ÖPUL verbindet

Aufbau von Modellregionen zur Biotopvernetzung durch ÖPUL-Maßnahmen

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Säe mit! Probstdorfer Biotopverbund – Wir schauen auf die Vielfalt!

Biodiversitäts-Aktionstag am Freitag, 22. September 2023 in Probstdorf
Treffpunkt: auf dem Feldweg hinter der Probstdorfer Saatzucht
Saatzuchtstraße 11, 2301 Probstdorf

EINLADUNG Aussaatfest in Probstdorf am 22. September

Die  mit  2023 gestartete Programmphase des Österreichischen Agrarumweltprogramms (ÖPUL) verfolgt die Zielsetzung dem fortschreitenden Biodiversitätsverlust sowie dem Klimawandel entgegenzuwirken. So müssen künftig bei Teilnahme an den gesamtbetrieblichen Maßnahmen „Umweltgerechte und Biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung (UBB)“ sowie „Biologische Wirtschaftsweise (BIO)“ mindestens 7 % der Acker- und Grünlandflächen als „Biodiversitätsflächen“ ausgewiesen werden. Um bei Umsetzung dieser und anderer ÖPUL-Maßnahmen einen optimalen Nutzen für die Biodiversität in der Kulturlandschaft zu gewährleisten, ist die richtige Verteilung dieser Flächen essentiell. Durch die Schaffung von Biotopverbundsystemen kann ein ökologischer Mehrwert gegenüber unzusammenhängenden Einzelmaßnahmen erreicht werden.

Beim vorliegenden Projekt sollen anhand von drei Modellregionen auf ganz Österreich übertragbare Erkenntnisse für die Schaffung von Biotopverbundsystemen durch gezielte Umsetzung von ÖPUL-Maßnahmen gewonnen werden. Durch eine Erfassung der derzeit vorhandenen Tier- und Pflanzenindikatoren (Ist-Situation) in den Regionen, kann zudem die Basis für eine spätere, detaillierte Evaluierung der jeweiligen ÖPUL-Maßnahmen geschaffen werden.

Bei der Auswahl der drei Modellregionen wurde darauf geachtet, die Bandbreite der Bewirtschaftungsintensitäten in Österreichischen Acker- und Grünlandgebiete abzudecken. Als Modellregionen wurden

  • Probstdorf/Marchfeld, NÖ (intensive Ackerbauregion)
  • Jaidhof/Waldviertel, NÖ (mittelintensives, gemischtes Acker-Grünlandgebiet)
  • Flachgau, Salzburg (intensive Grünlandgregion)

ausgewählt.

In allen drei Regionen wurden bereits Vorgespräche mit Landwirtschaftsbetrieben, Partnerorganisationen, örtlichen Vereinen sowie den zuständigen Landwirtschaftskammern geführt, so dass die Voraussetzungen für die Schaffung der Modellregionen bzw. die Umsetzung der geplanten Biotopverbundsysteme über die ÖPUL-Maßnahmen gegeben sind. Die enge, freiwillige Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Akteur*innen im Naturschutz ist ein wesentlicher Teil des Projektes und soll in der in den Modellregionen aufgezeigten Form auch übertragbar für andere Regionen Österreichs sein. Eine Einbeziehung der beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe in die Umsetzung und Erfolgskontrolle der in den Modellregionen gesetzten Maßnahmen ist auch über die im ÖPUL 2023 neu geschaffenen UBB/BIO-Zusatzauflage „Naturschutzmonitoring – Biodiversitätsmonitoring“ auf Biodiversitätsflächen im Acker und Grünland vorgesehen.

Die Schaffung von Biotopverbundsystemen durch ÖPUL Maßnahmen in den oben genannten Projektregionen erfolgt durch eine genaue Analyse der „Ist-Situation“ betreffend Biodiversität. Darauf aufbauend werden Ziele und Maßnahmen, für die in der jeweiligen Region zu fördernden Tier- und Pflanzenindikatoren definiert und in enger, freiwilliger Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Betrieben mit Unterstützung der regionalen Landwirtschaftskammern umgesetzt. Begleitend dazu werden die landwirtschaftlichen Betriebe der Region sowie auch Interessent*innen aus anderen Regionen durch Bewusstseinsbildungen und Schulungen (Informationsabende, Webinare, „Biodiversitätswerkstätten“, landwirtschaftliches  Biodiversitätsmonitoring auf Biodiversitätsflächen, etc. ) begleitet, welche den Betroffenen die Zielsetzungen des Biotopverbunds  anschaulich und partizipativ vermitteln. Neben der Erfolgskontrolle der umgesetzten Maßnahmen, liegt eine weiterer Schwerpunkt auf Öffentlichkeitsarbeit, welche darauf ausgerichtet ist, die Übertragbarkeit der in den Modellregionen gewonnenen Erkenntnisse auf ganz Österreich zu gewährleisten.

Insgesamt liefert das Projekt wesentliche Beiträge zur Erreichung fast aller Zielsetzungen der Vorhabensart 7.6.1. und stärkt die notwendige kooperative Umsetzung von ÖPUL-Maßnahmen zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Es entspricht den Forderungen der Österreichischen Biodiversitätsstrategie 2020+ sowie der Europäischen Biodiversitätsstrategie 2030 und liefert wichtige Methoden und Ergebnisse zur Schaffung von Biotopverbundsystemen durch das Österreichische Umweltprogramm. Des Weiteren werden wichtige Grundlagen zur späteren ÖPUL-Evaluierung geschaffen. Die drei Modellregionen stehen stellvertretend für sehr viele Lagen und Gebiete Österreichs, in denen es besonders wichtig ist, Biotopverbundsysteme aufzubauen, sodass die entwickelten Methoden und Ergebnisse vielfach übernommen werden können.


EIP Mehrwert Berglandwirtschaft

Die Berglandwirtschaft in der Region „Nationalpark Kalkalpen“ erfüllt zahlreiche Ökosystemleistungen, die maßgeblich zu zur Lebensqualität inner- und außerhalb der Region beitragen. Die Almwirtschaft wirkt sich positiv auf die Artenvielfalt aus, durch die extensive Bewirtschaftung wird der Naturraum erhalten, Qualitätsprodukte aus dem Berggebiet tragen zur regionalen Wertschöpfung bei und die Pflege der Kulturlandschaft erfüllt eine wichtige Schutzfunktion vor Naturgefahren. Dies sind nur einige der vielen Leistungen, die die Berglandwirtschaft für die Gesellschaft erbringt, jedoch nur selten kostendeckend abgegolten werden. Der Fortbestand der naturnahen und kleinstrukturierten Berglandwirtschaft ist nicht nachhaltig gesichert.

(Foto: Blahbergalm mit Murbodner Rindern © Nationalpark Kalkalpen, Sieghartsleitner)

Ziel des Projektes ist es nun, die Ökosystemleistungen der Region zu erheben, zu bewerten und gewinnbringend inwertzusetzen. Es werden Vermarktungsoptionen für Ökosystemleistungen konzipiert und im Anschluss marktfähige Geschäftsmodelle zur Vermarktung dieser Leistungen entwickelt.

Durch die enge Kooperation aus Landwirtschaft, Wirtschaft und Wissenschaft soll eine langfristige Möglichkeit zur Generierung zusätzlicher Einkommen für die Berglandwirtschaftsbetriebe geschaffen werden.

Weitere Informationen auf www.mehrwert-landwirtschaft.at/berglandwirtschaft.

Projektpartner:innen:
HBLFA Raumberg-Gumpenstein
STUDIA Austria
Umweltbüro Klagenfurt
Bio Austria
Universität für Bodenkultur Wien
FH Oberösterreich
LK Oberösterreich
Verein Nahtur

Infos im ÖKL erhalten Sie bei Andrea Aigner 01/ 505 18 91-22 andrea.aigner@oekl.at

ZAWOS – Alles spricht für die Vielfalt

Der Rückgang vieler heimischer Tier- und Pflanzenarten ist in aller Munde und für viele Menschen ist der Schutz der Natur ein großes Anliegen. Denn neben der Schönheit von Pflanzen und Tieren sowie dem Erholungswert vielfältiger Landschaften, sind es wichtige Funktionen, wie die Bestäubung von Nutzpflanzen oder die Regulation von Schädlingen, die ein vielfältiges Ökosystem bietet.

Veranstaltungen siehe ÖKL-Veranstaltungskalender oder ÖKL-Webshop

Landwirte und Landwirtinnen haben, als Eigentümer und Bewirtschafter großer Teile unserer freien Landschaft und der Wälder, eine große Verantwortung gegenüber der Biodiversität, denn viele artenreiche Lebensräume wie Feuchtwiesen, Trockenrasen, Almen und Streuobstwiesen sind erst im Rahmen der landwirtschaftlichen Tätigkeiten entstanden. Die Pflege dieser Kulturlandschaften, aber auch das Anlegen von biodiversitätsfördernden Strukturen wie Blühstreifen und Hecken in intensiv agrarisch genutzten, und für die Tier- und Pflanzenwelt weniger attraktiven Landschaften liegt zumeist in der Hand unserer Bauern und Bäuerinnen. Wichtig ist das Erkennen des Nutzens und der Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeiten für die Biodiversität.

Obwohl ein Teil der Bauern und Bäuerinnen dem Thema aufgeschlossen gegenübersteht, sind andere skeptisch, da sie den Naturschutz eher als eine Behinderung ihrer Bewirtschaftung sehen. Oft sind sie mit den klassischen, das heißt ökologischen, Argumenten nicht zu erreichen. Hier setzt unser Projekt: „ZAWOS – Alles spricht für die Vielfalt“ an. Denn Biodiversität hat Bezüge zu verschiedenen Fachrichtungen, sei es die Religion, wo Menschen in den vielfältigen Formen und Farben der Tier- und Pflanzenarten die Schöpfung Gottes bewundern, oder in der Technik, wo die Natur Vorbild ist für mechanische Bauteile sowie spezielle Oberflächen und Materialien- je mehr Arten es noch gibt, desto größer die Wahrscheinlichkeit eine neue Entdeckung zu machen. Die vielen Heilpflanzen, die wir auf Wiesen und Almen finden können sowie die Erholung, die wir vom Alltag in vielfältigen Landschaften erfahren können führen uns andererseits in den Themenbereich Gesundheit. So lassen sich vielfältige Beziehungen herstellen, die für viele Menschen eine neue Sichtweise entstehen lassen.

Zentral sind für uns die ThemenvermittlerInnen, die diese Sachverhalte an die Landwirte und Landwirtinnen hinaustragen. Dies soll bestenfalls im Rahmen von Veranstaltungen geschehen, bei denen die Bauern und Bäuerinnen nicht erwarten, dass jemand ihnen das Thema Biodiversität näherbringt. So können Vorbehalte abgebaut und Interessen aufgebaut werden und das Thema wird von einer neuen, ganz unerwarteten Perspektive erzählt. Unser Ziel ist es, mit dem Wissen unserer ThemenvermittlerInnen auch skeptischen LandwirtInnen das Thema Biodiversität aus einem neuen Blickwinkel zu vermitteln, sie damit zu erreichen und das Interesse in ihnen zu wecken, biodiversitätsfördernde Maßnahmen auf ihrem Betrieb zu setzen.

Ansprechpersonen im ÖKL:
Alexander Bauer alexander.bauer@oekl.at, Tel: 01/505 18 91-10
Stephanie Köttl, stephanie.koettl@oekl.at, Tel: 01/505 18 91-22

Projektpartner: LACON Landschaftsplanung Consulting

 

Beweidung der Rabensburger Bauernwiesen

Rückkehr der Weiderinder – Wiederbeweidung vom Naturschutzgebiet Rabensburger Thaya-Auen nach 56 Jahren

Weidende Rinder im Osten Österreichs sind mittlerweile eine Rarität – das war nicht immer so! Ursprüngliche Weidegebiete entlang von Flüssen wie der Leitha oder der March sind fast verschwunden, von den ursprünglichen durch die Beweidung entstandenen Kulturlandschaften ist fast nichts mehr vorhanden. Eine Vorstellung davon, wie eine derartige Kulturlandlandschaft im pannonischen Raum Österreichs vor wenigen Jahrzehnten noch ausgesehen hat, bekommt man in der nordöstlichsten Ecke des Weinviertels in Rabensburg, wo in einem Naturschutzgebiet Feuchtwiesen an der Thaya erhalten worden sind.

Weidehaltung hatte lange Tradition

Auf den sogenannten Bauernwiesen im Naturschutzgebiet Rabensburger Thaya-Auen findet man eine Kulturlandschaft mit typischen Brenndolden-Auenwiesen, welche über Jahrhunderte durch Beweidung und Mahd entstanden sind. Bis Mitte der 1960er Jahre wurden diese mit dem Vieh der Bauern in Rabensburg bestoßen. Täglich wurden dabei die Rinder aus der geschlossenen Ortschaft in das Augebiet getrieben. Bis 1945 erstreckte sich das Weidegebiet von Rabensburg auch auf das linke Ufer des Thaya-Flusses, welches danach durch den Eisernen Vorhang abgetrennt wurde. Dabei mussten die Tiere den Fluss in einer Furt durchqueren bzw. konnten sie die damals noch vorhandenen Brücken über den Fluss nutzen. Mit dem letzten Viehtrieb 1965 verschwand auch das Vieh aus den Ställen der Rabensburger Bauernhöfe. Bis auf einzelne spezialisierte Betriebe ist die Tierhaltung inzwischen in der gesamten Region verschwunden.

1982 wurden große Teile der Wiesen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dadurch konnte ein Umbrechen der wertvollen Wiesen zu Ackerflächen und ein weitgehender Verlust der artenreichen Aulandschaft verhindert werden. Das Gebiet ist nach wie vor der Hochwasserdynamik des Flusses ausgesetzt und wird immer wieder überschwemmt. Bis heute sind die gebietstypischen Stromtal- bzw. Brenndoldenwiesen als wichtiger Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten wie etwa dem Wachtelkönig erhalten geblieben. Es sind aber auch Kaiser- und Seeadler oder der Kiebitz anzutreffen – ein Eldorado für VogelliebhaberInnen. Während die Flächen über Jahrhunderte von Wiederkäuern geprägt wurden, wird die Pflege des Gebietes von den inzwischen auf Ackerbau spezialisierten örtlichen LandwirtInnen übernommen. Viele der Flächen werden als Naturschutzflächen im Rahmen von ÖPUL-WF als Wiesen bewirtschaftet, wobei die besondere Herausforderung darin besteht, dass für das Heu keine Verwendung vorhanden ist. Fünf LandwirtInnen aus Rabensburg haben sich daher 2021 zum Verein „Weidegemeinschaft Naturschutzgebiet Rabensburger Thaya-Auen“ zusammengeschlossen, um einen sinnhafteren Weg einer fachgerechten Bewirtschaftung einzuschlagen.

Pilotprojekt mit Aubrac-Rindern

Mit dem vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union unterstützten Pilotprojekt „Beweidung der Rabensburger Bauernwiesen“ erfolgt nun seit 2021 die Wiesenerhaltung durch Rinderbeweidung. Diese ist mit der Abteilung Naturschutz des Landes NÖ fachlich abgestimmt und wird vom Österreichischen Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL) begleitet. Der Weideverein kooperiert dabei mit einem tierhaltenden Betrieb aus dem Marchfeld, welcher eine Herde mit Aubrac-Rindern für die extensive Beweidung der Flächen zur Verfügung stellt. Bei den Tieren handelt es sich um eine robuste französische Rasse, welche von der südwestlichen Hochfläche des Zentralmassivs stammt. Ähnlich dem System einer Alm werden die Tiere Ende März bis Ende Oktober auf die Flächen getrieben. Vierzehn Hektar verteilt auf 3 Koppeln sind mit fixen Zaunstehern umgeben, auf denen der Elektrozaun jederzeit auf- und abgelegt werden kann. Für den Fall eines Hochwassers wurden außerdem Flächen integriert, welche hoch genug gelegen sind, um der Herde bei Bedarf Schutz bieten zu können. Neben Kopfweiden, typischen Sutten mit Feuchtstellen, die oft monatelang unter Wasser stehen, sind auch sandige, leicht erhöhte Wiesen in der Weidefläche vorhanden und formen so eine abwechslungsreiche Weidelandschaft.

Alternative Weidesysteme im Trockengebiet

Angepasst an die Rahmenbedingungen werden die Flächen extensiv mit 0,5 GVE beweidet. Die einzelnen Koppeln werden in Portionen unterteilt und ähnlich dem Prinzip des Mob Grazings beweidet. Es handelt sich dabei um ein Weidesystem, bei dem auf einer begrenzten Fläche ein relativ hoher Grasbestand für eine kurze Zeit intensiv beweidet wird. Anschließend an den Bestoß durch die Rinder erfolgt eine relativ lange Beweidungspause für die Regeneration der Vegetation. Die Pausen zwischen den Nutzungen können dabei sehr lange dauern. Charakteristisch ist der Fraß der oberen Pflanzenteile des Aufwuchses. Teile der Gräser und Kräuter sowie Weidereste werden von den Tieren niedergetreten und bilden eine Mulchschicht, welche den Boden vor Austrocknung schützt und Nahrungsquelle für das Bodenleben darstellt. Die Pflanzen benötigen somit weniger Zeit für eine Regeneration, da ausreichend Pflanzenteile vorhanden sind und diese nicht so tief abgegrast werden wie beispielsweise bei einer Kurzrasenweide. Auch das Wurzelwachstum der Vegetation kann so gefördert werden. Unerwünschte Weidereste wie etwa Schilf werden niedergetrampelt und helfen die schützende Mulchschicht zu schaffen. Die organische Substanz im Boden wird erhöht und hilft die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens zu verbessern. Es handelt sich somit um eine Weidestrategie, die vor allem für die Trockengebiete wie dem nördlichen Weinviertel am geeignetsten erscheint. In dieser trockensten Region Österreichs fallen im 30-jährigen Mittel weniger als 500 mm Jahresniederschlag – eine Herausforderung, der man sich auch in Hinsicht auf den Klimawandel in Form derart alternativer Beweidungsregime stellen wird müssen.

Monitoring der Naturschutzflächen

Naturschutzfachlich begleitet wird das Projekt durch ein Monitoring von drei Ökologen. Erhoben werden die Vogel- und Heuschreckenarten sowie die Vegetation in den Koppeln und außerhalb der Weideflächen liegenden Gebieten. Im Speziellen wird auch die Entwicklung der Herbstzeitlose unter dem Einfluss der Beweidung dokumentiert. Die Erkenntnisse daraus sollen Rückschlüsse auf den Einfluss der Beweidung auf die Artenzusammensetzung ermöglichen und einen Beitrag zum zukünftigen Diskurs hinsichtlich geeigneter Beweidungsregime leisten.  Das Projekt hebt auch die Bedeutung der begleitenden Naturschutzarbeit hervor, welche gewährleistet, dass Änderungen und mögliche negative Entwicklungen frühzeitig erkannt werden, um darauf reagieren zu können.

Die Beweidung mit Rindern auf den Flächen ist sehr wertvoll und hält die Wiesen offen, um einen Bewuchs mit Gehölzen zu verhindern. Über die Beweidung wird die vorhandene Artenvielfalt gefördert und bietet optimale Lebensräume, unter anderem für gefährdete und typische Pflanzen, Vögel und Insekten. Ein Weiderind (mit 600 kg) produziert im Schnitt etwa 1 Tonne Dung pro Monat und 1 Kuhfladen bietet 300 bis 500 Insekten Futter und Lebensraum über ein Jahr. Ein gehaltenes Rind in der Rabensburger Au fördert so in Summe pro Jahr eine Masse an Insekten, welche etwa ein Fünftel der eigenen Körpermasse (!) des Rindes entspricht.

Win-Win-Situation

Während einer Begehung der Flächen im zweiten Projektjahr wurde in einem Kuhfladen erstmals in Rabensburg ein Mondhornkäferpaar (Copris lunaris) gefunden. Der Mist dient als Eiablage und den schlüpfenden Larven als Nahrung. Mondhornkäfer, welche zu den Blatthornkäfern (Scarabaeidae) gehören, sind inzwischen sehr selten geworden und nur mehr an wenigen Stellen in Österreich zu finden. Der Fund stellt somit eine kleine Sensation dar. Solche Dungkäfer sind für das Ökosystem der Weidelandschaft durchaus wichtig, da sie die Zersetzung der Kuhfladen fördern, mit ihren Gängen den Boden durchlüften und helfen, den Nährstoffkreislauf insgesamt zu regulieren.

Das Weideprojekt in Rabensburg zeigt somit sehr schön, wie Landwirtschaft und Naturschutz eng und erfolgreich zusammenarbeiten können. Durch das Projekt werden Teilflächen der Bauernwiesen nun erhalten und gepflegt und die Flächen einer nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln zugeführt. Eine Win-Win-Situation für die Landwirtschaft, unsere Gesellschaft und den Naturschutz!

BeeP! Stärkung der Biodiversität im Obst- und Weinbau

Biodiversität, Technik und Wirtschaftlichkeit im Obst- und Weinbau praktisch verbinden

Im Rahmen von BeeP! werden zehn Kurseinheiten zu verschiedenen Themen zur Stärkung der Biodiversität im Obst- und Weinbau angeboten. Der Fokus liegt auf der praxisorientierten Umsetzung und den technischen Aspekten.
An den meisten Kurstagen werden praktische Einheiten, Begehungen von Obst- bzw. Weingärten oder Gerätevorführungen zu technischen Innovationen und Optimierungen an bestehenden Geräten stattfinden.

>> PROJEKTSEITE

Der siebente Kurstag hat den Schwerpunkt Begrüngen und Einsaat im Obst- und Weinbau. Am 16. Mai für trockene Gebiete an der Landwirtschaftlichen Fachschule Krems. Und am 23. Mai für niederschlagesreiche Standorte in Leibnitz in der Steiermark. TN-Beitrag: 60 Euro.

16.05.2024 Begrünungen und Einsaat im Trockengebiet PROGRAMM

23.05.2024 Begrünungen und Einsaat für niederschlagsreiche Standorte PROGRAMM

Anmeldung hier

Der sechste Kurstag zum Thema Ökologisierung fand am 17. April 2024 für den Weinbaubereich in Rust statt.
Programm Ökologisierung im Weinbau April 2024

Der Termin Ökologisierung im Obstbereich musste leider aufgrund der wetterbedingten, extrem schwierigen Situation für die Obstbetriebe abgesagt werden.

Beim fünften Kurstag ging es um die Bodenprobennahme. Er fand ebenfalls zweimal statt: Der erste Termin fand am 22. November 2023 am Betrieb Zotter in der Steiermark statt; der zweite Termin am 15. Jänner 2024 am Betrieb Gober in Horitschon im Burgenland.

Programm Bodenproben Steiermark
Programm Bodenproben Burgenland

Der vierte Tag fand zweimal (13. und 18. Juli 2023) statt, einmal auf einem Weinbau- und einmal auf einem Obstbaubetrieb. Das Thema lautete: Biodiversitätssteigerung im Wein- bzw. im Obstbau.

Programm Weinbau
Programm Obstbau

Der dritte Kurstag zum Thema Unterstockbearbeitung war der 21. Juni 2023. In der Weinbauschule Eisenstadt wurde der Theorieteil abgehalten. Am Nachmittag fand im Rahmen dieses Kurses eine Maschinenvorführung unterschiedlicher Unterstock-Pflegegeräte statt.

Programm Eisenstadt, 21.06.2023

Der zweite Kurstag zum Thema „Zielgerichtete Pflanzenschutzapplikation im Obst- und Weinbau – Berücksichtigung von externen Faktoren“ fand am 10. Mai 2023 an der Fachschule Silberberg statt.

Programm Silberberg 10.05.2023

Im April 2023 gab es den Auftakt zu dieser Kursreihe! Die Kurstage in Eisenstadt und in Silberberg waren gut besucht, das Interesse Pilotbetrieb zu werden, war groß. Die Hauptreferentinnen und -referenten waren Sabrina Dreisiebner-Lanz (Bio-Ernte Steiermark), Patrick Taucher (Fachgruppe Technik), Michael Lamprecht (Fachgruppe Technik) und Silvia Fruhmann (Landwirtin).

Programm Auftakt

 

KURSTHEMEN:

  • Praktische Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität
  • Optimierung der Pflanzenschutzmaßnahmen durch Verlustarmes Sprühen, Berücksichtigung externer Faktoren und Prognosemodellen
  • Nachhaltiges Bodenmanagement durch Bodenansprache im Feld, vertiefte Bodenanalytik, Humusaufbau, Erosionsschutz
  • Innovative Begrünungsstrategien und Sätechnik
  • Unterstockmanagement ohne Herbizide

Pilotbetriebe!

Einige Betriebe sind Pilotbetrieb geworden. Dies ermöglicht eine konkrete Umsetzung und fachliche Begleitung der Maßnahmen.
Anmeldung im Rahmen bzw. nach der Auftaktveranstaltung.

Vorteile für Pilotbetriebe (Besuch aller Einheiten vorausgesetzt):

  • 10 Kurstage zum Vorzugspreis von 30 € (statt 60 €) pro Kurstag
  • Individuelle Planung zum Ziehen von Bodenproben, Bodenansprache im Feld und 2 umfangreiche Bodenanalysen kostenfrei
  • 3 kostenfreie, individuelle Betriebsgespräche, bspw. zur Optimierung der Gerätetechnik sowie zu Bodenproben, Analyseergebnissen oder Begrünungsstrategien
  • Monitoring mit ExpertInnen am Betrieb

PROJEKTSEITE

PARTNER:
Bio Austria / Bioernte Steiermark
Fachgruppe Technik e.V.

Mit Unterstützung von: Securitiy Kapitalanlage AG

Projekt in der Ländlichen Entwicklung
März 2023 bis Dezember 2024

Nachhaltiges Bauen in der Landwirtschaft – Potenziale von Brettsperrholz (CLT)

Online -Tagung 30. Juni 2021:

Programm:

Begrüßung , Einleitung und das CLT Projekt des ÖKL
Eva Maria Munduch Bader, Dieter Kreuzhuber und David Unterrainer, alle ÖKL

CLT ein vielseitiger High Tech Baustoff
Richard Santner, Holzplus GmbH AT

Brettsperrholz richtig eingesetzt Eigenschaften und Montage
Hans Georg Unterrainer, Holzbau Rast & Ruh Gmbh , AT

Schraub Pfahl Fundament: Bauen ohne Bodenversiegelung?
Johann Dirscherl , Deutsche Fundamentbaugesellschaft mbH , D

Erfahrungen mit CLT im landwirtschaftlichen Bauen
Forscher, Bauherren und Firmen

Diskussionen Frage n & Austausch
Mit allen Referenten und TeilnehmerInnen

Die Aufzeichnung der online Tagung können Sie unter dieter.kreuzhuber@oekl.at oder 04-5051891 kostenlose bestellen.


3. Auflage ÖKL-Informationsblatt IB05


„Einsatz von Brettsperrholz (CLT) im landwirtschaftlichen Bauwesen“
16 Seiten, 2023

Aufgrund seines Aufbaus erfüllt CLT die statischen und bauphysikalischen Vorgaben für den Bau von stabilen und dauerhaften Bauwerken. CLT lässt sich außerdem mit anderen Baustoffen (z.B. Betonbauteile) gut verbinden. Somit eignet sich CLT sowohl für Neubauten als auch für Zubauten an bestehende Gebäude.

Mehr HIER


ÖKL-Film: Bauen mit CLT (in der Landwirtschaft)


Im Rahmen des Projekts fanden zwei ÖKL-Seminare und Workshops zum Thema „Bauen mit Massivholz (CLT)“ statt:

Am 18.10.2022 fand das ÖKL-Seminar & Workshop „Bauen mit Massivholz (CLT)“ in Frastanz und am 20.07.2023 in Graz statt.

Am Vormittag stand der Baustoff Brettsperrholz (CLT, Cross Laminated Timber) im Mittelpunkt: CLT-Produktion und Eigenschaften des Baustoffs, Einsatzmöglichkeiten in der Landwirtschaft, Montage und Anwendungsbeispiele, Kombination von CLT mit anderen Baustoffen, Schraub-Pfahl-Fundament – Bauen ohne dauerhafte Bodenversiegelung, Eigenleistungen beim Bauen mit CLT.

Am Nachmittag ging’s zu einer Baustelle. Dort wurden Werkzeuge und Geräte, Dichtungen, Schrauben und Dübel, Anschlüsse und viele andere Details gezeigt.

Trainer war HBM DI (FH) Hans-Georg Unterrainer, der die zahlreichen Fragen der interessierten TeilnehmerInnen beantwortet hat!

WF-Monitoringprojekte

Umsetzungsstrategie, Datenmanagement und Ergebnisaufbereitung

Über tausend heimische LandwirtInnen beobachten in mehr als 10 Monitoringprojekten die biologische Vielfalt auf Wiesen, Böschungen, Äckern und Obstgärten in ganz Österreich. Alle diese Monitoringprojekte werden gemeinsam mit LandwirtInnen durchgeführt, die an der ÖPUL-Naturschutzmaßnahme teilnehmen. Dabei werden naturschutzfachlich wichtige Daten generiert und das Bewusstsein der LandwirtInnen sowie der übrigen Bevölkerung für Schutzgüter und die WF-Naturschutzmaßnahme gesteigert.

Ziel des Projektes ist die Harmonisierung bestehender länderspezifischer WF-Monitoringprojekte, die Erstellung jährlicher Berichte und die Umsetzung von mit BMNT, AMA und den Ländern abgestimmten Lösungen im Datenmanagement.

 

Flexibilisierung von Schnittzeitauflagen gemäß www.mahdzeitpunkt.at

Für das WF-Monitoringprojekt „Schnittzeitpunkt nach Phänologie“ wird mittels Modellierung der jährlichen Vegetationsentwicklung und Bereitstellung diesbezüglicher Informationen eine einfache und naturschutzfachlich treffsichere Anpassung der Schnittzeitauflagen in Jahren mit früher Naturentwicklung ermöglicht und eine Akzeptanzsteigerung bei all jenen Betrieben erreicht, die an der ÖPUL-Naturschutzmaßnahme (WF) mit Auflagencode NI40 „Vorverlegung des Schnittzeitpunktes gemäß www. mahdzeitpunkt.at“ teilnehmen. Dies führt zu mehr betrieblicher Flexibilität, höherem Futterwert des Mähgutes und steigender Zufriedenheit bei den TeilnehmerInnen an der ÖPUL-Naturschutzmaßnahme (WF) in Österreich.

Online Plattform www.monitoringprojekte.at

Mit dem Projekt sollen neben den auf BehördenvertreterInnen des BMNT und der Länder zugeschnittenen Ergebnissen der Umsetzungsstrategie zusätzlich alle Personen auf der Webplattform www.monitoringprojekte.at erfahren können, was unsere landwirtschaftlichen Betriebe mit ihren Natursichtungen und Beobachtungsdaten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen. Dazu werden Fachdaten bestehender und neu gestarteter Monitoringprojekte zusammengeführt und sowohl für die breite Öffentlichkeit als auch für VertreterInnen des BMNT, Länder und Stakeholder aufbereitet.

Bewusstsein für österreichische Monitoringaktivitäten steigern

Durch die Projektmaßnahmen mit der Umsetzungsstrategie und der Bereitstellung von Schlüsselinformationen zu allen österreichischen WF-Monitorings sowie die Flexibilisierung von Schnittzeitpunkten wird es gelingen, das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Naturschutzmaßnahme zu stärken, die Akzeptanz der ÖPUL-Naturschutzmaßnahme (WF) zu steigern und die Betriebe partnerschaftlich auch weiterhin für die Erhaltung der Biodiversität im Grünland zu gewinnen. Dadurch wird ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität im Grünland inklusive zahlreicher Natura 2000 Schutzgüter erreicht.

 

Regulierung der Herbstzeitlose

Praxisversuche zur Regulierung der Herbstzeitlose auf ÖPUL-Naturschutzflächen

Projektträger: Biosphärenpark Wienerwald
Koordination und Umsetzung: DI Kornelia Zipper, ÖKL
Projektpartner: Harald Rötzer, AVL
Förderstelle: Amt der NÖ Landesregierung, Agrarbezirksbehörde
Laufzeit: 2018 – 2022

Inhalt

Die Ausbreitung der giftigen Herbstzeitlose auf Wiesen von viehlosen Betrieben im Wienerwald führt zu großen Problemen beim Heuverkauf.

Daraus ergibt sich die zentrale Projekt-Fragestellung:  Wie kann die Herbstzeitlose verringert werden, ohne den Naturschutzwert der Flächen zu beeinträchtigen?

In enger Zusammenarbeit mit der „Heubörse Wienerwald“ und der AVL werden verschiedene Praxisversuche zur Regulierung der Herbstzeitlose auf 12 betroffenen Betrieben im Biosphärenpark Wienerwald durchgeführt und ausgewertet.