Land & Raum 3/2020 WASSER

Trink- und Brauchwasser, Quellwasser, Bodenwasser und Eis, Grundwasser, Süßwasser, Salzwasser, Niederschlag und Verdunstungswasser, Bäche, Flüsse, Seen, Wasser als Betriebsmittel für die Landwirtschaft, Wasser als wichtiger Faktor für die Erholung und für den Tourismus, Wasser als Lebensraum, Wasser und Klima, Wasserkraft als Energiequelle, Wasser als eines der wichtigsten Güter auf unserem Globus – in diesem Heft begegnet uns das Element Wasser in vielen Formen und Zuständen, Dimensionen und Zusammenhängen. Einmal zu viel und einmal zu wenig, einmal Lebens­grundlage, einmal Gefahr. Fest steht, dass Wasser für uns alle unentbehrlich ist!

Zu Beginn werden wir von zwei ExpertInnen (Susanne Brandstetter und Ernst Überreiter) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Tourismus und Regionen (BMLRT) in das große Thema Wasser eingeführt. Und wir begegnen dem Begriff „Wasserschatz Österreichs“. Es handelt sich um ein Projekt des BMLRT, das ergänzend zum Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) detaillierte Fachgrundlagen für die sektorale Planung und für Vorsorgemaßnahmen erarbeitet. Zentrale Fragestellungen sind die nutzbaren Grundwasserressourcen, der Wasserbedarf für Trinkwasserversorgung, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft sowie das Verhältnis zwischen Wasserbedarf und verfügbaren Grundwasserressourcen, also der Ausnutzungsgrad. Die Studie wird Ende des Jahres vorliegen, das Ministerium wird ausführlich darüber berichten. Etwas weiter hinten im Heft erfahren wir mehr über den Neptun Wasser­preis 2021.

Über Dürre- und Hitzeperioden, markante Niederschlagsereignisse, Klimavergangenheit und Klima­szenarien und -rechenmodelle schreibt Klaus Haslinger, Klima­experte der ZAMG. Auch wenn viele Unsicherheiten vorhanden sind, müsse man sich auf vielfältige Veränderungen im Klimasystem einstellen.
Johannes Grath, Experte für Grundwasser im Umweltbundesamt, informiert uns über das Grundwasser als wichtigste Trinkwasserressource in Österreich und über die vielen Messstellen und die strengen Kriterien für die Überwachung und den Schutz der Qualität und der Nutzung.

Gleich drei Beiträge schauen in diesem Heft ins Burgenland! Einmal geht es um die (Reste der) salzigen Lacken des Seewinkels, Überbleibsel aus der Eiszeit und deren ganz besondere Pflanzen- und Vogelwelt (Autor Alois Lang vom Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel). Tobias Schernhammer kennt sich mit dem kleinen Getier in den sogenannten Ackersutten gut aus. Unter anderem kommen in diesem besonderen Gewässertyp, den es nur selten und auch nur kurz gibt, Urzeitkrebse vor. Der Sommer-Schildkrebs, der immerhin zehn Zentimeter groß werden kann, ist eine der 16 Arten in Österreich. Ist die Ackersutte dann wieder trocken, können die Eier bis zu 20 Jahre im Trockenen überdauern. Der Beitrag auf der letzten Seite widmet sich einem Projekt, in dem es genau um diese „Lebensräume auf Zeit“ geht und das Maßnahmen entwickelt, um die Ackersutten im Burgenland zu erhalten und zu schützen – gemeinsam mit den GrundbesitzerInnen der bewirtschafteten Ackerflächen.

Lorenz Mayr ist Landwirt und Obmann des Vereins Boden.Leben, der „für den Boden kämpft“. Seine Überzeugung ist, dass das ständige Bedeckthalten von landwirtschaftlichen Böden Erosion und Trockenheit entgegen wirken kann. Sehr konkret zählt er Möglichkeiten für die Begrünungen auf, durch die Wasser viel besser im Boden gehalten werden kann. Auch für Maximilian Hardegg ist Wasser „mehr als ein Betriebsmittel“ und das große Thema im trockenen Seefeld. Er setzt auf eine vernünftige Fruchtfolge, auf Bewässerung und Wasserspeicher sowie auf Kulturlandschaftspflege.

Worauf man im eigenen Garten beim Umgang mit Wasser in Hinblick auf die Sicherheit der vielen Insekten, Vögel, Igel und anderen kleinen „Wildtiere“ achten soll, schreibt Karin Hein. Oft können ganz kleine Handgriffe oder Hilfsmittel sowie Achtsamkeit verhindern, dass z.B. eine Kröte im Pool ertrinkt oder ein Insekt aus einer Gießkanne nicht mehr heraus kann.

Den Abschluss bilden zwei Beiträge aus Wien: Zum einen die „Coolen Straßen“ (Anna Detzlhofer), die den StadtbewohnerInnen in einem heißen Sommer ein wenig Kühle und vor allem mehr Lebensqualität bringen. Zum anderen wird die Versorgung der Großstadt mit kristallklarem Trinkwasser kurz umrissen (Theresa Dienstl).

Um auch nur annähernd die vielfältigen Aspekte der Lebensgrundlage Wasser zu beleuchten, fehlt hier der Platz. Doch wir hoffen, Ihnen mit unserer Zeitschrift wieder ein bisschen Wissenswertes und Anregendes liefern zu können!
Bleiben Sie gesund!
Ihre Eva-Maria Munduch-Bader

Inhaltsverzeichnis:

Ressource Wasser in Österreich
Susanne Brandstetter
Trocken und heiß! Ein schöner Sommer, oder?
Ernst Überreiter
„Der Klimawandel ist bei uns angekommen!“ hörte man in letzter Zeit oft
Klaus Haslinger
Von Grund auf gutes Wasser
Johannes Grath
Ein Fenster nach Asien – die verbleibenden Lacken des Seewinkels
Alois Lang
Wasser(knappheit) in der Landwirtschaft
Lorenz Mayr
Wasser – mehr als nur ein Betriebsmittel
Maximilian Hardegg
Wer huscht denn da? Praxistipps zu Wasser und Wildtieren im Garten
Karin Hein
Ackersutten: Ein Lebensraum auf Zeit
Tobias Schernhammer
Neptun Wasserpreis 2021 – jetzt einreichen!
Susanne Brandstetter
Wiener Wasser
Theresa Dienstl
Wie cool ist denn diese Straße?!
Anna Detzlhofer und Sabine Dessovic