ÖKL-Merkblatt 84 Entmistungsverfahren in Rinderställen

1. Auflage 2008, 16 Seiten, farbig, Preis: Euro 7,00

Die Stallhaltung von Rindern und Schweinen auf begrenzten Flächen führt dazu, dass in den Ställen große Mengen von Ausscheidungen anfallen. Mit der Entwicklung hin zu größeren Tierbeständen haben sich zwei Formen von weitgehend mechanisierten bzw. selbständigen Entmistungssystemen in Ställen entwickelt. Auf der einen Seite steht die Erzeugung von Festmist, der ein Gemisch aus Kot, Harn und Einstreumaterialien (z.B. Stroh) darstellt. Dem gegenüber stehen die Flüssigmistsysteme. Hier wird in Haltungssystemen mit geringem Stroheinsatz bis zu strohlosen Haltungssystemen ein Gemisch aus Kot und Harn – die Gülle – erzeugt.

img_MB 84 Cover:

Ziele eines effizienten Entmistungssystems sind

  • Entlastung der/des Landwirtin/Landwirts bei der täglichen Arbeit
  • Verbesserung der Haltungsbedingungen (Tiergesundheit, Stallklima)
  • Schutz der Bausubstanz
  • Reduzieren von Nährstoffverlusten beim Transport und der Lagerung
  • Reduzieren von gasförmigen Emissionen in die Atmosphäre
  • Verhinderung des unkontrollierten Eintrags fester und flüssiger Bestandteile in die Umwelt, in Gewässer und in den Untergrund

Bei bzw. bereits vor der Planung ist die Wahl für ein Entmistungssystem zu treffen!

Inhalt:

Neben den Hinweisen auf ausgewählte Rechtsvorschriften und Normen wird sehr genau auf das Thema Sicherheit eingegangen, damit Gefahren für Mensch und Tier während des Betriebes der Entmistungsanlage ausgeschlossen werden können. Es gilt die Betriebsvorschriften des Herstellers und den Elektroschutz zu beachten, ein Seileinlaufschutz ist erforderlich. Bei Seilwinden muss entweder eine Höhe von mindestens 2,70 m eingehalten werden oder es müssen andere sicherheitstechnische Maßnahmen getroffen werden, wie z.B. trennende Schutzeinrichtungen. Der Abstand zwischen Oberkante Schieber und festen Teilen (Mauer) muss mindestens 50 cm betragen oder es sind Schalteinrichtungen (Schaltleisten, Reißleinen) anzubringen, die bei Berührung durch eine Person oder eines Tieres die Bewegung des Schiebers stillsetzt. Wird ein Trenngitter angebracht, muss der Abstand zur Oberkante Schieber ebenfalls mindestens 50 cm betragen.

Gefahrenstellen müssen einsehbar sein, die Abwurfstelle muss gesichert sein. Bei Vorhandensein eines Schieberparkplatzes muss der Zugang verhindert werden.

Der Hauptteil widmet sich den Arten der Entmistung:

Die händische Entmistung ist zwar arbeitsintensiv, jedoch kostengünstig und wirkungsvoll. Liegeboxen, Grenzbereiche zwischen Liegeboxen und Spaltenböden, Stallecken, Abkalbeboxen, Kälbereinzelboxen etc. müssen händisch entmistet werden.

Eine mechanische Entmistung von Rinderställen ist sowohl mit stationären als auch mit mobilen Entmistungsgeräten möglich. Mit jeder der beiden Grundformen ist die Erzeugung von Flüssig- wie auch von Festmist und Jauche möglich. Man unterscheidet Schieberanlagen und Schubstangenentmistung. Die Gruppe der mobilen Entmistungsverfahren umfasst Front- und Heckschieber bzw. -schaufeln sowie auch den ‚Spaltenroboter‘, deren Route mit Hilfe von im Stallboden installierten Transpondern vorprogrammiert wird. Die Flüssigmistableitung kann durch die direkte Einmündung der Schieberentmistung in die Güllegrube erfolgen (hohe Funktionssicherheit, Nachteil: direkter Anbau der Güllegrube an das Stallgebäude (Mistachse), was eine Stallerweiterung sehr einschränkt bzw. aufwendig macht) oder mittels Querkanal. Für die Kanaltiefe gilt der Grundsatz ‚je tiefer umso besser‘, um bei schlecht abfließender Gülle mit Feststoffanteil einen gewissen Pufferraum zu haben.

Weiters werden die Weiterbeförderung für Festmist/Flüssigmist (Hochförderer – Druckentmistung, Vorgrube) beschrieben sowie auf die unterschiedlichen Kanalentmistungssysteme eingegangen. Dazu wird mit schematischen Zeichnungen das Treibmistverfahren, das Stau- und Umspülverfahren wie auch die Flachkanalentmistung dargestellt. Güllekeller dürfen nur in gut durchlüfteten Ställen eingebaut werden, unterschieden werden Einzelkanal, Zirkulationssystem und Slalomsystem.