Praxisseminar: Effektiver und umweltgerechter Feldspritzeneinsatz

Am 31. Mai lädt das ÖKL zum eintägigen Praxisseminar „Feldspritzeneinsatz – effektiv und umweltgerecht“ an der Versuchsanstalt der BOKU in Großenzersdorf ein!
Das Seminar wird im Ausmaß von 3 Stunden als Weiterbildung für den Sachkundeausweis anerkannt.

Mehr Informationen und Möglichkeit zur Anmeldung: HIER

ÖKL-Praxisseminar Feldspritzeneinsatz –

effektiv und umweltgerecht

In bewährter Zusammenarbeit mit der Versuchswirtschaft der Universität für Bodenkultur in Groß Enzersdorf hält das ÖKL am Mittwoch, 31. Mai 2017 das eintägige Praxisseminar zum Thema „Feldspritzeneinsatz – effektiv und umweltgerecht“ ab.

Bedarf besteht zweifellos: Nicht nur das zunehmende Umweltbewusstsein, sondern auch die gesetzlichen Vorgaben verlangen eine nachzuweisende Sachkenntnis des Anwenders. Zugleich hat die Feldspritze den gesetzlichen Bestimmungen zu entsprechen, was auch von der AMA kontrolliert werden kann.

Mittwoch, 31. Mai 2017 von 9 bis 17 Uhr
BOKU/Standort Großenzersdorf 31, 2301 Großenzersdorf bei Wien

Das Seminar richtet sich an relativ „Fortgeschrittene“ und wird von Ulrich Lossie, einem auch für die DLG tätigen Fachmann der DEULA Niedersachsen, sowie Ing. Roman Hauer von der Bildungswerkstatt Mold, NÖ abgehalten.

Das Seminar wird im Ausmaß von 3 Stunden als Weiterbildung für den Sachkundeausweis anerkannt.

Teilnahmegebühr:
für LandwirtInnen mit Betriebsnummer: 120 €
für TeilnehmerInnen ohne Betriebsnummer: 140 €

Hier können Sie sich verbindlich anmelden: Anmeldeformular Feldspritzenseminar Mai 2017

Im Theorie-Teil wird u.a. darüber gesprochen, dass die Verringerung des Mitteleinsatzes nur soweit sinnvoll ist, als dies nicht zu Resistenzen führt oder welche Pumpenleistung sinnvoll ist.

Es folgt die ausführliche Praxis: Der Düsentechnik wird durch Vorführungen am Prüfstand (mittels Stroboskopeffekt!) im Spannungsfeld zwischen notwendiger Benetzung und möglicher Wassereinsparung besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Aber auch die übrigen Baugruppen wie Rührwerk und Gestänge und die elektronischen Steuerung werden ebenso behandelt wie die Spritzenreinigung. Daneben wird die erforderliche persönliche Schutzausrüstung demonstriert, denn auch der Praktiker kann ungewollt zur Zielfläche von mitunter gesundheitlich kritischen PS-Mitteln werden …

Die gesetzlichen Vorgaben schildert Ing. Roman Hauer von der Bildungswerkstatt Mold der LK NÖ unter dem Titel „Aktuelles und Erfahrungen zur gesetzlichen Überprüfung von in Gebrauch befindlichen Feldspritzgeräten“ in einem eigenen Teil.

Beim Seminar sind die in Österreich maßgeblichen Hersteller bzw. Importeure mit ihren Feldspritzen vertreten und stehen für individuelle Gespräche zur Verfügung. Die Spritzen haben sich der Beurteilung der horizontalen und vertikalen Gestängestabilität bei der Überfahrt über normierte, Hindernisse (Keile) zu stellen!

 

ÖKL-Landtechnik-Seminar „Datenübertragung“

„Landwirtschaft 4.0 hat schon begonnen“
Wie die „Cloud“ großen und kleinen Betrieben Nutzen bringen kann.
10. Mai 2017, 9:00 bis ca. 17:00 Uhr

Am eintägigen ÖKL-Seminar nahmen 62 Personen teil; es spannte einen weiten Bogen von sehr einfach und benutzerfreundlich automatisch generierten Daten, die der korrekten Erfüllung der Aufzeichnungspflicht oder effizienterer Maschinenwartung dienen, bis hin zu Lösungen, die den ISOBUS zur intelligenten Maschinensteuerung am Feld nutzen.

Den ersten Block des ÖKL-Seminars bestritten die vier Experten Franz Handler (HBLFA Francisco Josephinum / BLT Wieselburg), DI Deltelf Walter (Unternehmensberater Sachsendorf), Erich Tanzer (MoneySoft) und Landwirt und ÖKL-Konsulent Otto Krönigsberger. Sie führten ausführlich in das Thema ISOBUS und elektronische Vernetzung von Arbeitsmaschinen ein, legten theoretische Aspekte und praktische Erfahrungen vor. Es wurden die Vorteile einer Ackerschlagkartei dargelegt, die die Aufzeichnungen in einer „cloud“ online speichert und die damit von überall zugänglich sind. Eingaben und Abfragen sind mit PC, Smartphone oder Tablet möglich.

Im zweiten Block kamen Vertreter von Austro Diesel, Claas und CNH Steyr zu Wort und zeigten ihre Firmenlösungen. Die teilnehmenden Landwirte schätzen diesen Aspekt an den ÖKL-Veranstaltungen ganz besonders – mehrere Firmenlösungen an einem Platz, die Möglichkeit, Vergleiche anzustellen und vor Ort zu hinterfragen. Wie erfolgt die Datenübertragung, wie sieht die Aufzeichnung unterschiedlicher Parameter aus und wie oft werden sie aufgezeichnet? Welche Bedienoberfläche kann man am besten nutzen und vor allem, wie kann man die große Menge an Informationen sinnvoll um- und einsetzen?

Am Nachmittag standen Anwendungsbeispiele für Server-Client Lösungen im Mittelpunkt. Ein in Österreich entwickelter Bodensensor der Firma Geoprospectors ermittelt Bodendaten mittels elektromagnetischer Strahlung. In Kombination mit ISOBUS kann damit die Höheneinstellung eines Bodenbearbeitungsgeräts gemäß den Verhältnissen variiert werden.

Zusätzlich stellten Anbieter auch Smartphone-taugliche Aufzeichnungsprogramme vor, die eine genaue Planung der schlagbezogenen Tätigkeiten und gleichzeitig die Erfüllung der Aufzeichnungspflicht ermöglichen. Darüber hinaus wurde in einem Vortrag der BOKU das FATIMA-Projekt präsentiert, womit hochauflösende Satellitendaten zum Bewässerungs- und Düngemanagement verwendet werden können.

Nach den umfang- und detailreichen Vorträgen konnten dann die Landwirte „endlich“ den praktischen Stationenbetrieb der genannten Firmen besuchen. Dort konnten die einzelnen betrieblichen Voraussetzungen und die dazu passenden Lösungen andiskutiert werden. So manches Gespräch wurde beim anschließenden gemeinsamen Abendessen fortgeführt, Erfahrungen ausgetauscht und vielleicht auch Ideen geboren!

DAS PROGRAMM und DIE BEITRÄGE:

Vorträge mit Kurzdiskussion

ISOBUS Datenübertragung zwischen Traktor und PC in der Landwirtschaft 4.0
DI Franz Handler, BLT und HBLFA Wieselburg

Landwirtschaft 4.0 aus der Sicht der heutigen Praxis
Ldw. Unternehmensberater DI Detlef Walter, Sachsendorf

Datenerfassung am Acker am Beispiel „AgrarCommander“
Ing. Erich Tanzer, MoneySoft Softwarevertriebs Ges. m.b.H.

Ich hol mir mehr Infos aus dem TraktrorBUS: Bodenhöhenzonierung für die Düngung praxisnah“
Otto Krönigsberger; Landwirt und ÖKL-Konsulent

Firmenlösungen: Der Traktor liefert Daten für Service, Logistik, Abrechnung…

„Agcommand“
Ing. Johannes Schneider, Austro Diesel, Schwechat

„Telematics“
Ing. Wolfgang Meyer, Claas Global Sales, Austria & Adria, Spillern

„AFS-Advanced Farming Systems“
Sebastian Birx, CNH Steyr, St. Valentin

Anwendungsbeispiele für Server-Client Lösungen

Den Boden während der Überfahrt berührungslos durchschauen: Topsoil Mapper
Fa. Geoprospectors GmbH, Traiskirchen

Farmdok – einfach dokumentieren
Fa. Farmdok GmbH, Wieselburg

Von der Datenvernetzung zur Applikationskarte
Fa. FarmFacts Vertrieb Österreich / Anton Ostermann Fa. Mandl-Ostermann GmbH, Lichtenegg, DI Detlef Walter, AGROwin, Sachsendorf

Die Cloud in der Wissenschaft:
Bewässerung und Düngung mit Satelliteninformationen – das „FATIMA Projekt“
DI Laura Essl, BOKU Wien

Praktische Vorführungen, persönliche Diskussionen…


Fotos: ÖKL und Otto Krönigsberger

Richtig pflügen erleichtert die Aussaat und spart Dieselöl!

ÖKL-Seminar „Optimale Pflugeinstellung auf schwerem Boden“ am 27. April 2017 an der landwirtschaftlichen Fachschule Hatzendorf

Auf dem Standort mit seinen schweren Böden ist eine sachgemäße Einstellung besonders wichtig und beeinflusst den Treibstoffverbrauch!  22 Teilnehmer besuchten die eintägige ÖKL-Veranstaltung!
Mehr Information finden Sie hier!

ÖKL-Pflugseminar auf schweren Böden

ÖKL-Seminar Optimale Pflugeinstellung: Richtig pflügen erleichtert die Aussaat und spart Dieselöl!

27. April 2017 an der landwirtschaftlichen Fachschule Hatzendorf in der Steiermark

22 Teilnehmer besuchten das ÖKL-Praxisseminar. Auf dem Standort mit seinen schweren Böden wird eine unsachgemäße Einstellung sofort sichtbar – nicht allerdings der dadurch erhöhte Treibstoffverbrauch.

BERICHT und weitere BILDER folgen!

 

 

ÖKL-Praxisseminar Spülung von Drainagen

20161109-drainage-oekl-23Am 9. November fand in Baden bei Wien (und Umgebung) das ÖKL-Praxisseminar „Spülung und Reparatur von Drainagen“ statt. Neben dem theoretischen Teil am Vormittag stand wie bei allen ÖKL-Seminaren der Nachmittag für die Praxis zur Verfügung. Mehr lesen Sie hier.

ÖKL-Praxisseminar Spülung und Reparatur von Drainagen

Am 9. November 2016 veranstaltete das ÖKL in Baden bei Wien das Praxisseminar „Spülung und Reparatur von Drainagen“, knapp 40 Personen nahmen daran teil.

Für das Seminar, das aus einem theoretischen und einem praktischen Teil bestand, hat das ÖKL mit Herrn DI Albert Spreu vom RKL in Rendsburg (D) einen ausgewiesenen Fachmann gewonnen.

Bildergalerie (durch anklicken):

AUSFÜHRLICHER BERICHT von DI Gebhard Aschenbrenner:

Im November hat das von mehr als 40 Teilnehmern besuchte ÖKL-Praxisseminar „Spülung und Reparatur von Drainagen“ mit einem theoretischen (in der BBK Baden) und einem praktischen Teil auf einer betroffenen Fläche in deren Nähe stattgefunden. Mit Herrn B. Sc. Agr. Albert Spreu (RKL, D) konnte ein ausgewiesener Fachmann gewonnen werden. Infolge des in Norddeutschland meist geringen Gefälle sind die Ansprüche an die Drainagewartung besonders hoch.

Im Seminar ging es „nur“ um Wartung und Sanierung der Drainagen, denn aus Gründen der Ökologie sind Neuanlagen kaum noch möglich, wenngleich insbesondere in Deutschland noch bedeutende drainagierungswürdige Flächen bestehen. Die „Großwetterlage“  hinsichtlich einer Flächenausweitung ist aber bekanntlich anders. Auf den teilweise vorgeschriebenen Stilllegungsflächen haben die Pflanzen Zeit, ihre Wurzeln in den Einzugsbereich hinab zu senken. In regulären Kulturen gibt es Unterschiede und so gehen besonders – nicht zuletzt durch ihre Überjährigkeit bedingt – Luzernewurzeln besonders tief, in etwas geringerem Maß jene von Raps. Am „anderen Ende“ steht so gesehen Sommergetreide mit seiner kurzen Vegetationszeit. Baumwurzeln können seitwärts noch in 20 Metern Entfernung in eine Drainage einwachsen!

dsc05297In diesem  Fall haben hineingewachsene Wurzeln der in dieser Hinsicht aggressiven Esche (das Gegenteil ist  z. B. die Pappel) den Durchfluss  nach 34 Jahren endgültig unterbunden. Der Farbunterschied des „Bewuchses“ ist durch unterschiedliche Humusgehalte des prinzipiell silikatischen Bodens bedingt. (Foto ÖKL)

Spreu bedauerte, dass auch Wissen um die Drainagen verloren geht – praktisch aber auch theoretisch, wenn wie z.B. in Deutschland eine eigene HS für  Wasserbau geschlossen wurde. Das Wissen umfasst auch jenes über die Lage der Stränge und überaus verschieden war – soferne überhaut vorhanden – die Genauigkeit von Plänen, von denen die Teilnehmer berichteten und die von cm-genau und aus der Vorkriegszeit bis zum Gegenteil reichten. Durchaus unterschiedlich waren die Aussagen der Teilnehmer zum Erhaltungszustand der früher verwendeten Tonrohre, die von weiter verwendungsfähig bis zu durch chemische Vorgänge stark angegriffen reichten. Tonrohre, deren Hersteller mittlerweile selten geworden sind (Anm: und ihre Produkte für Präsentationen von Weinflaschen empfehlen …) lassen sich im Gegensatz zu Wellkunststoffrohren leicht reinigen. Das Verlegen der lediglich 33 cm lagen Rohre von Hand ist aber aufwendig, daran ändert es wenig, wenn es dafür einen speziellen Haken gibt. Aber auch moderne Verfahren mit Kunststoffschläuchen kosten gemäß Spreu zwischen 15.000 bis 30.000€ für Neuanlagen – so ferne diese überhaupt noch zulässig sind. Tonrohre halten auch 100 Jahre, während die Lebensdauer von Kunststoffrohren länger als 30 Jahre nicht gewährleistet ist.

Angesichts der angespannten Marktlage in Marktfruchtbetrieben, aber auch im Grünland ist es naheliegend, zunächst einmal im Bereich der Entwässerung sparen, zumal vorerst (im doppelten Wortsinn) alles „läuft“. Wenn sich dies ändert, können für das zudem höchst unfallträchtige (Peitscheneffekt gerissener Seile und Ketten) Bergen versackter Maschinen, an denen mangels geeigneter Befestigungspunkte ebenfalls Schäden entstehen können, hohe Kosten verursacht werden. Teuer ist es auch, wenn ein eingesunkener Häcksler die gesamte Silierkette zum Stehen bringt oder ein Mähdrescher vor einer Regenfront nicht fertig wird. Illustrationen dazu erübrigen sich; es kursieren genug Szenen, in denen z.B. nicht nur die zu bergende Maschine versunken ist, bis letztlich ein Bagger zum Einsatz kommt …Spreu dazu: Beim Verlassen der Maschine spart man sich den Abstieg…

Eine bis zur Achse eingesunkene Maschine mit mittlerweile bis zwei Metern Raddurchmesser zerstört den Strang vollends, auch wenn die Verlegetiefe von 0,8 bis einem Meter, bei Rüben u.U. tiefer – es gibt dazu eine DIN-Norm – eingehalten wurde.

Beim Suchen schadhafter Stellen sollten die „letzten 20 cm“ von Hand gegraben werden, um größere Schäden am Drainagestrang zu vermeiden. Beim Einsetzen der Rohre muss darauf geachtet werden, dass der Boden darunter nicht nachgibt, also die Sohle vorher verfestigt wird. Sogenannte „Strobusil“-Rohre sind relativ biegefest. Provisorien – weil z.B. bestimmte Verbindungsteile, Abzweiger etc. momentan nicht verfügbar sind, ja selbst, wenn mit einem stumpfen Messer am Kunststoffrohr gearbeitet wird – rächen sich nach einiger Zeit.

Auch beim Verfüllen der Gräben ist insbesondere bei steinigen Böden sorgsam vorzugehen. Eine Ummantelung mit Kokos oder Stroh verhindert dass  Einschlämmen von Material; eine Lage Schotter (der Sortierung 16/32 mm) über dem Schlauch schont diesen und vergrößert zudem den Einzugsbereich. (Als das Verfüllen noch nicht mit dem Bagger sondern mit der Planierraupe geschah, schob der Raupenfahrer mit der in dieser Hinsicht legendären, früheren „CAT D6“ die Erde in  spitzen Winkel über die Gräben, statt im rechten Winkel auf den Graben zuzufahren). Eher auf die Optimierung von Anlagen z.B. durch Verringerung des  Saugerabstandes bezog sich der Tipp, am Grablöffel des Baggers den mittleren Zinken zu verlängern und so leichter eine „Mittellage“ zu erreichen. Zum Graben mit der Hand empfahl Spreu zum ermüdungsfreien Arbeiten die Größe 0 anstatt der „baumarktüblichen“ 1 oder 2.

Regelmäßiges Spülen verhindert das Zuwachsen bzw. Versanden bzw. Verschlämmen der Anlagen. (Ein Teilnehmer sprach davon, dass es durch die zunehmend längeren  Trockenzeiten zu Ablagerungen kommt, weil zu wenig Wasser fließt, um diese abzutransportieren.)

Zum Zusetzen kann es auch für die seltener vorkommende Verockerung, einer chemische Reaktion des  Eisens im Drainagewasser, wenn dieses mit O2 reagiert und ausfällt, kommen. Im Vorfluter wiederum können Schlieren entstehen, die wie Öl aussehen und ebensolchen Alarm auslösen können! Beim Spülen ist darauf zu achten, dass nicht zu große Mengen Ocker die Kiemen von Fischen verkleben.

Häufig sind es einfach immer schwerer werdende Maschinen deren  sogenannten Druckzwiebeln sich im ungünstigsten Fall über einer Drainage schneiden und diese mechanisch durch Zudrücken beschädigen.

Die praktischen Vorführungen mit dem Spülen und der Drainage-Inspektion mit einer Kamera wurden in Zusammenarbeit mit der Firma Berl „kommunal services“, einem überregional tätigem Unternehmen fanden auf einer Pachtfläche des Obmannes des ÖKL, DI Stefan Dworzak unmittelbar neben der Südbahn statt. Eine Besonderheit am Spülfahrzeug ist, dass das Spülwasser gleich in diesem gereinigt und somit der Frischwasserverbrauch verringert wird.

hauer-rohrkameraDie fahrbare Kamera mit elektrischem Antrieb lässt sich mit unterschiedlich großen Rädern ausrüsten und vermag sich auch noch bei 15 cm Rohrdurchmesser zu bewegen. Die Beleuchtung reicht aus, um Farbbilderauf den Bildschirm zu übermitteln. (Foto: G. Hauer/LK NÖ).

20161109-froschperspektDas erzeugte Bild aus der „Froschperspektive“. (Foto ÖKL)

20161109-drainage-oekl-23Eine breite Auswahl unterschiedlicher durch Wasserdruck sich vorwärtsbewegender Arbeitswerkzeuge steht zur Verfügung. (Foto ÖKL)

Michael Berl sprach mit Rücksicht auf die Schonung der Rohre niedrigeren Drücken das Wort, auch wenn solche bis 170 bar möglich sind. Naturgemäß sind Kunststoffrohre stärker durch Abrasion gefährdet als  jene aus Beton oder Ton.

20161109-drainage-oekl-15Unterschiedliche Fräsköpfe bzw. Arbeitswerkzeuge (Foto: ÖKL)

Bei stärkeren Ablagerungen  können sich aktiv bewegende Fräsköpfe eingesetzt werden. In einem Fall werden durch Unwucht Schwingungen erzeugt, welche die Ablagerungen lösen. In schwierigeren Fällen rotieren Ketten wie bei Mulchgeräten.

Sollte dies nicht zum Ziel führen oder der Rohrdurchmesser für die genannten Vorrichtungen zu gering sein, so muss aufgegraben werden, wobei ein ebenfalls gezeigtes elektronisches Gerät  das Lokalisieren des Arbeitswerkzeuges erleichtert. (Wer kennt das nicht: über der vermuteten Stelle wird zunächst längs, bei Erfolglosigkeit quer zum Strang aufgegraben; zunächst in eine Richtung, dann in die andere. Dann doch in erstere, wo man bei ersten Versuch 10 cm zu wenig tief gesucht hat…). Immerhin können Unregelmäßigkeiten im Profil gewisse Hinweise zur Lage geben; auch dann, wenn der Boden wieder  in der richtigen Reihenfolge – Humus oben, B-Horizont darunter eingebracht worden ist.

20161109-drainage-oekl-36Nicht um Licht-, sondern um Wasserstrahlen handelt es sich hier. Ein Fräskopf arbeitet sich durch einen verschlammten Kanal unter der Südbahn. (Foto: ÖKL)

Stellenweise geriet die Diskussion zum (österreich-)spezifischen Erfahrungsaustausch, bei dem Albert Spreu sich in der Rolle eines Moderators sah. Folgerichtig musste der Theorieteil mit Grundsatzüberlegungen und vielen nützlichen Tipps verlängert werden. Die Konsequenz ist auch wie bei vorangegangen Seminaren eine Wiederholung – es entspricht dem Charakter eines Seminars und unterscheidet dieses von einem Vortrag, wenn die Teilnehmerzahl beschränkt ist. Der Vortragende Albert Spreu hält Vorträge in verschiedensten Regionen, auch in der Ukraine und Kasachstan – aber eben auch für das ÖKL, so wie zuletzt zur Getreidetrocknung.
 

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ÖKL-Praxisseminar Technik im Biolandbau

Am 27. September findet an der Versuchsanstalt der Universität für Bodenkultur in Großenzersdorf (NÖ) der ÖKL-Praxistag „Technik im Biolandbau“ statt. Der Schwerpunkt lautet Neue Entwicklungen in der Bodenbearbeitung. Mehr dazu lesen Sie hier !

ÖKL-Praxis-Seminar Technik im Biolandbau

160927-technik-im-biolandbau-kroenigsberger-01„Neue Entwicklungen in der Bodenbearbeitung“

Das Seminar wurde am 27. September 2016 an und in enger Zusammenarbeit mit der Versuchswirtschaft der Universität für Bodenkultur in Groß-Enzersdorf abgehalten.

Der erste Vortrag „Soil Cover“ steht (vorerst noch im indirekten aber richtungsweisend) im Zusammenhang mit dem Generalthema und beinhaltete ein Verfahren zur automatisierten Bestimmung des Bodenbedeckungsgrades, was in Hinsicht auf Maßnahmen zur Verhinderung der Bodenerosion und der Bodenbearbeitungen von Bedeutung ist. Die höchste, vorläufig nicht serienreife Stufe ist das Unterscheiden von Unkraut und Kulturpflanzen, womit Feldspritzen mittelsparend gesteuert werden können. Die technischen Ansprüche sind BO_Kreislogo_A3-A4_RGBim Biolandbau noch einmal höher, denn es müssen die mechanischen, (massen-)träge reagierenden Werkzeuge ständig neu positioniert werden, die langsamer als Düsen reagieren. Auch an die Software werden Ansprüche gestellt: Wenn es einer Woche des Rechnens bedarf, um eine sichere Unterscheidung Boden – Steine – Pflanzen zu unterscheiden, wird der Aufwand klar. Aber es funktioniert inzwischen ja auch die Gesichtserkennung …

Rudolf Votzi, Bio-Landwirt ging auf unterschiedliche Werkzeugformen insbesondere vor dem Hintergrund zunehmenden Disteldruckes ein undsprach in diesem Fall den Flügelscharen zum vollflächigen Durchschneiden des Bodenhorizontes in wechselnder Tiefe das Wort. Soll die Begrünung mit Esparsette am Weiterwachsen gehindert werden, so riet er, dieser noch einen Teil der Blätter zu belassen, damit diese die Wurzeln „aussaugen“. Im praktischen Teil führte er den „rod-weeder“ vor: nomen (engl. Rod=Stange) est omen, denn eine hydraulisch angetriebene, oben gegen die Fahrtrichtung rotierende Stange soll die Unkräuter an der Oberfläche ablegen, wo sie vertrocknen.

160927-technik-im-biolandbau-kroenigsberger-06Voraussetzung für den Rod-Weeder ist ein steinfreier und einigermaßen ebener Boden. Im Vordergrund der hydraulische Antrieb, der allerdings im Boden läuft.
Foto ÖKL/Krönigsberger

Ein interessantes Argument, das zugleich die mitunter kritiklos hierher übernommene nordamerikanische Minimalbodentechnik  relativiert, brachte er mit dem Umstand, dass im mittleren Westen der Boden länger als bei uns und vor allem bis zu 1,5 m tief friert. (Anm.: Ein bedeutender US-amerikanischer Hersteller derartiger Technik trägt den in diesem Zusammenhang sinnigen Firmennamen „Grat Plains“). Der Frostgare muss in diesen Regionen nicht „Angriffsfläche“  durch eine (raue) Pflugfurche verschafft werden. Somit herrschen in besagtem Gebiet andere Bedingungen für die Pflanzenhygiene – der Maiszünsler z.B. oder schädliche Mikroorganismen müssen nicht mit dem Pflug „beerdigt“ werden. Votzi meinte, diesen Abschnitt zusammenfassend, philosophisch „Macht Euch die Erde zugetan!

Er riet, den Traktor „nach (möglichst geringem) Gewicht“ zu kaufen und ihn je nach Einsatz mit Ballast versehen. Bei ausgehobenem Anbaugerät verlagert sich das Gewicht im Frontanbauraum zusätzlich auf die Hinterachse. Gegenüber nur schwer reparabler Strukturschäden im Unterboden tritt der Effekt in den Hintergrund, dass die Hinterachsbrücke hoch und über das verkehrsrechtlich zulässige Gewicht hinaus beansprucht wird. Besagter Effekt kann aber auch die Vorderachse soweit entlasten, dass ein weiteres verkehrsrechtliches Delikt entsteht. 

Im Zuge der Vorstellung des Stoppelhobels referierte ein Vertreter des Herstellers Zobel/D über die mixomorphe Ernährungsweise der Distel, was bedeutet, dass sie Nährstoffe aus dem Boden auch ohne Assimilation aufnehmen kann, was eine Erklärung für die Resistenz und das unvermittelte Wiederauftauchen dieses Unkrauts wäre. Die spezielle, letztlich nicht wendende Scharform des „Stoppelhobels“ soll zum Bekämpungserfolg gegen Distel und Ampfer beitragen.

 

160927-technik-im-biolandbau-kroenigsberger-08Der Stoppelhobel soll schnell gefahren werden, um eine mischend-werfende Wirkung zu erzielen. 100PS/73 kW reichen bei sechs Scharen aus. Drei Stützräder sichern die bei der geringen Arbeitstiefe erforderliche exakte Tiefenführung. Folgerichtig ist für den Oberlenker bereits werksseitig nur ein Langloch vorgesehen.
Foto ÖKL/Krönigsberger

DI Peszt erläuterte die Vergleiche zwischen herkömmlicher und Dammkultur, die nach ersten Ergebnissen bei Wintergerste und  -weizen sowie Dinkel keine klaren Unterschiede zu Tage brachten. Anderseits zeigten Aufnahmen z.B. von Soja (noch ohne Ertragsmessung) deutlich vitalere Pflanzen. In feuchten Jahren stehen die Pflanzen im Trockenen – das war auch der Sinn des sog. Bifangbaues in der Steiermark. Dagegen kann die Kapillarität des Bodens bei Trockenheit  durch Hacken vermindert werden. Der Vortrag stand im Zusammenhang mit den praktischen Vorführungen von Geräten des Herstellers bzw. Proponenten des wieder mehr in den Vordergrund rückenden Verfahrens.

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Das Basisgerät „Zinkenrahmen“ von J. Turiel ist hier – abgesehen von den Vorwerkzeugen zur Bodenlockerung als Dammformgerät bestückt. Die Zinken sind schlank und erfordern daher hohe Materialqualität.
Foto ÖKL

160927-technik-im-biolandbau-kroenigsberger-03Das Turiel Hackgerät als Kettenwalze passt sich gut an die Dämme an und transportiert den Boden, der beim herkömmlichen Hacken auf die Pflanzen gerät, wieder herunter.
Foto ÖKL/Krönigsberger

Mag. Dr. Gabi Gollner und ihr Kollege DI Andreas Surböck von der BOKU bzw. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL, auch in D und CH tätig) stellten das Forschungsprojekt  „Praxisversuche zur reduzierten Bodenbearbeitung“ vor. Der Titel gerät zum Euphemismus, wenn man die bisherige doch sehr ausgeprägte Pflugkultur mit dem nun z.B. eingesetzten Stoppelhobel (vgl. unten) in Betracht zieht. Es kann angekündigt werden, dass weitere Ergebnisse zusammen mit jenen der organischen Düngung und der Fruchtfolge im Arbeitskreis noch öfter in Erscheinung treten. Gar „minimalistisch“ ist der vorgestellte Versuch zur Einsaat in vorher durch die Messerwalze in den nur umgeknickten (und demnach nicht gleich absterbenden) Wickroggen mittels Drillsaat in einem Arbeitsgang. Die Ergebnisse mit  u.a. Sojabohne und Mais sind bemerkenswert. (Anm.:  In der OÖ Kammerzeitung wurde unlängst die Verwendung eines Kreiselheuers anstatt des Häckslers als treibstoffsparende Alternative in Gründüngung vorgestellt.)

160927-technik-im-biolandbau-kroenigsberger-13Die Kettenegge des australischen Herstellers „Kelly“ weist bei gleichzeitig verstopfungsfreier und seichter Arbeit eine hohe Flächenleistung bei geringem Treibstoffverbrauch auf. Die Vorspannung der Glieder-Scheibenkombination kann hydraulisch verändert werden. Bei zu starkem „Durchhängen“ in Fahrtrichtung kommt es zu unterschiedlichen Anstellwinkeln der Scheiben 
Foto ÖKL/Krönigsberger

Mit der Präsentation eines Spatenpfluges wurde keine neue Technik vorgestellt, aber daran erinnert, dass systembedingt keine Zugkraft aufgebracht werden muss: Im Gegenteil, das Gerät schiebt den Traktor.

(Gebhard Aschenbrenner)

Das Seminar wird mit fünf Stunden für die Maßnahme „Biologische Wirtschaftsweise“ angerechnet.

Die Vorträge der Referenten:

Peter Riegler-Nurscher, BSc, BLT Francisco Josephinum:
Soil Cover: Ein Verfahren zur Bestimmung des Bodenbedeckungsgrades 

DI Willi Peszt, LK Burgenland, Eisenstadt:
Die Dammkultur – ein „altes neues“ Verfahren am Beispiel des Systems Turiel

Rudolf Votzi, Landwirt, Lassee:
Praxis der Bodenbearbeitung im Biolandbau im Trockengebiet. Oder: die Unmöglichkeit perfekter Bodenbearbeitung

Dr. Gabriele Gollner, BOKU Wien
Ertragsentwicklung und Humusaufbau über reduzierte Bodenbearbeitung und organische Düngungsmaßnahmen

Praktische Vorführungen:

Johann Pribitzer, ATG Leonding: Die Kettenegge „Kelly“

Rüdiger Zobel, Stahlbau, Hohenlohe (D): Der Stoppelhobel „Zobel“

Johann Doppelbauer / Julian Turiel: Das Turiel-Gerät

Rudolf Votzi: Rod Weeder-Selbstbaumaschine

 

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