ÖKL-Merkblatt 91 Verbesserung von bestehenden Anbindeställen

ÖKL MB 91 Titel2. Auflage 2014
16 Seiten, farbig, zahlreiche Tabellen und Abbildungen
Preis: 7 Euro

Zu bestellen unter 01/505 18 91 oder office@oekl.at oder im webshop

Die Anbindehaltung von Rindern ist in Österreich noch weit verbreitet. Oft handelt es sich um kleine oder mittlere Betriebe. Obwohl die Ansprüche der Tiere an ihre Haltungsumwelt durch einen gut geplanten und gut geführten Laufstall am besten erfüllt werden können, kann der Neubau eines Laufstalles oder der Umbau einer Anbinde- auf Laufstallhaltung aufgrund der Kosten, aus Platzmangel oder aufgrund der ungesicherten Hofnachfolge erschwert sein. Mit verschiedenen Verbesserungsmaßnahmen können Anbindeställe jedoch tiergerechter und arbeitswirtschaftlich sinnvoller gestaltet werden.
Regelmäßiger und genügend Auslauf sowie im Sommer Weidegang sind unumgänglich. Aber auch eine optimale Tierbetreuung ist entscheidend. Vor allen Verbesserungsmaßnahmen für den Anbindestall sollte trotzdem überlegt werden, ob stattdessen eine einfache günstige Laufstallvariante in Frage kommt, um so viele problematische Punkte zu vermeiden. Siehe hierzu die Landtechnische Schrift 232 „Einfacher Laufstall für kleine und mittlere Milchviehbestände – Von der Anbindehaltung zum Laufstall (Praxisbeispiele)“.

Gemäß österreichischem Bundestierschutzgesetz und 1. Tierhaltungsverordnung müssen Rinder an mindestens 90 Tagen im Jahr die Möglichkeit zur freien Bewegung (Weide, Auslauf, Laufstall) haben. Nur in speziellen zwingend rechtlich oder technisch begründeten Einzelfällen kann von der Bezirksverwaltungsbehörde eine Ausnahme von diesem Gebot genehmigt werden.

Kälber (Rinder bis zu einem Alter von 6 Monaten) dürfen nicht angebunden gehalten werden.

Gemäß EU-Verordnung 834/07 über den ökologischen Landbau ist die Anbindehaltung verboten. Die Anbindehaltung ist in der biologischen Landwirtschaft nur mehr in Kleinbetrieben (bis max. 35 Rinder-GVE) gemäß Kleinbetriebsregelung erlaubt, die mit ihrem Stallsystem mindestens 24 TGI-Punkte erreichen und ihren Tieren mindestens zweimal pro Woche Zugang zu Auslauf oder Weide gewähren.

Das vorliegende Merkblatt behandelt vorwiegend Kurzstände für weibliche Rinder.

Inhaltsverzeichnis:

Vorbemerkung
Ausgewählte Rechtsvorschriften und Normen
Ansprüche der Tiere und Problembereiche
Funktionsbereiche und Verbesserungsmaßnahmen:
+ Standplatzgröße und Standbegrenzung
+ Standlänge und -breite
+ Liegeflächengestaltung
+ Anbindevorrichtung
+ Futterbarngestaltung
+ Tränken
+ Sauberhaltung des Standplatzes
+ Stallklima, Lüftung
+ Licht
+ Sonstige Verbesserungsmaßnahmen
+ Auslauf und Weide

Verfasser: ÖKL-Arbeitskreis Landwirtschaftsbau
Obmann: MR DI Manfred Watzinger (BMLFUW)
Arbeitsgruppenleitung: Dr. Elfriede Ofner-Schröck (LFZ Raumberg-Gumpenstein)
Arbeitsgruppe: Ing. Gebhard Fröch (Amt der Tiroler Landesregierung), Ing. Georg Hirnsperger (Amt der Salzburger Landesregierung), DI Harald Huber (LK Kärnten), Mag. Vitus Lenz (LK OÖ), Bmst. Ing. Rudolf Schütz (LK NÖ), Univ.-Prof. Dr. Josef Troxler (Veterinärmedizinische Universität Wien)
Redaktion und Zeichnungen: DI Dieter Kreuzhuber (ÖKL)