ÖKL-Kolloquium 2021 Landtechnik 2040 – Wohin geht die Reise?

DIE VERANSTALTUNG FINDET TROTZ ZAHLREICHER ANMELDUNGEN NICHT STATT.

Wir werden diesen Fachtag zu einem geeigneten Zeitpunkt wieder anbieten.

ÖKL-Kolloquium 2021
am Dienstag, 23. November 2021 in Wieselburg

Landtechnik 2040 – Wohin geht die Reise?

Im Francisco-Josephinum, Weinzierl 1, 3250 Wieselburg

Im Rahmen des heurigen ÖKL-Kolloquiums möchten wir einen Blick in die fernere Zukunft der Landtechnik wagen.

Im ersten Teil der Veranstaltung werden wir nach einem kurzen Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre Landtechnik die aktuellen Themen der landtechnischen Forschung aufzeigen, um dann im zweiten Teil zuerst mögliche Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft im Jahr 2040 abzustecken und danach zu erörtern, was das für die Landtechnik bedeuten könnte.

Im dritten Teil kommen visionäre Firmenvertreter zu Wort, um uns ihre Einschätzungen – was denn die Landtechnik in 20 Jahren beschäftigen bzw. was die Herausforderungen für ihre Unternehmen im Jahr 2040 sein könnten – mitzuteilen.

Das Programm:

Teil I – Früher & Heute

Meilensteine der Landtechnik seit den 60er Jahren
Was ist geblieben?
DI Gebhard Aschenbrenner und Otto Krönigsberger, beide Landwirte und ÖKL

Digitale Landwirtschaft
Chancen einer intelligenten, vernetzten und digitalen Landtechnik
DI Heinrich Prankl, Josephinum Research

Innovation Farm – Landwirtschaft 4.0 angreifbar machen
Die derzeitigen und kommenden Herausforderungen in der Landtechnik
Dr. Markus Gansberger, BLT Wieselburg

Teil II – Wie geht es weiter?

Auswirkung von absehbaren Megatrends auf die Landwirtschaft
Was wird im Jahr 2040 nachgefragt?
Priv. Doz. Dipl.-Ing. Dr. Franz Sinabell, WIFO – Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung

Anforderungen an die Landtechnik der Zukunft
Das muss die Landtechnik im Jahr 2040 leisten können
Prof. Dr. Markus Demmel, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Teil III – Lösungen für die Zukunft

Traktor, Baujahr 2040
Christian Huber, CNH Industrial Österreich GmbH

Zukunftsaussichten für die Landtechnik im Berggebiet
Dr. Franz Haas, Reform-Werke Bauer & Co Gesellschaft m. b. H.

Technik für die Grünlandwirtschaft der Zukunft
Dr. Markus Baldinger, Pöttinger Landtechnik GmbH

Intelligente Bodenbearbeitung, Saat und höchste Nährstoffeffizienz für eine nachhaltige Landwirtschaft im Jahr 2040
Dipl. Ing. Stefan Kiefer, Leitung Pflanzenbauinnovation, Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co.KG

Perspektiven für die Pflanzenschutztechnik der Zukunft
Dr. Thomas Engel, John Deere Walldorf GmbH & Co. KG

So wird in 20 Jahren am Acker geerntet
Dr. Eberhard Nacke, Claas KGaA mbH

Ende ca. 16:30 nach einer Podiumsdiskussion

Moderation Vormittag: DI Eva-Maria Munduch-Bader, Geschäftsführerin ÖKL
Moderation Nachmittag: DI Stefan Dworzak, ÖKL-Obmann

 

ÖKL-Kolloquium am 20. November 2019

Am Mittwoch, 20. November 2019, fand in der LK Eferding Grieskirchen Wels in Wels das landtechnische Kolloquium des ÖKL statt. Das Thema:
Weniger Ammoniak durch neue Technik.
Die NEC-Richtlinie in der Landwirtschaft
.
Neben den elf Fachvorträgen – zum Teil auch aus der Praxis! – gab es auch Zeit zum Netzwerken und zum Diskutieren.
Knapp 80 Personen nahmen an der Veranstaltung teil.
Alle Präsentationen stehen zur Verfügung!
Mehr lesen Sie hier.

ÖKL-Kolloquium 2019

Am Mittwoch, 20. November 2019 veranstaltete das ÖKL in der LK Eferding Grieskirchen Wels in Wels das landtechnische Kolloquium.

Das Thema lautete:
Weniger Ammoniak durch neue Technik
Die NEC-Richtlinie in der Landwirtschaft

Dienststellenleiter Thomas Jungreuthmayer von der dortigen Kammer und Michael Deimel (er vertrat ÖKL-Obmann Stefan Dworzak) begrüßten die knapp 80 Personen, die sich zu diesem Schwerpunkt in Wels versammelten.

Hier der ausführliche BERICHT, die Präsentationen finden Sie unten!

Die Tagungsmappe mit Kurzfassungen kann zum Preis von 6 Euro (exkl. Versand) im ÖKL bestellt werden (office@oekl.at).

Die NEC-Richtlinie (NEC = National Emission Ceilings) legt Ziele für die Reduktion von einigen gasförmigen Luftschadstoffen fest. Für die Landwirtschaft relevant ist Ammoniak. Das landtechnische Kolloquium des ÖKL zeigt realistische Ansatzpunkte im Bereich des Bauens und der Ausbringung von Wirtschaftsdünger, welche dazu beitragen, die Ammoniak-Emissionen zu reduzieren.
Ammoniak ist eine Feinstaub-Vorläufersubstanz.

Mehr zum Thema Ammoniak-Emissionen finden Sie hier.
Einladung und Programm ÖKL Kolloquium 2019

REFERATE und PRÄSENTATIONEN:

Die Umsetzung der NEC-Richtlinie – was ist in der Landwirtschaft zu tun?
MR Ing. Lukas Kaupe, BMNT
Kaupe_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Wie werden die (Ammoniak-) Emissionen aus der Landwirtschaft berechnet?
DI Michael Anderl, UBA, Wien
Anderl_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Die Umsetzung der NEC-Richtlinie aus Sicht der Landwirtschaft
DI Franz Hölzl, LK Oberösterreich
Hölzl_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Anforderungen an einen emissionsarmen Rinderstall
DI Alfred Pöllinger, HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Pöllinger_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Anforderungen an einen emissionsarmen Stall in der Schweine- und Geflügelhaltung
HR Ing. Eduard Zentner, HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Zentner_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Umweltschonende Lagerung, Aufbereitung und Ausbringung von Gülle
Univ.-Prof. Dr. Dr. Josef Boxberger, BOKU, Wien
Boxberger_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Praktische Beispiele

Überbetriebliche und emissionsarme Gülleausbringung im Maschinenring – eine Bestandsaufnahme
DI Wolfgang Weichselbaum, Leiter Agrar MR Österreich
Weichselbaum_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Maschinenring-Cluster-Projekt „Nährstoffdepot“
DI Wolfgang Weichselbaum, Leiter Agrar MR Österreich
Maschinenring_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Emissionsarmer Ackerbau mit Gülleinjektion
Franz Grötschl, Landwirt aus Lackendorf, Vorstand „Boden.Leben“
Grötschl_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Die „Guelle.App“ und weitere aktuelle Innovationen in der Gülleausbringung
Mag. Karl Steinmann, Vakutec Gülletechnik GmbH
Steinmann_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Gülleverschlauchung in allen Lagen
Johannes Zechner, Perwolf Gülletechnik GmbH
Zechner_ÖKL-Kolloquium 2019 Wels

Neben den elf Fachvorträgen – zum Teil auch aus der Praxis! – stand auch Zeit für Diskussionen und zum Netzwerken in den Pausen zur Verfügung!

Die Themen des ÖKL-Kolloquiums, das einmal im Jahr stattfindet, wird in intensiver Absprache mit dem ÖKL-Vorstand entwickelt und auf aktuelle Themen und mit anderen Veranstaltungen abgestimmt. Bei der eintägigen Veranstaltung werden acht bis neun Fachvorträge gehalten, aber auch  Praxisberichte geboten. Eine offene Diskussion zwischen den Fachreferenten und dem Publikum wird angestrebt.

Allgemein und Rückblick

 

ÖKL-Kolloquium Produktionsfaktor Wetter

Das ÖKL veranstaltete am 27. November das landtechnische Kolloquium in Graz. Das Thema „Produktionsfaktor Wetter“ lockte hundert Personen in den Steiermarkhof.

Die Landwirtschaft kann bzw. muss auf den Klimawandel durch angepasste Pflanzenkulturen reagieren. Beim ÖKL-Kolloquium referierten und diskutierten ExpertInnen und Praktiker über Lösungen!

Mehr lesen Sie hier!

ÖKL-Kolloquium 2018 „Produktionsfaktor Wetter“ in Graz

Landtechnisches Kolloquium des ÖKL am 27. November 2018

Das ÖKL veranstaltete am 27. November das landtechnische Kolloquium in Graz. Das Thema „Produktionsfaktor Wetter“ lockte hundert Personen in den Steiermarkhof.
Als die Verantwortlichen des ÖKL das Thema für das diesjährige Kolloquium festgelegt haben, war nicht absehbar, welche Aktualität eine Veranstaltung 2018 zum Wetter als Produktionsfaktor gewinnen würde … Der erste Blick auf die Evaluierung durch die TeilnehmerInnen ergibt ein positives Bild mit vielen „Sehr gut“ und „Gut“-Bewertungen!

Die Unterlagen stehen hier als Download zu Ihrer Verfügung!

Produktionsfaktor Wetter

Ausführlicher Bericht zum ÖKL-Kolloquium 2018 [pdf]

Einladung und Programm ÖKL Kolloquium 2018 [pdf]

Tagungsmappe Kolloquium 2018 [pdf]

Immer offensichtlicher wird, dass heiße und trockene Jahre keine „Ausreißer“ sind, die man durch Gegenrechnen mit kälteren Jahren kaschieren kann. Der Klimawandel ist da und für 2018 war sogar von „extremen Extremen“ die Rede!
„Klima“ ist die längerfristige Betrachtungsweise, während das „Wetter“ das aktuelle Geschehen beobachtet.

Pro Sekunde verdunsten um die Erde eine Milliarde Kubikmeter Wasser und die Frage ist, wann und mit welcher Intensität sie sich wo in welcher Form wieder „niederschlagen“. Hier liegt die mögliche Spanne zwischen Nieseln, dem zunehmend erwünschten Landregen, Starkregen, Hagel und Schnee. 

Neben der Temperatur spielt die Luftströmung in der Ausprägung zwischen Brise und Orkan eine Rolle, wobei manche Meteorologen meinen, dass künftig auch in unseren Breiten Tornados möglich sein werden.

Die „Kunst“ liegt darin, erhobene Daten so zu verknüpfen, dass eine zuverlässige, langfristige Wettervorhersage getroffen werden kann, was auch zunehmend gelingt.

Die Landwirtschaft kann bzw. muss auf den Klimawandel durch angepasste Pflanzenkulturen reagieren. Wenn sie dabei auf Ressourcenschonung achtet, trägt sie – freilich im „atomistischen“ Umfang – zur Klimastabilisierung bei.

PROGRAMM

Begrüßung: Kammerpräsident Ök.-Rat Franz Titschenbacher, LK Steiermark und DI Stefan Dworzak, Obmann des ÖKL und Landwirt im Burgenland

VORMITTAG

Teure Wetterkapriolen? – Ein Versuch der monetären Bewertung des Klimawandels Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Prof Karl Steininger, Wegener-Center für Klima und Globalen Wandel, Karl-Franzens-Universität, Graz
Hintergrundinfos I Unterberger et.al. Spring Frost Risk

Die mögliche Genauigkeit von längerfristigen Wettervorhersagen
Dr. Alexander Podesser, ZAMG, Graz

Pflanzenbauliche Strategien gegen den Klimawandel
DI Arno Mayer, LK Steiermark, Graz

Anwendungen von Wetterdaten in der Agrarversicherung
Mag. Holger Starke, MSc, Österr. Hagelversicherung, Wien

NACHMITTAG

Ein „verlässlicher“ Wetterbericht für OÖ
Mag. Günter Mahringer, Austro Control GmbH, Linz-Hörsching

Wetterangepasst Bodenbearbeitung
Priv.-Doz. Dr. Gernot Bodner, BOKU, Abt. f. Pflanzenbau, Tulln

Züchtung als Strategie für klimafitten Pflanzenbau
DI Christian Krumphuber, LK Oberösterreich, Linz

Klimanveränderungen: Wie reagiert die Landwirtschaft?
DDI Dr. Hermine Mitter, Institut für Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, BOKU, Wien

KLAR! 20 Regionnen stellen sich den Folgen des Klimawandels
Mag. Gernot Wörther, Klima- und Energiefonds, Wien

Wetterstationen in der landwirtschaftlichen Praxis
Lukas Handl, Josephinum Research, LFZ Wieselburg

Eine eigene Station für Wetter- uind Bodendaten
Dr. Heiner Denzer, Pessl Instruments GmbH, Weiz

Ackerbauliche Maßnahmen zur Anpassung an die Veränderung im Trockengebiet
Ing. Josef Hartmann, Gutsverwaltung Hardegg, Seefeld-Kadolz

Moderation: DI Stefan Dworzak und DI Michael Deimel

Tagungsgebühr inkl. Tagungsmappe und Pausenkaffee:
TeilnehmerInnen mit Betriebsnummer: 45 € (ohne Betriebsnummer: 65 €)
Der Eintritt für SchülerInnen und Studierende war frei (ohne Mappe).
Für ÖKL-Mitglieder war der Besuch des Kolloquiums kostenlos!

Informationen bei DI David Unterrainer: david.unterrainer@oekl.at

Bericht ÖKL Kolloquium 2017

BERICHT zum ÖKL-Kolloquium 2017 „Maschinenkosten senken!“

Landwirtschaftskammer OÖ in Linz

Auch dieses Jahr fand das ÖKL-Kolloquium mit reger Beteiligung der Besucherinnen und Besucher statt. Insgesamt fanden sich annähernd 100 Teilnehmer am Veranstaltungsort ein. Die Begrüßung erfolgte durch den Obmann des ÖKL, Stefan Dworzak, und Kammerdirektor-Stellvertreter Karl Dietachmair. Beide verwiesen in Ihren Reden auf die schwierige Marktsituation der Landwirte. Daraus entsteht die Notwendigkeit, Einsparpotentiale zu identifizieren und daraus folgende Maßnahmen effektiv umzusetzen. Die notwendigen Grundlagen und Ansatzpunkte wurden in den darauf folgenden Vorträgen erläutert.

Den Anfang machte DI Gerhard Gahleitner der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft. Er wies darauf hin, dass in den letzten 15-20 Jahren die Zahl der österreichischen Betriebe stark rückläufig war, der Anteil der Betriebe mit eigenem Traktor jedoch anstieg. Gleichzeitig wurden auch mehr betriebsfremde Traktoren eingesetzt. Die Einsatzfläche pro Traktor ist dabei vergleichsweise gering. Insgesamt erreicht in Österreich die landwirtschaftliche Nutzfläche pro Traktor nur 9,4 ha, deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 22,1 ha LF. Gleichzeitig sinkt der Anschaffungswert je Flächeneinheit mit steigender Betriebsgröße. Stellt man den jährlichen Abschreibungsaufwand den Einkünften gegenüber, erreicht Österreich im europäischen Vergleich trotzdem beide Male Platz 2. Dabei sind die hohen Einkünfte vor allem durch überdurchschnittlich hohe öffentliche Gelder und überdurchschnittlich hohem Ertrag pro Hektar zu erklären. Grundsätzlich bieten sich in der Mechanisierung jedenfalls noch Einsparpotentiale und dadurch Möglichkeiten der Ertragssteigerung.

Mit der Ermittlung der Maschinenkosten und der Lokalisierung von Einsparpotentialen beschäftigte sich anschließend DI Gerald Biedermann, betriebswirtschaftlicher Berater der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Erfahrungsgemäß werden selten Aufzeichnungen über die Arbeitserledigungskosten (Mensch & Maschine) am eigenen Betrieb gemacht. Dabei würden wenige Notizen dafür schon ausreichen. Zur Feststellung der Kosten hat die LK Niederösterreich das Projekt „Außenwirtschaft effizient gestalten“ gestartet. Die Berechnungsbasis stellten dabei die ÖKL-Richtwerte dar. Ziel war die maschinenindividuelle Ermittlung des Arbeitsaufwands pro Kultur.  Die Ergebnisse zeigten erhebliche Einsparungen je dach Effizienzniveau des Betriebs. Bei Zuckerrübe entstand sogar eine Differenz von 592€/ha zwischen den effizient und ineffizient wirtschaftenden Betrieben allein durch Identifikation der Kosten und der Anpassung in der Betriebsführung!! Dazu ist jedoch das Wissen um Alternative notwendig. Vergleicht man verschiedene Bearbeitungssysteme hinsichtlich der Arbeitserledigungskosten, entsteht vor allem bei Direktsaat nur ein vernachlässigbarer Mehraufwand in Abhängigkeit des Bodentyps, während die Kosten bei Pflugeinsatz und Mulchsaat sehr stark ansteigen. Auch in der Grünlandbewirtschaftung lassen sich erhebliche Effizienzunterschiede erkennen (584€/ha), wobei Kostensenkungen vor Allem bei höherem Flächeneinsatz entstehen. Als weiteren Grund der Kostenunterschiede führt Gerald Biedermann den hohen Eigenmechanisierungsgrad der LW Betriebe an. Oft wird dabei ein Traktor zur Steigerung der Flexibilität angeschafft, der jedoch nicht mehr ausgelastet werden kann. Hier kostet die Flexibilität mehr als sie nützt!

Mag. Friedrich Stute stellte essenzielle Praxisfragen: Was kostet die geleistete Schlepperstunde? Wie viel kostet die Ernte? Welche Kosten ergeben sich durch einen zusätzlichen Arbeitsgang? Wie hoch ist der Anteil der Reparaturkosten? Ist die „teure“ Maschine am Ende günstiger? Auch er stellte in seiner Tätigkeit als Berater oftmals mangelnde Kenntnis der Arbeitserledigungskosten sowie der Flächenleistungen fest. Zur Senkung der Kosten ist wieder eine optimale Maschinenauslastung ausschlaggebend. Sie sollte aber nicht an der oberen Leistungsgrenze liegen. Eine Maschine sollte dabei so lange genutzt werden, bis die Nutzungskosten die Kosten einer Ersatzmaschine übersteigen. Das Problem der Übermechanisierung sieht er oft bei kleinen Betrieben, da große Betriebe ihre Kosten genauer berechnen und sich effizienter organisieren können. In seinen Kalkulationen zur Nutzungsdauer kam Stute zu dem Ergebnis, dass ein Traktor – von speziellen Fällen abgesehen –  ca. 700 h pro Jahr genutzt werden soll, um mit den Fixkosten einer Leihmaschine konkurrieren zu können. Zur Arbeitsorganisation muss man sich vor diesem Hintergrund oft vor die Frage stellen, gewisse Tätigkeiten an professionelle Dienstleister auszugliedern oder entsprechende Kooperationen einzugehen. Dadurch können die Kosten pro Hektar erheblich gesenkt werden. Schließlich brachte er hinsichtlich der Arbeitserledigungskosten die  Faktoren  Feldform und – besonders unterschätzt – die Feldentfernung ins Spiel.

Dr. Jan Ole Schroers vom KTBL – einer Entsprechung des ÖKL in Deutschland – stellte die Möglichkeit dar, den Restwert in die Maschinenkostenkalkulation einzugliedern. Abweichend von der bisherigen Methode mit dem Restwert „0“ (welche in vielen Fällen – vor allem fiskalrechtlich gesehen – ihre Berechtigung hat), wird  jeder Maschine in Abhängigkeit der Nutzungsdauer (standardgemäß 12 Jahre) und -intensität einen bestimmten Restwert zugewiesen, der entsprechend in der Maschinenkalkulation berücksichtigt wird. Für das Modell  (an dem auch das ÖKL mitgewirkt hat) wurden die Preise tausender Gebrauchttraktoren herangezogen. Im mittleren Zeitabschnitt zeigten sich Unterschiede der Preise von renommierten Herstellern gegenüber dem Mitbewerb östlicher Provenienz, die sich nach (sehr) langer Nutzungsauer noch  deutlicher ausprägen. In Schroers` Präsentation findet sich ein einfaches Rechenbeispiel zu diesem Thema. Ist man sich über Nutzungsdauer und -intensität bei der Anschaffung schon bewusst, kann viel gezielter investiert und können Kosten auf Dauer minimiert werden.

Ing. Roman Braun, Maschinenring OÖ, führte das Maschinenwachstum in der Landwirtschaft auf den Strukturwandel und wachsende Komfortansprüche zurück. Gleichzeitig wird der Landwirt bei Maschinenkäufen oft von Emotionen getrieben, weil man eine neue, schlagkräftigere Maschine will. Vorab werden die Kosten einem viel höheren Nutzen gegenübergestellt und damit „schöngerechnet“. Die meist gesteigerten Leistungsreserven haben aber danach weitere Investitionen im Maschinenpark zur Folge, da die Schlagkraft des Traktors ja voll ausgenutzt werden soll. Trotzdem können die Maschinen nur in den seltensten Fällen voll ausgelastet werden (mangelnde Flächen, Stehzeiten). Rechnet man die gesamten Kosten durch (Anschaffung, Abschreibung, Unterbringung etc.), kommt eine schlagkräftigere Maschine pro Arbeitsstunde oft wesentlich teurer. Wenn die Kapazität für das Verdichten der „schlagkräftig“ angefahren Silage  nicht ausreicht, kann deren mangelnde Qualität letztlich zu erhöhten Kosten für den Tierarzt führen. Deshalb ist bei Investitionsfragen oft Widerstandskraft gegen die Verlockungen einer Neumaschine gefragt!

DI Helmut Scherzer der Vereinigung Lohnunternehmer Österreich (VLÖ) stellte die Wichtigkeit der Lohnunternehmer im landwirtschaftlichen Sektor dar. Durch den Einsatz von Lohnunternehmern können Arbeitsgänge an professionelle Dienstleister ausgegliedert, die Effizienz gesteigert, Kosten minimiert und die Ergebnisse somit maximiert werden. Nur bestens gewartete Maschinen garantieren die stete Einsatzbereitschaft und führen zu möglichen Folgeaufträgen. Hier spielt auch die Qualität der geleisteten Arbeit eine Rolle. Der Landwirt sollte aber hier die eigenen Ansprüche an die Arbeitserledigung genau kennen und je nach Bodenart das jeweilige Maschinengewicht auswählen, um Bodenverdichtungen zu vermeiden und Folgeschäden damit auszuschließen. Analog zum Maschinenring ist es möglich, nicht den gesamten Arbeitsgang auszulagern, sondern z.B. ein großes Güllefass des Unternehmers mit dem eigenen Traktor zu kombinieren. Der Lohnunternehmer lässt sich gut als Unterstützung bei Arbeitsspitzen zur eigenen Entlastung einsetzen. Ein Auftrag sollte dennoch nicht um jeden Preis angenommen werden – ein langfristiges Bestehen ist so nicht möglich.

Über alle erwähnten Vorträge hinweg scheint der Einwand von DI Alfred Pöllinger, eines Verfahrenstechnikers im Publikum, gerechtfertigt, wonach bei aller Berücksichtigung der betriebswirtschaftlichen Aspekte die Terminkosten (also erhöhte Kosten infolge des Wetterrisikos) im Auge zu behalten sind. Das gelte besonders für Grünlandgebiete; gerade diese sind klimatisch benachteiligt.

In eigener Sache gingen Gottfried Hauer und Gebhard Aschenbrenner auf die ÖKL-Richtwerte ein, die  seit über 50 Jahren nicht nur für die überbetriebliche Verrechnung, sondern auch für fiskalische Zwecke, in der Jurisdiktion und mehr noch in im bäuerlichen Sozialversicherungswesen verwendet werden. Die Datenbasis zu ihrer Erstellung ist  breit und lehnt sich an Entsprechungen in Deutschland und der Schweiz an. Die entscheidenden Faktoren für die Berechnung der fixen Kosten sind der Neupreis und dessen Verzinsung, die dem gesunkenen Niveau angepasst wurde. Wenn die Werte auf 450 Einsatzstunden im Jahr umgelegt werden, so ist dies der breite Durchschnitt ohne Extremwerte. Variabel sind die Reparaturkosten, unter denen die Reifen und die Elektrik hervorstechen – wie es mit der Elektronik auf Dauer aussieht, muss sich erweisen. Ein Drittel der Gesamtkosten entfallen auf den Treibstoff, dem noch 10% für Schmiermittel zugeschlagen werden. Das ÖKL rechnet mit 280 g  oder 0,33 l pro kWh. Wenn moderne Motoren weniger verbrauchen, so ist das bei diesen meist unabdingbare Adblue wieder hinzuzurechnen.

 Von der Sozialversicherung der Bauern anerkannt werden mittlerweile die sogenannten Pauschalrichtwerte, wonach eine Leistung, wie z.B. das Pflügen „summarisch“ und nicht mehr einzeln zusammengesetzt aus Traktor und Pflug mit Zeitangabe dargelegt werden muss. Der Grundgedanke bei ihrer Erstellung war: ein großer Traktor mit ebensolchem Pflug kostet pro Stunde mehr, braucht aber weniger Zeit wie ein kleineres Gespann.

Mit den Praktikervorträgen von Georg Mauser und Manfred Krug wurde die Vortragsreihe geschlossen. Beide Betriebe liefern Beispiele, wie man die Effizienz am eigenen Betrieb steigern, Auslastungen erhöhen und Investitionskosten senken kann. Georg Mauser hat mit der Terra Trac Ges.b.R eine Gesellschaft ins Leben gerufen, die neueste Technik an den Mitgliederbetrieben einsetzt. Entsprechend der Gebiete ist die Organisation in Maschinensprengel aufgeteilt. Das Funktionieren der Zusammenarbeit ist dabei sehr oft von der Teamfähigkeit der Gruppenmitglieder abhängig, wobei „Corporate Identity einen hohen Stellenwert besitzt und bis hin zu einer speziellen, einheitlichen Farbe der Traktoren verschiedener Hersteller umgesetzt wird. Kommt es hier zu Problemen, müssen die Konsequenzen gezogen werden und auch personelle Entscheidungen im Team getroffen werden.

Manfred Krug hat sich auf seinem Familienbetrieb dagegen voll auf die Innenwirtschaft spezialisiert. Der Tierbestand umfasst 70 Milchkühe. Durch eine ausgeklügelte Kombination energiesparender Technik (Wärmerückgewinnung aus dem Milchtank, Regenwassernutzung (mit dem Nebeneffekt  geringerer Leitunsverkalkung), Kamerasysteme ohne dauerhafte Stromversorgung) ermöglicht er es, die Kosten der Innenwirtschaft auf ein Minimum zu reduzieren. Der kleine Maschinenpark umfasst die grundlegenden Geräte zur Außenwirtschaft (Güllefässer, Düngerstreuer, Kreiselzettwender, Schwader & zwei Traktoren). Der Großteil der Arbeit auf den 25 ha Grün- und 34 ha Ackerland wird mit Gemeinschaftsmaschinen erledigt oder ausgelagert. Zu diesem Zweck ist Manfred Krug Mitglied bei verschiedenen Maschinengemeinschaften und wickelt vor allem Erntearbeiten über Lohnunternehmer ab. – Auch an kleineren Schrauben dreht er, wenn er auf einen Stromversorger aus Bayern (das ist ungewöhnlich aber möglich) zurückgreift. – Selbstverständlich ist, dass Vakuumpumpe und Lüftung frequenzgesteuert ist.

Fazit:

Die beiden Praxisbeispiele zeigen, dass sich Maschinenkosten durch Identifizieren der eigenen Kernkompetenzen und genaues Planen sehr effizient senken lassen. Natürlich hat das einen geringeren Eigenmechanisierungsgrad zur Folge. Zwar fällt es sicher oft schwer, traditionellerweise selbst erledigte Arbeiten auszulagern, jedoch ist es in Anbetracht zukünftiger Herausforderungen in der Landwirtschaft ratsam diesen Schritt zu wagen. Vor allem Betriebe mit geringer Maschinenauslastung haben viele Möglichkeiten, um ihre Wirtschaftsweise effizienter zu gestalten. Vor allem Investitionsentscheidungen müssen mehr mit dem Kopf, denn mit dem Herz getroffen werden. Neutrales Bewerten und Durchrechnen der eigenen Situation bewahrt davor, falsche Entscheidungen zu treffen und langfristige Folgekosten daraus tragen zu müssen. Trotz der Auslagerung der Arbeitsschritte muss auch die entstehende Bodenbelastung beachtet werden. Mit der Schlagkraft der Maschinen steigt auch oft deren Gewicht. Der Boden ist das Kapital des Landwirts und daher müssen die Bodenfunktionen (Filter-, Puffer-, Speicherfunktion) erhalten bleiben. Vor dem Hintergrund der Erosionsbewegungen zunehmender Starkregenereignisse muss besonderes Augenmerk darauf gelegt werden. Je nach Bodentyp sind daher bestimmte Anforderungen an die Bearbeitung und vor allem an das Maschinengewicht gestellt. Natürlich können Reifendruckregelanlagen Abhilfe schaffen, dennoch gilt vor allem beim Maschinengewicht der Grundsatz: Weniger ist mehr!

Das Kolloquium hat die kalkulatorischen Grundlagen zur leichteren Entscheidungsfindung geliefert, nun ist es an der Zeit, sie am eigenen Betrieb umzusetzen!

Bericht erstellt von Gebhard Aschenbrenner und Daniel Fink

ÖKL-Kolloquium 2017: Die Maschinenkosten senken!

Das Landtechnische Kolloquium des ÖKL 2017 fand am 29. November an der Landwirtschaftskammer OÖ in Linz statt.

Das große Thema: Die Maschinenkosten senken!

Insgesamt 92 Personen nahmen an der eintägigen Fachveranstaltung mit neun Vorträgen teil. Es begrüßten Kammerdirektor-Stellvertreter Ing. Mag. Karl Dietachmair und DI Stefan Dworzak, ÖKL-Obmann, Landwirt in Hornstein, Bgld.

Hier lesen Sie den ausführlichen BERICHT von DI Gebhard Aschenbrenner und DI Daniel Fink!

Einladung und Programm ÖKL-Kolloquium 2017

Die Präsentationen:

Auswertung von Buchführungsergebnissen und Agrarstrukturdaten mit besonderer Berücksichtigung der Mechanisierung
DI Gerhard Gahleitner, Bundesanstalt für Agrarwirtschaft, Wien

Erfassung und Auswertung von individuellen Maschinenkosten
DI GeraId Biedermann, LK NÖ, St. Pölten
 
Die „langen Hebel“ zur Senkung der Maschinenkosten
MSc Friedrich Stute, BB Göttingen GmbH / D

Neuerungen in der KTBL-Maschinenkostenkalkulation: Restwertbestimmung und Kostengliederung
Dr. agr. Jan Ole Schroers, KTBL, Darmstadt / D

Wenn Großmaschinen teuer werden
Ing. Roman Braun, Agrarbetreuer MR OÖ, Linz

Kostensenkung aus Sicht der Lohnunternehmer
Dipl.-Kfm. (FH) DI (FH) Helmut Scherzer, GF Vereinigung der Lohnunternehmer Österreich VLÖ, St. Florian, OÖ

ÖKL-Richtwerte: seit 55 Jahren unentbehrlich
DI Gebhard Aschenbrenner, ÖKL, Wien und
Ing. Gottfried Hauer, Bildungswerkstatt Mold der LK NÖ

Kosten einsparen in der Praxis – Ackerbau – Betriebsvorstellung Mauser
Georg Mauser, Landwirt, Kommunaldienst Weinviertel, Dürnkrut

Kosten einsparen in der Praxis – Innenmechanisieurng – Betriebsvorstellung Krug
Manfred Krug, Landwirt, Vöcklamarkt