Beweidung der Rabensburger Bauernwiesen

Rückkehr der Weiderinder – Wiederbeweidung vom Naturschutzgebiet Rabensburger Thaya-Auen nach 56 Jahren

Weidende Rinder im Osten Österreichs sind mittlerweile eine Rarität – das war nicht immer so! Ursprüngliche Weidegebiete entlang von Flüssen wie der Leitha oder der March sind fast verschwunden, von den ursprünglichen durch die Beweidung entstandenen Kulturlandschaften ist fast nichts mehr vorhanden. Eine Vorstellung davon, wie eine derartige Kulturlandlandschaft im pannonischen Raum Österreichs vor wenigen Jahrzehnten noch ausgesehen hat, bekommt man in der nordöstlichsten Ecke des Weinviertels in Rabensburg, wo in einem Naturschutzgebiet Feuchtwiesen an der Thaya erhalten worden sind.

Weidehaltung hatte lange Tradition

Auf den sogenannten Bauernwiesen im Naturschutzgebiet Rabensburger Thaya-Auen findet man eine Kulturlandschaft mit typischen Brenndolden-Auenwiesen, welche über Jahrhunderte durch Beweidung und Mahd entstanden sind. Bis Mitte der 1960er Jahre wurden diese mit dem Vieh der Bauern in Rabensburg bestoßen. Täglich wurden dabei die Rinder aus der geschlossenen Ortschaft in das Augebiet getrieben. Bis 1945 erstreckte sich das Weidegebiet von Rabensburg auch auf das linke Ufer des Thaya-Flusses, welches danach durch den Eisernen Vorhang abgetrennt wurde. Dabei mussten die Tiere den Fluss in einer Furt durchqueren bzw. konnten sie die damals noch vorhandenen Brücken über den Fluss nutzen. Mit dem letzten Viehtrieb 1965 verschwand auch das Vieh aus den Ställen der Rabensburger Bauernhöfe. Bis auf einzelne spezialisierte Betriebe ist die Tierhaltung inzwischen in der gesamten Region verschwunden.

1982 wurden große Teile der Wiesen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dadurch konnte ein Umbrechen der wertvollen Wiesen zu Ackerflächen und ein weitgehender Verlust der artenreichen Aulandschaft verhindert werden. Das Gebiet ist nach wie vor der Hochwasserdynamik des Flusses ausgesetzt und wird immer wieder überschwemmt. Bis heute sind die gebietstypischen Stromtal- bzw. Brenndoldenwiesen als wichtiger Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten wie etwa dem Wachtelkönig erhalten geblieben. Es sind aber auch Kaiser- und Seeadler oder der Kiebitz anzutreffen – ein Eldorado für VogelliebhaberInnen. Während die Flächen über Jahrhunderte von Wiederkäuern geprägt wurden, wird die Pflege des Gebietes von den inzwischen auf Ackerbau spezialisierten örtlichen LandwirtInnen übernommen. Viele der Flächen werden als Naturschutzflächen im Rahmen von ÖPUL-WF als Wiesen bewirtschaftet, wobei die besondere Herausforderung darin besteht, dass für das Heu keine Verwendung vorhanden ist. Fünf LandwirtInnen aus Rabensburg haben sich daher 2021 zum Verein „Weidegemeinschaft Naturschutzgebiet Rabensburger Thaya-Auen“ zusammengeschlossen, um einen sinnhafteren Weg einer fachgerechten Bewirtschaftung einzuschlagen.

Pilotprojekt mit Aubrac-Rindern

Mit dem vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union unterstützten Pilotprojekt „Beweidung der Rabensburger Bauernwiesen“ erfolgt nun seit 2021 die Wiesenerhaltung durch Rinderbeweidung. Diese ist mit der Abteilung Naturschutz des Landes NÖ fachlich abgestimmt und wird vom Österreichischen Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL) begleitet. Der Weideverein kooperiert dabei mit einem tierhaltenden Betrieb aus dem Marchfeld, welcher eine Herde mit Aubrac-Rindern für die extensive Beweidung der Flächen zur Verfügung stellt. Bei den Tieren handelt es sich um eine robuste französische Rasse, welche von der südwestlichen Hochfläche des Zentralmassivs stammt. Ähnlich dem System einer Alm werden die Tiere Ende März bis Ende Oktober auf die Flächen getrieben. Vierzehn Hektar verteilt auf 3 Koppeln sind mit fixen Zaunstehern umgeben, auf denen der Elektrozaun jederzeit auf- und abgelegt werden kann. Für den Fall eines Hochwassers wurden außerdem Flächen integriert, welche hoch genug gelegen sind, um der Herde bei Bedarf Schutz bieten zu können. Neben Kopfweiden, typischen Sutten mit Feuchtstellen, die oft monatelang unter Wasser stehen, sind auch sandige, leicht erhöhte Wiesen in der Weidefläche vorhanden und formen so eine abwechslungsreiche Weidelandschaft.

Alternative Weidesysteme im Trockengebiet

Angepasst an die Rahmenbedingungen werden die Flächen extensiv mit 0,5 GVE beweidet. Die einzelnen Koppeln werden in Portionen unterteilt und ähnlich dem Prinzip des Mob Grazings beweidet. Es handelt sich dabei um ein Weidesystem, bei dem auf einer begrenzten Fläche ein relativ hoher Grasbestand für eine kurze Zeit intensiv beweidet wird. Anschließend an den Bestoß durch die Rinder erfolgt eine relativ lange Beweidungspause für die Regeneration der Vegetation. Die Pausen zwischen den Nutzungen können dabei sehr lange dauern. Charakteristisch ist der Fraß der oberen Pflanzenteile des Aufwuchses. Teile der Gräser und Kräuter sowie Weidereste werden von den Tieren niedergetreten und bilden eine Mulchschicht, welche den Boden vor Austrocknung schützt und Nahrungsquelle für das Bodenleben darstellt. Die Pflanzen benötigen somit weniger Zeit für eine Regeneration, da ausreichend Pflanzenteile vorhanden sind und diese nicht so tief abgegrast werden wie beispielsweise bei einer Kurzrasenweide. Auch das Wurzelwachstum der Vegetation kann so gefördert werden. Unerwünschte Weidereste wie etwa Schilf werden niedergetrampelt und helfen die schützende Mulchschicht zu schaffen. Die organische Substanz im Boden wird erhöht und hilft die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens zu verbessern. Es handelt sich somit um eine Weidestrategie, die vor allem für die Trockengebiete wie dem nördlichen Weinviertel am geeignetsten erscheint. In dieser trockensten Region Österreichs fallen im 30-jährigen Mittel weniger als 500 mm Jahresniederschlag – eine Herausforderung, der man sich auch in Hinsicht auf den Klimawandel in Form derart alternativer Beweidungsregime stellen wird müssen.

Monitoring der Naturschutzflächen

Naturschutzfachlich begleitet wird das Projekt durch ein Monitoring von drei Ökologen. Erhoben werden die Vogel- und Heuschreckenarten sowie die Vegetation in den Koppeln und außerhalb der Weideflächen liegenden Gebieten. Im Speziellen wird auch die Entwicklung der Herbstzeitlose unter dem Einfluss der Beweidung dokumentiert. Die Erkenntnisse daraus sollen Rückschlüsse auf den Einfluss der Beweidung auf die Artenzusammensetzung ermöglichen und einen Beitrag zum zukünftigen Diskurs hinsichtlich geeigneter Beweidungsregime leisten.  Das Projekt hebt auch die Bedeutung der begleitenden Naturschutzarbeit hervor, welche gewährleistet, dass Änderungen und mögliche negative Entwicklungen frühzeitig erkannt werden, um darauf reagieren zu können.

Die Beweidung mit Rindern auf den Flächen ist sehr wertvoll und hält die Wiesen offen, um einen Bewuchs mit Gehölzen zu verhindern. Über die Beweidung wird die vorhandene Artenvielfalt gefördert und bietet optimale Lebensräume, unter anderem für gefährdete und typische Pflanzen, Vögel und Insekten. Ein Weiderind (mit 600 kg) produziert im Schnitt etwa 1 Tonne Dung pro Monat und 1 Kuhfladen bietet 300 bis 500 Insekten Futter und Lebensraum über ein Jahr. Ein gehaltenes Rind in der Rabensburger Au fördert so in Summe pro Jahr eine Masse an Insekten, welche etwa ein Fünftel der eigenen Körpermasse (!) des Rindes entspricht.

Win-Win-Situation

Während einer Begehung der Flächen im zweiten Projektjahr wurde in einem Kuhfladen erstmals in Rabensburg ein Mondhornkäferpaar (Copris lunaris) gefunden. Der Mist dient als Eiablage und den schlüpfenden Larven als Nahrung. Mondhornkäfer, welche zu den Blatthornkäfern (Scarabaeidae) gehören, sind inzwischen sehr selten geworden und nur mehr an wenigen Stellen in Österreich zu finden. Der Fund stellt somit eine kleine Sensation dar. Solche Dungkäfer sind für das Ökosystem der Weidelandschaft durchaus wichtig, da sie die Zersetzung der Kuhfladen fördern, mit ihren Gängen den Boden durchlüften und helfen, den Nährstoffkreislauf insgesamt zu regulieren.

Das Weideprojekt in Rabensburg zeigt somit sehr schön, wie Landwirtschaft und Naturschutz eng und erfolgreich zusammenarbeiten können. Durch das Projekt werden Teilflächen der Bauernwiesen nun erhalten und gepflegt und die Flächen einer nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln zugeführt. Eine Win-Win-Situation für die Landwirtschaft, unsere Gesellschaft und den Naturschutz!

Naturschutzmonitoring im ÖPUL 2023

WIR SCHAUEN DRAUF!

Seit über einem Jahrzehnt sagen hunderte Landwirtinnen und Landwirte: „Wir schauen auf unsere Wiesen und Almen!

www.naturschutzmonitoring.at

Die regelmäßigen Beobachtungen der über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen eindrucksvoll, dass auf über 80 % der Monitoringflächen die Individuenzahl der beobachteten Arten gleichgeblieben ist oder sogar zugenommen hat. Auch die bewährten Monitorings zu Phänologie und Großtrappe sind sehr erfolgreich, unterstützen die Klimaforschung und den Trappenschutz und helfen bei der richtigen Bewirtschaftung.

DAS HEISST, ES ZAHLT SICH EINFACH AUS „DRAUF ZU SCHAUEN”!

Die vier Naturschutzmonitorings werden im ÖPUL 2023 weitergeführt und können als optionaler Zuschlag zu den Maßnahmen Umweltgerechte  und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung (UBB) oder Biologische Wirtschaftsweise (BIO) über den AMA-Mehrfachantrag bis 31.Dezember beantragt werden. Die verpflichtende Einschulung erfolgt ab Mitte Jänner 2023 über das ÖKL.

Das Österreichische Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL) steht als österreichweite Betreuungsstelle allen Interessierten bei Fragen und Anliegen zur Verfügung und begleitet Sie gerne bei Ihren Beobachtungen am Betrieb!

Hotline: 0677  643 130 71 (Mo bis Do: 9 bis 15 Uhr)

Mail: naturschutzmonitoring@oekl.at

DIE BROSCHÜRE ALS DOWNLOAD [pdf]

BeeP! Stärkung der Biodiversität im Obst- und Weinbau

Biodiversität, Technik und Wirtschaftlichkeit im Obst- und Weinbau praktisch verbinden

Im Kontext der Klimakrise und damit einhergehenden Veränderungen wird die Notwendigkeit, landwirtschaftliche Produktionssysteme neu zu denken, dringlich. Gleichzeitig steigen die Herausforderungen in der Produktion und die Wirtschaftlichkeit vieler Betriebe ist gefährdet. Das Überdenken und Optimieren von bestehenden Produktionsweisen muss daher einen besonderen Fokus auf Ressourcenschonung legen und den Schutz der Umwelt berücksichtigten. Ein bisher oft unterschätzter Baustein ist der Erhalt und die Förderung der Biodiversität als vielseitig stabilisierender Faktor.

Die Wettbewerbsfähigkeit der teilnehmenden Betriebe soll gefördert werden. Den Teilnehmenden soll Wissen und konkrete Anleitungen zur nachhaltigeren Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen vermittelt werden. Maßnahmen zum Klimaschutz und dessen Anpassung soll ein wichtiges Querschnittsthema der Kursreihe sein.

14 Kurstage werden durchgeführt. 6 Pilotbetriebe werden ausgebildet und betreut.

1. Kurstag – Biodiversität
2. Kurstag – Möglichkeiten zu Biodiversitätssteigerung in Obst- und Weinbauanlagen
3. Kurstag – Richtiger Einsatz von Sprühgeräten im Obst- und Weinbau – Applikationsmodul
4. Kurstag – Zielgenauer PSM-Einsatz im Wein- und Obstbau mit „Verlustarm Sprühen“
5. Kurstag – Unterstockgeräte
6. Kurstag – Mulcher / Mäher
7. Kurstag – Boden: Probenahme am Feld
8. Kurstag – Möglichkeiten zur Ökologisierung im Obst- und Weinbau
9. Kurstag – Boden: Analyse und Maßnahmen
10. Kurstag – Begrünung und Einsaattechnik
12 Betriebsbesuche

 

Potenziale von Brettsperrholz (CLT)

ÖKL-Pilotprojekt: Nachhaltiges Bauen in der Landwirtschaft – Potenziale von Brettsperrholz (CLT)

>>> AKTUELL <<<

Für alle, die an Bauen mit Holz, speziell mit Brettsperrholz (CLT), interessiert sind, gab es am 18. Oktober ein ÖKL-Seminar & Workshop in Frastanz in Vorarlberg!
Die Teilnahme war kostenlos.
Der Vormittag fand als Seminar „Bauen mit Massivholz (CLT) in der Landwirtschaft“ statt.
Am Nachmittag wurde ein Workshop zur CLT Montage und die Besichtigung einer CLT-Baustelle in Amerlügen angeboten!
Trainer: HBM DI (FH) Hans-Georg Unterrainer
ÖKL-Seminar und Workshop Brettsperrholz (CLT) im landwirtschaftlichen Bauen
18. Oktober 2022
Firma Samina (Schlafsysteme), Obere Lände 7, 6820 Frastanz

ÖKL-Seminar Brettsperrholz_Programm

ÖKL-Tagung online am 30.06.2021
Programm:
Begrüßung, Einleitung und das CLT-Projekt des ÖKL
Eva-Maria Munduch-Bader, Dieter Kreuzhuber und David Unterrainer, alle ÖKL
CLT – ein vielseitiger High-Tech Baustoff
Richard Santner, Holzplus GmbH, AT
Brettsperrholz richtig eingesetzt – Eigenschaften und Montage
Hans-Georg Unterrainer, Holzbau Rast & Ruh Gmbh, AT
Schraub-Pfahl-Fundament: Bauen ohne Bodenversiegelung?
Johann Dirscherl, Deutsche Fundamentbaugesellschaft mbH, D
Erfahrungen mit CLT im landwirtschaftlichen Bauen
Forscher, Bauherren und Firmen
Diskussionen, Fragen & Austausch mit allen Referenten und TeilnehmerInnen

ÖKL-Informationsblatt 05 „Einsatz von Brettsperrholz (CLT)  im landwirtschaftlichen Bauwesen“

Inhalt
1 Vorbemerkungen
2 Ausgewählte Rechtsvorschriften, Normen und Publikationen
3 Technische Informationen
4 Planungs- und Bauhinweise
5 Einsatzmöglichkeiten und Planungsbeispiele
6. CLT und Bodenverbrauch
7. Kontakte

Siehe HIER

ÖKL-Workshops in Planung

WF-Monitoringprojekte

Umsetzungsstrategie, Datenmanagement und Ergebnisaufbereitung

Über tausend heimische LandwirtInnen beobachten in mehr als 10 Monitoringprojekten die biologische Vielfalt auf Wiesen, Böschungen, Äckern und Obstgärten in ganz Österreich. Alle diese Monitoringprojekte werden gemeinsam mit LandwirtInnen durchgeführt, die an der ÖPUL-Naturschutzmaßnahme teilnehmen. Dabei werden naturschutzfachlich wichtige Daten generiert und das Bewusstsein der LandwirtInnen sowie der übrigen Bevölkerung für Schutzgüter und die WF-Naturschutzmaßnahme gesteigert.

Ziel des Projektes ist die Harmonisierung bestehender länderspezifischer WF-Monitoringprojekte, die Erstellung jährlicher Berichte und die Umsetzung von mit BMNT, AMA und den Ländern abgestimmten Lösungen im Datenmanagement.

 

Flexibilisierung von Schnittzeitauflagen gemäß www.mahdzeitpunkt.at

Für das WF-Monitoringprojekt „Schnittzeitpunkt nach Phänologie“ wird mittels Modellierung der jährlichen Vegetationsentwicklung und Bereitstellung diesbezüglicher Informationen eine einfache und naturschutzfachlich treffsichere Anpassung der Schnittzeitauflagen in Jahren mit früher Naturentwicklung ermöglicht und eine Akzeptanzsteigerung bei all jenen Betrieben erreicht, die an der ÖPUL-Naturschutzmaßnahme (WF) mit Auflagencode NI40 „Vorverlegung des Schnittzeitpunktes gemäß www. mahdzeitpunkt.at“ teilnehmen. Dies führt zu mehr betrieblicher Flexibilität, höherem Futterwert des Mähgutes und steigender Zufriedenheit bei den TeilnehmerInnen an der ÖPUL-Naturschutzmaßnahme (WF) in Österreich.

Online Plattform www.monitoringprojekte.at

Mit dem Projekt sollen neben den auf BehördenvertreterInnen des BMNT und der Länder zugeschnittenen Ergebnissen der Umsetzungsstrategie zusätzlich alle Personen auf der Webplattform www.monitoringprojekte.at erfahren können, was unsere landwirtschaftlichen Betriebe mit ihren Natursichtungen und Beobachtungsdaten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen. Dazu werden Fachdaten bestehender und neu gestarteter Monitoringprojekte zusammengeführt und sowohl für die breite Öffentlichkeit als auch für VertreterInnen des BMNT, Länder und Stakeholder aufbereitet.

Bewusstsein für österreichische Monitoringaktivitäten steigern

Durch die Projektmaßnahmen mit der Umsetzungsstrategie und der Bereitstellung von Schlüsselinformationen zu allen österreichischen WF-Monitorings sowie die Flexibilisierung von Schnittzeitpunkten wird es gelingen, das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Naturschutzmaßnahme zu stärken, die Akzeptanz der ÖPUL-Naturschutzmaßnahme (WF) zu steigern und die Betriebe partnerschaftlich auch weiterhin für die Erhaltung der Biodiversität im Grünland zu gewinnen. Dadurch wird ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität im Grünland inklusive zahlreicher Natura 2000 Schutzgüter erreicht.

 

Regulierung der Herbstzeitlose

Praxisversuche zur Regulierung der Herbstzeitlose auf ÖPUL-Naturschutzflächen

Projektträger: Biosphärenpark Wienerwald
Koordination und Umsetzung: DI Kornelia Zipper, ÖKL
Projektpartner: Harald Rötzer, AVL
Förderstelle: Amt der NÖ Landesregierung, Agrarbezirksbehörde
Laufzeit: 2018 – 2022

Inhalt

Die Ausbreitung der giftigen Herbstzeitlose auf Wiesen von viehlosen Betrieben im Wienerwald führt zu großen Problemen beim Heuverkauf.

Daraus ergibt sich die zentrale Projekt-Fragestellung:  Wie kann die Herbstzeitlose verringert werden, ohne den Naturschutzwert der Flächen zu beeinträchtigen?

In enger Zusammenarbeit mit der „Heubörse Wienerwald“ und der AVL werden verschiedene Praxisversuche zur Regulierung der Herbstzeitlose auf 12 betroffenen Betrieben im Biosphärenpark Wienerwald durchgeführt und ausgewertet.



Vernetzungstreffen Futtervielfalt

Am 14. Juni findet findet auf der Dellacher Alm ein Vernetzungstreffen für Almbewirtschafter und Interessierte statt. Es geht um den Erfahrungsaustausch zu Problembereichen und zielführenden Maßnahmen zur Verbesserung der Futterqualität und der Biodiversität auf Almweiden.

Mehr lesen Sie hier!

Vernetzungstreffen Futtervielfalt

Am Freitag, 14. Juni, findet auf der Dellacher Alm ein Vernetzungstreffen für Almbewirtschafterinnen und Ambewirtschafter sowie Interessierte statt. Es geht um den Erfahrungsaustausch zu Problembereichen und zielführenden Maßnahmen zur Verbesserung der Futterqualität und der Biodiversität auf Almweiden.

Prgrammfolder 14. Juni Dellacher Alm

Im Rahmen des österreichweiten Projektes „Futtervielfalt auf Almen“ befassen sich im Gailtal vier Almen mit unterschiedlichen Problemstellungen wie beispielsweise dem massiven Aufkommen von Germer, Farn oder dem Scharfen Hahnenfuß. Sie testen unterschiedliche Maßnahmen und dokumentieren die Entwicklung der Flächen.

Neben Veränderungen in der Almbewirtschaftung führen auch Umwelteinflüsse wie der Klimawandel zu Veränderungen der Almweiden und stellen zahlreiche AlmbewirtschafterInnen vor Herausforderungen. Im Rahmen eines Vernetzungstreffens soll die Diskussion mit ExpertInnen und ein Erfahrungsaustausch ermöglicht werden.

Wann: Freitag 14. Juni 2019 von 10:00 bis 15:30

Wo: Dellacher Alm, 9620 Hermagor (Nähe Egger Alm)

ReferntIn: Doz. DI Dr. Karl Buchgraber (Wissenschaftliche Leitung des Institutes Pflanzenbau und Kulturlandschaft in Raumberg-Gumpenstein), Dr. Susanne Aigner (ExpertIn für Almpflegemaßnahmen und standortangepasste Almwirtschaft)

Veranstalter: ÖKL, Österreichisches Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung

Info und Anmeldung: bis Donnerstag 13. Juni: klagenfurt@umweltbuero.at, 0463/516614

 

Vielfalt auf meinem Betrieb

Von Bauer zu Bauer über Vielfalt reden!
Bildungsprojekt

Projekthomepage: www.vielfalt-am-betrieb.at/

Liegengelassene Holzhaufen, alte Obstbäume, Blühstreifen, selten gemähte Böschungen oder vergessene Winkel mit wucherndem Altgras und Brennnesseln – rund um den landwirtschaftlichen Betrieb gibt es eine unheimlich große, oft nicht bewusst wahrgenommene Vielfalt an Leben!

Im Projekt „Vielfalt auf meinem Betrieb“ geht es genau um diese kleinen Besonderheiten und Lieblingsplätze rund um den Bauernhof. Und es geht um‘s genaue Hinschauen, d‘rüber Reden und Wahrnehmen der eigenen Vielfalt!

Die Landwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Vielfalt und hat eine große Verantwortung, wenn es darum geht, das Überleben vieler Tier- und Pflanzenarten zu sichern. Ziel des Projektes ist es, die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft ins Bewusstsein der BewirtschafterInnen und der Öffentlichkeit zu rücken und den Zusammenhang zwischen Bewirtschaftung und Biodiversität verständlich zu machen.

Speziell geschulte „BiodiversitätsvermittlerInnen“, die selbst LandwirtInnen sind, besuchen ihre BerufskollegInnen in ganz Österreichund erstellen bei einem Betriebsgespräch individuelle Biodiversitäts-Portfolios.

Jede/r Landwirt/in mit einer Betriebsnummer kann sich für ein kostenloses Betriebsgespräch „Vielfalt auf meinem Betrieb – von Bauer zu Bauer, von Bäurerin zu Bäuerin“ anmelden und erhält dabei auch umfassendes Bildungsmaterial sowie ein kostenloses Plakat über die Vielfalt auf seinem/ihrem Betrieb.

Interessenten wenden sich gerne an:
Andrea Aigner, Tel: 01-505 18 91-22, andrea.aigner@oekl.at oder
Stepahnie Köttl, Tel: 01-505 18 91-22, stephanie.koettl@oekl.at

 

Das Bildungsprojekt wird im Rahmen des Programmes Ländliche Entwicklung von EU, Bund und Ländern gefördert.

Landschaft verstehen – Geschichten aus zwei Regionen in NÖ

Eine Herausforderung in der Naturvermittlung liegt darin, dass viele Wissbegierige sich schnell mit „Bergen“ von Fachwissen überladen fühlen und der nachhaltige Lerneffekt oft nur gering ist.

Daher ist es zielführend, in den Menschen ein grundsätzliches Verständnis für die Landschaft zu wecken: Warum schaut es hier so aus? Welche Rolle haben die hier wirtschaftenden Menschen bei der Entwicklung der Landschaft gespielt? Warum wachsen hier Wiesen, dort drüben stehen aber Fichten? Warum gibt es hier keine Feldlerche, aber dafür Alpendohlen?

Menschen merken sich Fachwissen auch dann leichter, wenn es in einen Zusammenhang gesetzt und mit Emotionen verknüpft wird. Das geschieht am besten in Form einer spannenden Geschichte (beim sogenannten „Storytelling“). Ob ein Märchen, eine Sage oder eine Erlebnisgeschichte, sie verknüpft logisch zusammenhängende Fakten mit Emotionen und wird so leichter gemerkt – oft für das ganze Leben.

D´Hauswiesn in St. Oswald,
Foto Doris Wimmer, St. Oswald

Das Projekt
Um dieses neue Konzept auszuprobieren und unter Österreichs NaturvermittlerInnen zu verbreiten, wurde von 2016 bis 2018 ein Kooperationsprojekt von BirdLife Österreich, LFI Österreich, Umweltdachverband und ÖKL, umgesetzt.
Gemeinsam mit NaturvermittlerInnen wurde eine Grundlage erarbeitet, welche Botschaften im Rahmen der Natur- und Landschaftsvermittlung zu den Sektoren Land- und Forstwirtschaft, Zoologie, Botanik, Geologie, Boden und Kulturgeschichte im Sinne einer ganzheitlichen Sicht auf die charakteristische Landschaft kommuniziert werden sollen.
In zwei ausgewählten Pilotregionen – dem ÖTSCHER:REICH – Mariazellerland und der Region Weitenbachtal – Yspertal – Freiwald sammelten im nächsten Schritt NaturvermittlerInnen und Einheimische zahlreiche Erzählungen zu den unterschiedlichen Sektoren, die in einem professionell moderierten Schreibprozess aufgearbeitet wurden.
Diese unzähligen Botschaften zum Verständnis der Landschaft werden bald auf einer speziellen Onlinedatenbank, der Wiki-Plattform, den Natur- und LandschaftsvermittlerInnen sowie der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt:
http://landschaftsgeschichten.naturvermittlung.at

Die Broschüre
Eine kleine Auswahl der Geschichten finden Sie in dieser optisch schön aufbereiteten Broschüre. Für eine gute Nutzbarkeit wurden die Erzählungen in fünf Landschaftsräume gruppiert – Grünland, Wald, Berg, Siedlung und Nacht. Bei jeder Geschichte gibt es eine „Botschaft“ sowie nützliche fachliche Zusatzinfos für die ErzählerInnen samt Dialektausdrücken.

Erhältlich bei: LFI NÖ,
irene.blasge@lk-noe.at

Unsere Kulturlandschaften erzählen unendlich viele Geschichten –
es bedarf nur Menschen, die sie aufschreiben und weitererzählen!