ÖKL-Richtwerte 2022 erhältlich!!!

Die ÖKL-Richtwerte für die Maschinenselbstkosten sind eine unverbindliche Berechnungsgrundlage für den land- und forstwirtschaftlichen Einsatz in der Nachbarschaftshilfe.

Aktuelle Ausgabe: 2022
Preisbasis 3. und 4. Quartal 2021
Mit Werten zum Treibstoffverbrauch
Mit unverbindlichen Pauschalrichtwerten für flächenbezogene Arbeitsgänge
Als Heft oder als Excel-Tabelle
Werte ohne Mehrwertsteuer

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Preise

Heft (per Post): 15,00 Euro (zzgl. Versandkosten)
Excel-Tabelle (per mail, inkl. Vorbemerkungen etc.): 15,00 Euro

Treibstoffsparen in der Landwirtschaft

In der österreichischen Landwirtschaft werden jährlich rund 250 Millionen Liter Diesel verbraucht. Der Großteil des Dieselbedarfes entsteht durch den Betrieb von Traktoren und Erntemaschinen. Bei den Selbstkosten (Zinsen, Abschreibung, Reparatur, Unter­bringung, Versicherung und Betriebsmittel) liegt das größte und meist einzig beeinflussbare Einsparungs­potenzial im Treibstoffverbrauch.

Um betriebswirtschaftliche Einsparungen zu erzielen und zugleich die Umwelt zu schonen, gibt es hier einige praktische Hinweise, wie eine Reduktion des Dieselverbrauches umzusetzen ist. Einige Tipps können einfach und schnell realisiert werden, andere sollten bei der Neuanschaffung einer Maschine miteingeplant werden.
Motor und Getriebe

Bei einer Bodenbearbeitung gelangen nur rund 20% des getankten Diesels in die Zugkraft. Der übrige Teil (ca. 80%) geht als Wärme-, Reibungs- und Schlupfverlust an die Umwelt verloren. Als Bediener/in einer Zugmaschine kann kein Einfluss auf den prinzipiellen Wirkungsgrad des Motors oder des Getriebes genommen werden. Mit der Wahl einer Sparzapfwelle und einer angepassten Motordrehzahl (70% der Nenndrehzahl) ist in der Regel der Treibstoffbedarf am geringsten. Somit nimmt die Fahrerin oder der Fahrer mit einer schonenden und entsprechenden Fahrweise großen Einfluss auf den Treibstoffverbrauch.

Reifen und Luftdruck
Ein angepasster Reifendruck verringert Schlupf, Bodendruck und Einsinktiefe. Ein Zentimeter mehr Einsinktiefe erhöht den Treibstoffverbrauch um 10%. Eine Reifendruckregelanlage kann den Luftdruck für Straßen- und Feldfahrten ohne große Mühen anpassen. Verschlissene Reifen erhöhen den Schlupf und führen somit zu erhöhtem Dieselverbrauch.

Gewicht
Eine Tonne zusätzliches Gewicht erhöht den Dieselverbrauch um ca. einen Liter pro Stunde. Wenn möglich, sollte auf ein geringes Gewicht der bewegten Maschinen geachtet werden. Sind Front-, Heck- oder Felgengewichte angebracht, sollten diese bei Fahrten an denen kein Zusatzpalast erforderlich ist, abgenommen werden.

Wartung und richtige Geräteeinstellung
Immer auf regelmäßige Wartung und optimale Einstellungen der Zug- und Erntemaschinen und Anbaugeräte achten. Ein undurchlässiger Luftfilter, ein verstopfter Kühler, stumpfe Messer oder nicht geschmierte bewegte Maschinenteile führen zu einem erhöhten Dieselverbrauch.

Arbeitsbreite und Arbeitstiefe
Bei einer Verdoppelung der Breite statt einer Verdoppelung der Arbeitsgeschwindigkeit kann ca. 30% Diesel ein­ge­spart werden. Bodenbearbeitung nur so tief wie nötig. Jeder zusätzliche Zentimeter Bodentiefe führt zu einer Erhöhung des Dieselverbrauchs um ca. 1 Liter pro Hektar.
Zusätzlich verringert sich der Verschleiß mit der Senkung der Arbeitsgeschwindigkeit und der Bearbeitungstiefe bei bodenbearbeitenden Geräten.

Arbeitsschritte verringern und kombinierte Geräte
Bereits beim Managementplan des Betriebes kann mit dem Dieselverbrauch geplant werden. Um Arbeitsschritte einzusparen ist es zu empfehlen, auf kombinierte Maschinen zurückzugreifen oder Arbeitsschritte in einem Arbeitsgang zu kombinieren.

Modernisierung
Wenn möglich sind elektrische Antriebe Verbrennungsmotoren vorzuziehen.
Durch moderne Techniken, wie GPS gesteuerte Spurführungssysteme oder andere digitale Techniken, kann die Arbeits­geschwindigkeit, Arbeitsgenauigkeit und der Einsatz von Betriebsmitteln verbessert werden.

Weitere Informationen zur Einsparung von Diesel finden Sie in der Broschüre
„Treibstoffsparen in der Landwirtschaft“ auf www.lko.at
> Bauen, Energie und Technik > Energieeffizienz > Treibstoff sparen in der Landwirtschaft.
Einen durchschnittlichen Treibstoffverbrauch für Ihre Arbeitsmaschine können Sie
z.B. mit dem KTBL-Feldarbeitsrechner unter https://daten.ktbl.de/feldarbeit/home.html ermitteln.

Plfanzenöl als Ersatz für Dieselkraftstoff

Entwicklungen der letzten Jahre haben es möglich gemacht, dass Pflanzenöl als Ersatz für Dieseltreibstoff verwendet werden kann. In diesem Zusammenhang ist jedoch unbedingt darauf zu achten, dass die Traktoren durch eine entsprechende Fachwerkstätte für den Pflanzenölbetrieb umgerüstet werden. Inzwischen kann bei manchen Traktorherstellern die Option „Pflanzenölbetrieb“ beim Ankauf eines Neutraktors erworben werden und damit verbunden auch die Absicherung einer Garantieleistung durch den Traktorhersteller erhalten bleiben. Beim Einkauf von Pflanzenöl ist zu beachten, dass die Mindestanforderungen gemäß Kraftstoffverordnung eingehalten werden. Bezüglich Gewährleistungen und eines einwandfreien Betriebes mit Pflanzenöl sind jedoch die strengeren Grenzwerte der DIN 51605 „Rapsölkraftstoff“ bzw. die DIN 51623 „Pflanzenölkraftstoff“ zu beachten.

Um die Wettbewerbsstellung von Pflanzenölkraftstoff mit Dieselkraftsoff beurteilen zu können, sind vor allem die vier folgenden Faktoren ausschlaggebend:
a) Kosten der Adaptierung bzw. Umrüstung des Motors
b) Kosten für die separate Lagerung des Treibstoffes
Auf das ÖKL-Merkblatt Nr. 60 „Hoftankanlagen für Diesel und Biotreibstoffe“ sei hingewiesen.
c) Jährlicher Kraftstoffverbrauch des Traktors
d) Preisdifferenz zwischen Pflanzen- und Dieselöl

Daraus können Fahrzeughalter ableiten, ab welchem Einsatzumfang bzw. Nutzungsdauer die Mehrkosten der Pflanzenölumrüstung wirtschaftlich gedeckt sind.

Klare CO2– und Umweltvorteile von Pflanzenölkraftstoff

Das Klimaschutzabkommen von Paris zur Reduktion des jährlichen Temperaturanstieges auf unter 2°C verlangt auch von der heimischen Landwirtschaft einen Beitrag. Pflanzenölkraftstoff reduziert die Treibhausgasemissionen wesentlich. Laut EU-Richtlinie 2018/2001 beträgt der Standardwert zur Minderung von Treibhausgasen bei Rapsöl 57 % im Vergleich zu fossilem Treibstoff. Der Referenzwert für fossilen Treibstoff beträgt 94 g CO2eq/MJ.

Heimisches Pflanzenöl erfüllt zusätzlich die strengen Nachhaltigkeitsvorschriften, die gesetzlich von Biokraftstoffen gefordert werden.
Durch das Ökosoziale Steuerreformgesetz 2022 wird in Österreich eine CO2-Besteuerung für fossile Treib- und Brennstoffe eingeführt. Beginnend ab 1. Juli 2022 beträgt der Preis für das Emissionszertifikat € 30,- je Tonne CO2.
Dieser Betrag steigt jährlich, bis 2025 ein Preis von € 55,- je Tonne erreicht wird. Ab 2026 soll der Markt dann die Höhe des Zertifikatspreises ergeben. Für Diesel (B7) bedeutet dies ab Juli 2022 eine Preissteigerung von netto € 7,5 Cent je Liter. Diesel ohne Beimischung biogener Stoffe (B0) steigt um netto € 8,01 Cent je Liter. Bis 2025 steigt der Preis für Diesel (B7) aufgrund der Emissionszertifikate netto um € 13,75 Cent je Liter. B0-Diesel verteuert sich um netto € 14,69 Cent je Liter. Benzin (E5) startet 2022 mit einer Preissteigerung von netto € 6,81 Cent je Liter und steigt bis 2025 auf netto € 12,49 Cent je Liter. Heizöl ohne biogene Beimischung steigt von netto € 9,72 auf € 17,82 je Liter an.

Biotreibstoffe sind von dieser CO2-Bepreisung generell befreit. Zu beachten ist auch, dass Pflanzenöl beim Betrieb von Motoren in umweltsensiblen Gebieten Vorteile bietet, da Pflanzenöl biologisch abbaubar ist. In Deutschland ist Pflanzenöl als „nicht wassergefährdend“ eingestuft.

Weiter sei auf die Möglichkeit hingewiesen, durch (Selbst-)Versorgung mit Pflanzenölkraftstoff auch in Krisenfällen die Bewirtschaftung aufrecht erhalten zu können. Der bei der Ölpressung anfallende Presskuchen stellt außerdem einen wertvollen Beitrag zur heimischen Eiweißversorgung dar.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.pflanzenoel-austria.at bzw. www.pflanzenoel.agrarplus.at

ÖKL-Richtwerte 2021

Die ÖKL-Richtwerte für die Maschinenselbstkosten für 2021 sind da!

Sie sind eine unverbindliche Berechnungsgrundlage für den land- und forstwirtschaftlichen Einsatz in der Nachbarschaftshilfe. Erhältlich als Heft und als Exceltabelle zum Preis von 15 Euro: 01/505 18 91, office@oekl.at oder im Webshop.
Kostenlos einsehbar auf dieser Homepage.

Preisbasis 3. und 4. Quartal 2020
Werte ohne Mehrwertsteuer

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Vorwort BM Elisabeth Köstinger zu den ÖKL-Richtwerten 2022

Gemeinsam für die Bäuerinnen und Bauern in unserem Land
Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle, um unsere Regionen zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im ländlichen Raum – davon bin ich überzeugt. Denn nicht umsonst sind die Bäuerinnen und Bauern das Rückgrat unseres Landes und mit ihrer Arbeit systemrelevant. Sie versorgen uns nicht nur das ganze Jahr hindurch mit hochwertigen Lebensmitteln, sondern pflegen auch die Kulturlandschaften und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Gleichzeitig stehen die bäuerlichen Familienbetriebe aber auch vor großen Herausforderungen. Die COVID-19-Pandemie, die Folgen des Klimawandels und der immense Druck durch große Handelskonzerne sind nur einige Beispiele. Deshalb ist es für die Landwirtinnen und Landwirte in stürmischen Zeiten wie diesen besonders wichtig, dass sie sich auf einen starken Rückhalt und rasche Unterstützung verlassen können. Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern, wurden bewährte Unterstützungsmaßnahmen wie Härtefallfonds, Ausfallsbonus und Verlustersatz neuerlich verlängert.

Ab dem heurigen Jahr ist es nun auch möglich, gegen unfaire Geschäftspraktiken und die Übermacht von Handelskonzernen vorzugehen. Mit der Änderung des Wettbewerbs- und Nahversorgungs­gesetzes sind etwa Auftragsstornierungen in letzter Minute oder die Verweigerung schriftlicher Verträge verboten. Zusätzlich wird im Landwirtschaftsministerium eine Ombudsstelle eingerichtet,die Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite steht, um ihr Recht durchzusetzen.

Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, sind verlässliche Rahmenbedingungen unerlässlich. Ein wichtiger Meilenstein ist dabei die Einigung zur Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2023. Sie bietet den Betrieben Planungssicherheit für die nächsten Jahre und steht gleichzeitig im Zeichen von verstärktem Umwelt- und Klimaschutz. Insgesamt stehen mehr EU-Mittel als bisher für die Landwirtschaft (+ 35 Mio. Euro in der gesamten Periode) zur Verfügung. Grundlage der Österreichischen Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik für die Förderperiode 2023-2027 ist der sogenannte GAP-Strategieplan. Erstmals werden die zwei Säulen der Agrarpolitik, die Direktzahlungen inklusive der Sektor­programme, und die Ländliche Entwicklung in einem strategischen Dokument zusammengeführt. Mit dem GAP-Strategieplan wird der bisherige österreichische Weg mit einem starken Agrarumweltprogramm, einer zielgerichteten Unterstützung bäuerlicher Familienbetriebe und einer Absicherung der Berglandwirtschaft fortgeführt.

Die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern ist nicht selbstverständlich und verdient unseren Respekt und unsere Wertschätzung. Deshalb werde ich mich auch in Zukunft mit all meiner Kraft für ihre Anliegen und Bedürfnisse einsetzen. Gemeinsam werden wir die Herausforderungen meistern und ein starkes Zeichen für unsere Landwirtschaft setzen.

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes, erfolgreiches Jahr und vor allem Gesundheit!
Elisabeth Köstinger
Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

ÖKL-Richtwerte 2020

ÖKL-Richtwerte für die Maschinenselbstkosten 2020

Unverbindliche Berechnungsgrundlage für den land- und forstwirtschaftlichen Einsatz in der Nachbarschaftshilfe – Preisbasis 3. und 4. Quartal 2019 – Werte ohne Mehrwertsteuer
Weitere Infos finden Sie hier

 

ÖKL-Richtwerte 2019

Die ÖKL-Richtwerte sind die Grundlage für die Abrechnung der Maschinenselbstkosten in der Nachbarschaftshilfe und erscheinen jedes Jahr neu mit aktualisierte Werten!

Nun ist es wieder soweit und die ÖKL-Richtwerte für 2019 liegen vor. Wie immer sind sie online kostenlos einsehbar und außerdem als Heft oder als Exceltabelle erhältlich!

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Pauschalrichtwerte 2022

Ergänzend zur bestehenden Abrechnung nach Stunden (auf reiner Selbstkostenbasis) im Rahmen der bäuerlichen Nachbarschaftshilfe wird  die Abrechnung in Leistungseinheiten (ha, Tonne, m³, Ballen) ohne konkrete Angabe der verwendeten Geräte für den jeweiligen Arbeitsschritt ermöglicht. Die flächenbezogenen Pauschalpreise sind Gesamtpreise für ein Gespann (Zugfahrzeug + Maschine).

 

Unverbindliche Pauschalrichtwerte für flächen- und mengenbezogene Arbeitsgänge, netto (Gespann)

Bodenbearbeitung mit
Pflug 136,76  €/ha
Grubber 46,87  €/ha
Feingrubber (Federzinkenegge) 38,06  €/ha
Scheibenegge oder -pflug 42,48  €/ha
Spatenrollegge 44,44  €/ha
Saatbeetkombination 32,00  €/ha
Kreiselegge 68,33  €/ha
Walze 25,54  €/ha
Untergrund-, Tiefenlockerer 84,95  €/ha
Düngerausbringung mit
Mineraldüngerstreuer 25,81  €/ha
Stallmiststreuer 8,81  €/t
Güllefass 5,99  €/m³
Zuschlag bodennahe Gülleausbringung:
Schleppschlauch 2,30  €/m³
Schleppschuh 2,72  €/m³
Anbau mit
Sämaschine 43,75  €/ha
Sätechnik für Minimalbodenbearbeitung 83,47  €/ha
Einzelkornsämaschine 49,84  €/ha
Kartoffellegemaschine 110,79  €/ha
Pflege mit
Hackgerät 50,90  €/ha
Hackstriegel 31,13  €/ha
Kartoffeldammfräse 140,98  €/ha
Pflanzenschutz
mit Feldspritze 34,04  €/ha
Grünfutterernte 
Mähen mit Mähwerk (ohne Aufbereiter) 44,33  €/ha
Zetter oder Schwader 24,92  €/ha
Ladewagen bis 20 Messer 2,19  €/m³
Ladewagen 30 Messer 2,63  €/m³
Maishäcksler Anbau 203,63  €/ha
Selbstfahrhäcksler 274,30  €/ha
Mähdrusch von
Getreide, Soja 151,12  €/ha
Raps 159,73  €/ha
Sonnenblumen 157,90  €/ha
Mais 173,24  €/ha
Ernte 
mit Kartoffelernter (gezogen) 836,29  €/ha
mit Rübenernter (gezogen) 633,46  €/ha
Pressen mit
Hochdruckpresse (Kleinballen) 0,61  €/Ballen
Rundballenpresse 14,49  €/Ballen
Wickeln mit Rundballenwickelmaschine 6,08  €/Ballen
Zuschlag Wickelfolie
4-fach Wicklung 3,70  €/Ballen
6-fach Wicklung 5,05  €/Ballen
8-fach Wicklung 7,35  €/Ballen

 

Unverbindliche motorleistungsbezogene Pauschalrichtwerte, netto (ohne Maschine bzw. Gerät)

€/kWh €/PSh
Hinterradtraktor
leichte Belastung 0,35 0,26
mittlere Belastung 0,39 0,29
schwere Belasung 0,43 0,32
Allradtraktor 
leichte Belastung 0,44 0,32
mittlere Belastung 0,49 0,36
schwere Belasung 0,54 0,40
Selbstfahrmäher 0,98 0,72
Motormäher 4,88 3,59

 

Unverbindliche arbeitsbreitenbezogene Pauschalrichtwerte, netto (ohne Zugfahrzeug).

Wiesenegge Anbau 3,35  €/mAB h
Doppelmessermähwerk (Frontanbau) 7,61  €/mAB h
Rotormähwerk Heckanbau 9,50  €/mAB h
Rotormähwerk Frontanbau 11,61  €/mAB h
Mähaufbereiter 7,27  €/mAB h
Mähkombination 10,98  €/mAB h
Mäher gezogen mit Aufbereiter 22,81  €/mAB h
Kreiselzettwender 3,86  €/mAB h
Kreiselschwader 5,12  €/mAB h

 

Unverbindliche kapazitätsbezogene Pauschalrichtwerte, netto * (ohne Zugfahrzeug)

Einachskipper 1,56  €/t h
Zweiachsanhänger 1,71  €/t h
Zweiachskipper 1,82  €/t h
Drei- und Vierachskipper 1,81  €/t h
Abschiebewägen 1,37  €/m³ h
Häcksel / Kratzbodenwagen 1,13  €/m³ h
Biomüllammelwagen 4,47  €/t h
Miststreuer mit stehenden Walzen 7,34  €/t h
Kompoststreuer 8,72  €/t h
Güllefässer 3,93  €/m³ h
Ladewägen 1,43  €/m³ h
Silokamm mit Verteiler 9,32  €/m³ h
Traubenlesewägen 3,07  €/m³ h

* Die unverbindlichen kapazitätsbezogenen Pauschalrichtwerte beziehen sich auf die höchstzulässige Nutzlast bzw. das maximale Volumen der eingesetzten Maschinen und Geräte – nicht aber auf die tatsächlich beförderten Lasten bzw. Volumina. Es gelten auch bei den unverbindlichen Pauschalrichtwerten alle Punkte der Vorbemerkungen. Die Berechnungsgrundlagen für die Pauschalrichtwerte finden Sie hier.

 

 

Die ermittelten durchschnittlichen Kosten entsprechen dabei den durchschnittlichen Selbstkosten nach ÖKL-Richtwerten.

 

 

 

Berechnungsgrundlagen 2019

(1) Die ÖKL-Richtwerte in Euro pro Stunde (€/h) tatsächlicher Zeit (bei mechanischen, motordrehzahlabhängigen Traktormetern nicht in jedem Fall gegeben!) sind reine Selbstkosten, d.h. dass kein Gewinn, keine Umsatzsteuer (Ust.), kein Entgelt für Arbeitszeit oder andere Spesen zugerechnet wurden.
Bei außergewöhnlichen Verhältnissen oder Sonderausstattungen sind Zuschläge gerechtfertigt. Z.B. sind insbesondere bei Bodenbearbeitungsgeräten Zuschläge bzw. Abzüge etwa für schwere, steinige oder leichte Böden nach lokalen Verhältnissen vorzunehmen.

(2) Die Selbstkosten wurden unter Berücksichtigung mittlerer Neuwerte vergleichbarer Fabrikate errechnet. Die Neuwerte wurden aktuellen Preislisten entnommen. Wenn solche nicht verfügbar waren, wurden die Preise telefonisch oder über Mailanfrage eingeholt. Konnten Preise nicht erhoben werden, wurden die Neuwerte hochgerechnet bzw. bestimmte, nicht mehr produzierte Maschinen gestrichen. Teilweise wurde für Maschinen, die nicht mehr hergestellt, aber noch verwendet werden, der Neuwert mit einem Faktor analog zu den übrigen Maschinen hochgerechnet. Die Werte wurden mit den Vorjahreswerten abgestimmt und netto, d.h. ohne Umsatzsteuer (vgl. Punkt 3) eingesetzt. Kosten für die Lieferung an den Käufer, eine eventuelle Beleuchtung und Bremsen als Sonderausstattung (bei Arbeitsmaschinen) wurden nicht eingerechnet. Die Basis für die Neuwerte bildet das 3. und 4. Quartal 2018.

Die Selbstkosten setzen sich aus folgenden Faktoren zusammen:
a) Fixkosten (= Festkosten, Grundkosten) bestehend aus
     –  Abschreibung (= Amortisation, A),
     –  Zinsanspruch (Z) und
     –  Kosten für Unterbringung und Versicherung (U).
Für die Abschreibung (A) wird ein Prozentsatz aus der angenommenen wirtschaftlichen Nutzungsdauer (N) errechnet:
      A in % = 100 / N in Jahren
Für den Zinsanspruch (Z) werden 3 % vom halben Neuwert (= 1,5 % vom Neuwert), für Unterbringung und Versicherung (U) 2 % vom Neuwert berechnet. Daher kommen zur Abschreibung (A in %) einheitlich 3,5 % dazu:
      Fixkosten in % = A % + Z % + U % = A % + 3,5 %
Aus dem mittleren Neuwert und den Fixkosten in % werden die Fixkosten in Euro pro Jahr errechnet. Anmerkung: Umgekehrt lässt sich die in den Richtwerten angenommene Nutzungsdauer dadurch (rück-)berechnen, dass vom Prozentwert die oben erläuterten 3,5 Prozent (Verzinsung, Unterbringung, Versicherung) abgezogen werden und der Wert 100 durch die errechnete Zahl geteilt wird (sog. Kehrwert). Z.B.: Traktor: 9,5 %; 9,5 – 3,5 = 6; 100 : 6 = 16,67 Jahre

b) Der Fixkostenanteil ist pro Betriebsstunde angegeben. Dieser errechnet sich aus den Jahresfixkosten, geteilt durch die mittlere Ausnützung der Maschine (Stunden/Jahr). Die mittlere Aus­nützung der Maschinen in Stunden pro Jahr entspricht der praktisch erreichbaren Kampagneleistung.

c) Reparaturkostenfaktor in % vom Neuwert für 100 Betriebsstunden. Dieser ergibt die Reperaturkosten in Euro pro Betriebsstunde.
Reparaturkosten Euro/h = (Neuwert x Reparaturkostenfaktor %) : (100 x 100)
Bei einem Soloverleih kann von einem um 10 bis 20% erhöhtem Reparaturrisiko ausgegangen werden.

d) Für Maschinen mit Verbrennungsmotoren sind die Kosten für Treibstoffe und Schmiermittel angegeben. Die Werte für die Treibstoffverbrauchsmengen stammen aus Maschinenprüfberichten bzw. Datensammlungen.
Dabei sind bei Traktoren und Traubenvollerntern Auslastungen von 40 % und bei Mähdreschern von 50 % der Nennleistung angenommen worden. Ferner sind für Schmiermittel 10 %ige Zuschläge zu den reinen Treibstoffkosten berücksichtigt. Die Treibstoffpreise sind nach dem Durchschnitt von Jänner bis November 2017 ohne Umsatzsteuer eingesetzt. Der mittlere Tankstellenpreis beträgt:

für 1 Liter Dieselöl: € 1,22 mit Ust. bzw. € 1,02 je Liter ohne Ust. (gerundet)
für 1 Liter Normalbenzin: € 1,26 mit Ust. bzw. € 1,05 je Liter ohne Ust. (gerundet)

Anmerkung: Beim Bezug größerer Mengen an Treibstoff sind die Literpreise zwar niedriger; der Vorteil wird zum Teil durch die Finanzierungskosten (Kapitalbindung) und zu einem weiteren Teil durch die Abschreibung für den erforderlichen und den Bestimmungen entsprechenden Treibstofftank aufgezehrt (siehe ÖKL-MB 60).
Bei Allradtraktoren bis 100 kW sowie Motorkarren („Mulis“), Bergtraktoren und Mähtraktoren kann sich bei einem überwiegenden Einsatz am Hang der Treibstoffverbrauch erhöhen. In diesem Fall soll auf die Tabelle „Kraftstoffverbrauch in der Land- und Forstwirtschaft“ zurückgegriffen werden: Daraus wird der auf die Motorleistung bezogene Verbrauchswert in der Spalte „Hoch (70%)“ entnommen und mit dem in den Berechnungsgrundlagen unter Punkt 2d) angeführten mittleren „Tankstellenpreis ohne Ust. für 1 Liter Dieselöl “ multipliziert sowie ein 10% Aufschlag für Schmiermittel zu den errechneten Treibstoffkosten berücksichtigt. Der errechnete Wert wird anstelle des ursprünglichen angeführten Wertes für die Treibstoffkosten zur Berechnung der Gesamtkosten verwendet.
Beispiel:
Einem Allradtraktor mit 75 kW/102 PS werden in der Gruppe 01 bei mittlerer Auslastung des Motors Treibstoffkosten von 11,21 €/h zugeordnet. Aufgrund des überwiegenden Einsatzes am Hang ist wegen der höheren Motorauslastung ein höherer Treibstoffverbrauch die Folge. Der Treibstoffverbrauch bei hoher Motorauslastung kann für diesen Traktor aus der Tabelle „Kraftstoffverbrauch in der Land- und Forstwirtschaft“ entnommen werden. Der dort angeführte Verbrauch von 17,3 Litern/Stunde wird mit dem (Liter-)Preis von 1,02 € multipliziert, zusätzlich wird ein Aufschlag für Schmiermittel in der Höhe von 10% der errechneten Treibstoffkosten berücksichtigt:
17,3 x 1,02 x 1,1 =19,41. Der Wert wird anstelle des bisherigen eingesetzt, was nun Gesamtkosten von (Summe aus 15,81 € und 5,99 € und den neu berechneten 19,41 € für Treibstoff) 41,21 €/h anstelle der ursprünglichen 33,01 €/h ergibt.

e) Aus der Summe von Fixkosten, Reparaturkosten und Treibstoffkosten ergeben sich die gerundeten Gesamtkosten in Euro pro Stunde bzw. die ÖKL-Richtwerte für Maschinenselbstkosten.

(3) Die Gesamtkosten sind reine Nettowerte ohne Umsatzsteuer.
Es sind daher bei Einsätzen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe (Maschinenringe) die gesetzlich vorgeschriebenen Sätze für die Umsatzsteuer zuzuschlagen: Bei Lieferungen und Leistungen durch umsatzsteuerpauschalierte Landwirte an andere Unternehmen beträgt der Steuersatz 13 % (seit 2016). Wenn der Leistungserbringer
zur Regelbesteuerung optiert hat, sind 20 % USt. hinzuzurechnen.
Anmerkung: Bei Umsätzen zwischen pauschalierten Betrieben handelt es sich um Leistungen an Unternehmen.

(4) Bei den Kostenrechnungen blieben unberücksichtigt:
a) Wegzeiten
b) Arbeitserschwernisse (Lagergetreide, Hanglage, steinige Böden u.ä.)
c) Lohnkosten für Bedienungspersonal
d) Kosten für Bindegarn (Ausnahmen sind in der Tabelle angegeben)
e) Stromkosten bei elektrisch betriebenen Maschinen (Kosten für E-Motoren sind separat ausgewiesen, jedoch ebenfalls ohne Stromkosten.)
f) Bei allen gezogenen Maschinen und Geräten verstehen sich die Stundensätze ohne Traktorkosten (Ausnahmen sind in der Tabelle angegeben).
g) Sonderausstattungen
h) Preisnachlässe bzw. -zuschläge

(5) Die Kosten sind für reine Betriebszeiten berechnet. Die Kostenbemessung für Standzeiten und Wegzeiten (vgl. Punkt 9) muss separat erfolgen, am besten nach den örtlich gebräuchlichen Vereinbarungen – z.B. laut Geschäftsordnung des Maschinenringes, wobei Standzeiten nie mit dem vollen Tarif gerechnet werden.

(6) Kleinwerkzeuge, Pferdegespanne
Für nicht in den Richtwerten angeführte Kleinwerkzeuge (z.B. Schaufel, Rechen, Leiter; Schubkarren, Kabeltrommel etc.) kann eine Pauschale von bis zu 1,50 € (excl. Ust.) verrechnet werden.
Für z.B. in der Forstwirtschaft eingesetzte Pferdegespanne können pro Stunde eingesetzt werden:
€ 12,46 (einspännig) bzw. € 21,18 (zweispännig = einspännig x Faktor 1,7)
zuzüglich Ust. von derzeit 13 % (vgl. Pkt. 3.)

(7) Hallen- und Garagenmieten por Jahr in Abhängigkeit vom Bauvolumen
Berechnung des Gebäudevolumens: Grundfläche x Höhe (Maximalhöhe = 4,0 m)
einfache Bauweise:
       unter 1.200 m³     5,30 Euro/m³
1.200 bis 2.400 m³     3,50 Euro/m³
       über 2.400  m³     3,00 Euro/m³
massive Bauweise:
         unter 800 m³      8,40 Euro/m³
          über 800 m³      5,40 Euro/m³
Die Berechnung erfolgt gestaffelt: Beispiel für einfache Bauweise, Volumen = 2.600 m³:
1.200 x 5,3 + 1.200 x 3,5 + 200 x 3,0 = 11.160 Euro/a
(Die Fixkosten wurden mit 5% vom Neuwert und der Reparaturkostenfaktor mit 0,5% angenommen. Grundlage: Pauschalbaukostensätze)

(8) Arbeitszeitbedarfszahlen
In der Regel beziehen sich die Angaben auf die Leistung im Sinne des Zeitaufwandes in Stunden pro Hektar. In speziellen Fällen werden spezifische Leistungsangaben wiedergegeben. Entsprechend der Zeitgliederung des KTBL für landwirtschaftliche Arbeiten ist lediglich die Hauptzeit berücksichtigt. Störzeiten und Nebenzeiten (dazu gehört auch die Wegezeit, vgl. Pkt. 4) sind nicht berücksichtigt. Die Arbeitszeitbedarfszahlen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, können aber für durchschnittliche Verhältnisse wertvolle Anhaltspunkte darstellen. Die BLT in Wieselburg hat unter Berücksichtigung der Angaben des KTBL (D) und Agroscope/FAT (CH) die Grundlagen geliefert.

(9) Wegzeiten
Für die Wegzeit ist bei Traktoren und Motorkarren (Transportern) ein Abschlag von 10 % und bei selbstfahrenden Arbeitsmaschinen wie Mähdreschern, Rübenvollerntern, Selbstfahrhäckslern, Selbstfahrfuttermischwagen, Traubenvollerntern etc. von 15 % jeweils von den Gesamtkosten vorzunehmen.
Die relativ geringe Höhe der Abschläge begründet sich wie folgt:
Die fixen Kosten als kostenmäßig wichtigster Faktor sind auch bei Überstellungsfahrten zu berücksichtigen.
Ein Dieselmotor, der mit hoher Drehzahl und geringer Belastung läuft, hat aufgrund seiner Charakteristik einen relativ hohen Treibstoffverbrauch.
Die Bereifung als ein wesentlicher (Reparatur-)kostenfaktor unterliegt auf Straßen einem hohen Verschleiß.
Die abzuziehenden Sätze unterscheiden sich, weil eine selbstfahrende Arbeitsmaschine (vgl. Mähdrescher, Rüben­ernter) bei Überstellungsfahrten weniger bewegte Teile im Vergleich zum Feldbetrieb aufweist und der Verschleiß deshalb geringer ist.

(10) Nicht angeführte (Zwischen-)Werte für Leistungsgrößen wie z.B. Arbeitsbreiten, Tonnagen, Volumen von Maschinen und Geräten, können so errechnet werden: Der höhere Wert wird durch die dazu angegebenen Leistung (z.B. Meter, Tonnagen) dividiert. Dieser Wert wird mit der zu berechnenden Leistungseinheit multipliziert.
Beispiel: In den Richtwerten finden sich Angaben für Cambridgewalzen mit 4 m (11,25 €) und 6 m (15,15 €) Arbeitsbreite.
Eine Walze mit 4,7 m AB kostet demnach 15,15 € : 6 = 2,53 €; 2,53 € x 4,70 =11,89 €.

(11) Kosten für Transportgespann
Pro Tonne Transportgut und km einfacher Transportentfernung können 0,56 € im Rahmen der Maschinenvermietung verrechnet werden. Inkludiert sind die Beladezeit, Wartezeit, Entladezeit und die Fahrzeiten einschließlich der Leerfahrt.
Beispiel:
Nutzlast: 18 t, Feld-Abladeplatz-Entfernung (einfache Transportentfernung): 8 km
Kostenkalkulation: 18 t x 8 km x 0,56 €/t, km = 80,64 €

(12) Materialien für den Maschineneinsatz
Im Zuge eines Maschineneinsatzes werden mitunter zusätzliche Materialien verwendet, die in der Kalkulation der Maschinenselbstkosten nicht enthalten sind. Es entspricht den Berechnungsgrundsätzen zur Ermittlung der ÖKL-Richtwerte, wenn in diesem Fall diese Materialien wie z.B. Bindenetz, Folie, Pflanzenschutzmittel, dem Leistungsempfänger zum Bezugspreis (Selbstkosten) weiterverrechnet werden.
Bei der Verwendung von Materialien sollen die Betriebsaufzeichnungen genau erfolgen, um bei einer eventuellen Überprüfung den Nachweis von Selbstkosten erbringen zu können.

(13) Kosten für Arbeit werden in den ÖKL-Richtwerten nicht berücksichtigt!

 

Die Unterlagen wurden mit Sorgfalt erstellt und geprüft. Trotzdem können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Verlag, Herausgeber und Autoren können für fehlerhafte Angaben und deren Folgen weder eine juristische Verantwortung noch irgendeine Haftung übernehmen.

Für Vorschläge und Hinweise auf Fehler sind die Verfasser dankbar!

Vorbemerkungen 2019

Vorbemerkungen zu den ÖKL-Richtwerten 2019

Die zwischenbetriebliche Zusammenarbeit (bäuerliche Nachbarschaftshilfe) spielt in der österreichischen Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Sie trägt wesentlich dazu bei, die Betriebskosten zu senken, vor allem durch eine Reduktion des in Maschinen gebundenen Kapitals.
Bei den ÖKL-Richtwerten für die Maschinenselbstkosten handelt es sich um Durchschnittssätze. Einkünfte aus Nebentätigkeiten, wie Dienstleistungen und Gerätevermietungen im Rahmen der bäuerlichen Nachbarschaftshilfe, sind bei der Gewinnermittlung im Rahmen der Voll- und Teilpauschalierung abgegolten, wenn

  • diese Leistungen von Landwirt zu Landwirt,
  • mit landwirtschaftlichen Betriebsmitteln der Urproduktion, die im eigenen Betrieb verwendet werden,
  • in einem örtlichen Nahbereich (§ 2 Abs. 4 Gewerbeordnung 1994) erbracht werden,
  • der Verrechnungswert nicht höher liegt als die Selbstkosten für Maschinen nach den ÖKL-Richtwerten und
  • eine wirtschaftliche Unterordnung zum land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb vorliegt.

Der Gesetzgeber fördert die bäuerliche Nachbarschaftshilfe und trägt ihrer Bedeutung auf mehreren Ebenen Rechnung. Gemäß § 7 Abs 4 LuF PauschVO, BGBl II 125/2013 und EStR, Rz 4206 sind Einnahmen, die auf reiner Selbstkostenbasis und ohne Verrechnung der eigenen Arbeitsleistung im Rahmen der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit der Landwirte erzielt werden, bei der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen (Voll- und Teilpauschalierung) nicht zu berücksichtigen. Erforderlich ist, dass eine wirtschaftliche Unterordnung zum land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb gegeben ist. Eine Unterordnung kann angenommen werden, wenn nur ein einziges Betriebsmittel einer bestimmten Art (z.B. Mähdrescher, Rundballenpresse) im Betrieb vorhanden ist. Sind mehrere Betriebsmittel derselben Art vorhanden, hat der Steuerpflichtige glaubhaft zu machen, dass deren Verwendung im eigenen Betrieb erforderlich ist.

Zusätzlich ab der Veranlagung 2016 liegt eine Unterordnung nur dann vor, wenn die Einnahmen aus der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit € 33.000 (inkl. USt) nicht übersteigen (gesonderter Einnahmentopf – keine Anrechnung auf die schon vor 2016 geltende € 33.000 Einnahmengrenze). Bei über diesen Betrag hinausgehenden Einnahmen ist eine Unterordnung dann gegeben, wenn der Umsatz aus der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit 25% der Gesamtumsätze des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes nicht übersteigt. Bei Überschreiten der Grenzen liegen Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb vor. Es ist eine vollständige Gewinnermittlung durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erforderlich und diese Umsätze sind nicht von der USt-Pauschalierung erfasst.

Das Bundesministerium für Finanzen vertritt die Meinung, dass bei der bäuerlichen Nachbarschaftshilfe die Bareinahmen belegerteilungspflichtig und betreffend Registrierkassenpflicht bei der Berechnung der 7.500 € Barumsatzgrenze einzubeziehen sind. Es sollte daher angedacht werden, diese Zahlungen auf Überweisungen umzustellen, da sie dann nicht als Barumsatz zählen. Auf die unveränderte Rechnungslegungspflicht zwischen Unternehmern (dazu gehören auch vollpauschalierte Landwirte!) unabhängig von der Zahlungsform wird allerdings hingewiesen!

§ 20a des Bauern-Sozialversicherungsgesetzes sieht vor, dass Einnahmen aus Dienstleistungen, die auf Selbstkostenbasis und ohne Verrechnung der eigenen Arbeitskraft erbracht werden, nicht in die Beitragsgrundlage einzubeziehen sind. Bei der Überprüfung, ob zwischenbetriebliche Verrechnungen auf Selbstkostenbasis erfolgen, orientieren sich die Abgabenbehörden an Durchschnittssätzen, die auf Erfahrungen über die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Landwirtschaft beruhen (vgl § 17 Abs 4 EStG).

Bei Erbringung von Leistungen durch einen Landwirt an einen Nichtlandwirt (eigener oder fremder Gewerbebetrieb) sind die ÖKL-Richtwerte nicht relevant.
Stattdessen können, wenn das Entgelt überwiegend für die Bereitstellung von Fahrzeugen, Maschinen oder Geräten gegenüber Nichtlandwirten geleistet wird, 50% der gesamten Einnahmen aus dem land- und forstwirtschaftlichen Nebenerwerb als pauschale Betriebsausgaben abgezogen werden (vergleiche § 7 Abs 24 LuF PauschVO (BGBl II 125/2013 sowie EStR, Rz 4203 ff).

Bei den ÖKL-Richtwerten handelt es sich demnach um ein Hilfsmittel im Rahmen der Erhebung von Abgaben für landwirtschaftliche Betriebe. Hingegen ist es nicht Zweck der Richtwerte, gegenüber Landwirten oder sonstigen Unternehmen eine Empfehlung abzugeben, welche Preise verrechnet oder Kalkulationsrichtlinien eingehalten werden sollen, wenn im gewerblichen Bereich (außerhalb der bäuerlichen Nachbarschaftshilfe) Maschinen vermietet oder Dienstleistungen erbracht werden.

  • Die ÖKL-Richtwerte sind online kostenlos einzusehen. Siehe ÖKL-Homepage www.oekl.at.
  • Die Richtwerte werden auch im Excel-Format zum Preis von 15,00 € per e-mail versandt.
  • Die ÖKL-Richtwerte sind unverbindliche Durchschnittswerte.