ÖKL Praxisseminar Spülung und Reparatur von Drainagen

Ausführlicher BERICHT

Die Effizienzsteigerung macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt, und so erledigen immer größere Maschinen die Arbeit, die früher von mehreren Arbeitskräften bewerkstelligt wurde. Mit der steigenden Größe werden allerdings auch die Achslasten, die auf den Untergrund wirken, immer höher. Im Fall von vernässten Stellen durch verstopfte Drainagen kann es dann schon mal zu versinkenden Maschinen, aufwändigen Bergeaktionen und Flurschäden kommen. Die Ursachen dafür sind meist eingeschlämmter Sand, Wurzelwuchs in die Rohre, Verockerung oder durch Maschinengewicht verschobene Drainagerohre. Mit einer Drainagespülung kann man Verstopfungen meist vorbeugen. Reicht eine Spülung nicht aus, muss die Leitung anhand von Verlegungsplänen (wenn vorhanden) aufwändig gesucht werden. Beide Vorgänge werden in diesem ÖKL-Seminar sowohl in der Theorie als auch in der Praxis behandelt!

Einladung & Programm DRAINAGE [pdf]

Donnerstag, 29. März 2018

Guts- u. Forstverwaltung Maximilian Hardegg
Großkadolz 1, A-2062 Seefeld-Kadolz

Tagungsbeitrag:             
Mit LW Betriebsnummer: 80 €
Ohne LW Betriebsnummer: 110 €

Mittagspause im Gasthaus Seefelderhof
Seefeld 18, 2062 Seefeld-Kadolz
Die Kosten für die Mittagspause sind von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Ort zu bezahlen!

Tagesprogramm:

08.30 Uhr Registrierung, Kaffee
09.00 Uhr Begrüßung

Vortrag Albert Spreu, RKL

  • Gründe für das Zusetzen von Drainagen
  • Richtiges Gefälle
  • Auswahl geeigneter Rohre und Füllmaterial
  • Bodenhorizonte

12:30 Uhr Mittagspause

13:15 Uhr Praktischer Einsatz

Beim Praxisteil werden das Spülen und die Drainage-Inspektion mit einer Kamera demonstriert

 

ÖKL-Bericht: Umweltgerechter und effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Bericht vom ÖKL Praxisseminar „Umweltgerechter und effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“ am 13. und 14. Februar 2018

Mit insgesamt etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand das ÖKL-Seminar zum Thema Mischbarkeit, umweltgerechter und effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln am 13.2. am Francisco Josephinum in Wieselburg und am 14.2. an der Gartenbauschule in Ritzlhof gut besucht statt. Beide Schulen konnten durch ihre landwirtschaftliche Ausrichtung eine perfekte Infrastruktur für dieses Seminar bieten.

Zur Eröffnung wurde durch die AGES das Thema der Ökotoxikologie und Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln angesprochen. Zur Risikoeinschätzung bei der Anwendung von PSM werden von der AGES die verträglichen Umweltkonzentrationen genau ermittelt. Dazu werden Stoffeigenschaften untersucht, Studien mit Wirkstoffen & Metaboliten und entsprechende Modellierungen erstellt. Dabei überprüfen und beurteilen die zuständigen Wissenschaftler bei allen PSM deren Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere, Insekten und Bodenorganismen. Denn auch wenn man bei Pflanzenschutzmaßnahmen den gewünschten Effekt bei Schädlingen und Beikräutern erreicht, so kann man durch falsche Handhabung auch Schäden an Nützlingen wie Bodenwürmern, Springschwänzen oder etwa Bienen verursachen. Dabei werden nicht nur die Wirkstoffe in den vertriebenen Formen als Suspension oder Granulat untersucht, sondern auch ihre Abbauprodukte auf schädliche Auswirkungen auf Boden, Wasser, Pflanzen und Tiere geprüft. Darüber hinaus können Wirkstoffe zwar einzeln ohne Bedenken ausgebracht werden, in Kombination mit bestimmten Mischungspartnern aber toxische Wirkungen entfalten.  Schädlich können nicht nur die Maßnahmen sein, die unmittelbar im stehenden Bestand durchgeführt werden. Auch Beizmittel können bei der Aussaat einen erheblichen Schaden in der Nützlingspopulation anrichten. In Deutschland kam es zum Beispiel vermutlich durch den Abrieb von Neonicotinoid-Beizmitteln zu großen Schäden an Bienenbeständen. Der Aussaatzeitpunkt traf dabei genau auf die Rapsblüte und abdriftmindernde Maßnahmen waren noch nicht umgesetzt.  Genauere Informationen zur Risikoeinschätzung von Neonicotinoiden auf Bienenbestände finden Sie hier: https://www.efsa.europa.eu/de/press/news/130116.

Informationen zu Anwendungsempfehlungen von PSM, Auflagen und Hinweise finden sich im Pflanzenschutzmittelregister der AGES (http://pmg.ages.at). Grundsätzlich gilt es natürlich, Bestimmungen und Auflagen zum Umwelt- und Artenschutz zu folgen. So sind abdriftmindernde Maßnahmen und Abstände zu angrenzenden Gewässern unbedingt einzuhalten!

Hans-Werner Heidemann der DEULA Nienburg führte durch den restlichen Teil des Tages und wies ausdrücklich auf die Wichtigkeit der Verwendung von Schutzkleidung hin. Kontaminationen werden meist wegen der nicht unmittelbaren Folgen zu wenig ernst genommen. Doch die Auswirkungen des Kontakts mit Chemikalien dürfen nicht unterschätzt werden! Deshalb empfiehlt er, angemessene Schutzkleidung zu tragen (Vollschürze oder Overall, chemiefeste Handschuhe, Schutzbrille)! Sicherheitsvorrichtungen an der Einspülschleuse verringern den direkten Kontakt mit den PSM und somit das Kontaminationspotential.

Bei der Ausbringung von PSM ist ein einwandfreier Zustand der Technik wichtig! Nicht festsitzende Schrauben und ausgeleierte Gestänge können durch vertikale und horizontale Schwingungen erhebliche Schwankungen in der Wirkstoffkonzentration verursachen. Vor allem durch die Vor- und Rückbewegung des Spritzgestänges entsteht beim Stillstand eine massive punktuelle Überkonzentration. Die Konzentrationen können dabei von 70-1000l/ha betragen. Eine Reduktion der Fahrgeschwindigkeit muss aber nicht unbedingt eine Reduktion der Schwingungen bedeuten, im Gegenteil: durch die niedrige Geschwindigkeit werden sogar mehr Schwingungen übertragen. Der Vorschlag des Experten: das Anbringen von Ketten an das Spritzgestänge, da die Ketten bei Schwingungen rasseln. Je leiser das Rasseln wird, desto näher ist man an der optimalen Geschwindigkeit.

Der Ausbringungszeitpunkt will genau gewählt werden und wird von einigen natürlichen Faktoren beeinflusst. Wind führt etwa schon bei Geschwindigkeiten von 3-5 m/s zur Abdrift und damit zum Austrag in andere Kulturen oder Ökosysteme. Können bei niedrigen Windgeschwindigkeiten noch abdriftmindernde Maßnahmen gesetzt werden, zeigen diese bei höheren Geschwindigkeiten keine Wirkung mehr. Daher kein PSM-Einsatz bei starkem Wind! Auch Mesurol-gebeiztes Saatgut darf bei 5 m/s nicht mehr ausgebracht werden. Ebenso spielt die Thermik eine entscheidende Rolle dabei, ob das PSM auch wirklich in ausreichender Menge an der Kulturpflanze ankommt. Bei hoher Strahlung zu Mittag etwa werden feine Tropfen durch die Thermik in Schwebe gehalten und können über weite Strecken verlagert werden. Daher sind Zeitpunkte zu wählen, an denen die Strahlungsintensität nicht zu hoch ist (z.B. später Nachmittag). Eine gute Tröpfchenverteilung ist essenziell für die Wirksamkeit und Treffsicherheit der PSM. Sie sichert die gleichmäßige Benetzung der Pflanzen.

Bild 1: Injektordüsen erzeugen durch Unterdruck eine Tropfenform, die weniger von Abdrift betroffen ist und dennoch einen guten Benetzungsgrad erreicht. (ÖKL)

Während zu große Tropfen vom Blatt abrollen und ihre Wirkung verloren geht, werden aber zu feine Tropfen in der Luft verlagert. Als Grundregel gilt: feine Tropfen bei Kontaktmitteln (hier gilt es, die Pflanze ganz zu benetzen) und mittlere bis größere Tropfen bei systemischen Mitteln. Durch zu hohe Fahrgeschwindigkeiten und Gestängehöhe erhöht sich die Abdrift auch erheblich. Feine Tropfen können bei zu großem Abstand des Spritzgestänges zum Bestand bis zu 50 m verlagert werden. Die Wahl des Einsatzzeitpunktes, der Gestängehöhe (ca. 60 cm über der Oberfläche) und des notwendigen Tröpfchenspektrums ist daher sehr wichtig! Der Auswahl der Düsen kommt über das Tröpfchenspektrum hinaus zusätzliche Bedeutung zu. Um die Pflanze in und gegen die Fahrtrichtung bei höheren Geschwindigkeiten gleichmäßig zu benetzen, sind Düsen mit entsprechenden Neigungswinkeln zu wählen. Bei Randfahrten sind entsprechende Randdüsen zu benutzen, um eine ausreichende Wirkstoffmenge auch am Bestandesrand und eine Schonung von Nicht-Zielflächen zu gewährleisten. So können Resistenzbildungen am Feldrand verhindert und höhere Kosten bzw. Ertragsverluste vermieden werden!

Nach der PSM-Anwendung kommt es auf eine sachgemäße Reinigung der Spritze an. Oft reichen schon äußerst geringe Rückstände, um in anderen Kulturen erhebliche Schäden anzurichten!

Bild 2: Für die Düsenreinigung eignet sich ein Ultraschallreiniger optimal! (ÖKL)

Deshalb müssen die Einspülschleuse, die Spritzdüsen und auch die Außenhülle der Spritze gründlich gereinigt werden. Ungereinigte Spritzen müssen überdacht abgestellt werden. Bei der Außenreinigung ist jedoch darauf zu achten, dass das Reinigungswasser nicht in das Grund- oder Abwasser gelangt!

Am Prüfstand wurden am Nachmittag mehrere Düsen demonstriert. Die Tröpfchenverteilung und Spezifikationen (Spritzwinkel, Drücke) verschiedener Bauarten standen dabei im Mittelpunkt. An einem selbst gebauten Gestänge konnte auch die Tröpfchenverteilung in Fahrt veranschaulicht werden. Mit wassersensitivem Papier wurde ersichtlich, dass ab einer Geschwindigkeit von ca. 8 km/h durch High-Speed Düsen mit entsprechenden Neigungswinkeln eine bessere Benetzung der Pflanzen in und gegen die Fahrtrichtung erreicht werden kann. Für den Einsatz von Randdüsen wurde ein fiktiver Gewässerstreifen in Form einer Papierhandtuchrolle angebracht. Hier war klar ersichtlich, dass der Einsatz von Randdüsen den Eintrag von PSM in Nicht-Zielflächen und Gewässer absolut verhindern und trotzdem noch die gewünschte Wirkstoffmenge am Feldrand garantieren kann. Der Schutz von Gewässern und anderen Nicht-Zielflächen (angrenzende Raine, Wiesen und Felder) muss schon allein aus Imagegründen und Gründen der Umweltgerechtigkeit eingehalten werden!

Bild 3 : Beim Einsatz von normalen Düsen bei Randfahrten wird auch Wirkstoff in angrenzende Flächen und Gewässer eingetragen. Durch die richtige Installation von Randdüsen kann dieser Effekt verhindert werden. (ÖKL)

Die Wasserqualität ist ein wichtiger Faktor bei der PSM-Anwendung (pH-Wert, Oberflächenspannung, Anteil von Eisen und Mangan, Schmutzanteil, Wasserhärte). Bei geringer Wasserqualität soll auch mit weniger Wasser gefahren werden. Die hohe Komplexität der heutigen Wirkstoffe erfordert bewusstes Arbeiten und viel Know-How. Bei Wirkstoffmischungen muss man etwa beachten, dass die jeweiligen PSM unterschiedliche pH-Wert-Bereiche zur optimalen Wirkungsentfaltung benötigen. Zur Fixierung des pH-Wertes hilft die Zugabe von Stabilisatoren. Andere Additive ermöglichen die Reduktion von Wasser oder etwa die schnellere Aufnahme von PSM. Genauere Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel: https://www.topagrar.com/archiv/Damit-s-auch-wirklich-wirkt-1632274.html (zur Ansicht der Tabellen PDF-Version herunterladen). Die Verwendung von Additiven will aber gut überlegt sein! Denn das beste Additiv bringt nichts, wenn die Technik und die Anwendung nicht einwandfrei funktionieren bzw. beherrscht werden. Bevor man also zu solchen teuren Maßnahmen greift muss man sich genau überlegen, ob wirklich alle anderen Faktoren ausgereizt sind.

Insgesamt war das Seminar wieder von aktiver Teilnahme, hohem Interesse und hoher Qualität der Vorträge geprägt. Das hat sich vor allem durch Publikumsfragen und rege Diskussionen gezeigt. Auch Neuigkeiten zur Effizienzsteigerung im Technik-Sektor wurden angesprochen und lassen auf eine spannende Zukunft im Pflanzenschutz hoffen.

Das Seminar wurde mit 3h zum Pflanzenschutz-Sachkundeausweis angerechnet.

 

ÖKL-Praxisseminar Umweltgerechter Einsatz von PSM

Das ÖKL-Seminar „Mit der richtigen Mischung am Feld: Umweltgerechter und effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM)“ soll dabei helfen, mit umweltgerechtem PSM-Einsatz in ein erfolgreiches Pflanzenbaujahr 2018 zu starten!

Das Seminar fand an 2 Tagen statt: Am 13. Februar an der HBLFA Francisco Josephinum in Wieselburg und am 14. Februar an der Gartenbauschule Ritzlhof in Haid bei Linz.

Mehr lesen Sie hier!

ÖKL-Praxisseminar „Gut beladen, sicher unterwegs“ – ABGESAGT

Das Seminar wurde abgesagt!!

ÖKL-Praxisseminar am 13. und 14. Februar 2018

Die landwirtschaftliche Tätigkeit ist in hohem Ausmaß mit Transportarbeiten verbunden. Sei es der Transport von Betriebsmitteln für Pflanzenschutz und Düngung oder von Erntegut bzw. Futtermitteln: Jeder Transport bedarf einer gewissen Achtsamkeit, die von der Exekutive zunehmend kontrolliert wird. Und nicht ohne Grund: Unzureichend gesicherte Ladung kann bei Bremsmanövern Kräfte entfachen, die deren Masse um ein Vielfaches übersteigen und birgt somit ein erhebliches Sicherheitsrisiko für den Fahrzeuglenker und andere Verkehrsteilnehmer. Kommt es dann zu einem Unfall, kann das erhebliche gesundheitliche oder rechtliche Folgen nach sich ziehen. In diesem ÖKL-Praxisseminar werden rechtliche und theoretische Hintergründe sowie praktische Anwendungen zur Ladungssicherung angeboten – für ein sicheres Wirtschaftsjahr 2018!

Einladung & Programm Ladungssicherheit [pdf]

(Foto: Berndl, Wolfesberger)

Termine, jeweils von 8:30 bis ca. 16:30:

13. Februar 2018
Gartenbauschule Ritzlhof
Kremstalstraße 125, 4053 Haid bei Linz                     

14. Februar 2018
HBLFA Francisco Josephinum   
Schloss Weinzierl 1, 3250 Wieselburg
                                                                                    

Tagungsbeitrag:             
Mit LW Betriebsnummer: 90 €
Ohne LW Betriebsnummer: 110 €
Die Kosten für die Mittagspause sind von den Teilnehmern vor Ort zu bezahlen!

Tagesprogramm

08.30 Uhr Registrierung, Kaffee

Vormittag:

Eingangsreferat „rechtliche Grundlagen“
am 13. Februar: Christoph Berndl, BW Mold
am 14. Februar: Christoph Wolfesberger, LK NÖ

Riko Kindmann, DEULA Nienburg

  • Verantwortlichkeiten
  • Physikalische Grundlagen
  • Arten von Ladegütern
  • Arten der Ladungssicherung

Mittagspause von 12.30 bis 13:30 Uhr  

Nachmittag:         

Riko Kindmann, DEULA Nienburg

  • Verwenden und Prüfen von Haltevorrichtungen (Zurrgurte/Ketten/Netze/Zurrpunkte)
  • Durchführung von praktischen Übungen mit Schlepper und Anhänger
  • Berechnung der Sicherungskräfte anhand Tabellen und App

 

 

Umweltgerechter und effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

ÖKL-Praxisseminar

Mit der richtigen Mischung am Feld:
Umweltgerechter und effizienter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM)

Nichts ist in der Landwirtschaft so wichtig wie das richtige Management und der richtige Einsatz von Betriebsmitteln. In den Pflanzenschutz werden dabei im konventionellen Bereich besonders hohe Erwartungen gesetzt. Er soll den Pflanzen nicht nur vor Krankheiten und Schädlingen Schutz bieten oder sie bekämpfen, mit ihm soll auch ein möglichst hoher Ertrag sichergestellt werden. Somit ist er ein wichtiger Faktor im Betriebsergebnis und trägt erheblich zum wirtschaftlichen Erfolg eines landwirtschaftlichen Betriebes bei. Vor dem Hintergrund der hohen Kosten und des verantwortungsvollen Umgangs sind dabei jedoch der richtige Einsatz und die Berücksichtigung der Umweltwirkung zu beachten! Dieses ÖKL-Seminar soll Ihnen dabei helfen, mit umweltgerechtem PSM-Einsatz in ein erfolgreiches Pflanzenbaujahr 2018 zu starten!

Ausführlicher BERICHT

Einladung & Programm PSM [pdf]

Termine, jeweils 8:30 bis ca. 16:30:           

13. Februar 2018 
HBLFA Francisco Josephinum, Schloss Weinzierl 1, A-3250 Wieselburg 

14. Februar 2018
Gartenbauschule Ritzlhof, Kremstalstraße 125, A-4053 Haid bei Linz

Tagesprogramm

Vortrag Bewertung Ökotoxikologie (Britta Möbes-Hansen, AGES)

  • Kurzeinführung in die Ökotoxikologie & Risikobewertung von PSM
  • Auflagen zum Schutz der Umwelt
  • Umweltgerechter Einsatz von PSM

Grundlegendes zur PSM-Anwendung (Hans Werner Heidemann, DEULA Nienburg)

  • Zielflächen identifizieren und treffen
  • Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit von Pflanzenschutzmaßnahmen
  • Pflanzenschutzdüsen auswählen, pflegen und richtig einsetzen
  • Gerätecheck und Maschinenoptimierung

Richtiger Einsatz und Mischbarkeit (Hans Werner Heidemann, DEULA Nienburg)

  • Benetzung durch unterschiedliche Maßnahmen situationsabhängig managen
  • Wasseraufwandmengen situationsgerecht anpassen
  • Wasserqualität, -härte und pH messen und optimieren
  • Abdrift richtig bewerten und reduzieren
  • Additive gezielt auswählen und  bedarfsgerecht anwenden
  • Mischbarkeit verschiedener PSM (Düngemittel, Wirkstoffe, Mischreihenfolge)

Tipps & Tricks (Hans Werner Heidemann, DEULA Nienburg)

  • Hilfsmittel zur Applikationsverbesserung
  • Optimierte Gerätereinigung
  • Praxistauglicher Anwenderschutz

Das Seminar wurde im Ausmaß von 3 Stunden für den Pflanzenschutz-Sachkundeausweis anerkannt!!


Informationen erhalten Sie bei DI Daniel Fink daniel.fink@oekl.at !

ÖKL-Arbeitskreis Technik im Biolandbau

Am 14. November 2017 fand die ÖKL-Sitzung des Arbeitskreises „Technik im Biolandbau“ an der Versuchswirtschaft Groß-Enzersdorf der Universität für Bodenkultur statt.

Seit 2007 organisiert das ÖKL den Arbeitskreis „Technik im Biolandbau“ zusammen mit seinen Mitgliedern. In diesem Rahmen werden aktuelle Themen und Herausforderungen diskutiert und Schwerpunkte für Veröffentlichungen und Bildungsveranstaltungen gesetzt. Die inhaltlichen Beiträge kamen aus Wissenschaft, Beratung und Praxis. Auf deren Basis erfolgte abschließend eine konstruktive Diskussion über thematische Schwerpunkte.

Die Vorträge zur Sitzung:

Dr. Wilfried Hartl, Bioforschung Austria:
Aktuelles aus der Bioforschung

Dr. Robert Schneider, Bio Austria:
Anforderungen an die Technik im Biolandbau aus der Sicht der (Ackerbau-)Beratung

Ing. Josef Jugovits, Landwirt:
Praktische Erfahrungsberichte

 

Dr. Gerhard Moitzi, BOKU:
10 Jahre ÖKL-Arbeitskreis Technik im Biolandbau – Ein Rückblick

Alle Fotos: Otto Krönigsberger

Praktisches Landtechnik Seminar des ÖKL Ladungssicherung

„Gut beladen, sicher unterwegs“

Der Termin 21. November 2017 musste kurzfristig abgesagt werden. Das Seminar wird im Frühjahr 2018 abgehalten und neu ausgeschrieben!

 

Eine Vielzahl der landwirtschaftlichen Tätigkeiten ist mit Transportarbeiten verbunden. Besonders der Transport von Gütern auf Anhängern bedarf dabei besonderer Beachtung. Die Gefahren und folglich die Ansprüche an die Sicherheit nehmen zu – auch von Seiten der Exekutive. Zunehmend ist vom „Wassermaß“ und „lashing capacity“ die Rede. Immer höhere Tonnagen und Geschwindigkeiten sind im Spiel: letztere erhöht bei einer Beschleunigung (dazu gehört als negative Beschleunigung das Bremsen) durch ihre dynamische Wirkung die Masse die sich bei einem Aufprall vervielfacht. Einfache Maßnahmen wie das Unterlegen von Gummimatten und das Verkeilen mit Paletten tragen zur Sicherheit bei. Bestimmte Kenntnisse verlangt der sinnvolle Umgang mit Zurrgurten – aber auch geeignete Befestigungspunkte am Anhänger; wenngleich sie derzeit noch selten vorhanden sind.

Die Qualität der Vortragenden von der DEULA Nienburg ist aus zahlreichen andere Seminaren bekannt; im speziellen Fall wird deren Riko Kindmann die physikalischen Grundlagen, Arten von Ladegüterund der Ladungssicherung, die Verwenden und das Prüfen von Haltevorrichtungen (Zurrgurte/Ketten/Netze/Zurrpunkte)und die Berechnung der Sicherungskräfte anhand von Tabellen bzw. einer App referieren.

Die Gesetze der Physik gelten überall, während sich die Gesetzeslage zwischen Deutschland und Österreich unterscheidet. Letztere werden durch Ing. Christoph Wolfesberger der LK Niederösterreich dargelegt.

In bewährter Weise folgen der Theorie die praktischen Übungen, die den Schwerpunkt bilden; u.a. mit Bremsversuchen bei richtiger sowie unzureichender Ladungssicherung und den Befestigungsmöglichkeiten von Anschlagmitteln.

 

(Foto: Berndl, Wolfesberger)

BERICHT Feldspritzen effizient und umweltgerecht einsetzen

ÖKL Praxisseminar: Feldspritzen effizient und umweltgerecht einsetzen

Am 31. Mai fand an der BOKU-Versuchswirtschaft in Groß-Enzersdorf wieder das beliebte ÖKL-Seminar zum Thema Feldspritzeneinsatz statt. 30 Teilnehmer folgten der Einladung zu spannenden Vorträgen und praktischen Versuchen.

Wie in den Jahren 2014 und 2016 wurde das dritte ÖKL-Feldspritzen-Seminar auch heuer wieder in Zusammenarbeit mit der LK Niederösterreich an der BOKU-Versuchswirtschaft in Groß-Enzersdorf abgehalten. Wie schon zuvor war das Interesse an der Veranstaltung sehr groß. Die Teilnahme wurde im Ausmaß von 3 Stunden als Weiterbildung für den Pflanzenschutz-Sachkundeausweis von der LK Niederösterreich anerkannt. Als routinierte Referenten wurden Ing. Roman Hauer der Bildunswerkstatt Mold und Hans-Werner Heidemann der DEULA in Nienburg, Deutschland, eingeladen.

Nach der Eröffnung durch Dr. Helmut Wagentristl der BOKU startete Herr Ing. Hauer mit einem Vortrag über die wiederkehrenden Überprüfungen von in Gebrauch befindlichen Feldspritzen. Gemäß der EU Richtlinie 2009/128EG sind diese Überprüfungen verpflichtend. Seit November 2016 gelten gesetzliche Mindeststandards zur Geräteinstandhaltung. Herr Hauer umspannte daher sowohl die rechtlichen Bestimmungen, als auch die Prüfkriterien und Anforderungen an die Gerätetechnik. Allgemein wird vorausgesetzt, dass Gelenkwelle, Leitungen, Rahmen und Gestängearretierung in einwandfreiem Zustand sind. Natürlich muss auch die Pumpe dicht sein, die erforderliche Leistung für das Gerät aufweisen und konstanten Arbeitsdruck halten (max. 10% Drucksteigerung durch Pulsationen). Eine Vorrichtung zum Druckausgleich soll Über- und Unterdrücke verhindern und muss auf jedem Gerät vorhanden sein. Auch eine Behälterentleerung samt Auffangbehälter muss vorhanden und funktionstüchtig sein. Manometer müssen frostfrei gelagert werden. Im Falle von Frosteinwirkung kann es sonst zu Beschädigungen kommen. Ein schadhaftes Manometer ist daran zu erkennen, dass es in druckfreiem Zustand konstanten Druck anzeigt. Außerdem hat der Besitzer darauf zu achten, dass Schläuche und Leitungen dem maximal erreichbaren Druck (max. 10 bar) standhalten müssen. Generell gilt: Jede Armatur und jedes Aggregat, jede Vorrichtung bis hin zu den beiden Sicherungsketten am Gelenkwellenschutz, die an dem Gerät angebracht ist, muss in einwandfreiem Zustand sein und funktionieren. Bei den Überprüfungen wird das Gerät genau begutachtet! Der zuständige Kontrolleur stellt in jedem Fall einen Prüfbericht aus, der für 5 Jahre aufbewahrt werden muss. Verläuft die Überprüfung positiv, wird eine Prüfplakette auf dem Gerät angebracht. Achtung: ab 26.11.2016 dürfen prüfpflichtige Pflanzenschutzgeräte nur in Betrieb genommen werden, wenn an ihnen eine gültige Plakette angebracht ist!!! Falls Sie ein gebrauchtes Gerät kaufen wollen, achten Sie daher unbedingt auf das Vorhandensein der Plakette!

Nach einer kurzen Vorstellung der international aktiven Beraterfirma DEULA Nienburg ging der Vortragende Hans-Werner Heidemann unmittelbar zur Sicherheit beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln über. Geschickt kombinierte Herr Heidemann die aufgelockerte Stimmung im Freien mit einigen Tipps und Empfehlungen. Den Teilnehmern wurde nahegelegt, sich gut gegen Kontaminationen zu schützen! Ein direkter Kontakt zu Pflanzenschutzmitteln wird oft nicht allzu ernst genommen. Häufig wischt man den Tropfen auf der Haut weg und damit glaubt man ausreichend schnell reagiert zu haben. Die Haut ist jedoch das Organ mit der größten Oberfläche und nimmt Stoffe aus der Umwelt auf. So gelangen die Wirkstoffe, die eigentlich in verdünnter Form ein Insekt oder eine Pflanze schädigen sollen, in hohen Konzentrationen in den menschlichen Körper!

Gelangt ein Pflanzenschutzmittel auf die Kleidung, muss sie so schnell wie möglich gewechselt werden. Andernfalls hat der Wirkstoff permanent Kontakt zur Haut und wird somit aufgenommen (ÖKL).

 

Nur angemessene Schutzleidung kann ausreichend vor Kontaminationen schützen (ÖKL).

Die Folgen daraus sind oft nur schwer abzuschätzen. Durch die zeitlich versetzte Wirkung werden sie auch oft nicht mit der Kontamination in Verbindung gebracht. Ein sehr eindrucksvolles Beispiel brachte Herr Heidemann anhand eines Berufskollegen. Dieser hatte auf eine Schutzbrille verzichtet und den konzentrierten Wirkstoff in die Augen bekommen. Trotz zahlreicher Operationen erblindete er! Entsprechende Schutzausrüstung ist also ungemein wichtig und unbedingt zu verwenden. Chemiebeständige Handschuhe sowie wasserabweisende Anzüge sind empfehlenswert. Auch im Inneren des Traktors sollte sich der Landwirt vor den Dämpfen schützen. Dazu werden Aktivkohlefilter im Lüftungssystem eingesetzt. Sobald der Geruch des Wirkstoffs jedoch wieder wahrnehmbar wird, sollen die Filter ausgetauscht werden. Das Ausblasen der Filter reicht nicht aus, um sie wieder zu verwenden! Aktivkohle bindet durch Ladungsunterschiede die Schadstoffe an der Oberfläche und gibt sie auch nicht mehr frei! Somit können ausgeblasene Filter keine weiteren Schadstoffmoleküle aufnehmen und zeigen keine Wirkung.

Hinsichtlich der Verteilgenauigkeit im Bestand kommt nicht nur der richtigen Düsenwahl, sondern auch der Gestängebauart erhebliche Bedeutung zu. Durch leichte Unebenheiten im Feld schwingt das Gestänge in vertikaler und horizontaler Richtung. Vertikales Nachschwingen führt unmittelbar zu Veränderungen im Überlappungsverhältnis und somit zu ungleichmäßiger Verteilung des Wirkstoffes. Horizontales Nachschwingen wird oft vom Fahrer gar nicht wahrgenommen, hat aber große Auswirkungen auf die Wirkstoffverteilung. Schwingt das Gestänge vor und zurück, so kommt es beim Richtungswechsel zum Stillstand und daher zu starker Überdosierung. Dagegen ist die Geschwindigkeit zwischen den beiden Ruhepunkten stark erhöht, was zu einer Unterdosierung führt. Die Schwankungen in der Dosierung können dabei zwischen 70 und 1300 l/ha liegen! In seinem Vortrag zeigte Herr Heidemann die Auswirkungen dieser horizontalen Bewegung anhand eines Bestandes, der mit AHL behandelt wurde. Der Bestand wies einen deutlich welligen Verlauf in der Wuchshöhe auf. Diese Über- und Unterdosierung ist auf die horizontale Bewegung des Gestänges zurückzuführen. Ähnliche Resultate kann man bei der Anwendung von Wachstumsreglern beobachten. Besonders heikel sind diese hohen Konzentrationsschwankungen jedoch bei Resistenzbildungen! Pilze wie Unkräuter weisen oft hohe Vermehrungsraten und damit auch eine hohe Anpassungsfähigkeit auf. Bei richtiger Wirkstoffwahl und Aufwandmenge kann die Ausbreitung gut kontrolliert werden. Wird die Aufwandmenge jedoch unterschritten, so kann es durch die hohe Anpassungsfähigkeit zur Resistenzbildung kommen! Ein gut gebautes Gestänge sollte daher nur geringste Schwingbewegungen in der vertikalen und horizontalen Ebene aufweisen und gut gewartet werden! Auch bei der Anfahrt kann es zu Dosierungsschwankungen kommen. Speziell bei elektronisch unterstützten Systemen ist die Kommunikation zwischen Traktor und Gerät oft verzögert. Wird die Schaltung von Teilbreiten durch Elektrostellmotoren übernommen, kann eine Nachjustierung mitunter einige Sekunden dauern. In dieser Zeit wird bereits eine Fahrstrecke zurückgelegt, auf der es zu Schwankungen der Dosierung kommen kann. In diesem Fall wäre es empfehlenswert, ein Gleichdruckregelung zu benutzen.

Zu den erheblichen Fehlerquellen, die durch den Landwirt vermieden werden können, zählt auf jeden Fall eine ordnungsgemäße Reinigung des Geräts. Erfolgt sie unsachgemäß, werden Restmengen im System in die nachfolgende Kultur mitgenommen und dort ausgebracht. Oft können sich bereits geringe Mengen eines ungeeigneten Mittels fatal auf den Bestand auswirken und ihn erheblich beschädigen. Auch Filter und Düsen können Reste von Wirkstoffen enthalten. Eine Kontrolle bzw. Reinigung ist daher unbedingt notwendig!

Die Abdrift, verursacht durch Wind und Thermik, stellt eine Herausforderung für den Landwirt und eine häufige Fehlerquelle dar. Während zwar die Benetzungsqualität bei hohem Druck durch die Bildung feiner Tropfen steigt, verschlechtert sich aber gleichzeitig das Abdriftverhalten. Jede Düse weist einen Optimaldruck zur Abdriftminimierung auf. An einem aufgebauten Prüfstand erläuterte der erfahrene Praktiker daher verschiedene Düsenbauformen und deren Spezifikationen. Während eine große Anzahl unterschiedlicher Bauformen präsentiert wurde, reichen für den Anwender normalerweise 3-4 unterschiedliche Typen aus um seinen Bedingungen gerecht zu werden. Für die richtige Dosierung am Feldrand kommen spezielle Randdüsen zum Einsatz. Sie bringen die benötigte Aufwandmenge an den Rand des Bestandes, während Normaldüsen durch ihren Spritzkegel nur eine geringere Dosierung applizieren und damit Resistenzbildung verursachen können.


Am Prüfstand wurden unterschiedliche Düsentypen getestet. Injektionsdüsen saugen neben Luft auch Staub an und verstopfen dadurch (ÖKL).


Links: Randdüsen bringen die erwünschte Wirkstoffmenge auch an Randbereichen an die Pflanze, wogegen Normaldüsen (rechts) eine schlechtere Verteilung am Rand verursachen. Befindet sich daneben zusätzlich ein Gewässer oder eine andere Kulturart, sind Probleme vorprogrammiert (ÖKL).
Im praktischen Teil wurden an einem Gerät vier verschiedene Düsentypen montiert und deren Verteilgenauigkeit im Feld getestet. Als Demonstrationsmodell wurde für jede Düse ein Metallgestell in den Bestand platziert. Daran befanden sich Papierstreifen, die sensitiv auf Wasser reagieren. Zur Demonstration der Verteilung an Ähre, Blättern und Boden wurden sie in unterschiedlicher Höhe angebracht. Das Tropfenspektrum der Düsen bei einer Fahrgeschwindigkeit von 8 km/h zeichnete sich an den Papierstreifen ab und konnte danach in der Gruppe demonstriert und diskutiert werden. Einen entscheidenden Unterschied konnte man bei der verwendeten High-Speed Düse feststellen. Umgekehrt zu normalen Düsen erzielt sie nur einen schlechten Effekt bei niedrigen Geschwindigkeiten und muss mit 10 km/h gefahren werden. Die horizontalen und vertikalen Schwingungen des Gestänges wurden auch veranschaulicht. Um die dafür notwendigen Unebenheiten zu erzeugen, legte der Praktiker Holzklötze in die Fahrgasse. Nur geringste Nachschwingungen des Gestänges sind akzeptabel und wurden von den beiden vorgeführten Fabrikaten der Hersteller Kuhn und Jessernigg eingehalten.

Im Praxisteil wurden verschiedene Düsenbauarten getestet…

deren Verteilgenauigkeit an wasserempfindlichem Papier sichtbar gemacht…

…und die Ergebnisse mit dem Fachmann diskutiert (alle ÖKL).


Abschließend wurde von Herrn Heidemann ein einfaches Rechenbeispiel zur Wasseraufwandmenge erläutert. Eine verminderte Wassermenge kann sehr wohl insgesamt eine geringe Zeitersparnis bewirken. Wer jedoch hier spart, spart auch bei der Verteilgenauigkeit. Dies kann zu einem Ertragsverlust führen, der durch die eingesparten Arbeitszeitkosten nicht aufgeholt wird. Der Zeitgewinn stellt also nur eine gefühlte Kostenersparnis dar.

Das Seminar erwies sich als äußerst lehrreich, sodass jeder Teilnehmer sich wichtige Inhalte mit nach Hause nehmen konnte. Die Qualität der Veranstaltung wurde durch eine durchwegs gute Bewertung bestätigt.

Interessant war das Ergebnis zur Frage, inwieweit von den Teilnehmern Feldspritzen mit „section control“ (GPS-unterstützte Teilbreiten(ab)schaltung) verwendet wird: nur von vieren der 33 Teilnehmer.

Das Seminar wurde im Ausmaß von 3 Stunden als Weiterbildung für den Sachkundeausweis anerkannt. Die Teilnehmer aus Niederösterreich wurden an Ort und Stelle elektronisch registriert.

 

ÖKL Praxisseminar Mähdrusch 6. Juli 2017

ÖKL Praxisseminar am 6. Juli 2017 in NÖ: Nicht nur für Vermehrungen – schonend und zugleich mit hohem Durchsatz dreschen

Auch dieses Jahr, am 6. Juli 2017, hielt das ÖKL das beliebte Mähdruschseminar ab. Veranstaltungsort für den theoretischen Teil war das Gasthaus Schmidt in Reisenberg. Die Praxisvorführungen fanden auf den Feldern der GV Marenzi zwischen Himberg und Ebergassing statt.

Ein gespanntes Publikum erwartete die praktischen Ausführungen von Agrartrainer Klaus Semmler am Feld.

Auch heuer durften wir uns wieder über die Teilnahme zahlreicher Interessenten freuen! Klaus Semmler von der Firma Agrartraining erläuterte Probleme und Gegenmaßnahmen in der Maschineneinstellung. DI Rainer Schwab von der Probstdorfer Saatzucht stellte die Herausforderungen und Anforderungen der Mähdreschereinstellungen an die Vermehrungsqualität dar. 27 Teilnehmer lauschten den Vorträgen gespannt.

Zeitdruck und instabile Wetterbedingungen lassen oft optimale Druscheinstellungen in den Hintergrund treten. Um die geplanten Flächen in kurzer Zeit zu ernten, wird oft die Fahrgeschwindigkeit erhöht und im Hinblick auf Druschqualität werden Kompromisse eingegangen. Dass diese Kompromisse aber für ein sinnvolles Ergebnis keineswegs notwendig sind, erläuterte Klaus Semmler in diesem Seminar. Ganz im Gegenteil: Es werden in der Regel lediglich 70% der möglichen Maschinenauslastung erreicht! Bei optimaler Grundausstattung und Einstellung liegt hier also noch erhebliches Potential.

Insgesamt sind ca. 60% der Mähdrescher mit zu kleinen Schneidwerken ausgerüstet. Je nach Maschinenleistung können daher größere Arbeitsbreiten gefahren werden. Mit steigender Arbeitsbreite verbessert sich der Materialfluss und auch die Beschickung des Drusch- und Abscheidesystems, Wendezeiten werden verringert, der Bodendruck verringert sich durch weniger Wendemanöver und die Mähdrescherleistung (t/h) steigt. Zur optimalen Beschickung des Mähdreschers ist auch eine optimale Schneidwerkseinstellung besonders wichtig. Die Höhe der Haspel sollte etwa auf Ährenhöhe gestellt und ihr Vorlauf im Verhältnis zur Fahrgeschwindigkeit ca. 3-4% schneller sein. Bei stehendem Bestand sind die Haspelzinken senkrecht, bei Lagergetreide auf Griff, und bei Raps auf Nachlauf zu stellen. Auch die Einzugswalze trägt erheblich zum optimalen Gutfluss bei. Wird sie ganz nach hinten versetzt, erleichtert das die Übernahme in den Einzugskanal und führt zu gleichmäßiger Beschickung. Der Abstand der Walze zum Bodenblech sollte 30-40mm betragen und deren Zinken sind bei Raps und Getreide auf Griff zu stellen, ansonsten in Nachlaufstellung. Weiters sind mittig an der Einzugsschnecke angebrachte – und für bestimmte Bedingungen/Länder sinnvolle – Bleche zu demontieren, um eine gleichmäßige Verteilung des Ernteguts im Dreschwerk zu gewährleisten. Auch sollte die Umlenkrolle im Einzugskanal höher gestellt werden, um besseren Fluss zu ermöglichen. Ein häufiger Fehler bei Lagergetreide besteht beim zu tiefen Absenken der Schnitthöhe (empfohlen werden 12cm), um auch die flachliegenden Halme noch aufnehmen zu können. In der tiefsten Höheneinstellung sollte das vordere Drittel des Ährenhebers am Boden aufliegen. Durch noch tieferes Absenken wird jedoch die Ährenheberspitze hochgedrückt und häufig von der Haspel erfasst. Das Ergebnis sind verbogene, abgebrochene und unbrauchbare Ährenheber sowie höhere Reparaturkosten. Bei Lagergetreide empfiehlt es sich außerdem, statt den gängigen Halmteilern nach oben gebogene Bügel zu verwenden. So wird vermieden, dass sich das Lagergetreide am Halmteiler nach oben schiebt und zu ungleichmäßiger Beschickung führt.

Das Ergebnis zu niedriger Schnitthöhen bei Lagergetreide: verbogene Ährenheber und höhere Reparaturkosten.

Das Messer muss regelmäßig auf Beschädigungen kontrolliert werden. So wird ein sauberer Schnitt und gleichmäßiger Gutfluss erzeugt. Es ist besser, beschädigte Klingen zu ersetzen, als sie nachzuschleifen.

Manche Hersteller ermöglichen eine konische Einstellung des Dreschkorbs zur Dreschtrommel. Damit kann der Abstand zur Trommel zum Beispiel vorne größer als hinten sein. Klaus Semmler empfiehlt jedoch, die Paralleleinstellung zu wählen; allenfalls bei sehr feuchten Bedingungen könnte der Abstand beim Ausgang größer sein. Dies kommt auch dem Materialfluss und der Druschqualität zugute. Generell wird die Verwendung von Drahtkörben empfohlen, da sie die beste Druschqualität liefern. An der Dreschtrommel sollen die Rillen der Dreschleisten immer gegengleich angebracht werden. So verteilt sich das Erntegut gleichmäßig über die gesamte Breite und bietet optimale Voraussetzung für die folgende Abscheidung und Reinigung. Die Dreschleisten müssen auf Verschleiß kontrolliert werden. Um den Verschleiß zu kompensieren, wird oft die Intensität des Dreschwerks erhöht. Darunter leidet allerdings die Qualität und der Bruchkornanteil steigt! Dasselbe gilt auch für Rotormaschinen.

Konzentriert sich der Gutfluss in der Mitte (etwa durch zu lange Windungen an der Einzugsschnecke), ist auch der Verschleiß der Dreschtrommel in der Mitte höher. Die Folge ist eine geringere Druschqualität, da meist intensiver gedroschen wird (Bruchkorn).Verschlissene Dreschleisten daher tauschen!

Großes Potential zur Steigerung der Mengenleistung und Qualität sieht Herr Semmler auch beim Reinigungssystem. Wie in den vorangegangenen Seminaren appellierte er wieder an die Teilnehmer, die Siebe zu öffnen und die Luftmenge durch maximale Gebläseeinstellung zu erhöhen. Durch die erhöhte Luftmenge soll das Stroh in Schwebe gehalten werden und ist daher leichter vom Korn zu trennen. Die Siebeinstellung spielt dabei eine herausragende Rolle. Im Allgemeinen wird dazu tendiert, bei schlechter Reinigung die Siebe zu schließen, um den Strohanteil zu verringern. Das Ergebnis ist oft nicht zufriedenstellend und verringert die Leistung erheblich. Geschlossene Siebe unterbrechen nämlich den Luftstrom und führen zu unzureichender Reinigung. Das Ergebnis ist ein hoher Gutfluss zur Überkehr durch Untersiebverluste, was zu einer Leistungsreduktion und höherem Bruchkornanteil führt. Die richtige Herangehensweise ist dagegen, die Siebe zu öffnen und von oben herab einzustellen. Befindet sich dabei viel Langstroh im Korntank, ist das Obersieb zu schließen. Bei viel Kurzstrohanteil ist das Untersieb weiter zu schließen. So wird die optimale Reinigung bei hohem Durchsatz erreicht. Hoher Bruchkornanteil kann auch von geringer Kettenspannung der Elevator- und Überkehrketten kommen. Daher ist unbedingt auf die richtige Spannung zu achten! Bei Raps wird von Klaus Semmler im Allgemeinen dieselbe Einstellung wie bei Weizen empfohlen. Nur die Gebläsedrehzahl soll bei Bedarf reduziert werden.

„Siebe auf, Wind auf, Fahrgeschwindigkeit rauf!“ – Klaus Semmlers zusammenfassendes Mantra für reines Druschgut bei hohem Durchsatz.

Erhebliches Einsparpotential liegt auch beim Häckseln des Strohs. Hier wird ein großer Anteil der Energie verbraucht. Hier müssen unbedingt scharfe Klingen verwendet werden, da dies einen geringeren Verbrauch und eine höhere Leistungsfähigkeit der Maschine bedeutet.

Höhere Effizienz kann außerdem beim Verladen des Erntegutes erreicht werden. Oft wird schon bei einem Korntankvolumen von 70% entleert, um eine Überfüllung des Korntanks zu vermeiden. Der Grund dafür liegt oft darin, dass sich die Entladestelle am Feldrand befindet und eine zusätzliche Fahrt zur Überfüllung führen würde. Diese fixen Entladepunkte kosten Zeit! Im Durchschnitt wird der Korntank pro Tag 25 mal entleert. Ein Entleerungsvorgang dauert dabei ca. 5 Minuten. Hochgerechnet werden daher pro Tag 2 Stunden, und in der Saison bei 15 Druschtagen ca. 25-30 Stunden nur für die Entleerung verwendet. Muss dann mit großen Maschinen noch auf kleine Anhänger entladen werden, kostet das noch mehr Zeit. Laut Klaus Semmler soll daher grundsätzlich pro Stunde abgerechnet werden und eine Entleerung wenn möglich während der Fahrt erfolgen.

Druschgut zur Saatgutvermehrung bedarf besonderer Sorgsamkeit bei der Ernte. Als Betriebsleiter der Probstdorfer Saatzucht erläuterte DI Rainer Schwab die Hauptkriterien, die an das Vermehrungsgut gestellt werden und wie sie durch sorgsamen Drusch beeinflusst werden können. Die Kriterien an die Saatgutqualität sind streng geregelt und deren gesetzliche Grundlagen existieren schon seit über 150 Jahren. Absolute Priorität hat die Reinheit des Vermehrungsgutes. Daher muss die Maschine vor der Ernte grundlegend und sorgfältig gereinigt werden. Es ist dabei von Vorteil, wenn sich eine Maschine ganz öffnen lässt, um den Zugang zu erleichtern. In der Regel beansprucht eine gründliche Reinigung ca. 4-5 Stunden Arbeitszeit. In der Saatgutvermehrung handelt es sich meist um vergleichsweise geringe Mengen. Eine Verunreinigung mit fremdem Material kann daher schwerwiegende Folgen haben. Deshalb muss alles herausgeholt und jeder noch so kleine Anteil an Fremdmaterial entfernt werden! Ein weiterer Aspekt der Reinigung liegt in der Krankheits- und Unkrautverschleppung. Ist ein Bestand von Krankheiten (z.B. Steinbrand) befallen, muss eine umso sorgfältigere Reinigung erfolgen. Belastetes Erntegut ist als Saatgut nicht mehr verwendbar. Deshalb muss auch die Maschine von Pilzsporen freigehalten werden, um Verschleppungen zu vermeiden. Im Falle von Unkrautbesatz empfiehlt es sich, betroffene Stellen auszulassen und später als Konsumware zu ernten. Grundsätzlich ist auf möglichst schonenden Drusch zu achten. Höhere Kornverluste sind in diesem Fall besser als Kornbruch. Die Empfindlichkeit gegenüber der Druschintensität ist von der Sorte abhängig. Je offener und ungeschützter sich der Keimling am Korn befindet, desto empfindlicher ist er auch auf Beschädigungen. Zu intensive Druscheinstellungen können außerdem das Korn schälen, was die Empfindlichkeit gegenüber Beizmittel erheblich erhöht.

Am Nachmittag wurden die Empfehlungen dann in der Praxis erläutert. Anhand dreier Hersteller konnten die Teilnehmer den Einfluss geringfügiger Optimierungen auf das Druschergebnis überprüfen. Bei jedem Mähdrescher wurden die Verluste bei Schwadablage ermittelt. Herr Semmler verwies an dieser Stelle darauf, dass dabei die Verluste oft überschätzt werden. Zwar findet man im Schwad häufig viele Körner, doch man muss dabei bedenken, dass die gesamte Arbeitsbreite auf ca 1-1,5m reduziert ist. Daher bedarf es hier einer genaueren Bestimmung. Zu diesem Zweck nahm Klaus Semmler eine Blechschale zur Hand, um das abgelegte Stroh darauf zu laden. Nach Entfernen des oberflächlichen Strohs von der Blechschale ist die Anzahl der Körner pro untersuchter Fläche leicht festzustellen. Mit dieser Formel lässt sich der tatsächliche Verlust in Relation zur Arbeitsbreite einfach errechnen:

Das angestrebte Ziel ist, die Gesamtverluste bei 1,0 – 1,5% zu halten. Wird dies nicht erreicht, so müssen entsprechende Anpassungen bei der Abscheidung bzw. Reinigung vorgenommen werden. Diese Verluste können dabei mehrere Ursachen haben. Die am leichtesten zu behebende ist die Anpassung der Dreschwerkseinstellung. Dazu kommen aber noch andere Faktoren. So kann die generelle Druschfähigkeit sortenbedingt sein und Schwierigkeiten verursachen. Daneben ist es auch möglich, dass die endgültige Reife noch nicht erreicht ist und dadurch viel Korn mit dem Stroh abgeschieden wird.

Zur Verlustkontrolle im Schwad wird der Kornanteil von etwa einem m2 Stroh in einer Schale gesammelt. Die Verluste werden hierbei oft überschätzt, da sich der Gutfluss von der Schneidwerksbreite auf die Schwadbreite konzentriert.

In der Verlustschale lässt sich die Menge der abgeschiedenen Körner leicht feststellen. Auf die gesamte Arbeitsbreite gerechnet sollen die Verluste bei 1,0 – 1,5% liegen.

Insgesamt wurde das Seminar sehr gut angenommen und mit zahlreichen Fragen und Einzelanmerkungen diskutiert. Die hohe Qualität spiegelt sich auch in den guten Evaluierungsergebnissen wider. Das ÖKL dankt den teilnehmenden Firmen und dem Verwalter der Gutsflächen, Herrn Ing. Georg Kolmar für dessen Engagement!

Nach Aussage von Klaus Semmler ist ihm in Europa keine vergleichbare Veranstaltung wie das ÖKL-Mähdruschseminar mit mehreren, parallel arbeitenden Fabrikaten bekannt!!!

 

 

 

Alle Fotos: ÖKL