Treibstoffsparen in der Landwirtschaft

In der österreichischen Landwirtschaft werden jährlich rund 250 Millionen Liter Diesel verbraucht. Der Großteil des Dieselbedarfes entsteht durch den Betrieb von Traktoren und Erntemaschinen. Bei den Selbstkosten (Zinsen, Abschreibung, Reparatur, Unter­bringung, Versicherung und Betriebsmittel) liegt das größte und meist einzig beeinflussbare Einsparungs­potenzial im Treibstoffverbrauch.

Um betriebswirtschaftliche Einsparungen zu erzielen und zugleich die Umwelt zu schonen, gibt es hier einige praktische Hinweise, wie eine Reduktion des Dieselverbrauches umzusetzen ist. Einige Tipps können einfach und schnell realisiert werden, andere sollten bei der Neuanschaffung einer Maschine miteingeplant werden.
Motor und Getriebe

Bei einer Bodenbearbeitung gelangen nur rund 20% des getankten Diesels in die Zugkraft. Der übrige Teil (ca. 80%) geht als Wärme-, Reibungs- und Schlupfverlust an die Umwelt verloren. Als Bediener/in einer Zugmaschine kann kein Einfluss auf den prinzipiellen Wirkungsgrad des Motors oder des Getriebes genommen werden. Mit der Wahl einer Sparzapfwelle und einer angepassten Motordrehzahl (70% der Nenndrehzahl) ist in der Regel der Treibstoffbedarf am geringsten. Somit nimmt die Fahrerin oder der Fahrer mit einer schonenden und entsprechenden Fahrweise großen Einfluss auf den Treibstoffverbrauch.

Reifen und Luftdruck
Ein angepasster Reifendruck verringert Schlupf, Bodendruck und Einsinktiefe. Ein Zentimeter mehr Einsinktiefe erhöht den Treibstoffverbrauch um 10%. Eine Reifendruckregelanlage kann den Luftdruck für Straßen- und Feldfahrten ohne große Mühen anpassen. Verschlissene Reifen erhöhen den Schlupf und führen somit zu erhöhtem Dieselverbrauch.

Gewicht
Eine Tonne zusätzliches Gewicht erhöht den Dieselverbrauch um ca. einen Liter pro Stunde. Wenn möglich, sollte auf ein geringes Gewicht der bewegten Maschinen geachtet werden. Sind Front-, Heck- oder Felgengewichte angebracht, sollten diese bei Fahrten an denen kein Zusatzpalast erforderlich ist, abgenommen werden.

Wartung und richtige Geräteeinstellung
Immer auf regelmäßige Wartung und optimale Einstellungen der Zug- und Erntemaschinen und Anbaugeräte achten. Ein undurchlässiger Luftfilter, ein verstopfter Kühler, stumpfe Messer oder nicht geschmierte bewegte Maschinenteile führen zu einem erhöhten Dieselverbrauch.

Arbeitsbreite und Arbeitstiefe
Bei einer Verdoppelung der Breite statt einer Verdoppelung der Arbeitsgeschwindigkeit kann ca. 30% Diesel ein­ge­spart werden. Bodenbearbeitung nur so tief wie nötig. Jeder zusätzliche Zentimeter Bodentiefe führt zu einer Erhöhung des Dieselverbrauchs um ca. 1 Liter pro Hektar.
Zusätzlich verringert sich der Verschleiß mit der Senkung der Arbeitsgeschwindigkeit und der Bearbeitungstiefe bei bodenbearbeitenden Geräten.

Arbeitsschritte verringern und kombinierte Geräte
Bereits beim Managementplan des Betriebes kann mit dem Dieselverbrauch geplant werden. Um Arbeitsschritte einzusparen ist es zu empfehlen, auf kombinierte Maschinen zurückzugreifen oder Arbeitsschritte in einem Arbeitsgang zu kombinieren.

Modernisierung
Wenn möglich sind elektrische Antriebe Verbrennungsmotoren vorzuziehen.
Durch moderne Techniken, wie GPS gesteuerte Spurführungssysteme oder andere digitale Techniken, kann die Arbeits­geschwindigkeit, Arbeitsgenauigkeit und der Einsatz von Betriebsmitteln verbessert werden.

Weitere Informationen zur Einsparung von Diesel finden Sie in der Broschüre
„Treibstoffsparen in der Landwirtschaft“ auf www.lko.at
> Bauen, Energie und Technik > Energieeffizienz > Treibstoff sparen in der Landwirtschaft.
Einen durchschnittlichen Treibstoffverbrauch für Ihre Arbeitsmaschine können Sie
z.B. mit dem KTBL-Feldarbeitsrechner unter https://daten.ktbl.de/feldarbeit/home.html ermitteln.