Vorwort BM Elisabeth Köstinger zu den ÖKL-Richtwerten 2022

Gemeinsam für die Bäuerinnen und Bauern in unserem Land
Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle, um unsere Regionen zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im ländlichen Raum – davon bin ich überzeugt. Denn nicht umsonst sind die Bäuerinnen und Bauern das Rückgrat unseres Landes und mit ihrer Arbeit systemrelevant. Sie versorgen uns nicht nur das ganze Jahr hindurch mit hochwertigen Lebensmitteln, sondern pflegen auch die Kulturlandschaften und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Gleichzeitig stehen die bäuerlichen Familienbetriebe aber auch vor großen Herausforderungen. Die COVID-19-Pandemie, die Folgen des Klimawandels und der immense Druck durch große Handelskonzerne sind nur einige Beispiele. Deshalb ist es für die Landwirtinnen und Landwirte in stürmischen Zeiten wie diesen besonders wichtig, dass sie sich auf einen starken Rückhalt und rasche Unterstützung verlassen können. Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern, wurden bewährte Unterstützungsmaßnahmen wie Härtefallfonds, Ausfallsbonus und Verlustersatz neuerlich verlängert.

Ab dem heurigen Jahr ist es nun auch möglich, gegen unfaire Geschäftspraktiken und die Übermacht von Handelskonzernen vorzugehen. Mit der Änderung des Wettbewerbs- und Nahversorgungs­gesetzes sind etwa Auftragsstornierungen in letzter Minute oder die Verweigerung schriftlicher Verträge verboten. Zusätzlich wird im Landwirtschaftsministerium eine Ombudsstelle eingerichtet,die Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite steht, um ihr Recht durchzusetzen.

Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, sind verlässliche Rahmenbedingungen unerlässlich. Ein wichtiger Meilenstein ist dabei die Einigung zur Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2023. Sie bietet den Betrieben Planungssicherheit für die nächsten Jahre und steht gleichzeitig im Zeichen von verstärktem Umwelt- und Klimaschutz. Insgesamt stehen mehr EU-Mittel als bisher für die Landwirtschaft (+ 35 Mio. Euro in der gesamten Periode) zur Verfügung. Grundlage der Österreichischen Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik für die Förderperiode 2023-2027 ist der sogenannte GAP-Strategieplan. Erstmals werden die zwei Säulen der Agrarpolitik, die Direktzahlungen inklusive der Sektor­programme, und die Ländliche Entwicklung in einem strategischen Dokument zusammengeführt. Mit dem GAP-Strategieplan wird der bisherige österreichische Weg mit einem starken Agrarumweltprogramm, einer zielgerichteten Unterstützung bäuerlicher Familienbetriebe und einer Absicherung der Berglandwirtschaft fortgeführt.

Die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern ist nicht selbstverständlich und verdient unseren Respekt und unsere Wertschätzung. Deshalb werde ich mich auch in Zukunft mit all meiner Kraft für ihre Anliegen und Bedürfnisse einsetzen. Gemeinsam werden wir die Herausforderungen meistern und ein starkes Zeichen für unsere Landwirtschaft setzen.

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes, erfolgreiches Jahr und vor allem Gesundheit!
Elisabeth Köstinger
Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus