatz. Entwaffnend das zitierte Argument eines Betriebsführers mit Luxusmechanisierung, der diese mit dem Ertrag seines Heurigen querfinanziert: Das leiste er sich halt…

Das Kolloquium hat die Erwartungen voll erfüllt; es gab auch am späten Nachmittag keine „Besuchererosion“; schon während der Veranstaltung vergewisserten sich die Zuhörer, dass die Beiträge auf die Homepage des ÖKL gestellt werden.

Gebhard Aschenbrenner, ÖKL

ÖKL-Kolloquium 2008 Bericht

ÖKL- Kolloquium 2008: Wasser als begrenzender Faktor

Wie der mit über 100 Besuchern volle Hörsaal an der BOKU bewies, hatte der Vorstand des ÖKL für das Kolloquium ein zugkräftiges Thema vorgegeben. Es wurde wieder an der BOKU abgehalten, deren Rektorin, Dr. Ingela Bruner in ihrer Begrüßung diese als ‚Tor zum Osten‘ vorstellte. Ihre Einladung an die relativ zahlreichen Absolventen im Publikum, an der Weiterentwicklung der BOKU teilzunehmen, ‚provozierte‘ prompt die Forderung, über der Ökologie nicht die Ökonomie aus den Augen zu verlieren. DI Stefan Dworzak, de die Teilnehmer als Obmann des ÖKL begrüßte ist Praktiker und bewirtschaftet einen Gutsbetrieb im Burgenland. Für ihn stellten die heuer abnormal hohen Niederschläge von über 1000mm zwar keinen den Ertrag aber einen die Qualität begrenzenden Faktor dar.

Weiter verwies Prof. Boxberger, der die Diskussion leitete, auf die Bedeutung des Kolloquiums zur Wissensvermittlung. Gemäß einer Untersuchung seines Institutes gelangen nur 10% des vorhandenen Wissens letztlich ‚dort an, wo es gebraucht wird‘.
(Anmerkung: Das beim Kolloquium vorgetragene Wissen ist zu 100% im Internet und absolut wert, aufgerufen zu werden).

Vielfältige Vorträge

Mag. Oliver Tamme von der Bundesanstalt für Bergbauernfragen verwies auf die zahlreichen Auswirkungen der mittlerweile außer Diskussion stehenden Erderwärmung. Diese führt auch dazu, dass sich das Meerwasser ausdehnt und somit den Meeresspiegel ansteigen lässt. Von unmittelbarer Bedeutung für Österreich ist, dass die Dauer der Vegetation zunimmt; die Frage ist, ob auch immer genug Wasser vorhanden ist. Die vermehrten Starkregen, die rasch wieder abfließen, tragen dazu nur bedingt bei. Nicht geklärt ist ob die Zahl der Lawinen zunimmt; fest steht aber, dass dies für den Steinschlag gilt, wenn die Schichten nicht mehr durch den Frost zusammen gehalten werden. Offen ließ Tamme, ob nicht der Überträger der Blauzungenkrankheit bei Rindern vom warnen Klima profitiert.

Gemäß Dr. Schönberger braucht Mais entgegen allgemeiner Meinung zur Produktion von einem Kilo Trockensubstanz weniger Wasser als z. B. Gerste. Mais kommt mit trockenen Bodenverhältnissen am Besten zurecht. Eine Versorgung an Wasser mit 50 bis 60 % der Feldkapazität stellt das Optimum dar. Mehr Wasser behindert die Sauerstoffzufuhr, damit nehmen die Diffusion und die Nährstoffaufnahme ab. Wenn voraussichtlich zum Zeitpunkt der Bestockung zu wenig Wasser vorhanden ist muss die Saatmenge bei Getreide entsprechend erhöht werden, wobei die Sorten berücksichtigt werden sollen.

Prof. Sourell von der Universität Braunschweig legte dar, dass die Bewässerung als Beregnung, wie sie in unseren Breiten üblich ist, nur ein Drittel der Fläche einnimmt und die Oberflächenbewässerung bei weitem überwiegt. Die Errichtung eines Tiefbrunnens überwiegt die Kosten für die Pumpe, deren Energieversorgung wiederrum macht mehr als die Hälfte der Verfahrenskosten ausmacht. Beregnungsmaschinen sind kostengünstiger, aber windanfälliger als Linear- oder Kreisregner, die allerdings eine Mindestfläche für den wirtschaftlichen Betriebe erfordern. Die Regner können bei schwierigen Bodenverhältnissen mit Tandem und sogar Raupenfahrwerk ausgestattet werden. Je nach den herrschenden Verhältnissen sind ‚beregnungskostenfreie Mehrleistungen‘ bei Kartoffeln von 55o Euro, bei Braugerste von 410 Euro und bei Zuckerrüben von 260 Euro pro Hektar möglich.

Bei der Gutsverwaltung Hardegg haben sich die Verhältnisse gegenüber jenen vor 30 Jahren gewandelt: Der regulierte (‚eigeschnittene‘) Flusslauf wurde zur Reduzierung von Hochwässern infolge der vermehrt auftretenden Starkregen zurückgebaut und die Landschaft mit Hecken und Wassergräben strukturiert. Dies trug dazu bei, die Temperaturspitzen von 37 Grad Celsius zu reduzieren, das Kleinklima zu verbessern und den Grundwasserhorizont zu sichern. Zusammen mit der Beregnung, auch von separierter Gülle, wird die Wertschöpfung erhöht. DI Hardegg forderte vor dem Hintergrund einer sinkender Getreidevorräte ein Bekenntnis zu einer Landwirtschaft in Österreich, welche die vorzüglichen natürlichen Gegebenheiten nützt und nachhaltig ist. Generell sollten Investitionen in die Wasserhaltung gefördert werden.

Auf bloße Schätzungen des Niederschlages kann sich die Hagelversicherung gemäß dem Vortrag von Direktor Fank nicht einlassen: Drei Millimeter in einem Monat sind in der Landwirtschaft zu wenig, äußerst störend aber während eines Hochzeitszuges. Es wird daher auf ein Netz mit nur ein Kilometer auseinanderliegenden Messpunkten der Flugsicherung zurückgegriffen, das in Fünfminuten-Abständen Nebel, Regen, Hagel quantitativ erfasst. Beobachter erfassen anhand eines Schemas das ortsübliche Wuchsstadium. Damit wird eine objektive Schadensregulierung ermöglicht. Versichern lässt sich nicht nur der ‚klassische‘ Hagelschaden, sondern auch Dürre, Auswuchs, Schnecken- und Fasanenfraß. Seit 2006 hat sich der Hagelschaden verdreifacht, im Juni hagelt es an durchschnittlich 12 Tagen! Die Zahl der versicherten Bauern, denen teils nicht bewusst ist, dass der Bund die Hälfte der Prämien bezahlt, hat sich seit 1995 verdoppelt. Im Schnitt zahlen sie für die ‚Rundum-Sicherheit‘ 1,91% des Ertrages.

Der Güterdirektor des Landes NÖ, Dr. Rosner zeigte als Einleiting zu seinem Vortrag Bilder schwerster Erosionsschäden und dachte laut darüber nach, wann die Straßenmeistereien daran gehen, Bauern die solche Ereignisse beinahe schon ‚fahrlässig‘ herbeiführen, an den Räumungskosten für Straßen (-gräben) zu beteiligen. Die Schäden durch unsachgemäße Bodenbearbeitung müssen nicht immer so augenscheinlich sein, wie wenn am Hangfuß der spannenhohe Mais zugeschwemmt wird, mit Erde, die an der Kuppe dann fehlt. Nicht derart augenscheinlich, und doch eine Tatsche ist, dass der Erdabtrag bei konventioneller Bearbeitung mit 2,94 t/ha knapp das Vierfache gegenüber dem bei Minimalbearbeitung beträgt. Gebietsweise hat sich der Humusgehalt in 20 Jahren auf den Äckern Jahren halbiert; dadurch speichert der Boden aber auch weniger Kohlenstoff. Der Pflug, der manchmal durchaus gerechtfertigt ist, schafft den ‚reinen Tisch‘, aber ‚Ästhetik hat nichts mit dem Einkommen zu tun‘, so Rosner. Anschließend gab es eine Diskussion, inwieweit die laut UBAG geforderte Begrünung im Trockengebiet immer sinnvoll ist.

Es folgte eine Präsentation von Firmen, die Regner, Tropfenbewässerung und die zugehörige Steuerung herstellen bzw. vertreiben. Gebhard Aschenbrenner (ÖKL), übernahm den Vortrag der Fa. BAUER, in Europa einer der wichtigsten Hersteller von Beregnungstechnik, die von händisch zu verlegenden Rohren (dezente Bezeichnung: hand-move) über Regenmaschinen bis zu den Kreis- und Linearregnern mit einer Wasserzufuhr über Rohre oder Kanäle reicht und zu überwiegenden Anteilen (in den Osten) exportiert wird.

Die Tropfenbewässerung, vorgestellt von Herrn Wannemacher der Fa. PARGA , hat die höchste Effektivität. Sie erzeugt eine ‚Feuchtezwiebel‘ im Wurzelbereich der Pflanze während Stamm und Blätter trocken und somit unempfindlich gegen verschiedene Erkrankungen bleiben. Die Schläuche weisen nicht einfach nur Löcher auf, sondern sind ein High-Tech-Produkt, das bei unterschiedlichem Druck die Wassermenge konstant hält. Ein Schutz verhindert dass in mehrjährigen Kulturen Wurzeln in den bis zu mehrere hundert Meter langen Schlauch hineinwachsen.

Die Effektivität der Beregnung aber auch von deren Dauer ab: diese nach Gefühl oder der Formel ‚Pi x Daumen-weil´s so trocken ausschaut‘ (Dr. Pacher) länger laufen zu lassen kostet nicht nur Energie, sondern kann Nährstoffe in den Unterboden verlagern. Es gilt z.B. im Obst- und Weinbau noch andere Parameter wie Wind, Luftfeuchte zu messen und mit elektronisch hinterlegten Prognosemodellen etwa zum Mehltau abzugleichen. Besonderes Augenmerk muss der Bodenfeuchtemesseng mit geeigneten Sensoren gelten. Die Daten werden, wie bereits der Name ‚ADCON-Telemetry‚ indiziert, per Funk übertragen.

In der Riede Jungenberg des Wiener Bisamberg werden vorerst 15 ha Rebflächen im Zuge eines geförderten Projektes tropfenbewässert. Zahlreiche Genehmigungen der Stadt, nicht zuletzt das Einverständnis der Grundeigentümer, die ihre Flächen nicht mehr bewirtschaften und weggezogen sind, waren notwendig. Eine Herausforderung stellt die für die steilen Lagen erforderliche Pumpenleistung dar. Sicherzustellen war auch, dass die Quellschüttung ausreicht und stabil bleibt, so die Ausführungen von DI Schilling, einem Weinhauer sowie Vizepräsidenten der LK Wien.

Das Fazit: Die Mühe aller Beteiligten hat sich gelohnt, die Diskussionen waren originell bis kritisch und die von der BOKU organisierte Infrastruktur, ebenso wie das Essen, zu dem die Aula des Schwackhöfer ein passendes Ambiente bot, hervorragend. Nun gilt: Nach dem Kolloquium ist vor dem Kolloquium.

(Gebhard Aschenbrenner)

Programm 2004

„Gülle sinnvoll verwenden und verlustarm ausbringen“

Donnertag, 25. Nov. 2004, Schloss Krastowitz, Kärnten

9:30

Begrüßung:
Ing. Johann Mößler, Vize-Präsident der LWK Kärnten
und
Dipl.-Ing. Franz Schörghuber, Obmann des ÖKL

Moderation: Dipl.-Ing Michael Deimel, LWK NÖ und ÖKL

Vormittag:
9:45

Cross Compliance – Ziele und Vorgaben für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger
Dipl.-Ing. Dr. Robert Fenz, BMLFUW, Wien

10:10
Vermeidung von Nähstoffverlusten bei Lagerung
und Ausbringung
Dr. Andreas Gronauer, Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft,
Institut für Landtechnik, Bauwesen und Umwelttechnik, Freising-Weihenstephan,
Bayern
10:50
Gülleausbringung am Hang
Dipl.-Ing. Alfred Pöllinger, BAL Gumpenstein
11:20
Diskussion
11:30
Kaffeepause
11:50
Gülle in allen Kulturen – Pflanzenbauliche Aspekte
Dipl.-Ing. Erich Roscher, LWK Kärnten
12:20
Diskussion
12:30
Mittagspause
Nachmittag:
14:00
Biogas aus Gülle – Technik und Betriebswirtschaft
Ing. Martin Mayer, LWK Kärnten
14:40
Schlagkräftige Gülleausbringung mit dem ≥Gülletrac“
Ing. Markus Müller, MR Kärnten
15:05
Diskussion, Pause

15:35

Bodenschutz und Gülleausbringung in Oberösterreich
Dipl.-Ing. Franz Xaver Hölzl, LWK Oberösterreich

15:50

Das bieten die Gülletechnik-Hersteller:
Innovative Gülletechnik von Fliegl: Franz Windisch, Fliegl GmbH,
Töging, Bayern

Gewinnorientierte und umweltschonende Gülleausbringung mit dem ≥Möscha-Verteiler„:
Helmut Mößmer, Möscha, Oberroth, Bayern
Der ≥Exa-Cut„-Verteiler und die Möglichkeiten der Dosierung:
Mag. Karl Steinmann, Vacutec Gülletechnik GmbH, Wartberg a.d.
Krems, OÖ

Die Verschlauchung senkt den Bodendruck: Josef Pürstinger, Maschinenbau
Pürstinger,
Waldneukirchen, OÖ

17:00
Ende

Fotos 2004

img_kolloquium_1: img_kolloquium_2:
Eröffnung des Kolloquiums durch Kammervizepräsident Johann Mößler Begrüßung durch ÖKL-Obmann Schörghuber
img_kolloquium_3: img_kolloquium_4:
Podiumsdiskussion mit Andreas Gronauer, Alfred Pöllinger und Robert Fenz Bei der Diskussion: Gebhard Aschenbrenner
img_kolloquium_5: img_kolloquium_6:
Josef Boxberger und Andreas Gronauer Gerätevorführung im Schlosspark
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Gerätevorführung im Schlosspark Schleppschlauch
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Möschaverteiler Firmenvertreter: Helmut Mößmer (Möscha) und Karl Steinmann (Vakutec)
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Alfred Pöllinger, Eva-Maria Munduch-Bader, Franz Schörghuber Schlossansicht
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Gerätevorführung im Schlosspark Gerätevorführung im Schlosspark
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Schlosspark Empfang:: Rosmarie Nachtmann, Gerlinde Grall und Eva-Maria Munduch-Bader

ÖKL-Kolloquium 2001

Konservierende Bodenbearbeitung: sinnvoll & rentabel

Weltweit gehen jährlich riesige landwirtschaftlich genutzte Flächen verloren oder werden degradiert, Millionen Tonnen fruchtbarer Erde werden abgeschwemmt oder vom Winde verweht. Auch bei uns sieht man die Erosionsrinnen in den Maisfeldern der Hügelländer und die Staubfahnen auf den Ebenen im trockenen Osten.
Daher waren sich die vortragenden Wissenschaftler und Praktiker am ÖKL-Kolloquium Ende November in Wieselburg einig: Konservierende Bodenbearbeitung im Ackerbau ist eine Voraussetzung für Bodenschutz und eine nachhaltige Landwirtschaft.

Hier in Kürze die wichtigsten Aussagen:

Prof. Dr. Eduard Klaghofer: Die neun österreichischen Bodenschutzgesetze sollten vereinheitlicht werden; täglich werden rd. 20 ha (!) Boden versiegelt, verbaut, verbraucht.

Dr. Josef Rosner: 750.000 ha – mehr als 20% der landwirtschaftlichen Nutzfläche – sind erosionsgefährdet; allein mit intelligenter Handhabung der ÖPUL-Maßnahmen (einem international einzigartigen Modell!) lassen sich Boden-, Nährstoff- und Pestizidverfrachtungen um über 70% verringern!
Versuche seit 1994 in Niederösterreich haben ergeben, dass der Bodenabtrag durch Mulchsaat auf 42% und durch Direktsaat auf 23% gegenüber konventioneller Bestandesgründung reduziert wurde; Fusariosen und Mykotoxine sind auch ohne Pflugeinsatz beherrschbar; Arbeitszeit- und Maschinenkostenersparnisse sind signifikant.

DI Michael Deimel: Der Erfolg beginnt bei der Ernte der Vorfrucht: Rückstände fein und gleichmäßig verteilen! Sehr seichten Stoppelsturz durchführen, aber gut dabei rückverfestigen (Keimung, Wasserverlustminimierung).
Krumentiefe Bearbeitung nur vor ausgewählten Kulturen (z.B. Zuckerrüben) oder wenn eine Spatenprobe dies empfiehlt (muss aber keinesfalls wendend erfolgen; Ernterückstände an der Bodenoberfläche sind von Vorteil); ansonsten den Regenwurm und die Wurzeln der Zwischenfrüchte/Begrünungen arbeiten lassen.
Mit der Mulchsaat beginnen, es muss nicht gleich die Direktsaat sein.
Die geeigneten Maschinen (und der Maschinenring) sind vorhanden.

DI Dr. Siegrid Steinkellner: Standortbedingungen und Fruchtfolge sind die wesentlichen Parameter für die Ausbildung der Beikrautproblematik.
Im östlichen Trockengebiet sind nur gelegentlich Probleme durch Pflanzenkrankheiten zu erwarten, im Feuchtgebiet ist Fusariosen und Mykotoxinkontaminationen Augenmerk zu widmen; wesentlich ist jedoch die Fruchtfolgegestaltung aus phytopathologischer Sicht und bezüglich Schädlingsbefall.

DI Dr. Adelheid Spiegel: Es kommt zu einer gewissen Anreicherung der Nährstoffe sowie zu einer Absenkung des ph-Wertes in der obersten Bodenschicht. Der Gehalt an organischer Substanz dort erhöht sich signifikant.
Mulch-/Direktsaat (ohne krumentiefe Bearbeitung) stellt eine wirksame Maßnahme zur Begrenzung von Nitrat-Auswaschungen dar.

Die Landwirte Mag. Hermann Mittermayer, Gunskirchen und DI Dr. Alfred Schreiberhuber, Ansfelden bestätigten die Aussagen mit ihren Erfahrungen im Feuchtgebiet genauso wie Johann Peck, Andau und Ing. Hans Weißwasser, Obersiebenbrunn für den pannonischen Raum.
Hervorgehoben wurde vor allem auch der positive ökonomische und Arbeitszeiteffekt der konservierenden Bodenbearbeitung.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht, auch viele Schüler kamen in den Festsaal, um sich den einen oder anderen Vortrag anzuhören.

Wir möchten uns auch an dieser Stelle sehr herzlich beim Francisco-Josephinum für die Mithilfe und die Gastfreundschaft bedanken!

Der ausführliche Tagungsband ist im ÖKL zum Preis von 5 Euro erhältlich: 01/5051891, office@oekl.at

ÖKL-Kolloquium 2002

Agrarelektronik – Herausforderung der Zukunft

Bericht ÖKL-Kolloquium am 26. November 2002 in Wels, OÖ

Zu einem großen Erfolg wurde das ÖKL-Kolloquium 2002 zum Thema Agrarelektronik. Rund 120 Besucherinnen und Besucher konnte das ÖKL bei seiner jährlich stattfindenden Veranstaltung, diesmal in den schönen Räumlichkeiten der Bezirksbauernkammer Wels, begrüßen.

In ihren Einleitungen wiesen Ing. Franz Reisecker, Vizepräsident der LWK Oberösterreich, sowie Dipl.-Ing. Franz Schörghuber, Obmann des ÖKL, einerseits auf die lange Tradition des ÖKL-Kolloquiums und andererseits auf die Aktualität des Themas hin: Ab 2005 tritt eine EU-Richtlinie in Kraft, zu deren Erfüllung die Landwirte über das Geographische Informationssystem (GIS) Bescheid wissen sollten, weil dann die Genauigkeit des Flächenausmaßes laut Katasterplan nicht mehr ausreicht.

Dipl.-Ing. Gebhard Aschenbrenner, Mit-Geschäftsführer des ÖKL, erklärte dass das diesjährige Kolloquium Teil des umfassenden Projektes Elektronikeinsatz in der Landwirtschaft ist, das vom LFI, dem BMLFUW und von der EU gefördert wird. Ziel ist die Weiterbildung und Information der Landwirte.

Dipl.-Ing. Wolfgang Kutschenreiter, Strategieberater für Landtechnik im deutschen Gailingen meinte als erster Referent des Tages, dass eine bis spätestens 2006 in Kraft tretende EU-Verordnung den Landwirt zum „selbstverantwortlichen Lebensmittelunternehmer“ macht. Dies bedeutet, dass alle Maßnahmen (Düngen, Pflanzenschutz) sowie auch die Qualität dokumentiert werden müssen. Andererseits wird bereits bei der Applikation der Betriebsmittel eine Genauigkeit verlangt werden, die nur mittels Elektronik erreichbar ist.

Unter dem Motto „Wenn der Traktor mit dem Gerät spricht …“ verwies Dipl.-Ing. Reinhard Hübner von der DLG-Prüfstelle für Landmaschinen in Potsdam-Bornim auf die Vorteile der neuen ISO-BUS-Norm. Damit gelten weltweit einheitliche (Prüf-)Normen für elektronische Kommunikationssysteme zwischen Traktor und Arbeitsmaschine. Ein besonderer Vorteil ist die (Abwärts)-Kompatibilität der neuen Norm mit vielen bisher bestehenden Systemen.

Dipl.-Ing. Dr. Markus Baldinger von der Alois Pöttinger GmbH als österreichischer Hersteller zeigte Beispiele für die Anwendung des BUS-Systems beim Ladewagen, die es ermöglicht, auf einem „Bon“ genau die aufgewandte Zeit, die Feld-Hof-Entfernung, die Nutzlast und die bearbeitete Fläche auszudrucken. Die Mechatronik als Kombination von Elektronik und Mechanik ermöglicht es, einen Pflug völlig automatisch optimal an einen Traktor anzupassen und so Treibstoff zu sparen und den Verschleiß zu verringern.

Ing. Franz Linsbauer vom Bildungszentrum Mold, LWK NÖ erklärte das System des GIS und die „digitale Hofkarte“ im Hinblick auf die Flächenkontrollen: Die digitale Hofkarte entsteht durch das Übereinanderlegen von mehreren „Karten“ der bewirtschafteten Flächen. Dabei wird der Sollzustand seiner Grundstücke laut Kataster mit einem Orthofoto (entzerrtes Luftbild) verglichen. Eventuelle Differenzen dabei haben sich durch Bewirtschaftungsmaßnahmen in der Vergangenheit ergeben. Diese gilt es aufzuzeigen und zu korrigieren, damit die bei den Anträgen angegebenen Flächen mit den bei einer allfälligen AMA-Kontrolle vorgefundenen übereinstimmen.

Otto Krönigsberger, Konsulent des ÖKL und Mitarbeiter des ILUET der Universität für Bodenkultur, verwies auf die hohe Leistungsfähigkeit kleiner Hand-Helds. Diese handtellergroßen Geräte, auch Palms oder Pocket-PCs genannt, ermöglichen die Felderverwaltung und die Flächenvermessung bis hin zur Maschinensteuerung, zum Beispiel für die Anzeige von virtuellen Fahrgassen.

In den beiden letzten Beiträgen der Veranstaltung wurde es „praktisch“: Der Gutsverwalter von Hardegg, Ing. Herbert Eder verwies auf die Erfahrungen mit dem N-Sensor, der es ermöglicht, die Stickstoffmenge in Anpassung auf die wechselnde Bodennachlieferung abzustimmen. Akfm. Stefan Schneider von der Rübenrodegemeinschaft Weinviertel stellte anhand des Pilotprojektes zur Rübenernte einen „geschlossenen Datenfluss“ zwischen Maschinenring, Landwirt und Rübenübernehmer (AGRANA) vor, der sich heuer bereits gut bewährt hat und die Datenverwaltung sehr vereinfachte.

Der ausführliche Tagungsband ist im ÖKL zum Preis von 5 Euro erhältlich: 01/5051891, office@oekl.at

Lesen Sie mehr zum Thema auch unter Bildungsbroschüre Elektronikeinsatz in der Landwirtschaft.

ÖKL-Kolloquium 2003

Mit Traktor und Anhänger sicher unterwegs – ein erfolgreiches ÖKL-Kolloquium in Wels

Wie die zahlreichen Besucher des ÖKL-Kolloquiums „Mit Traktor und Anhänger sicher unterwegs“ bewiesen, wurde auch 2003- wie auch 2002 mit der „Agrarelektronik“ – ein aktuelles Thema aufgegriffen. – So der Präsident der OÖ. LWK, LAbg. Hannes Herndl in seiner Eröffnungsrede, in der er hinsichtlich der übrigen Aktivitäten des ÖKL erwähnte, dass die ÖKL-Richtwerte für die Maschinenselbstkosten der „fairen Abrechnung“ zwischen den Bauern dienen.

Die Themen der Fachreferenten reichten am Vormittag von den unterschiedlichen Bauarten der Anhänger (nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Bodendruck) über geforderte Bremsleistungen und die technischen Möglichkeiten für das Bremsen nicht zugelassener Anhänger bis zu den häufigsten Unfallursachen mit Traktoren und Anhängern und den sich daraus ergebenden Konsequenzen. Außerdem wurde das „Zug-Kugel System“ vorgestellt. Am Nachmittag standen der Transport von Gefahrgut und Möglichkeiten für die Erhöhung des Fahrkomforts für den Traktorfahrer im Mittelpunkt. Den Abschluss bildete die Präsentationen einiger Anhängerhersteller, die ihre spezifischen Lösungen vom Abschiebewagen bis zum Forstanhänger zeigten.

Alles in allem wurde das ÖKL – auch Herausgeber der kompakten Broschüre Der Traktor im Straßenverkehr – einmal mehr seiner Plattformfunktion gerecht, indem es Landwirte, Hersteller und Verkehrsreferenten der Länder beim ÖKL-Kolloquium „zusammenbrachte“.

Der ausführliche Tagungsband ist im ÖKL zum Preis von 5 Euro erhältlich: 01/5051891, office@oekl.at

 

Die Vorträge im Detail:

Die umfassende Darstellung des Themas begann mit dem Referat von DI Michael Deimel (LWK NÖ), der die Vielfalt unterschiedlicher Ausführungen von Anhängern und ihrer Ausrüstung, etwa den Bremsen, in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit bis zu den Gefahrguttransporten, darlegte. Gefahrgut können neben Spritzmitteln auch Treibstoffe und Reinigungsmittel sein, wobei es beim Transport mit Traktor und Anhänger in der Landwirtschaft Ausnahmen von den zahlreichen Bestimmungen gibt.
Ing. Erwin Feilmayr (Abt. Verkehrstechnik beim Amt d. OÖ. Landesregierung) ging u.a. auf die geforderten Bremsleistungen und die technischen Möglichkeiten für das Bremsen nicht zugelassener Anhänger ein.
Ing. Wilhelm Schagerl vertrat die Sicherheitsberatung der Sozialversicherungsanstalt der Bauern. In seinem Vortrag betonte er, dass Unfälle bei eigenem Verschulden in bestimmten Fällen nicht nur eine Regresspflicht gegenüber der Versicherung bedeuten, sondern auch schwere Verletzungen zur Folge haben können. Die meisten Unfälle mit dem Traktor ereignen sich beim Auf- und Absteigen, die folgenschwersten Unfälle sind jedoch die Fahrzeugstürze. Ein weitere Ursache bei Traktorstürzen sind mangelhaft oder ungebremste Anhänger bzw. angehängte Arbeitsmaschinen. In einigen Bilder zeigte Schagerl wahrhaft „atemberaubende“ Variationen von verbotswidrig zu Hebebühnen umfunktionierten Traktorfrontladern.
Dipl.-Ing. Herbert Bauer (Raiffeisen Umwelt Gesellschaft) erläuterte für den Landwirt wichtige Belange des Gefahrgutbeförderungsgesetzes und des Europäischen Übereinkommens bezüglich Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR), da der Land- und Forstwirt beim Bezug und Transport seiner Wirtschaftsgüter von diesen gesetzlichen Auflagen betroffen ist. Die relativ strengen Vorschriften bieten jedoch für die Landwirtschaft Ausnahmen.
Dipl.-Ing. Manfred Nadlinger (Bundesanstalt für Landtechnik Wieselburg) stellte in seinem Vortrag über Fahrkomfort und Fahrsicherheit landwirtschaftlicher Traktoren u.a. Untersuchungen vor, wonach eine gefederte Vorderachse die Wirkung des Komfortsitzes gleichsam mulipliziert. Sein Fazit: „Ob im Büro, im Auto, vor dem Fernseher oder am Traktor, achten Sie immer auf die „Sitzqualität“, sie ist mitentscheidend für Ihre spätere Lebensqualität.“

In der Diskussion bekannte selbst ein Verkehrstechniker, dass die Regelungen im Verkehrsrecht verwirrend seien und ein bundesländerweise unterschiedlich starker Wildwuchs etwa eine Nebelschlussleuchte für landwirtschaftliche Anhänger fordere. Bis dato ist am Traktor aber noch kein derartiger Anschluss vorgesehen… Eine österreichische Besonderheit (dazu ein Hersteller „Unikum“) ist der nicht zugelassene 10km/h-Anhänger. Wenn er aber – wozu ein moderner Traktor imstande ist und ermuntert – mit der bis zur vierfachen Geschwindigkeit gezogen wird, ist ein Unfall für den Landwirt fatal. (Zitat: „Das ist für den Richter so, als ob Sie im Ortsgebiet statt mit den erlaubten 50 km/h mit 200 unterwegs waren.)
Offenkundig wurde auch, dass die hydraulische Anhängerbremse einen – allerdings kostengünstigen Kompromiss – darstellen kann. Im Gegensatz zur seit Jahrzehnten genormten und bewährten Druckluftanlage sind in Österreich drei unterschiedliche, miteinander nicht kompatible Systeme zugelassen.

Das Kolloquium bot einigen Herstellern ein Forum, ihre breite Produktpalette vorzustellen:
Der größte Agraranhängerhersteller Europas fertigt – knapp zwei Kilometer von der Ostgrenze entfernt (dennoch nur in Österreich) auch den Dreiachser mit 36 Tonnen.
Der Abschiebewagen vermag auch Maissilage zu verdichten und so den Laderaum optimal auszunutzen. Weil nicht aufgekippt wird, ist er insbesondere für den Einsatz im Gelände geeignet.
Ein Hersteller demonstrierte den allerdings derzeit nur einzelgenehmigunsfähigen Vierachser. Das Gespann ist kürzer als eines aus zwei Anhängern, schaukelt sich weniger auf und lässt sich zurückschieben.
Beim Forstanhänger wird die Sicherheit durch einen Achsantrieb erhöht; nicht zuletzt hinsichtlich der Bremsung bietet die mechanische Triebachse hier ein Optimum.
Ausgehend von Österreich hat sich das „Zug-Kugel-System“ für höchste Stützlasten den europäischen Markt erschlossen (Fa. Scharmüller).

ÖKL-Kolloquium 2004

Gülle sinnvoll verwenden und verlustarm ausbringen

Das landtechnische Kolloquium 2004 des ÖKL fand erstmals auf freundliche Einladung der Landwirtschaftskammer Kärnten im Schloss Krastowitz bei Klagenfurt statt. Zugleich wurden im Garten Geräte zu den wesentlichen Ausbringungsverfahren für die Praktiker vorgestellt.

Das seit geraumer Zeit gewählte Thema „Gülle“ erwies sich im Licht der in Kraft tretenden Cross Compliance-Bestimmungen als besonders aktuell. Diese „anderweitigen Verpflichtungen“ sind laut Robert Fenz vom Lebensministerium ab 1.1. 2005 einzuhalten. Hinsichtlich des ÖKL-Themas geht es hier um das Nitrataktionsprogramm 2003 mit der Nitratrichtlinie, die nach acht Jahren Verhandlung mit der EU als Kompromiss in Kraft treten wird. Als bedarfsgerecht gelten demnach auf Acker 175 kg N und auf Grünland 210 kg N. Zusätzliche Mengen sind bewilligungspflichtig. Auch zeitliche Einschränkungen sind zu beachten, und nach längerer Übergangsfrist muss eine entsprechende Lagerkapazität für Wirtschaftsdünger vorhanden sein. Überprüft wird durch die AMA.

Andreas Gronauer (Institut für Landtechnik Freising-Weihenstephan) erläuterte die Einwirkungen von Gülle auf Wasser und Luft. Die Abgasung z.B. von NH3 (treibhauswirksam!) hängt von dessen Konzentration in der Gülle, von der Temperatur, der Luftgeschwindigkeit, der Oberfläche und vom pH-Wert ab, was gegen die kostengünstigen Güllelagunen spricht. Empfehlenswert sind vielmehr die üblichen Betongruben mit einem Durchmesser : Höhenverhältnis zwischen 1 : 3 und 1: 4. Weil bei der Ausbringung bis zu 80 Prozent des Ammoniaks binnen einer halben Stunde freigesetzt werden können, ist eine unmittelbare Einarbeitung und die Berücksichtigung der erwähnten Klimafaktoren notwendig.

Alfred Pöllinger (BAL Gumpenstein) ging auf die Gülleausbringung am Hang ein. Nach wie vor wird hier das Fass am häufigsten verwendet.

Für den gerade in Kärnten weit verbreiteten Mais stellt Gülle – richtig eingesetzt – den idealen Dünger dar, wie Erich Roscher (LWK Kärnten) nachwies.

Franz-Xaver Hölzl (Landwirtschaftskammer Oberösterreich) verwies darauf, dass die zentrale Maßnahme im Gewässerschutz die Lagerkapazität ist. Denn wenn die „Grube übergeht“ und der Landwirt deshalb etwa zur vegetationslosen Zeit ausbringen muss, gefährdet er das Grundwasser, das gerade in dieser Zeit neu gebildet wird.

Nach Markus Müller vom Maschinenring Goldbrunnhof bringt der „Gülletrac“ einer bäuerlichen Gemeinschaft bis zu 100 m“ pro Stunde aus. Die „Hundeganglenkung“ erlaubt eine relative Bodenschonung.

Für die Produktion von Strom aus zu Biogas veredelter Gülle herrschen derzeit relativ günstige Bedingungen, so Martin Mayer (LWK Kärnten). Der Gasertrag einer Kuh beläuft sich übrigens auf 1.200 kWh pro Jahr

Am Nachmittag wurde den zahlreichen Kolloquiumsbesuchern eine umfangreiche Firmenpräsentation geboten. Das Produkt eines bayrischen Familienbetriebes (Möscha) ist kostengünstig und relativ einfach konstruiert; dennoch erreichte es im DLG-Test in seiner Gruppe das beste Ergebnis. Das Problem von Fremdkörpern in der Gülle, die in relativ enge Schleppschläuche gelangen können, löst Fliegl mit einem Schneckenverteiler, die Firma Vakutec mit dem „Exa-Cut-Verteiler“, der organische Fremdkörper zusätzlich zerkleinern kann. Maschinenbau Pürstinger stellte das Verfahren der Verschlauchung vor: weil der Verteiler nicht von einem Fass, sondern von einem nachgezogenen Schlauch versorgt wird, können mit nur minimalem Bodendruck auch steile Hänge gedüngt werden. Für einen wirtschaftlichen Einsatz ist eine möglichst arrondierte Lage mit nicht zu kleinen Schlaggrößen Voraussetzung.

Der ausführliche Tagungsband ist im ÖKL zum Preis von 5 Euro erhältlich: 01/5051891, office@oekl.at

ÖKL-Kolloquium 2005

Kraftstoffkosten sparen in der Landwirtschaft

Die Kraftstoffkosten sind für die Landwirte zu einem bedeutenden Ausgabeposten geworden, und mit über 140 TeilnehmerInnen entsprechend gut besucht war das diesjährige Kolloquium des ÖKL an der Universität für Bodenkultur. Landwirte waren ebenso vertreten wie Kammern, Behörden, Maschinenringe sowie Firmen und Schulen.

Angesichts der letzteren Gruppe nützte der Vizerektor der Bodenkultur die Gelegenheit, auf ein mögliches Studium an der Universität des Lebens“ hinzuweisen.

Die Tagungsmappe kann zum Preis von 5 Euro im ÖKL bestellt werden: 01/505 18 91 oder office@oekl.at

Das Kostensparen wurde von den Referenten, von denen drei aus renommierten Institutionen in Deutschland kamen, umfassend behandelt: Zum einen in der Verbrauchsminderung, zum anderen durch den Einsatz von Pflanzenkraftstoffen, die – vornehmlich in Form von Rapsöl – auf heimischen Äckern wachsen. Wenn dieses in Dieselmotoren verwendet wird, so kommen nur Qualitäten in Frage, die auch für Konsumzwecke geeignet sind. (Dazu passt eine aktuelle Schlagzeile „Rapsöl verteuert Margarine“.) Altfette erfüllen die sogenannte Weihenstephaner Norm nicht. Die Verarbeitung und Lagerung ist genauso anspruchsvoll wie der Umbau des Motors: Längst nicht alle der 100 im deutschen Versuchsprogramm eingesetzten Traktoren hielten bis zum Schluss des Tests durch. Der Referent sprach angesichts der zahlreichen Anbieter und Umbaukonzepte von einer Goldgräberstimmung. Immerhin scheinen in Österreich Qualität und Konzept zu stimmen, denn hier verläuft der Test mit ca. 30 Motoren durchwegs positiv.

Im Zuge der Podiumsdiskussion berichtete ein österreichischer Pionier davon, dass er mehrere hunderttausend Kilometer mit seinem PKW zurückgelegt hat, und auch die Traktoren störungsfrei liefen. Auf die Erzeugung und Verarbeitung des Öls verwendet auch er höchste Sorgfalt.

Nicht alle Dieselmotoren scheinen für den Umbau gleichermaßen geeignet: Ein hohes Bohrung: Hub-Verhältnis ist ebenso günstig wie ein hoher Einspritzdruck, der die Zerstäubung verbessert. Am Schluss der Kette liegt es noch am Landwirt, den Motor möglich wenig im Teillastbereich zu betreiben oder in diesem Fall doch mit herkömmlichen Dieselöl zu fahren.

Ein Experte gab Tipps zum Treibstoffsparen: Es sollte bei begrenzter Traktorleistung eher mit größerer Arbeitsbreite als mit höherer Geschwindigkeit gearbeitet werden. Weiters treibt der Landwirt den „Teufel mit dem Beelzebub“ aus, wenn er Teile auf den Pflug aufschweißt statt die Verschleißteile zu wechseln ˆ der zusätzliche Treibstoff bedarf frisst die „Einsparung“ mehrfach auf. Auch ist es kontraproduktiv, mit großer Schnittbreite zu pflügen, um Diesel einzusparen, wenn dann die mangelnde Krümelung mit dem vermehrten Einsatz von Folgegeräten ausgeglichen werden muss. Es spart auch Kraftstoff, wenn die blanken Teile an Bodenbearbeitungsgeräten über den Winter eingefettet und demnach nicht mehr erst blankgerieben werden müssen. Dass der Traktor technisch in Ordnung sein muss (Luftfilter, Verdichtung, Düsen), versteht sich von selbst. Ein Praktiker ergänzte in der Diskussion, dass der Kraftstoffbedarf exponentiell ansteigt, wenn unnötig tief gepflügt wird. Das Kraftstoffsparen findet vornehmlich im Kopf des Betriebsleiters statt …

Ein Wissenschaftler der BOKU verdeutlichte noch, dass 1 cm zusätzliche Pflugtiefe auch zusätzliche 100-150 Tonnen bewegtes Bodenvolumen bedeutet. Ein garer, organisch gedüngter Boden kann den Zugkraftbedarf bis zu 38% reduzieren, wie Untersuchungen an der zugehörigen Versuchswirtschaft in Großenzersdorf ergaben.

Die Motorleistung wird inzwischen durch vielerlei Normen angegeben; die aussagekräftige DIN-Norm wird (≥Wie es euch gefällt„) zunehmend von EG-, EC und der ISO-Norm verdrängt, wobei letztere zumindest weltweit gilt. Der Referent empfand es zu Recht als Ärgernis, wenn ein Motor am Prüfstand ohne Lüfter – der bis zu 10% der Leistung beansprucht – gemessen, und dann diese Verlustleistung hinzugerechnet wird. Da vorläufig eine vernünftige Norm nicht in Sicht ist, empfiehlt der Fachmann, sich die Zapfwellenleistung vom Hersteller angeben zu lassen. Diese steht meist nicht in den Prospekten, ist aber in den USA anzugeben und mit nur 2% Abweichung auch zu garantieren! Abschließend forderte der Vortragende dringend darauf hinzuwirken, dass es zu einer praxisgerechten Norm kommt.

Eine Leistungssteigerung in mechanischer Form war am Traktor schon immer möglich, indem – unter Verletzung einer Plombe – der Volllastanschlag verstellt wurde. Das Chiptuning ist intelligenter und beeinflusst das Signal der elektronischen Einspritzregelung, indem es dieser „vortäuscht“, dass die vorgegebene Menge noch nicht gefördert wurde. Untersuchungen am Francisco Josephinum (der BLT) haben ergeben, dass sich die Verbrauchskurven nur im Maße mit der Mehrleistung erhöhen. Die Emissionen bei den einzelnen Schadstoffen sind uneinheitlich, wenngleich sich insgesamt ein Vorteil zugunsten der getunten Motoren ergibt. Der § 33 des KFG erlaubt nur 5% Mehrleitung ohne neuerliche Genehmigung. Die Versicherung bleibt nur dann leistungsfrei, wenn ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Mehrleistung und einem Unfall besteht. Der Traktor muss auch hinsichtlich Getriebe und Kühlung das Tuning vertragen. Von Seiten der Chiphersteller ist vieles möglich, denn es ließen sich 160% der Ursprungsleistung erzielen, wobei das Begrenzende hier nicht das „kleine Kästchen“, sondern der Traktor war …

Alles in allem handelte es sich beim Kolloquium 2005 um eine „runde“ Veranstaltung, so die einhellige Meinung.

ÖKL-Kolloquium 2006

Durch richtige Bereifung die Bodenbelastung senken

Das ÖKL-Kolloquium am 23. November 2006 an der Universität für Bodenkultur Wien behandelte heuer Bodendruck und Bereifung.

Im Sinne der Nachhaltigkeit war es für den Landwirt schon immer sinnvoll, seinen Hauptproduktionsfaktor ≥Boden„ in gutem Zustand zu erhalten; nicht zuletzt dadurch, dass er die Bodenbelastung senkt.

Davon hängt schließlich der Ertrag und letztlich das Einkommen ab. Neue Vorgaben im Zuge der ≥Cross Compliance„ kommen nun hinzu. Das war für das ÖKL Grund genug, sein diesjähriges Kolloquium unter dem Titel „Durch richtige Bereifung die Bodenbelastung senken“ dem System Bereifung – Boden zu widmen. Der zahlreiche Besuch von Landwirten, Reifenherstellern, aber auch aus dem Bereich der Wissenschaft bewies zusammen mit der Diskussion, dass das Kolloquium auch 2006 wieder ein aktuelles Thema hatte.

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Der Boden speichert nicht nur Wasser und Nährstoffe sondern kann auch die Bearbeitung offenbaren: Obwohl das Roggenfeld inzwischen gepflügt wurde, sind die Fahrspuren des Mähdreschers – vgl. feuchte Erntebedingungen 2006 – noch immer sichtbar. Der Traktor auf dem Bild ist mit bodenschonenden Zwillingsreifen ausgestattet. (FOTO: G. Aschenbrenner, ÖKL)

Schon bei der Begrüßung schlug der Rektor der Universität für Bodenkultur, Univ. Prof. Dr. Hubert Dürrstein einen Bogen zur Klimaänderung: Die Anomalien (u.a. der seit Menschengedenken wärmste Herbst heuer) ist für ihn kein Zufall, sondern die Folge eines durch menschliches Zutun degradierten Bodens, der seine Funktion als CO2-Speicher nicht mehr überall voll erfüllen kann. (Im Zuge der Diskussion sollte in diesem Zusammenhang später von ≥Reparaturkosten„ gesprochen werden.)

Der Zustand der österreichischen Böden ist – gemäß DI Erwin Murer (Petzenkirchen) – nicht zuletzt aufgrund des hohen Grünlandanteils gut. Die Ertragsfähigkeit ist durch die Bodenschätzung schon lange dokumentiert; nun kann etwa die Wasserhaltfähigkeit, aber auch die Belastung durch Fremdstoffeintrag von 10.000 Standorten ebenso digital abgerufen werden wie das Rückhaltevermögen für Nitrat.

Dr. Gerhard Moitzi, Institut für Landtechnik der Universität für Bodenkultur, wies nach, dass die Radlast von Erntemaschinen stark zugenommen hat. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass damit eine Bodenverdichtung einhergeht, wenn der Druck im den möglichst breiten Reifen niedrig gehalten wird.

In die gleiche Kerbe hieb der promovierte Fachmann Dr. Weißbach (D) und brachte dazu noch die ≥Überrollung„ ins Spiel, deren Anzahl beschränkt bleiben soll. Breiter werdende (Ernte-)Maschinen tragen dazu bei. Gemäß einer Faustregel sollte der Luftdruck beim Anbau nicht höher als 1,5 bar und zur Ernte, da der Boden trocken, abgesetzt und damit tragfähiger ist, 2 bar nicht überschreiten. Wenn aber das Getreide mit (alten) LKW-Anhängern, deren Reifen für eine hohe Tragfähigkeit mit 9 bar aufgepumpt sind, abgefahren wird, lassen sich tiefe Spuren und Schäden im Unterboden nicht vermeiden. Im Idealfall wird der Druck jeweils auf Acker und Straße angepasst, was allerdings nur eine Minderheit der Landwirte tut. Wenn die Messung in jedem Rad einen anderen Druck oder den zwar gleichen, aber völlig überhöhten Montagedruck zeigt, ist wenig Problembewusstsein vorhanden.

Interessant ist, dass der Wirkungsgrad des Fahrwerkes zwar innerhalb enger Grenzen, aber mit dem Schlupf zunimmt; dabei sollten 15% nicht überschritten werden. Das ≥on-land“-Pflügen würde eine Pflugsohle vermeiden, fordert aber im Gegensatz zum Fahren in der Furche dauernde hohe Aufmerksamkeit und konnte sich daher nicht durchsetzen.

Bei Raupenfahrwerke ist die Bauweise mit gefederten Leiträdern von Bedeutung, um den Boden tatsächlich nicht zu belasten; die Auflagefläche alleine ist dazu nur ein Faktor. Mehr als 500 PS können nur noch mit dieser Bauweise übertragen werden.

Dr. Etienne Diserens von der Forschungsanstalt in Tänikon (CH) beschäftigte sich mit den Implement (=Anhänger)Reifen. Nachträglich montierte größere Reifen haben zwar mehr Auflagefläche, erhöhen aber im Gelände die Kippgefahr und lassen die Bremsleistung sinken. Auch kann durch den nach vorne wandernden Schwerpunkt Gewicht auf die Hinterachse des Traktors wirken und diese – ebenso wie die Anhängekupplung – überlasten.

Ein weiterer Vortrag legte dar, dass die vielen landwirtschaftlichen Reifenmarken letztlich nur fünf Herstellern angehören. In Europa ist der Gürtelreifen das ≥Um und auf„, nicht aber weltweit gesehen. Abnormal verschlissene Reifen gehen für gewöhnlich nicht auf das Konto des Herstellers, sondern sind u.a durch falsche Vorspur bzw. unrichtgen Sturz, Allradantrieb auf der Straße oder sich nicht lösende automatische Sperren bedingt.

DI Detlef Walter, Verwalter eines Gutes in Grafenegg vermeidet Bodenverdichtungen durch konsequente Minimalbodenbearbeitung. Er bedauert in seinem Vortrag, dass sich der Ertrag, die Nährstoffversorgung, Leitfähigkeit(Feuchte) mittels GIS genau erfassen lassen – letztlich fehlt aber immer noch eine Algorithmus, der die Daten sinnvoll verknüpft.

Ausstellung:

Am Parkplatz vor dem Schwackhöfer-Haus wurden bodenschonende Reifen der wichtigsten Hersteller gezeigt. Für Zwillingsräder gibt es verschiedene Möglichkeiten der verdrehsicheren Montage, was ebenfalls dargestellt wird. Bei der „Kurmann-Achse“ werden die Räder der bisherigen Tandemachse in einer Ebene – quasi zwischen den Außenrädern und mit diesen pendelnd verbunden – angeordnet. Pöttinger wendet das Prinzip für zwei Achsen an und kommt so zum ebenfalls präsentierten „Achtradfahrwerk“.

Die Tagungsmappe ist zum Preis von 5 Euro im ÖKL erhältlich: 01/505 18 91, office@oekl.at

Weitere Informationen erhalten Sie bei DI Gebhard Aschenbrenner.