ÖKL-Seminar „Die Herde im Griff“

Am 18. Juni 2018 fand an der LFS Otterbach in St. Florian/Schärding das ÖKL-Seminar zum Thema „Die Herde im Griff: Herdenmanagement und Gesundheitsmonitoring in der Milchviehhaltung“ statt.

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ÖKL-Praxisseminar „Flex- und Bandschneidwerke“

Vorschau: Im September findet ein ÖKL-Mähdruschseminar mit dem Schwerpunkt auf Flex- und Bandschneidwerke für Sojakulturen statt. Agrartrainer Klaus Semmler garantiert einen interessanten Tag, an dem mehrere Schneidwerke demonstriert werden!
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ÖKL-Praxisseminar Flex- und Bandschneidwerke

Moderne Technik für höheren Durchsatz

VORSCHAU: September 2018, Nähe Baden in NÖ

Schwerpunkt SOJA

Die Konstruktion des Schneidwerks und dessen Einstellung stellen am Mähdrescher den ersten wichtigen Einflussfaktor auf einen möglichst hohen Durchsatz des Erntegutes dar. Entsteht hier ein ungleichmäßiger Gutfluss, werden sowohl die Flächenleistung als auch die Qualität der Ernte vermindert. Das diesjährige Mähdrusch-Seminar des ÖKL legt den Schwerpunkt auf Neuentwicklungen in der Schneidwerkstechnik. Diese Entwicklungen ermöglichen einen erhöhten Durchsatz und eine schonende Überführung zum Dreschwerk. Anhand von mehreren Herstellern werden die Unterschiede in der Gutzuführung demonstriert.

Agrartrainer Klaus Semmler erläutert die theoretischen Hintergründe und Erfahrungen zu Dreschwerks- und Maschineneinstellungen unter schwierigen Erntebedingungen, die technischen Modifikationen und Anpassungen zur Durchflusssteigerung. Am Feld zeigt er anschließend die maschinenspezifischen Unterschiede und Optimierungsmöglichkeiten (6 Schneidwerke!!!).

Termin: September 2018          
Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben!

Ort: Nähe Baden bei Wien, NÖ

Tagesprogramm

08.30 Uhr Registrierung, Kaffee
09.00 Uhr Begrüßung

09.05 Uhr Theorie Klaus Semmler, Agrartrainer: „Grundlegende Ansatzpunkte zur Erhöhung von Durchsatz und Qualität“

12:30 Uhr Mittagspause

13:15 Uhr Praktischer Teil
Es werden in der Praxis Einstellmöglichkeiten besprochen und folgende Schneidwerke demonstriert:   

  • HoneyBee AirFlex
  • John Deere Flex Draper
  • MacDon
  • Case 3162 TerraFlex
  • Massey Ferguson Powerflow
  • Claas

16.30 Uhr voraussichtliches Ende

ÖKL-Praxisseminar: Die Herde im Griff !

ÖKL-Praxisseminar Herdenmanagement & Gesundheitsmonitoring in der Milchviehhaltung

Auch in der Milchproduktion bietet die Digitalisierung ein breites Spektrum an Möglichkeiten, Daten über den Milchviehbestand zu sammeln, zu interpretieren und für die Tiergesundheit und eine effiziente Milchproduktion verwerten zu können. Das ÖKL-Seminar am 18. Juni 2018 an der LFS Otterbach in St. Florian am Inn liefert neben theoretischen Grundlagen auch technische Lösungsmöglichkeiten und Interpretationshilfen für eine erfolgreiche Produktion!

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ÖKL-Seminar: Die Herde im Griff

Herdenmanagement & Gesundheitsmonitoring in der Milchviehhaltung

Bericht vom ÖKL-Praxisseminar am Montag, 18. Juni 2018

Am 18.6.2018 fand an der LFS Otterbach, St. Florian/Schärding, das ÖKL-Seminar zum Thema „Die Herde im Griff: Herdenmanagement und Gesundheitsmonitoring in der Milchviehhaltung“ statt. Mit 24 Teilnehmern entstand eine angenehme Gruppengröße, in der die vorgetragenen Themen konstruktiv diskutiert werden konnten. Das Publikum setzte sich zum Großteil aus Landwirten, aber auch aus Tierärzten, Beratern und Lehrern anderer Landwirtschaftsschulen zusammen.

DI Christian Fasching eröffnete mit seinem Vortrag zu Grundlagen und Fakten im sensorgestützten Herdenmanagement. Begleitet von einer Online-Umfrage zum Thema gelang es ihm, die aktuelle Situation und den Stand der Technik darzustellen. Mit aktueller Technologie lassen sich Variationen in der Rationsgestaltung und -qualität ebenso genau darstellen wie Gesundheits- und Bewegungsdaten der Tiere. Er hob auch die arbeitswirtschaftlichen Vorteile eines digitalen Managementsystems hervor, die langfristig in der Arbeitszeitersparnis und -planung liegen.

Dr. Christa Egger-Danner (im Bild links, gemeinsam mit Stephanie Auinger) hob in ihrem Vortrag die Wichtigkeit eines Datenverbundes hervor. Die Vernetzung der Daten verschiedener Systeme an einem Betrieb stellt eine der größten Herausforderungen in der Digitalisierung dar. Einheitliche Standards und Schnittstellen zum Wohle der Praktikabilität sind gefragt. Die Anwendung des Rinderdatenverbundes (RDV) macht das Herdenmanagement für den Landwirt, und eine einfachere tierärztliche Bestandesbetreuung möglich. Weitere Entwicklungen vor Allem zur Überwachung der Tiergesundheit sind geplant. In Zukunft sieht Frau Dr. Egger-Danner eine stärkere Entwicklung zur Nutzung digitaler Technologien in der Milchviehhaltung. Wesentliche Vorteile werden in der Steigerung von Tierwohl und Tiergesundheit, der Einsparung von Ressourcen und präziseren Datengrundlagen für die Züchtung erwartet.

Rita Kapp (Lely), Dr. Laura Lidauer (Smartbow) und David Gappmaier (smaXtec) stellten im Anschluss die Herstellerlösungen in der Sensortechnik vor. Die Möglichkeiten gehen hier von Messungen der Milchqualität, Bewegungsrate und Ortung im Stall und auf der Weide bis zu Widerkautätigkeit, Brunst- und Abkalbeerkennung sowie Gesundheitsmonitoring. Die Programme können sowohl am PC, als auch per App am Handy bedient werden.

Durch Dr. Franz Gewessler (Bildmitte) wurden die Erfahrungen aus der Praxis präsentiert. Die Notwendigkeit der Datengenerierung ist für ihn unumstritten. Durch sie kann eine genaue Vorbereitung der Behandlung möglich werden. Allerdings nur, wenn präzise Daten schon im Vorfeld für den Tierarzt verfügbar sind. Aktuell ist die Datenqualität noch nicht ausreichend und die Zuverlässigkeit für Tierärzte zu gering. Eine zentrale und unabhängige Datensammelstelle (z.B. Raumberg-Gumpenstein) wäre wünschenswert, um Daten für den jeweiligen Gebrauch zu verarbeiten und bereitzustellen (Landwirt, TGD, Tierarzt, Züchtung, Wissenschaft).

Am Nachmittag wurde die Gruppe von Betriebsleiter Sebastian Langmair durch die Anlage der LFS Otterbach geführt. Der Stall wurde im Oktober 2016 eröffnet und es wird bereits ein Managementsystem mit Bewegungsaufzeichnung verwendet. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat sich hier die Möglichkeit geboten, Praxisfragen zu stellen, die durch den Bewirtschafter beantwortet wurden. Eine offene Diskussionsrunde schloss die Veranstaltung ab.

Das Seminar wurde mit 2 Stunden als TGD-Weiterbildung anerkannt.

Das ÖKL veranstaltete diesen Fachtag in Zusammenarbeit mit Rinderzucht Austria.

(Gruppenfoto ganz oben: Stephanie Auinger, Landwirt,
andere Fotos: ÖKL)

Einladung & Programm

AGB


Bericht ÖKL-Seminar Drainage März 2018

Am 29.3.2018 wurde zum wiederholten Mal ein ÖKL-Seminar zum Thema „Spülung und Reparatur von Drainagen“ abgehalten. Als Mitveranstalter stellte uns die Forst- und Gutsverwaltung Hardegg in Großkadolz einen Seminarraum und Flächen zur Praxisdemonstration zur Verfügung.

Albert Spreu, Geschäftsführer des RKL, führte die Teilnehmer in die vielschichtige Materie rund um Drainagen ein. Sie gewährleisten eine funktionierende Entwässerung und damit erst die Bewirtschaftung mancher landwirtschaftlicher Flächen. Funktioniert diese Entwässerung nicht mehr, müssen Spül- und Reparaturmaßnahmen getroffen werden.

Die Ursachen einer Verstopfung

 Zur Zeit der Neuanlage vieler Drainagesysteme wurden vorwiegend Tonrohre verwendet. Sie zeichneten sich vor allem durch ihre lange Haltbarkeit von bis zu 100 Jahren aus. Diese Zeitspanne nagt allerdings am Material der Rohre, sodass die Stabilität und Funktionalität durch Materialermüdung nicht mehr gegeben ist. Zusätzlich haben sich im Vergleich die Maschinengewichte über die Zeit drastisch erhöht. Die früher häufig eingesetzten Tonrohre sind also gewaltigen Belastungen ausgesetzt, die zum Bruch der Rohre führen. Aber auch Verockerungen oder eingewachsene Wurzeln können die Ursachen der Verstopfung sein.

Ein gebrochenes oder verlegtes Drainagerohr führt unweigerlich zu Vernässungen im Feld und im schlimmsten Fall zu eingesunkenen Maschinen und Ertragsausfällen auf der betroffenen Fläche. Die Erhaltung der Funktionsfähigkeit ist also ein ganz wesentlicher Beitrag zum verlässlichen Betriebserfolg. Rechtzeitig gesetzte Maßnahmen zur Instandhaltung sparen Zeit und Geld, vor allem wenn in ohnehin arbeitsreichen Jahreszeiten Maschinen steckenbleiben.

Reparatur          

An vernässten Stellen kann Anfangs mit einem Bagger o.Ä. vorgearbeitet werden. Für die letzten 20 cm bis zur Drainage empfiehlt sich allerdings das Graben mit einer Schaufel, um die Verrohrung nicht völlig zu zerstören. Bei der Reparatur ist eine provisorische Lösung nicht empfehlenswert. Sie hält gewöhnlicherweise nicht lange, sodass nach kurzer Zeit eine erneute Reparatur notwendig ist. Besser ist es, das beschädigte Stück großzügig auszutauschen. Beim Einsetzen der Rohre ist darauf zu achten, dass der darunter liegende Boden verfestigt ist. So können die Rohre auf einen stabilen Untergrund gelegt werden der nicht mehr nachgibt. Ein Praxistipp: eine Verlängerung des mittleren Baggerzinkens beim Ziehen der Gräben erzeugt eine Vertiefung, in die das Drainagerohr bequem gelegt werden kann. Beim Verfüllen der Gräben ist insbesondere bei steinigen Böden sorgsam vorzugehen. Eine Ummantelung mit Stroh verhindert das Einschlämmen von Material. Eine Lage Schotter (Sortierung 16/32 mm) über dem Schlauch schont diesen und vergrößert außerdem den Einzugsbereich.

Spülung

Regelmäßiges Spülen verhindert das Zuwachsen bzw. Versanden oder Verschlämmen der Anlagen. Zum Zusetzen kann es auch durch Verockerung kommen, einer chemischen Reaktion des  Eisens im Drainagewasser. Im Vorfluter wiederum können Schlieren entstehen, die wie Öl aussehen und ebensolchen Alarm auslösen können! Beim Spülen ist darauf zu achten, dass nicht zu große Mengen Ocker die Kiemen von Fischen verkleben.

Die praktischen Vorführungen zur Spülung und Drainage-Inspektion mit einer Kamera wurden in Zusammenarbeit mit der Firma Berl „kommunal services“, einem überregional tätigen Unternehmen auf einer Fläche der Forst- und Gutsverwaltung Hardegg durchgeführt. Eine Besonderheit am Spülfahrzeug ist, dass das Spülwasser gleich darin gereinigt und somit der Frischwasserverbrauch verringert wird.

Die fahrbare Kamera mit elektrischem Antrieb lässt sich mit unterschiedlich großen Rädern ausrüsten und kann sich auch noch bei 15 cm Rohrdurchmesser zu bewegen. (Foto: G. Hauer/LK NÖ).

Das erzeugte Bild aus der „Froschperspektive“. (Foto ÖKL)

Bei stärkeren Ablagerungen  können sich aktiv bewegende Fräsköpfe eingesetzt werden. In einem Fall werden durch Unwucht Schwingungen erzeugt, die die Ablagerungen lösen. In schwierigeren Fällen rotieren Ketten wie bei Mulchgeräten.

 

Unterschiedliche Fräsköpfe bzw. Arbeitswerkzeuge (Foto: ÖKL)

Die Seminarteilnehmer waren Landwirte, Obmänner von Wassergenossenschaften und Mitarbeiter von Landesregierungen Stellenweise geriet die Diskussion zum (österreich-) spezifischen Erfahrungsaustausch, bei dem Albert Spreu sich in der Rolle eines Moderators sah. Daher musste der Theorieteil mit Grundsatzüberlegungen und vielen nützlichen Tipps verlängert werden. Der Vortragende Albert Spreu hält Vorträge in verschiedensten Regionen, auch in der Ukraine und Kasachstan.

ÖKL-Praxisseminar Spülung und Reparatur von Drainagen

Immer größere und schwerere Maschinen erledigen die Arbeit. Durch die hohen Achslasten, die auf den Untergrund wirken, kann es an vernässten Stellen durch verstopfte Drainagen dann schon mal zu versinkenden Maschinen, aufwändigen Bergeaktionen und Flurschäden kommen. Das ÖKL-Praxisseminar „Spülung und Reparatur von Drainagen“ Ende März zeigte, was hier zu tun ist!

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ÖKL Praxisseminar Spülung und Reparatur von Drainagen

Ausführlicher BERICHT

Die Effizienzsteigerung macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt, und so erledigen immer größere Maschinen die Arbeit, die früher von mehreren Arbeitskräften bewerkstelligt wurde. Mit der steigenden Größe werden allerdings auch die Achslasten, die auf den Untergrund wirken, immer höher. Im Fall von vernässten Stellen durch verstopfte Drainagen kann es dann schon mal zu versinkenden Maschinen, aufwändigen Bergeaktionen und Flurschäden kommen. Die Ursachen dafür sind meist eingeschlämmter Sand, Wurzelwuchs in die Rohre, Verockerung oder durch Maschinengewicht verschobene Drainagerohre. Mit einer Drainagespülung kann man Verstopfungen meist vorbeugen. Reicht eine Spülung nicht aus, muss die Leitung anhand von Verlegungsplänen (wenn vorhanden) aufwändig gesucht werden. Beide Vorgänge werden in diesem ÖKL-Seminar sowohl in der Theorie als auch in der Praxis behandelt!

Einladung & Programm DRAINAGE [pdf]

Donnerstag, 29. März 2018

Guts- u. Forstverwaltung Maximilian Hardegg
Großkadolz 1, A-2062 Seefeld-Kadolz

Tagungsbeitrag:             
Mit LW Betriebsnummer: 80 €
Ohne LW Betriebsnummer: 110 €

Mittagspause im Gasthaus Seefelderhof
Seefeld 18, 2062 Seefeld-Kadolz
Die Kosten für die Mittagspause sind von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Ort zu bezahlen!

Tagesprogramm:

08.30 Uhr Registrierung, Kaffee
09.00 Uhr Begrüßung

Vortrag Albert Spreu, RKL

  • Gründe für das Zusetzen von Drainagen
  • Richtiges Gefälle
  • Auswahl geeigneter Rohre und Füllmaterial
  • Bodenhorizonte

12:30 Uhr Mittagspause

13:15 Uhr Praktischer Einsatz

Beim Praxisteil werden das Spülen und die Drainage-Inspektion mit einer Kamera demonstriert

 

ÖKL-Bericht: Umweltgerechter und effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Bericht vom ÖKL Praxisseminar „Umweltgerechter und effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“ am 13. und 14. Februar 2018

Mit insgesamt etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand das ÖKL-Seminar zum Thema Mischbarkeit, umweltgerechter und effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln am 13.2. am Francisco Josephinum in Wieselburg und am 14.2. an der Gartenbauschule in Ritzlhof gut besucht statt. Beide Schulen konnten durch ihre landwirtschaftliche Ausrichtung eine perfekte Infrastruktur für dieses Seminar bieten.

Zur Eröffnung wurde durch die AGES das Thema der Ökotoxikologie und Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln angesprochen. Zur Risikoeinschätzung bei der Anwendung von PSM werden von der AGES die verträglichen Umweltkonzentrationen genau ermittelt. Dazu werden Stoffeigenschaften untersucht, Studien mit Wirkstoffen & Metaboliten und entsprechende Modellierungen erstellt. Dabei überprüfen und beurteilen die zuständigen Wissenschaftler bei allen PSM deren Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere, Insekten und Bodenorganismen. Denn auch wenn man bei Pflanzenschutzmaßnahmen den gewünschten Effekt bei Schädlingen und Beikräutern erreicht, so kann man durch falsche Handhabung auch Schäden an Nützlingen wie Bodenwürmern, Springschwänzen oder etwa Bienen verursachen. Dabei werden nicht nur die Wirkstoffe in den vertriebenen Formen als Suspension oder Granulat untersucht, sondern auch ihre Abbauprodukte auf schädliche Auswirkungen auf Boden, Wasser, Pflanzen und Tiere geprüft. Darüber hinaus können Wirkstoffe zwar einzeln ohne Bedenken ausgebracht werden, in Kombination mit bestimmten Mischungspartnern aber toxische Wirkungen entfalten.  Schädlich können nicht nur die Maßnahmen sein, die unmittelbar im stehenden Bestand durchgeführt werden. Auch Beizmittel können bei der Aussaat einen erheblichen Schaden in der Nützlingspopulation anrichten. In Deutschland kam es zum Beispiel vermutlich durch den Abrieb von Neonicotinoid-Beizmitteln zu großen Schäden an Bienenbeständen. Der Aussaatzeitpunkt traf dabei genau auf die Rapsblüte und abdriftmindernde Maßnahmen waren noch nicht umgesetzt.  Genauere Informationen zur Risikoeinschätzung von Neonicotinoiden auf Bienenbestände finden Sie hier: https://www.efsa.europa.eu/de/press/news/130116.

Informationen zu Anwendungsempfehlungen von PSM, Auflagen und Hinweise finden sich im Pflanzenschutzmittelregister der AGES (http://pmg.ages.at). Grundsätzlich gilt es natürlich, Bestimmungen und Auflagen zum Umwelt- und Artenschutz zu folgen. So sind abdriftmindernde Maßnahmen und Abstände zu angrenzenden Gewässern unbedingt einzuhalten!

Hans-Werner Heidemann der DEULA Nienburg führte durch den restlichen Teil des Tages und wies ausdrücklich auf die Wichtigkeit der Verwendung von Schutzkleidung hin. Kontaminationen werden meist wegen der nicht unmittelbaren Folgen zu wenig ernst genommen. Doch die Auswirkungen des Kontakts mit Chemikalien dürfen nicht unterschätzt werden! Deshalb empfiehlt er, angemessene Schutzkleidung zu tragen (Vollschürze oder Overall, chemiefeste Handschuhe, Schutzbrille)! Sicherheitsvorrichtungen an der Einspülschleuse verringern den direkten Kontakt mit den PSM und somit das Kontaminationspotential.

Bei der Ausbringung von PSM ist ein einwandfreier Zustand der Technik wichtig! Nicht festsitzende Schrauben und ausgeleierte Gestänge können durch vertikale und horizontale Schwingungen erhebliche Schwankungen in der Wirkstoffkonzentration verursachen. Vor allem durch die Vor- und Rückbewegung des Spritzgestänges entsteht beim Stillstand eine massive punktuelle Überkonzentration. Die Konzentrationen können dabei von 70-1000l/ha betragen. Eine Reduktion der Fahrgeschwindigkeit muss aber nicht unbedingt eine Reduktion der Schwingungen bedeuten, im Gegenteil: durch die niedrige Geschwindigkeit werden sogar mehr Schwingungen übertragen. Der Vorschlag des Experten: das Anbringen von Ketten an das Spritzgestänge, da die Ketten bei Schwingungen rasseln. Je leiser das Rasseln wird, desto näher ist man an der optimalen Geschwindigkeit.

Der Ausbringungszeitpunkt will genau gewählt werden und wird von einigen natürlichen Faktoren beeinflusst. Wind führt etwa schon bei Geschwindigkeiten von 3-5 m/s zur Abdrift und damit zum Austrag in andere Kulturen oder Ökosysteme. Können bei niedrigen Windgeschwindigkeiten noch abdriftmindernde Maßnahmen gesetzt werden, zeigen diese bei höheren Geschwindigkeiten keine Wirkung mehr. Daher kein PSM-Einsatz bei starkem Wind! Auch Mesurol-gebeiztes Saatgut darf bei 5 m/s nicht mehr ausgebracht werden. Ebenso spielt die Thermik eine entscheidende Rolle dabei, ob das PSM auch wirklich in ausreichender Menge an der Kulturpflanze ankommt. Bei hoher Strahlung zu Mittag etwa werden feine Tropfen durch die Thermik in Schwebe gehalten und können über weite Strecken verlagert werden. Daher sind Zeitpunkte zu wählen, an denen die Strahlungsintensität nicht zu hoch ist (z.B. später Nachmittag). Eine gute Tröpfchenverteilung ist essenziell für die Wirksamkeit und Treffsicherheit der PSM. Sie sichert die gleichmäßige Benetzung der Pflanzen.

Bild 1: Injektordüsen erzeugen durch Unterdruck eine Tropfenform, die weniger von Abdrift betroffen ist und dennoch einen guten Benetzungsgrad erreicht. (ÖKL)

Während zu große Tropfen vom Blatt abrollen und ihre Wirkung verloren geht, werden aber zu feine Tropfen in der Luft verlagert. Als Grundregel gilt: feine Tropfen bei Kontaktmitteln (hier gilt es, die Pflanze ganz zu benetzen) und mittlere bis größere Tropfen bei systemischen Mitteln. Durch zu hohe Fahrgeschwindigkeiten und Gestängehöhe erhöht sich die Abdrift auch erheblich. Feine Tropfen können bei zu großem Abstand des Spritzgestänges zum Bestand bis zu 50 m verlagert werden. Die Wahl des Einsatzzeitpunktes, der Gestängehöhe (ca. 60 cm über der Oberfläche) und des notwendigen Tröpfchenspektrums ist daher sehr wichtig! Der Auswahl der Düsen kommt über das Tröpfchenspektrum hinaus zusätzliche Bedeutung zu. Um die Pflanze in und gegen die Fahrtrichtung bei höheren Geschwindigkeiten gleichmäßig zu benetzen, sind Düsen mit entsprechenden Neigungswinkeln zu wählen. Bei Randfahrten sind entsprechende Randdüsen zu benutzen, um eine ausreichende Wirkstoffmenge auch am Bestandesrand und eine Schonung von Nicht-Zielflächen zu gewährleisten. So können Resistenzbildungen am Feldrand verhindert und höhere Kosten bzw. Ertragsverluste vermieden werden!

Nach der PSM-Anwendung kommt es auf eine sachgemäße Reinigung der Spritze an. Oft reichen schon äußerst geringe Rückstände, um in anderen Kulturen erhebliche Schäden anzurichten!

Bild 2: Für die Düsenreinigung eignet sich ein Ultraschallreiniger optimal! (ÖKL)

Deshalb müssen die Einspülschleuse, die Spritzdüsen und auch die Außenhülle der Spritze gründlich gereinigt werden. Ungereinigte Spritzen müssen überdacht abgestellt werden. Bei der Außenreinigung ist jedoch darauf zu achten, dass das Reinigungswasser nicht in das Grund- oder Abwasser gelangt!

Am Prüfstand wurden am Nachmittag mehrere Düsen demonstriert. Die Tröpfchenverteilung und Spezifikationen (Spritzwinkel, Drücke) verschiedener Bauarten standen dabei im Mittelpunkt. An einem selbst gebauten Gestänge konnte auch die Tröpfchenverteilung in Fahrt veranschaulicht werden. Mit wassersensitivem Papier wurde ersichtlich, dass ab einer Geschwindigkeit von ca. 8 km/h durch High-Speed Düsen mit entsprechenden Neigungswinkeln eine bessere Benetzung der Pflanzen in und gegen die Fahrtrichtung erreicht werden kann. Für den Einsatz von Randdüsen wurde ein fiktiver Gewässerstreifen in Form einer Papierhandtuchrolle angebracht. Hier war klar ersichtlich, dass der Einsatz von Randdüsen den Eintrag von PSM in Nicht-Zielflächen und Gewässer absolut verhindern und trotzdem noch die gewünschte Wirkstoffmenge am Feldrand garantieren kann. Der Schutz von Gewässern und anderen Nicht-Zielflächen (angrenzende Raine, Wiesen und Felder) muss schon allein aus Imagegründen und Gründen der Umweltgerechtigkeit eingehalten werden!

Bild 3 : Beim Einsatz von normalen Düsen bei Randfahrten wird auch Wirkstoff in angrenzende Flächen und Gewässer eingetragen. Durch die richtige Installation von Randdüsen kann dieser Effekt verhindert werden. (ÖKL)

Die Wasserqualität ist ein wichtiger Faktor bei der PSM-Anwendung (pH-Wert, Oberflächenspannung, Anteil von Eisen und Mangan, Schmutzanteil, Wasserhärte). Bei geringer Wasserqualität soll auch mit weniger Wasser gefahren werden. Die hohe Komplexität der heutigen Wirkstoffe erfordert bewusstes Arbeiten und viel Know-How. Bei Wirkstoffmischungen muss man etwa beachten, dass die jeweiligen PSM unterschiedliche pH-Wert-Bereiche zur optimalen Wirkungsentfaltung benötigen. Zur Fixierung des pH-Wertes hilft die Zugabe von Stabilisatoren. Andere Additive ermöglichen die Reduktion von Wasser oder etwa die schnellere Aufnahme von PSM. Genauere Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel: https://www.topagrar.com/archiv/Damit-s-auch-wirklich-wirkt-1632274.html (zur Ansicht der Tabellen PDF-Version herunterladen). Die Verwendung von Additiven will aber gut überlegt sein! Denn das beste Additiv bringt nichts, wenn die Technik und die Anwendung nicht einwandfrei funktionieren bzw. beherrscht werden. Bevor man also zu solchen teuren Maßnahmen greift muss man sich genau überlegen, ob wirklich alle anderen Faktoren ausgereizt sind.

Insgesamt war das Seminar wieder von aktiver Teilnahme, hohem Interesse und hoher Qualität der Vorträge geprägt. Das hat sich vor allem durch Publikumsfragen und rege Diskussionen gezeigt. Auch Neuigkeiten zur Effizienzsteigerung im Technik-Sektor wurden angesprochen und lassen auf eine spannende Zukunft im Pflanzenschutz hoffen.

Das Seminar wurde mit 3h zum Pflanzenschutz-Sachkundeausweis angerechnet.

 

ÖKL-Praxisseminar Umweltgerechter Einsatz von PSM

Das ÖKL-Seminar „Mit der richtigen Mischung am Feld: Umweltgerechter und effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM)“ soll dabei helfen, mit umweltgerechtem PSM-Einsatz in ein erfolgreiches Pflanzenbaujahr 2018 zu starten!

Das Seminar fand an 2 Tagen statt: Am 13. Februar an der HBLFA Francisco Josephinum in Wieselburg und am 14. Februar an der Gartenbauschule Ritzlhof in Haid bei Linz.

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