Bereits fünftes ÖKL-Mähdrusch-Seminar

Das diesjährige Mähdrusch-Seminar wurde – nach jenen in Wieselburg, Baden, Schwechat und Groß-Enzersdorf – in Hornstein im Burgenland abgehalten. Der Schwerpunkt betraf den Rapsdrusch, wobei Vieles auf die übrigen Getreidearten übertragbar ist. Der Vortragende stellte in diesem Zusammenhang fest, dass nirgendwo in Europa so viele unterschiedliche Getreidearten angebaut werden wie in Österreich. Siebzig verschiedene Rapssorten mit unterschiedlichen Anforderungen an die Technik sind auf dem Markt!

Wieder hatte das ÖKL den Agrartrainer Klaus Semmler um Vortrag und „Training“ gebeten, welche dieser mit gewohntem Einsatz abhielt. Zuvor hatte der Obmann des ÖKL, DI Stefan Dworzak – auf dessen Flächen das Seminar stattfand – in der Begrüßung konzediert, dass die korrekte Dreschereinstellung wohl wichtig, angesichts der zu erwartenden Erntemenge und der niedrigen Preise aber ein Training zur Getreide-Vermarktung zu überlegen sei …

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DI Dworzak riet seinen Berufskollegen, die Preise für die Ernte durch Vorverträge abzusichern und sich verlässliche Partner zu suchen.
(Foto ÖKL)

Semmler schätzte eingangs, dass das Leistungspotential der Mähdrescher nur zu allenfalls 70% (und dieses mit sinkender Tendenz) ausgenützt wird, wozu der Umstand beitragen würde, dass man sich zu sehr auf automatisierte (Vor-)Einstellungen verlässt. Dennoch  aber habe  immer noch der geübte Fahrer das höchste Vermögen, den Mähdrescher an die technisch maximale Leistung hinzuführen.  Hier replizierte der anwesende Vertreter eines der Marktführer, dass die hinterlegten Programme laufend verbessert werden und es für den Fahrer fast unmöglich ist, den ganzen Tag mit höchster Konzentration zu arbeiten, während der Computer nie ermüdet. Der Fahrer müsse den Überblick bewahren – etwa zum Abtanken.

Mit der richtigen Einstellung (und scharfen Häckslermessern) hängt auch der Dieselverbrauch zusammen, der zwischen 1,3 und 5,2 l pro Tonne schwanken kann, auch wenn feuchtes Stroh den Verbrauch grundsätzlich steigert. Faktormäßig analog verhält es sich bei den Reparaturkosten.

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Der praktische Teil ging unter besten Erntebedingungen vonstatten während gleichzeitig nur wenige Kilometer südöstlich der Hagel schwerere Schäden anrichtete.
(Foto ÖKL)

Das „Credo“ vergangener Seminare: „Siebe auf, Wind auch auf“, womit in der Folge schneller gefahren werden kann, verteidigte Semmler auch im Zusammenhang mit Raps; dabei  solle man bei der Einstellung „von oben kommend“ vorgehen, anstatt sich umständlich höher zu tasten.  Der empfindliche  Raps verlangt niedrige Trommeldrehzahlen die bei ca. 500 U/min liegen –  bis ca. 200 „Extra-Touren“ sind bei Unkrautbesatz notwendig.

Der Korbabstand kann bei einer geschlossenen Trommel noch weiter geöffnet werden. Bei nicht geschlossenen Trommeln können zusätzliche Schlagleisten am Dreschkorb montiert werden. Dadurch kann mit einem größeren Korbabstand gefahren werden, die Durchflussmenge erhöht sich und  der  Ausdrusch aus der Schote wird verbessert.

Das Obersieb kann komplett geöffnet werden. Je nach gemäß des vom Rapsübernehmer erlaubtem Besatzes (und um eine Aspirationsgebühr zu vermeiden) kann der Prozentsatz an Besatz mit dem vor allem mit dem Untersieb eingestellt werden.  Bei dem regionalen Händler kann mit einem Aspirateur der Besatz bestimmt werden. Bsp.: ein Landwirt möchte nicht mehr als zwei Prozent Besatz im Erntegut haben. Dann sollte das Untersieb erfahrungsgemäß ca. 70 Prozent geöffnet werden. Das Seminar zeigte den Teilnehmer, die Mähdreschereinstellungen auf die Anforderungen des Übernehmers abzustimmen. Technisch wäre es möglich, das Untersieb komplett zu öffnen, doch laut Klaus Semmler ist der begrenzende Faktor das Gebläse oder die Turbine. Stichwort: Beim Rapsdrusch gibt es nur wenig Überkehr, was eine Folge der möglichst geschlossenen Siebverlängerung ist.

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Die Probe aus der Überkehr zeigt keine grünen Schoten (der Raps ist physiologisch reif), auch wenn sie (vgl. Bild links) noch nicht optimal ist. Semmler formulierte übersteigert: Im Idealfall  könnte der Drescher (hier: MF) mit geöffneter Überkehrklappe fahren. Es gilt: „Wind hoch und Siebe auf!“ Bei grünen und Schoten und somit fehlender Abreife muss mit dem Drusch gewartet werden.
(Fotos ÖKL)
Die Kornverluste bestimmt man „von vorne kommend“: So vermeidet man,  Körner für Verlust zu halten, die schon am Feld liegen, bevor sie mit dem Schneidwerk in Berührung  gekommen  sind.

IMG_0074Die Finger an der Einzugstrommel sollten für Raps „auf Griff“ stehen.
(Foto ÖKL)
Sind obige  Hinweise eher den großen Zusammenhängen zuzuordnen, so sprach Semmler auch „Feinheiten“ an:

– So ist es besonders für den Fall des Reversierens des Einzuges nützlich, die Ährenheber hinten zusammenbiegen, womit sie den Zinken der tief gestellten Haspel weniger „Angriffsfläche“ bieten.

– Insbesondere beim Schumacher-Schneidwerk reduzieren hinter dem Messer angebrachte Führungsrollen den Verschleiß wesentlich, auch wenn eine Rolle (Einwurf aus dem Publikum) 30 Euro kostet.

– Rapssäure ist aggressiv, weswegen es sich empfiehlt, Hohlräume abzudichten.

– Besonders bei vielen Ackerdisteln im Bestand kommt es vor, dass es dadurch zu einem Rapsstrohstau in den Schüttlern kommt. Dann ist ein „Stop“ der Maschine vorprogrammiert.

– Die  Gegenschneiden im Häcksler sollen bei Raps nicht in den Häcksler reichen, somit wird das sperrige Rapsstroh besser von den Messern angenommen.

Polemisch fragte Semmler in die Runde, ob es noch erlaubt sei, das Dreschen nach Hektar abzurechnen (Anm: Bekanntlich ist dies dennoch immer mehr der Fall und wenn in den ÖKL-Richtwerten Pauschalwerte angeführt sind, so wurde damit  den Gegebenheiten und den sozialversicherungsrechtlichen Aspekten Rechnung getragen). Gemeint war: es kann nicht egal sein, wie hoch die Schnitthöhe und damit neben dem Körner- der Strohdurchsatz ist. Beim tiefen Schnitt nimmt weiters der Verschleiß infolge der aufgewirbelten, wie Schmirgel wirkenden  Erde bei geringer Schnitthöhe zu.

Die Erntelogistik ist zusätzlich eine Aufgabe für den Mähdrescherfahrer und den Auftraggeber.  Das Abtanken während der Fahr spart Zeit. Man spricht hier von bis zu 7 € pro Minute als entgangene Einnahmen. Durch permanentes Überladen beim Drusch kann die Tagesleistung um ein Drittel werden. Semmler: „Abtanken am Feldrand kostet ca. 10 min“, das sind bei ca. 20 mal am Tag schon ca. 3 Stunden, was über eine ganze Druschsaison im Durchschnitt drei bis vier Tage zusätzliche Einsatztage ausmachen kann“.

Klaus Semmler appellierte an die Druschunternehmer, den Lohndruschpreis  – abgesehen von der Mähdreschergröße und Zubehör – nach den Kriterien: Tonnen/ha, Schnitthöhe, Häckslereinsatz, Einzelflächengrößen und möglicher Abfuhrleistung zu bemessen.

Wieder rückte er die Sicherheit in den Vordergrund: Wichtigstes beim Mähdrusch ist die Fahrer- und Beifahrersicherheit; es habe noch nie eine Steigerung an Unglücksfällen mit Mähdreschern wie in den letzten Jahren gegeben. Es muss vor Arbeiten am Drescher selbstverständlich sein, zu warten bis sich die Maschine „beruhigt“ hat. (Der Häcksler verfügt über einen Freilauf und kann fast geräuschlos noch lange rotieren, bevor das „Klingeln“ der  Messer deren letzte Umdrehungen ankündigt).

Eine rückwärts gerichtete Kamera zeigt nicht nur, dass der Strohfluss in Ordnung ist, sondern erleichtert das Anhängen des Schneidwerkswagens. Nachgerade todesmutig ist, den Mähdrescher mit niedrig eingestelltem Hydrostaten unbeaufsichtigt rückwärts kriechen zu lassen, während man den Wagen an dessen Deichsel „zurecht“ rückt.

Bei Arbeiten insbesondere unter dem Tisch ist dieser abzustützen. Vor allem der Stress bei Wetterkapriolen, eine Zunahme der Betriebsfläche pro Betriebsführer und die „Routine“ erhöhen die Unfallgefahr.

Die Schritte zur Druschoptimierung wurde an den Maschinen der Hersteller CASE, CLAAS und MASSEY-FERGUSON und somit drei unterschiedlichen Dreschprinzipien demonstriert.

DI Gebhard Aschenbrenner und
DI(FH) Herbert Donner-Ipsmiller, MSc.

 

ÖKL-Praxis-Schau Parallelfahrsysteme

oekl-par-runde-vorm-essen-kroenigsbergerAm 20. September fand in Altlichtenwarth am Betrieb Donner (Weinviertel, NÖ) die ÖKL-Praxis-Schau „Parallelfahrsysteme: eine Praxis-Schau unterschiedlicher Genauigkeitsstufen“ statt.
(inoffiziell: „Die österreichische GPS Schau des Jahres“). Um die 70 Besucher (ausschließlich Männer) fanden sich auf einer Fläche des Betriebes Donner im Bezirk Mistelbach ein. Aber auch die Hersteller hatten den Untertitel  „Die österreichische GPS Schau des Jahres“ Ernst genommen und folglich waren noch nie so viele GPS-gesteuerte Gespanne sowie Einzeltraktoren auf einer Fläche zu sehen gewesen. In weiterer Folge und der Besprechung der Systeme konnten interessierte Besucher zwanglos von einem System zum anderen wechseln und – assistiert von Firmenleuten – Probefahrten unternehmen oder sich über Details informieren.

Der neben dem Agrarelektronik-Konsulenten das ÖKL, Otto Krönigsberger, maßgebliche Organisator DI Herbert Donner-Ipsmiller vom ÖKL stellte eingangs die teilnehmenden Firmen vor; es waren dies Traktoren der Marken: Case, Claas, Deutz-Fahr, Fendt, John Deere, Massey- Ferguson, New Holland, Steyr und Valtra vor, die teilweise konzern- bzw. firmeneigenen Lenksystemen ausgerüstet waren, hinzu kamen die Ausrüster u.a., Reichhardt, SatCon, Trimble.

Der neben Otto Krönigsberger (Agrarelektronik-Konsulent des ÖKL) maßgebliche Organisator DI Herbert Donner-Ipsmiller (ÖKL) stellte eingangs die teilnehmenden Firmen vor; es waren dies Traktoren der Marken: Case, Claas, Deutz-Fahr, Fendt, John Deere, Massey- Ferguson, New Holland, Steyr und Valtra,  die teilweise mit konzern- bzw. firmeneigenen Lenksystemen ausgerüstet waren, hinzu kamen die Ausrüster u.a. Reichhardt, SatCon, Trimble bzw. deren Vertretungen.

Von Seiten der Gerätehersteller präsentierten jene von Einzelkornsämaschinen (Monosem), Drill- Sämaschinen (Amazone, Vädersadt), Feldspritzen (Amazone, John Deere, Lemken) – mit diesen wurden Teilbreiten-Abschaltungen demonstriert – sowie in der  Bodenbearbeitung (Kerner, Lemken, Kongskilde) das Parallel- bzw. Anschlussfahren.

Nach  zunehmender  Genauigkeit werden bei den Lenksystemen  unterschieden: Lenkhilfen (Lichtbalken-Systeme, meist mit EGNOS – Korrektur)  –
Lenkassistenzsysteme (Nachrüstlösungen mit Lenkradmotor)  –
Integrierte Lenksysteme (mit Lenkwinkelsensor und oft RTK)
Alle wurden gezeigt!!!

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Eine sogenannte „Light Bar“ (hier nicht eingeschaltet) zeigt mittels Lichtbalken die „Ideallinie“ vor, welcher der Fahrer folgt. Die Anbringung (nur zur Demonstration) am Türholm ist nicht optimal; war aber am üblichen Platz über dem Lenkrad und im direkten Sichtfeld nicht möglich.
(Foto: ÖKL)

pgps-statt-spurreissernoeklFür „Fachkundige“ an den hochgeklappten Spurreißern erkennbar: die Sämaschine wird mittles GPS (und im konkreten Fall ergänzt durch RTK) gelenkt.
(Foto ÖKL)

Je höher die zu erzielende Genauigkeit ist, desto höher sind naturgemäß die Anschaffungskosten.
In vielen Fällen genügt die Genauigkeit von ca. 20 cm, die mit einem kostenlosen Korrektursignal (z.B. EGNOS) erreicht werden kann. Wird eine höhere Genauigkeit gefordert, so muss ein Signal genutzt wer-den, das sich RTK (Real Time Kinematic) nennt und Genauigkeiten von bis etwa 2 cm ermöglicht. Das Signal wird von genau eingemessenen Bodenstationen ausgestrahlt. Weil zum Empfänger (vergleichbar Fernsehsignal) mehr oder weniger Sichtverbindung bestehen muss, nimmt die Reichweite der Sender zu, wenn sie höher angebracht sind. Die Korrektur kann aber auch über ein smartphone und dessen SIM-Karte erfolgen. Im Grenzgebiet sind daher für die jeweiligen Länder sog. Multi-SIM -Karten erforderlich. Die zu übertragenen und daher zu bezahlenden Datenmengen fallen mit nur 1 MB in der Stunde weniger ins Gewicht. Teurer ist das Signal selbst, das von den Maschinenherstellern, auf GPS-Navigation spezialisierten Firmen oder auch vom Maschinenring oder Lagerhaus zur Verfügung gestellt wird und das etwa 600 bis 1000 € kostet. Die zu korrigierenden Signale der beweglichen Satelliten können (Abschattung in Mulden, durch Bäume) ausfallen; dann wird auf einen geostationären Satelliten zurückgegriffen und für eine Zeit bis etwa 20 Minuten kann die Genauigkeit bis auf wenige cm aufrecht erhalten werden – ein Hersteller spricht sinnigerweise von „x-fill“.
Mit dem Preis steigt auch die „Wiederholbarkeit“: wird die Arbeit nach einer längeren Pause fortgesetzt, so lenkt das System zwar parallel, aber doch mit einer möglichen größeren Abweichung von der letzten Spur ein. – Daran ändert nichts, dass der Effekt bei der vorhergehenden, nicht unterbrochenen Arbeit nicht aufgetreten ist.
Die Genauigkeit des Signals ist das Eine, das Andere seine Umsetzung oder Übertragung in Lenkbefehle: am einfachsten – und vom Präsentator des ÖKL als „Einstiegsdroge“ bezeichnet – ist die Anzeige von Lichtbalken, denen der Fahrer mittels Lenkbewegungen folgt. Folgen kann aber auch ein an das Lenkrad angesetzter Motor, der üblicherweise auf verschiedene Traktoren umgesetzt werden kann. Der Weg lässt sich abkürzen, wenn die Ventile der Traktorlenkung direkt beeinflusst werden, wozu der Traktor bereits werkseitig vorbereitet sein muss.

einhei-motor-lenkradEine als Ganzes umsetzbare Motor-Lenkradeinheit. Bei anderen Lösungen wird das Lenkrad an seinem äußeren Umfang von einem Reibrad angerieben.
(Foto ÖKL)
Wohin kann man „lenken lassen“? Meistens im Anschluss an die vorhergehende Spur und im Zusammen-hang an die eingegebene (oder automatisch erkannte) Arbeitsbreite. Die „Swath-Funktion“ ermöglicht das Anlegen der jeweils übernächsten oder noch weiter entfernten Spur, sodass sich das Reversieren erübrigt. Die verbliebenen, noch nicht bearbeiteten Flächen werden vom anderen Feldende her gleichermaßen bear-beitet. Wenn doch reversiert werden soll, wird es dadurch erleichtert, dass das System den Traktor (oder die Arbeitsmaschine) auch rückwärts einlenkt, wozu einzelne Systeme befähigt sind.
arbeitsbreite-eingebenDie Arbeitsbreite des Arbeitsgerätes wird eingestellt.
(Foto ÖKL)
Wenn das Signal zwar korrigiert und hoch genau an der Maschine einlangt, ist es bei höchster geforderter Genauigkeit zu berücksichtigen, wo an dieser es empfangen wurde! Demnach ist der Fehler geringer, wenn es eher an einer tiefer denn höher gelegenen Stelle, wo die Wankbewegungen stärker sind, erfolgt. Ein Hersteller sucht den Fehler dadurch zu minimieren, dass die Kabinenfederung vorübergehend nur an zwei statt vier Punkten erfolgt, ein anderer dadurch, dass die Antenne in Höhe des Kabinenbodens pla(t)ziert ist. Auch bei der Arbeit in Schichtlinie am Hang muss der seitliche Versatz durch die schräg – wenngleich senkrecht zum Boden stehende – Antennenebene berücksichtigt werden, vom Abdriften des Gerätes ganz abgesehen.
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Eine typische Aufgabe für den Mechatroniker: die Feinabstimmung des mit dem Traktor über eine genormte Schnittstelle (sog, BUS-System; vgl. auch ÖKL Seminar dazu, Bericht abrufbar) verbundenen Gerätes.
(Foto ÖKL)

Im Sinne einer nochmals erhöhten Genauigkeit wirkt eine „virtuelle“ Referenzstation, welche die wechselnde Entfernung von Maschine und Station mit einrechnet und so „auf dem Traktor mitfährt“. Erleichtern lässt sich z.B. auch das Pflügen: das „on-land-Verfahren“ und nicht zuletzt deshalb wenig verbreitet, erfordert – anders als das Fahren in der Furche – stundenlange hohe Konzentration und kann per GPS automatisiert werden. Dies gilt auch für das Auspflügen von Keilen oder Bögen, indem laufend berechnet wird, um wie viel die Schnittbreite des mit einer stufenlosen Verstellmöglichkeit ausgestatteten Pfluges so zu verändern ist, dass am Ende kein „Zwickel“ oder eine halbe Pflugbreite übrig bleibt.
Dass Einzelkornsämaschinen, Düngerstreuer und Feldspritzen an keilförmigen Flächen mit einer einstellba-ren Überlappung teilbreitengesteuert einsetzen, ist schon bisher Stand der Technik.
Mit seiner erfolgreichen Veranstaltung, die auch von den Firmenvertretern als solche gesehen wurde, hat das ÖKL seine Kernkompetenz für einen Bereich die „Landtechnik“ unter Beweis gestellt. Den Seminarteil-nehmern wurde ein unmittelbarer Vergleich der Systeme bis hin zum Probefahren und ein Abwägen, bis zu welcher Stufe der Genauigkeit eine Nachrüstung oder Neuanschaffung sinnvoll ist, ermöglicht.

Programm Parallelfahrsysteme

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Praktisches Mähdrusch-Seminar des ÖKL

IMG_0028Anhand der Fabrikate Case, Claas und MF zeigte der Agrartrainer Klaus Semmler am 5. Juli die Unterschiede und die speziellen Optimierungsmöglichkeiten der Geräte. Das eintägige Praxisseminar fand in der Nähe von Eisenstadt statt. Mehr lesen Sie hier.

Praktisches Mähdruschseminar des ÖKL

IMG_0028Am Mähdrescher den Durchsatz steigern und die Körnerverluste mindern

Das diesjährige ÖKL-Mähdruschseminar fand am 5. Juli in Hornstein statt und widmete sich speziell dem relativ anspruchsvollen Rapsdrusch. Vieles ließ sich jedoch auf den Getreidedrusch allgemein übertragen. Anhand der Fabrikate Case & Claas & MF  zeigte der Agrartrainer Klaus Semmler deren speziellen Optimierungsmöglichkeiten bzw. die grundsätzlichen Unterschiede zwischen dem tangentialen und axialen Druschprinzip.

Ausführlicher Bericht von Gebhard Aschenbrenner und Herbert Donner-Ipsmiller

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Was Isobus heute kann: BERICHT

Sechs Jahre, nachdem das ÖKL eine damals vielbeachtete Vorführung zur elektronischen Interaktion Traktor und  Maschine veranstaltet hatte, ging das ÖKL nun an deren Wiederholung an der Versuchswirtschaft der Universität für Bodenkultur in Großenzersdorf.

ISOBUS wird in der österreichischen Landwirtschaft zunehmend verwendet. Dabei steht BUS für „Binary Unit System“ und bedeutet, dass für die Übertragung von Daten oder das Erteilen von unterschiedlichen Arbeitsaufträgen vom Traktor an die Maschine nicht für jedes ausführende Organ (Pickup – Kratzboden – Rückwand) eine eigene elektrische Leitung zur Ansteuerung der Ventile zu den jeweiligen Hydraulikfunktionen (und bis hin zum Einschalten der Beleuchtung, der Übertragung von Bildern)   notwendig ist. Vielmehr erkennt die Ansteuerung („Jobrechner“) aus der Mehrzahl der über nur eine Leitung übertragenen Befehle, dass sie und nicht ein andere Ansteuerung ein Ventil zu öffnen oder zu schließen hat. Inzwischen fließen aber auch umgekehrt Daten oder Befehle von der Maschine zum Traktor und es wird z.B. dessen Vorfahrtgeschwindigkeit vom Ladewagen automatisch so geregelt, dass eine bestimmte, einstellbare Belastung nicht überschritten wird.

Das Signal erzeugt der Ladewagen z.B. durch die Messung des Antriebsmomentes an den Förderorganen. Der Zusatz „ISO“ besagt, dass eine bestimmte Norm mit der Bezeichnung ISO 11783 eingehalten wird und in der  Stecker und Leitungen, die Art der Teilnehmer sowie Datenformate und Schnittstellen definiert ist.

ISOBUS ist die Bezeichnung für den ein weltweiten Standard für die Kommunikation:  Traktor – Terminal – Anbaugerät sowie zugehörige Softwarelösungen, die 1990 eingeführt wurde und ermöglicht, den Ansprüchen nach höherer Präzision, höherer Fahrgeschwindigkeiten, größeren Arbeitsbreiten, gleichzeitigem Datenaustausch und Vereinheitlichung der Bedienung gerecht zu werden. Die Entwicklung setze im Jahr 1970 mit dem ersten Einsatz von elektronischen Anzeigen  und ebensolchen Regelungen 1975 ein, wie DI Manfred Nadlinger (BLT Wieselburg) in seinem Vortrag „Rückblick ISOBUS und Stand der Technik heute“ darlegte. Seit 2008 gibt es die Umsetzung der ISO 11783 in der AEF (Agricultural Industry Electronics Foundation). In dieser sind  rund 50 Unternehmen, Verbände und Organisationen eingebunden und arbeiten aktiv miteinander. Durch die Gründung der AEF konnte eine erhöhte internationale Akzeptanz von ISOBUS-Technologie erzielt werden, womit Insellösungen zunehmend vom Markt verschwinden. Die AEF – Datenbank für Händler und Landwirte stellt eine sehr gute Übersicht darüber dar, welche Produkte unterschiedlicher Hersteller kompatibel sind und berücksichtigt Tests und Zertifizierungsverfahren. Der ältere DLG – ISOBUS –Test bestätigt lediglich die Konformität, aber nicht, dass zwei miteinander verbundene Maschinen auch funktionieren und ist daher überholt. Die genannten Bestrebungen sind vor dem Hintergrund zu sehen (und umso höher einzuschätzen)  als für die durch Zukäufe zu sog. „Full-linern“  gewordene Hersteller doch einer Versuchung unterliegen, eigene, nicht mit anderen Herstellern kompatible Systeme zu entwickeln.

Dagegen sind am AEF-Aufkleber in (bisher) sechs Kästchen die möglichen Funktionalitäten angeführt. So besagt TC SC, dass der Taskcontroller (ein Steuergerät als Schnittstelle zwischen Hofgerät, Terminal und  Jobrechner an der Maschine)  – unter der Voraussetzung, dass die besagte Funktionalität „SC“ übereinstimmt – eine automatisierte Teilbreitenschaltung („section control“) an Düngerstreuer, Feldspritze oder Sämaschine möglich ist.

Analog verhält es sich bei TC GEO: hier können Felddaten hinterlegt werden, anhand derer  die Ausbringmenge,  z.B. von Mineraldünger „georeferenziert“ (standortangepasst) abgearbeitet wird.

Und dennoch: nicht immer funktionieren die Systeme auf Anhieb; eine Probe, bevor die Anschaffung ganz bezahlt wird kann nicht schaden und wenn es nur an einem Kabel liegt…

DI Nadlinger erwähnte auch die  neuerdings anstatt von Terminals (Steuereinheit am Traktor zur Bedienung von Geräten) verwendeten Tablets.  Sie haben eine höhere Rechenleistung und lassen sich mittels einer „App“ individuell für ein bestimmtes Gerät programmieren. – Bisher konnte es mitunter schon zu Sichteinschränkungen am rechten Kabinenfenster infolge der Vielzahl von Terminals kommen! Tablets haben auch größere Bildschirme, was deren Bedienung (bedingt, bei der Fahrt auf einen rau(h)en Acker ist ein klassischer Knopf „sicherer“) erleichtert.

Die Investitionen in ISOBUS erfordern höhere Beträge – ein Vertreter nannte z.B. 15 bis 20.000 Euro für einen Wiegestreuer mit Steuerung. Die Investitionskosten und die häufigen Fragen dazu  –  ein Grund mehr, dass das Landtechnikseminar wurde von  ca. 40 interessierten TeilnehmerInnen besucht wurde.

Wie in der  bereits „legendären“  ersten – damals von der AEF lobend erwähnten – derartigen Veranstaltung wurden Funktionalitäten, Übersichten und Bedienfunktion von Tablets und Terminals in Kombination mit Traktor und Gerät per Bildübertragung live aus der Kabine auf zwei große Bildschirme  übertragen und so für Alle gut sichtbar gemacht. Dazu wurden die Gespanne der Reihe nach in die Halle gefahren, in welcher die Hersteller ihre Produkte (angesichts der Temperaturen bei geschlossenen Toren …) erläuterten.

Übertragung auf den Bildschirm

Bildübertragung aus der Kabine auf die Monitore (Foto ÖKL)

 

 

GruppeInteressierte TeinehmerInnen in Landtechnikhalle an der BOKU Groß-Enzersdorf (Foto ÖKL)

 

Praktische Erklärungen der TerminalsPräsentation der ISOBUS – Kompatibilität. Im Bild Ing. Leopold Eder von „Amazone“ (Foto ÖKL)

 

Einige der vorgestellten Produkte verschiedener Hersteller wie Tablets, Terminals, Hardwarekomponenten und Softwareinformationen wurden erstmalig in Österreich gezeigt.

Folgende Kombinationen aus Traktor und Gerät wurden vorgestellt:

  • MF 7718 Datatronic 4 und ISOBUS Joystick mit der Spirit ST300 R (E-Services)I-PAD und ISOBUS/W-LAN; MF 6614 mit Väderstad TEMPO
  • Deutz Fahr 6160 TTV mit Agrosky und Kverneland TELLUS mit einem Kverneland Düngerstreuer Exacto TL Geo-spread
  • John Deere 6155 R mit Command Center 4 und GreenStar 2630 mit Pöttinger Terrasem
  • Steyr 6200 mit dem AFS 300 Pro-Monitor mit Touchscreen – Funktion mit Kverneland U-drill -Sämaschine
  • Fendt 724 Profi Plus Varioterminal und Multifunktionsjoystick mit Lemken Sämaschine mit CCI 200
  • CASE CVX 130 mit AFS und Amazone Düngerstreuer ZA-TS 4200 mit CCI 100 und AMATRON – Terminal.
  • Firma Reichhardt mit einem Nachbausatz ISOBUS auf ältere Traktoren und ISOBUS – Terminallösungen.

In den Pausen und nach der Veranstaltung war es für die TeilnehmerInnen möglich, sich von den Vertretern der Hersteller fachlich informieren zu lassen und einen Gedankenaustausch zu pflegen. Die  vorgeführten Terminals konnten im (durch die Umstände freilich eingeschränkten) Echtbetrieb getestet und verglichen werden, denn in der Halle konnten naturgemäß keine Maschinenfunktionen „ausgelöst“ werden).

Die Veranstaltung war wiederum ein Erfolg und das ÖKL wird das Seminar zu passender Zeit – in immer kürzeren Zeitabständen werden im Bereich der Agrarelektronik neue Lösungen gebracht – wiederholen. Im Zusammenhang mit der Agrarelektronik darf auf ein ÖKL-Seminar zum Parallelfahren im Spätsommer verwiesen werden.

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Programm Feldspritzenseminar Juni 2016

Programm DIENSTAG, 07. Juni 2016

09:00   Begrüßung: Dr. Helmut Wagentristl (Universität für Bodenkultur) und DI Michael Deimel (ÖKL)

09:15   Aktuelles und Erfahrungen zur gesetzlichen Überprüfung von in Gebrauch befindlichen Feldspritzgeräten:
Ing. Roman Hauer (Bildungswerkstatt Mold)

10:15   Theoretischer Teil des Feldspritzen-Seminars Spritzentechnik:
Hans-Werner Heidemann

12:30   Mittagspause (Möglichkeit zum Essen, Buffet im Hauptgebäude)

13:15   Praktischer Teil des Feldspritzen-Seminars:
Hans-Werner Heidemann

17:00 Zusammenfassung, Ende der Veranstaltung

MITTWOCH, 8. Juni 2016

Es gilt das Programm von 7. Juni 2016

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ÖKL-Praxisseminar Feldspritzeneinsatz effektiv & umweltgerecht

IMG_0164Am Dienstag, 7. Juni und am Mittwoch, 8. Juni, fanden an der Versuchsanstalt der BOKU in Großenzersdorf eintägige Praxisseminare zum Thema Feldspritzen-Einsatz statt. 52 Personen nahmen teil.

Bericht von DI Gebhard Aschenbrenner:

2014 hat das ÖKL erstmals ein Feldspritzen-Seminar abgehalten, das von den vielen Teilnehmern sehr gut beurteilt worden war. Grund genug also, es im Juni 2016 in bewährter Zusammenarbeit mit der Versuchswirtschaft der BOKU in Groß Enzersdorf  „ebendort“ zu wiederholen – umso mehr, als das Seminar des ÖKL auch als Weiterbildung für den  Pflanzenschutz-Sachkundeausweis anerkannt wurde. Neben dem Referenten Ing. Roman Hauer von  der Bildungswerkstattt Mold nahm das ÖKL wiederum einen Referenten der DEULA in Nienburg/D in der Person von Hans-Werner Heidemann in Anspruch.

Der rechtliche Teil wurde vorangestellt und Ing. Roman Hauer von der Bildungswerkstatt Mold referierte zur Kontrolle von Feldspritzgeräten. Der Zusatz „künftig mögliche Prüfkriterien“ im Titel implizierte, dass diese zwar weitgehend, aber doch nicht endgültig feststehen. Die umfasst u.a. das Vorhabensein von Schutzeinrichtungen, z.B. über der Gelenkwelle, die Dichtigkeit, Korrosion an Rahmenteilen usw. Anschließend wird der Mengenstrom der Pumpe gemessen, der im bestimmten Verhältnis zu Behältervolumen und Arbeitsbreite stehen muss und dessen Pulsation 10 % nicht überschreiten darf, während das Rührwerk „eine deutlich sichtbare Flüssigkeitsbewegung aufrecht zu erhalten hat“. Folgerichtig ist, dass das Manometer an den Druckbereich der Düsen angepasst sein und die vorgeschriebene Genauigkeit erreichen muss. Am wichtigsten dürfte die Messung der Querverteilung am Balken sein, deren Variationskoeffizient 10% nicht überschreiten darf. Immer wieder fiel der sinngemäße Satz: „Wenn diese oder jene Einrichtung  vorhanden ist, hat diese zu funktionieren – auch wenn sie nicht vorgeschrieben ist.“ Das kann sich z.B. Hangausgleich, Hindernis-Ausweicheinrichtung oder die Gleichdruck-Armatur beziehen.

Heidemann betonte den Aspekt der Sicherheit ein und verglich die systemische Wirkung von PSM von der Pflanze auf den Menschen bzw. Anwender: hier wie dort wird der Wirkstoff an einer Stelle aufgenommen und im Organismus verteilt. Ein über die Haut beim Menschen aufgenommener Wirkstoff kann – abgesehen von der unmittelbaren Wirkung an Ort und Stelle (Verätzung) wenn auch – zeitlich verzögert noch weitreichendere  Wirkungen haben; z.B. in der Leber, deren eine Aufgabe auch die „Entgiftung“ des Körpers wäre. Heidemann brachte das Beispiel eines erblindeten Berufskollegen, dem aus der Einspülschleuse Spritzmittel ins Auge gelangt war! Es hätte auch ein platzender Schlauch sein können. Eine Brille ist also genauso wichtig wie ein Anzug sowie passende Stiefel, denn  auch bei noch so soliden Arbeitsschuhen können Mittel durch deren Leder diffundieren. – Es ist nicht mehr ganz einfach, an geeignete Handschuhe und Anzüge zu gelangen, denn die Hersteller können immer nur für die „Resistenz“ gegenüber den bisher auf dem Markt befindlichen Mittel garantieren.  Aktivkohlefilter schützen vor kontaminierter Luft – solange jedenfalls, als deren Kapazität nicht erschöpft oder die „Altersgrenze“ erreicht ist.

IMG_0111 FleckWas „eh bald wieder“ abgetrocknet ist, kann schlimme Folgen haben. Nicht immer handelt es sich nur Wasser. (Foto ÖKL)

IMG_0022 HandschuhDie Handschuhe müssen spritzmitteldicht und lang genug sein(Foto ÖKL)

Instabiles Spritzgestänge kann letztlich zu Resistenzen führen? – Durchaus sind auch „technisch induzierte Resistenzen“ möglich. Das Gestänge muss nicht nur vertikal immer möglichst waagrecht und in gleicher Höhe zum Bestand geführt werden, wozu bei sehr großer Arbeitsbreite die Messung mit Ultraschall möglich ist,  sondern auch horizontal.  Die rollende (vor und zurück schwankende) Bewegung, welche die Abstandsmessung nicht erfasst, kann den Balken so beschleunigen, dass an bestimmten Stellen nur geringe Mittelmengen ausgebracht werden. Die Unterdosierung führt dann zu Gewöhnungseffekten und Resistenzen. Der beschleunigte Balken wird später unweigerlich wieder abgebremst, wobei hier überdosiert wird.

Trotz eines perfekten Gestänge kann ein weiter Effekt Resistenzen fördern: es kann bis zu sieben Sekunden dauern, bis der Job-Rechner am Gerät die Ausbringenge nach einer Strecke der Unterdosierung erhöht;  das würde die „altmodische“ Gleichdruckarmatur verhindern.

Wenn statt SPM z.B. AHL ausgebracht wird, wären „nur“ optische Effekte die Folge, die aber Ertragsentgang und Lagergefährdung  bedeuten.

Auf einem Düsenprüfstand demonstrierte der wortgewandte Praktiker mit eigenem Betrieb bei Hannover die Spannweite des Angebotes, um damit zu schließen, dass man mit drei bis vier Düsen-Typen für alle Bedingungen gerüstet sein sollte. Entscheidend ist die erzeugte Tropfenform, die auch vom Druck beeinflusst wird. Mit nur 0,5 bis 1,3 bar und Wassermengen von nur 30 bis 80 l/ha arbeitet die Danfoil-Düse. Das lat. „respice finem“  (bedenke das Ende) gilt wörtlich: Wenn am Ende die technisch unvermeidliche n Restmenge übrig ist, braucht man 10 (!) ha Fläche, um bei deren Ausbringung eine Überdosierungen zu vermeiden.

Feine Tropfen unterliegen der Thermik besonders, weswegen das Spritzen in der Mittagshitze vermieden werden sollte.

Heidemann  redete eher den höheren Wassermengen –  und im Zweifelsfall wiederum den höheren Mittelmengen zur Vermeidung von weiterer Resistenzen – das Wort und bezeichnete Wasser als das beste und kostengünstigste Additiv, das die Treffsicherheiterhöht. In einem taunassen Bestand können 10.000 Liter Wasser lagern.

IMG_0058 starke ÜberlappWenn breite Balken „vorsichtshalber“  hoch über dem Bestand geführt werden, verlieren kleine Tropfen an Energie. Auch kann es zu unerwünscht starken Überlappungen kommen. Für diesen Fall könnte man an 90 – statt 120 – Grad-Düsen  denken.
(Foto ÖKL)


IMG_0043 UnterdruckInjektordüsen saugen systembedingt Luft – das Manometer zeigt ca. 0,8 bar Unterdruck – und angesaugter Staub kann diese verstopfen. (Foto ÖKL)

Verstopfte Düsen sollen wie alle Düsen mit einer Zahnbürste gereinigt werden. Nach einer Faustregel halten Düsen aus Edelstahl viermal so lange wie herkömmliche, kosten aber nur das etwa Doppelte.

IMG_0157 Untersch. Düsen an TeilbreitAn der Spritze waren einzelne Teilbreiten mit unterschiedlichen Düsen bestückt, um deren spezifischen Eigenschaften zu demonstrieren. Die Demonstration der Wirkung von unterschiedlichem Druck und  Geschwindigkeit erfolgte separat. (Foto ÖKL)


Unmittelbar nach dieser Einführung kam bei der praktischen Vorführung der Faktor „Geschwindigkeit“ hinzu, als an einer Spritze, an der einzelne Teilbreiten mit unterschiedlichen Düsen bestückt waren, deren Verhalten hinsichtlich der Anlagerung der  bei unterschiedlichem Fahrtempo verdeutlicht wurde. Dazu bediente sich der Profi wasserempfindlicher Papiere, die auf einem Metallstab als Pflanzenersatz in verschiedener Höhe festgeklemmt war und auf dem das erzeugte Tropfenspektrum zur anschließenden Auswertung fixiert wurde. Weil in einer „richtigen“ Wintergerste  gefahren wurde, waren die Spritzen nur mit „Dihydrogenmonoxyd“ (=Wasser) ohne jeden Mittelzusatz befüllt.

IMG_0096 AuswertungAuswertung der Bestandesdurchdringung in Abhängigkeit von Druck, Geschwindigkeit und Düsenform. Der Unterschied zwischen den mittleren Bildern beruht hier aber auf der unterschiedlichen Wassermenge und Düsentype bei gleichem Druck und annähernd gleicher Geschwindigkeit. (Foto ÖKL)


IMG_0089 AnemomAm zweiten Tag spielte der Faktor „Wind“ mit 1,8 m/sec eine noch geringere Rolle als am ersten; bis 3m/sec sind zulässig. Statt des Anemometers gibt auch eine „Wetter-App“ Auskunft. Noch einfacher: die Bewegung von Ästen oder Rauchfahnen beobachten. (Foto ÖKL)

Den TeilnehmerInnen wurde das Schwingungsverhalten der Spritze horizontal aus der Perspektive von hinten und vertikal von der Seite demonstriert. Heidemann besprach abschließend „Feinheiten“; z.B.: Ein Spritzmittelkanister soll vor dem Entleeren geschüttelt werden; die enthaltenen Zusatzstoffe vermögen eventuelle Ablagerungen besser zu lösen als Spülwasser. Es ist auch nicht „das neueste Modell“ entscheidend für den Erfolg der Maßnahme, sondern der Zustand und der überlegte Einsatz der Spritze in Kombination mit den passenden Düsen. Die Zeitersparnis durch schnelleres Fahren kann durch einseitige Benetzung möglichweise teuer erkauft werden.

Das Seminar wurde im Ausmaß von 3 Stunden als Weiterbildung für den Sachkundeausweis anerkannt.

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Was ISOBUS heute kann – ÖKL-Praxisseminar

P1060255ÖKL-Praxisseminar
ISOBUS – Wir zeigten, was ISOBUS heute kann!

Donnerstag, 12. Mai 2016, 09:00 Uhr bis ca. 17:00 Uhr
BOKU Groß-Enzersdorf

Beim Praxisseminar des ÖKL am 12. Mai an der Versuchsanstalt der Universität für Bodenkultur Wien in Groß Enzersdorf wurde gezeigt, was ISOBUS heute alles kann! 40 Personen nahmen teil.

Ausführlicher Bericht

Tagesablauf

09:00    Begrüßung DI(FH) Donner Herbert, MSc. (ÖKL) und DI Gebhard Aschenbrenner (ÖKL)
09:15    Rückblick ISOBUS und Stand der Technik heute: Dipl.-HLFL-Ing. Manfred Nadlinger (Francisco – Josephinum, BLT )
BO_Kreislogo_A3-A4_RGB10:00    Maschinenpräsentationen und Gerätepräsentationen Teil 1
12:00    Mittagspause
13:30    Maschinenpräsentationen und Gerätepräsentationen Teil 2
15:30    Praktisches Testen der Traktor – Gerätekombinationen vor Ort
17:00    Zusammenfassung, Ende der Veranstaltung

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