Heubörse Weinviertel II

Die im Rahmen eines INTERREG-Projektes in den Jahren 1999-2001 beim Naturpark Leiser Berge eingerichtete Plattform „Heubörse Weinviertel“ wurde vom ÖKL im Auftrag der Naturparkgemeinden weiterbetreut. Der neue Name: Plattform Wiese im Weinviertel.

Ziele:

  • Erhöhung des Bekanntheitsgrades
  • Nachhaltige Sicherung der Institution durch aktive Mitarbeit und Trägerschaft durch regionale Interessenten (Heuanbieter, Heukäufer, Naturschutz, Interessensvertreter…)
  • „Marketing“ für die ökologisch wertvollen Wiesen im Weinviertel
  • Heuvermittlung für Käufer und Anbieter
  • Aufzeigen neuer Möglichkeiten für die Grünlandwirtschaft im Weinviertel
  • Aufarbeitung von aktuellen Problembereichen (Heuqualität, Weidewirtschaft, Wiesenrückführung, alternativer Absatz von Wiesenheu, touristische Nutzungsmöglichkeiten, etc.)

Im November wurde im Gemeindesaal von Gnadendorf die Abschlussveranstaltung („Fotogalerie Heubörse“) der zweiten Projektphase der Plattform „Wiese im Weinviertel“ durchgeführt. Gut 60 Teilnehmer – überwiegend interessierte Landwirte sowie der LAbg. Franz Hiller und Vertreter der BBK und der Landesregierung hatten sich eingefunden. Nach der Begrüßung durch Herrn Bgm. Franz Schmidt und einem kurzen Abriss des Projektverlaufes wurde mit verschiedenen Vorträgen ein vielfältiges Informationsprogramm geboten. Die aktuellen Naturschutzförderungen im ÖPUL wurden von der Vegetationsökologin Margit Seiberl in einem kompakten Vortrag dargestellt. Weiters stellte sie Techniken und die Beweggründe einer standortgerechten Wiesenrückführung vor. Als mitunter problematisch erweist sich bei Wiesenrückführungen die Beschaffung von standortgerechtem Wiesensaatgut, das zudem von ökologisch wertvollen Wiesen der Region kommen soll. Alternativen zur Begrünung mit Saatgut aus Heudrusch sind die Begrünung mit Heumulch, Frischgras oder „Heublumen“. Für Letztere werden die bei der Lagerung im Heustock ausgefallenen Samen – oft aus mehreren Jahren – auf den Flächen ausgebracht. Bei der Frischgras- oder Heumulchmethode wird ebendieses Material direkt auf die zu begrünenden Flächen verbracht. Frau DI Anna Eckl von der Bezirksbauernkammer Hollabrunn stellte „ihr“ neues Projekt vor: Durch einen Ideenwettbewerb der NÖ Bezirksbauernkammern war die „Zukunftswerkstätte Rinderhaltung im Weinviertel“ initiiert worden, deren Ziel die Wiederbelebung der Tierhaltung und die damit einhergehende Grünlandnutzung ist. Frau Eckl gab auch einen Überblick der Ist-Situation im Weinviertel – eine starke Abnahme der Rinderhalter steht einer annähernd gleichbleibenden Anzahl der Tiere gegenüber. Wenngleich die Bestandesgröße gestiegen ist, so sind die Betriebe im europäischen Vergleich doch eher kleinstrukturiert. DI Harald Rötzer ermöglichte einen kurzen naturschutzfachlichen Blick auf die Weinviertler Wiesen und führte die Teilnehmer anschließend bei einer kurzen Exkursion im Zayatal und zeigte beispielhaft die Unterschiede zwischen drainagierten und naturbelassenen Flächen. Aber auch aktuelle Trends im Rinderstallbau, die die natürlichen Verhaltensweisen beim Rind berücksichtigen, wurden vom Haltungsexperten DI Matthias Lins aufgezeigt und mit Anschauungsbeispielen untermalt. Zuletzt erfolgt ein Blick in die Praxis zweier Weinviertler Betriebe. Fred Zehetner von der BOA Farm „beef cattle“ in Wildendürnbach präsentierte seinen rund 280 ha großen Mutterkuhbetrieb und erklärte in seiner erfrischenden oberösterreichischen Art seine Qualitätsphilosophie. Zuletzt wurde der Betrieb der Familie Danninger in den Leiser Bergen mit dem Schwerpunkt Schafhaltung vorgestellt. Insgesamt war diese vom Naturparkbüro Leiser Berge in Gnadendorf (Ulli Schäffer), Harald Rötzer und dem ÖKL (Wolfgang Schoberleitner) organisierte Veranstaltung ein voller Erfolg – und soll deshalb in einer weiteren Projektphase münden.

Projektleitung: Naturpark Leiserberge Auftraggeber: Naturparkgemeinden, Naturschutzabteilung Land NÖ

Zeitplan: März bis November 2003