Merkblatt 107 Baulicher Brandschutz in der Landwirtschaft

mb-107-seite-1-2016-75-dpiAuflage 1
in Arbeit

16 Seiten, Preis 7 Euro

Grundsätzlich ist für land- und forstwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude die OIB-Richtlinie 2 „Brandschutz“ heranzuziehen, die in den Bundesländern verbindlich ist. Darüber hinaus sind die länder­spezifischen Bauvorschriften zu beachten.

Im Einzelfall kann für land- und forstwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude anstatt der OIB-Richtlinie 2 auch die OIB-Richtlinie 2.1 „Brandschutz für Betriebsbauten“ herangezogen werden, wobei dann diese Richtlinie zur Gänze anzuwenden ist. Dementsprechend sind andere Vorgaben bzw. weitere Einrichtungen erforderlich (Brandwände statt brandabschnittsbildende Wände, Entrauchungs- und Brandmeldeanlagen, größerer Abstand zwischen Betriebsbauten auf demselben Grundstück, Löschwasserbereitstellung etc.).

Dieses Merkblatt bezieht sich ausschließlich auf die Umsetzung der OIB-Richtlinie 2 (2015) für land- und forstwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude. Nicht behandelt werden das Wohnhaus und PKW-­Garagen sowie sämtliche maschinentechnische Einrichtungen (z.B. Heizungs-, Trocknungs-, Biogas­anlagen etc.). Dafür sind die gängigen Vorschriften und Normen heranzuziehen.
Von den Anforderungen der OIB-Richtlinie 2 kann entsprechend den jeweiligen landesrechtlichen Bestimmungen abgewichen werden, wobei der OIB-Leitfaden „Abweichungen im Brandschutz und Brandschutzkonzepte“ anzuwenden ist.

Bei Abweichungen muss nachgewiesen werden, dass das gleiche Schutzniveau wie bei Anwendung der OIB-Richtlinien erreicht wird:

  • Unwesentliche Abweichungen (Abweichungen, die keine Auswirkungen hinsichtlich der Gefährdung von Personen bzw. einer Brandausbreitung haben) sind in der Baubeschreibung durch den Projekt­ersteller zu erklären.
  • Wesentliche Abweichungen sind vom Projekt­ersteller in einer brandschutztechnischen Beschreibung zu begründen; allenfalls sind Ersatz­maßnahmen auszuarbeiten.
  • Bei außergewöhnlichen Abweichungen (z.B. Größe, Bauweise, Verwendungszweck) ist ein Brandschutzkonzept erforderlich, in dem entsprechende anlagentechnische Brandschutzmaßnahmen berücksichtigt werden (z.B. spezielle Feuerabschlüsse, Rauchabzug, Löschanlagen).

Bei landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden betreffen Abweichungen – aufgrund der jeweiligen Lage bzw. Nutzung – insbesondere die vorgeschriebene Feuerwiderstandsdauer tragender Bauteile und/oder die zulässige Größe von Brand­abschnitten.

Inhalt
1. Vorbemerkungen
2. Ausgewählte Rechtsvorschriften und Normen
3. Begriffsbestimmungen
4. Brandabschnittsbildende Maßnahmen
5. Brandabschnitte
6. Beispiele für Abweichungen von der OIB-Richtlinie 2
7. Planungshinweise
8. Vorbeugender Brandschutz

Verfasser: ÖKL-Arbeitskreis Landwirtschaftsbau
Obmann: MR DI Manfred Watzinger (BMLFUW)
Arbeitsgruppe: DI Johann Baumgartner (Amt der NÖ Landesregierung), Ing. Johann Gerstmayr (Amt der OÖ Landesregierung), DI Harald Huber (LK Kärnten), HR DI Wolfgang Hüthmair (Amt der OÖ Landesregierung), Mag. Vitus Lenz (LK OÖ), Ing. DI Robert Jansche, MPA (Amt der Steiermärkischen Landesregierung), Ing. Hermann Katzensteiner (LK NÖ), Bmst. Ing. Anton Schmid (LK Salzburg), DI Christian Schrei (LK Steiermark), Dipl. -HTL-Ing. Thomas Schuster-Szentmiklósi (Landesstelle für Brandverhütung Steiermark), Bmst. Ing. Rudolf Schütz (LK NÖ), DI Dr. Andreas Weratschnig (LK Vorarlberg)