ÖKL-Merkblatt 82 Buschen- und Mostschank

Planung nicht gewerblicher Betriebe

Das ÖKL hat ein neues Merkblatt herausgegeben, das sich mit der Planung nicht gewerblicher Buschen- und Mostschanken beschäftigt. Winzer und Winzerinnen bzw. Mostbauern und Mostbäuerinnen soll damit eine gute Planungsgrundlage in die Hand gegeben werden, die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg ist. Außerdem soll dazu beigetragen werden, die für Österreich so typische Wein- bzw. Mostheurigenkultur zu erhalten und nach heutigen Gesichtspunkten weiterzuführen.

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Foto: Christian Kalch, NÖ Landesregierung

Wichtig ist den Autoren und Autorinnen dieses Buschen- bzw. Mostschank-Merkblattes die deutliche Abgrenzung zu den gewerblich geführten Gastronomiebetrieben. (Jedoch gibt es auch die Möglichkeit einer freigewerblichen Betriebsführung.) Das Merkblatt geht auf den Standort und auf die Funktionalität der Räumlichkeiten ein. Hier wird z.B. unterschieden zwischen Buffet- oder Servierbetrieb und es gibt Hinweise zur Anordnung der Räumlichkeiten. Überlegen sollte sich der Betreiber diese Möglichkeiten schon bei der Planung: ein Servierbetrieb erfordert mehr Platz und auch Personal! Der Schankbereich ist der wichtigste Ort in der Buschenschank, das Herzstück, wo sich am meisten abspielt. Die Gestaltung ist deshalb repräsentativ für das gesamte Lokal und legt Zeugnis ab für die Individualität und Professionalität der planenden und der betreibenden Personen. Für die Gasträume wird ein Platzbedarf pro Sitzplatz (exkl. Schankbereich) von 0,85 qm bis 1,50 qm empfohlen. Das Merkblatt gibt Richtwerte für die Schankabmessungen und die Ausstattung. Für die Arbeits- und Wirtschaftsräume gibt es ebenfalls Richtwerte für die Größe und Hinweise für Installationen, Beleuchtung, Belüftung etc. Wichtig ist, die Arbeitsabläufe vorher genau zu überlegen, damit man sich nachher nicht ‚im Weg steht‘. Was die Sanitärbereiche für die Gäste betrifft, gibt das Merkblatt Anregungen zur Anordnung (nicht ganz hinten, Vorraum als ‚Puffer‘ günstig, wenn draußen, dann mit überdachtem Zugang) und zur Anzahl der Toiletten. Generell müssen getrennte Toilettenanlagen für Männer und Frauen vorhanden sein. Auch zur Anzahl und Größe der Parkplätze gibt es Empfehlungen, als Richtwert gilt 1 Parkplatz pro 5 Sitzplätze.

Weiters gibt das Merkblatt Tipps zum Garten, zur Bepflanzung, zur Gestaltung und Ausstattung eines Kinderspielplatzes sowie zum barrierefreien Bauen.

Zusammenfassend gibt es folgende Schlussworte

  • Nichts verstecken, nichts vortäuschen
  • Qualität in Material und Funktion
  • Einfach, überlegt und ehrlich einrichten
  • Schlichtheit ist kein Mangel
  • Gute Architektur muss nichts verstecken
  • Erfahrene Fachpersonen für die Planung einsetzen

Ob Burgenländische Weindörfer, Weinviertler Kellergassen, Wachauer Winzerhöfe, Steirische Weinstraßen oder Oberösterreichische Mostbuschenschenken bzw. überall dort, wo Wein oder Most eine Rolle spielt, sind wunderbare regionaltypische Bautraditionen entstanden, die den kulturellen Reiz dieser Gegend prägen und deren Wertschätzung und Erhaltung heute bereits selbstverständlich ist. Demzufolge ist jede einzelne Buschen- oder Mostschank mitverantwortlich für das Gesamterscheinungsbild und als Bestandteil dieser Einheiten zu betrachten. Das heißt aber nicht, dass nur tradierte Bauformen und Stilmerkmale zur Ausführung kommen sollten, sondern durchaus auch eine zeitgemäße, das ‚Heute‘ anerkennende Architektur ihre Berechtigung hat, was für viele selbstbewusste Wein- oder MosterzeugerInnen die einzig mögliche, weil ehrliche, Lösung darstellt. Die Harmonie der Gebäudeproportionen, aber auch die Einbindung des Objekts in die vorhandenen naturräumlichen Gegebenheiten, ergänzt durch geeignete Beleuchtung, Beschriftung und Bepflanzung, entscheiden darüber, ob beim Betreten eines Gebäudes ‚Schwellenangst‘ entsteht oder freudige Erwartung. Dies ist nicht unerheblich für den wirtschaftlichen Erfolg.

12 Seiten, Planungsbeispiele, mehrere Tabellen
Preis: Euro 5,00 (inkl. Steuern, exkl. Versandspesen)
Bestellungen an das ÖKL, 01/505 18 91, office@oekl.at, www.oekl.at